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Und was, wenn es gut wird ?



von Chris Gust

Ich möchte Paniklern helfen. Die Umwege, die ich gemacht habe, möchte ich anderen ersparen. Dazu gehört unbequeme Ehrlichkeit und in diesem Artikel widme ich mich einem typischen Verhalten von Paniklern: Vermeidung, meist aus Angst vor der Angst.

Der Panikler per se zerdenkt ja gerne alles schon im Voraus und erfindet und entwirft- seiner grandiosen Phantasie sei es gedankt- die unglaublichsten Szenarien, auf die kein „normaler“ Mensch je kommen würde. Menschen, die an Angst & Panik leiden, befürchten ständig den gesundheitlichen Super-Gau, weil sie binnen Sekunden (vollkommen normale) körperliche Symptome falsch bewerten und sich Sorgen machen, so stecken sie irgendwann in einer 24/7 Anspannungsspirale, die ihnen das Leben zur Hölle macht und den Bewegungsradius der meisten immer weiter einschränkt.

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Und was, wenn es gut wird ?
© ericjamesward/unsplash

Man schämt sich und traut sich nicht, offen über „so eine Kopfsache“ zu sprechen, fängt aus Angst vor der Angst an, Situationen zu verschieben, vermeiden oder sucht sich zumindest Strategien, um sie anders zu gestalten. Das alles kostet nicht nur Nerven, sondern auch etwas ganz Wesentliches: die Lebensfreude.

Wo aber bleibt die positive Aufregung in unserem Leben, wenn wir immer mehr vermeiden? Die Leidenschaft, die Schmetterlinge im Bauch weil man etwas Neues vorhat? Warum versagen wir es uns, glücklich zu sein, haben immer die Angst im Nacken, dass eh gleich wieder eine Panikwelle anrollt? Warum lassen wir uns immer mehr einengen, werden immer kleiner, einsamer, unsicherer und drohen zu verschwinden?

Weil wir der Diva Angst ihre Bühne geben und sie mit jeder Vermeidung, Ausrede oder taktischer Verschiebung noch besser für sie vorbereiten.

Die grundsätzliche Frage sollte deshalb zunächst einmal sein: ist es wirklich das, was Du willst?

„Natürlich nicht, aber…!“ „Nein, aber es fühlt sich so furchtbar an.“ Oder Ähnliches wirst Du jetzt vielleicht denken, aber ganz ehrlich? Meine Panikattacken fühlten sich zu Hause nicht weniger bedrohlich an, als unterwegs, Deine? Der einzige Unterschied bestand darin, dass die Angst, dass jemand es mitbekommen könnte hinzu kam, aber passiert ist das nie.

Also bitte kein „aber“- Du hast es in der Hand, an diesem Teufelskreis etwas zu verändern! Ab einem gewissen Punkt erwischt die Angst Dich eh überall, das bedeutet, die sogenannten Komfortzonen sind eben gar keine mehr, die diesen Namen verdienen, weil wir auch dort nicht “sicher“ sind. Das liest sich alles nicht bequem, nicht wahr? Das soll es auch nicht, denn in diesem Artikel möchte ich Dich etwas ärgern…

Überlege mal, was das nämlich anders betrachtet für Dich und Dein Leben bedeutet: es ist eine große Chance für Dich!

Wenn die Angst Dich sowieso überall erwischen kann, selbst in Deinem sicheren Zuhause z.B. (im Bett, beim „entspannten Fernsehen“…) was hindert Dich dann in Wahrheit daran, „einfach“ trotz Deiner Angst alles zu tun, wonach Dir ist, bzw. was Du machen würdest, hättest Du die blöde Angst nicht?

Das klingt leichter, als es ist, das ist mir vollkommen bewusst. Aber ich möchte Dich provozieren, Deinen Lebenshunger wecken, ich will, dass Du mal sauer wirst, von mir aus auch auf mich. „Die hat leicht reden, bei der war das sicher nie so schlimm, wie bei mir!“

Vielleicht merkst Du selbst, was das für ein Bullshit ist?

Jeder mit einer Angststörung, geht durch seine ganz persönliche Hölle, die ist nicht bei dem einen schlimmer, als bei dem anderen. Ich will, dass Du Dich nach Leidenschaft und Spaß sehnst, so sehr, dass Dein Wunsch, etwas zu verändern und zu erleben, größer wird, als Deine Bedenken. Reiße aus, nimm´ Deine Angst sinnbildlich an die Hand und mach mit ihr einen Ausflug.

Was, wenn es sich großartig, lebendig, phantastisch, überragend und spassig anfühlt?

Meinetwegen fang mit Kleinigkeiten an, es muss nicht der tatsächliche Fallschirmsprung sein, vielleicht ist es für Dich, dass Du Dir nach Jahren das erste Mal Deine Sportschuhe anziehst, raus gehst und eine Runde walkst. Wenn Du dadurch dann euphorisch genug bist und vor Aufregung endlich mal wieder in positiver, rebellischer Form dabei die Wirkung Deines Adrenalins verspürst, kannst Du natürlich auch direkt „über die Stränge schlagen“, indem Du tatsächlich mal ein paar Schritte läufst… Ja, für uns Panikler ist das ganz nach dem Motto „Leben am Limit“, denn die meisten befürchten ja, dass ihr Herz versagen könnte, nicht wahr? ;-)

Was, wenn es sich großartig, lebendig, phantastisch, überragend und spassig anfühlt?
© pasja1000/pixabay


Belächle Deine Ängste mal, nein, lache sie und Dich ruhig mal aus, nutze Deinen Galgenhumor als Ventil. Wenn wir lachen passiert sowieso etwas ganz Zauberschönes: unser Gehirn verknüpft damit nämlich, dass die Situation, in der wir uns befinden ja gar nicht so bedrohlich sein kann, wenn wir noch lächeln können und schüttet sofort Entspannungshormone aus, ist das nicht super?

Fällt Dir das noch zu schwer, setze Dich bitte mal ganz gemütlich hin und überlege Dir zum einen, was Deine jüngere Version zu Dir sagen würde, wenn sie sehen würde, wie Du Dich immer mehr versteckst? Was würde Dein 16-jähriges Ich zu Dir sagen, wenn Du Ausreden erfindest, warum Du Dich nicht mit jemandem treffen „kannst“, der Dir eigentlich wichtig ist?

Oder überlege Dir zum anderen, was die ältere Version von Dir zu Dir sagen würde: „Gut, dass Du nichts mehr ausprobiert hast, so konntest Du wenigstens keine tollen Dinge erleben, als Du noch körperlich so richtig fit warst und Zeit dazu hattest!“ Ganz sicher wäre es das nicht, oder? Lass Dir gedanklich mal in den Allerwertesten treten.

Deine Angst tut Dir nichts. Ganz egal, wie fürchterlich sie sich jedes Mal aufs Neue anfühlt, ganz egal, wie ob Du gerade wieder denkst: „Aber diesmal ist es anders/schlimmer…“ Das ist so nicht. Deine Angst hat die Macht, die Du ihr (unbewusst) gibst. Sie spielt zu gerne die Hauptrolle- besetz´ sie um. Du bist der Regisseur in Deinem Leben, in jedem einzelnen Moment schreibst Du durch Deine Entscheidungen Deine Geschichte.

Lass es eine spannende, lebensfrohe, lustige, verrückte, liebevolle und mitreissende Story werden! Die Angst darf mit, aber weißt Du was? Ihr wird immer langweiliger werden, sie wird beleidigt sein und Du wirst immer häufiger mal hinterher feststellen, dass Du zu viel Spaß hattest, um auf die Angst zu achten… (Ja, in diesen Momenten wirst Du sie sofort wieder fühlen, aber hej- so what?)

Und noch ein Satz, den Du nicht hören willst, aber der mir manches Mal geholfen hat:

Wir sterben. Alle. An irgendeinem Tag werden wir sterben.

Sollten wir davor nicht dieses Leben, dieses Geschenk, diese Möglichkeiten, die wir haben voll ausschöpfen? Sind wir es nicht all denen schuldig, die es nicht können, uns so richtig hineinzustürzen? Lass Dich endlich mit jeder Faser aufs Leben ein, Du bist so viel mehr, als Deine Angst!

Und nie vergessen:

Was, wenn es gut wird, Liebes?

Love & light, CHRIS



Noch mehr Anregungen kannst Du übrigens in meinem Buch „Du bist so viel mehr als Deine Angst“ nachlesen.

Schonungslos offen, immer mit einer Prise Galgenhumor, beschreibe ich meinen Weg aus dem Teufelskreis Angst & Panik und behandele das Thema genau so, wie es ist: emotional.


CHRIS GUST: Du bist so viel mehr als Deine Angst
© Chris Gust


 Das Buch enthält Informationen und Übungen um die eigene Lebensqualität Stück für Stück zurück zu bekommen, endlich wieder Spaß am Leben zu haben und sich selbst annehmen zu können. Werke von Prominenten aus der Bilderserie „colours of SOUL of colours“, die im wahrsten Sinne des Wortes „Gesicht zeigen“ um in der Gesellschaft etwas an der Tabuisierung dieses Themas zu verändern sowie liebevolle Reminder regen zum Nachdenken an und erinnern immer wieder an das Wesentliche, was wir so oft übersehen. 

 

Im Buch vertraue ich dem Leser meine ganz persönliche Geschichte an, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass manchmal noch mehr dazu gehört als „nur“ eine Umprogrammierung der Gedanken in positive Richtungen: dass man eventuell genau da hinsehen muss, wo man es so gar nicht möchte um die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen und zu verstehen.

Das Buch richtet sich an Betroffene, indirekt Betroffene (Familie, Partner und Freunde) sowie hoffentlich ganz viele Neugierige, die offen genug sind, sich damit zu beschäftigen.

 

Bitte unterstützt Euren Buchhändler vor Ort. Think global, buy local.

ISBN 978-3-95949-317-8

MAIN-Verlag Edition Antheum spirit




CHRIS GUST

 künstlerin   |   autorin   |   mutmacherin   |   vollherzmama   |   querdenkerin   |   mensch

  

Chris Gust
© Sebastian Fuchs
Aufgewachsen in einer niedersächsischen Kleinstadt zog es CHRIS GUST schon immer nach Hamburg, der Heimatstadt ihrer Eltern. Sie sieht Hamburg mit allen kulturellen Möglichkeiten und dem ganz besonderen hanseatischen Charme, der meist alles andere als "steif" ist, als "ihre" Stadt an und lebte einige Jahre mittendrin.

Mittlerweile lebt und arbeitet sie im nördlichen Speckmantel von Hamburg, weil sie die Natur und Ruhe zum Atmen und Arbeiten ebenso braucht, wie die Möglichkeiten in und die Nähe zur Stadt. Inzwischen mit tiefem Vertrauen darauf, dass sich im Leben alles fügt, plant und organisiert sie hier alles rund um ihr großes Ziel: Niemand soll sich mehr schämen müssen, wenn er an einer Angststörung leidet.



Websites von Chris Gust: www.chris-heart.de  |  www.mutruf.de


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