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Chiron, der Schlüssel zur (Selbst)Heilung - Kosmische Reise durchs Sonnensystem, Teil 9


von Tina Peel

1977 wurde ein seltsames Gebilde aus Gestein und Eis entdeckt, das unscheinbar zwischen Uranus und Saturn hin und her pendelt. Auch wenn es nicht wirklich ein Planet ist, eher ein Planetoid, könnte es sich trotzdem lohnen, einen Zwischenstopp einzulegen und es genauer zu betrachten, zumal wir ja sowieso gerade in der Gegend sind. Seit unserem Besuch auf Uranus sind wir offen für Exotisches und Befremdliches, es inspiriert uns. Und Chiron, von seinem Entdecker Kowal benannt nach einem der Zentauren, dem besten und weisesten, ist inspirierend, so unscheinbar er auf den ersten Blick auch erscheinen mag.

Chirons Aufenthalt in den Sternzeichen variiert aufgrund seiner Pendelbewegung von gut einem Jahr bis zu sieben oder mehr Jahren, in gut fünfzig Jahren schafft er es immerhin einmal um die Sonne. Seine Entdeckungszeit ist geprägt von unlustigen, ja sogar schmerzhaften Themen, wie der Ölkrise, Umweltverschmutzung, die Frage nach der Endlichkeit unserer Ressourcen, Themen, deren Lösung viel Innovationsgeist (Uranus) verlangen. Die astrologische Zuordnung zur Jungfrau, welcher Mutter Erde und die Versorgung ihrer Kinder am Herzen liegt, ist naheliegend. Auch das mit der Unscheinbarkeit geht in ihre Richtung. Chiron löst somit die Doppelrolle Merkurs als Herrscher von Zwillingen und Jungfrau ab. Er scheint aufgrund seiner Geschichte auch viel besser geeignet als Luftikus Merkur.


Chiron, der Schlüssel zur (Selbst)Heilung - Kosmische Reise durchs Sonnensystem, Teil 9
© Free-Photos/pixabay


Instinkt und Vernunft

Chirons mythologische Zeugung geht zurück auf eine Vergewaltigung. Mit Kronos (Saturn) gingen im wahrsten Sinn des Wortes die Pferde durch. Philyra, die Nymphe, der er nachstellte, flüchtete in Pferdegestalt, worauf Kronos sich ebenfalls in ein Pferd verwandelte, um sie zu erwischen, was ihm auch gelang. Das Ergebnis: Chiron, halb Mensch, halb Pferd. Auch bei uns klinkt sich der Verstand manchmal aus, wenn mit uns die Pferde durchgehen. Die Triebe gewinnen die Oberhand und das gibt meistens ein böses Erwachen. Doch das Beispiel Chirons zeigt, dass wir danach nicht das Handtuch werfen, sondern aus Schaden klug werden und Wiedergutmachung leisten sollen.

Chiron soll von Natur aus gütig und sanft gewesen sein, im Gegensatz zu anderen Zentauren, die wild und triebhaft waren. Das war sicher auch der Schulung seiner Adoptiveltern Apollon und Artemis (Sonne und Mond = Verstand und Gefühl, Vernunft und Instinkt) geschuldet. Sie fanden den von seiner Mutter Philyra nach der Geburt ausgesetzten kleinen Zentauren und zogen ihn auf. Laut der Mythologie wurde er später unabsichtlich von einem vergifteten Pfeil seines Freundes Herkules verwundet, während dieser gegen die wilden Zentauren kämpfte. Die Wunde konnte nicht heilen und Chiron als Unsterblicher nicht sterben – eine Zwickmühle der Sonderklasse. Da verwundert es nicht, dass sich bei ihm fortan alles um Heilung drehte. Er fühlte sich aus gegebenem Anlass zum Arzt und Heiler berufen, wie auch zum Schamanen, der ebenso geistige Wunden pflegt. Ein Gesunder käme kaum auf die Idee, sich damit zu befassen. Auch das spricht für die Zuordnung zur Jungfrau.


Chiron, der „Heiler“

In den 70er Jahren begann man sich nicht nur mit Maßnahmen zur Behebung der eingangs erwähnten globalen Missständen zu befassen, sondern ebenfalls für Hintergründe von Symptomen und Krankheiten, für Prävention und Gesundheitsvorsorge. Auch hier hielt das Thema Selbstverantwortung Einzug. Wir begannen die Beipackzettel (die waren vorher nur für Ärzte bestimmt) selbst zu lesen, Arzt oder Apotheker nach Nebenwirkungen von Medikamenten zu fragen, alternative Heilmethoden wie Handauflegen (Touch for Health) war in aller Munde.

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Chiron, der Heiler
© verophotoart/unsplash

Chiron ist also Arzt und Heiler, aber was tut eigentlich ein Heiler? Er analysiert die Lage, beobachtet und sondiert, was nicht funktioniert, woran es fehlt, findet den fehlenden Stoff oder das fehlende Teil. Er deckt Fehlverhalten auf – im Leben – oder fehlende Stoffe im Körper, wie auch Stoffe, die schädlich sind. Damit gibt er uns den Schlüssel zur Heilung in die Hand, verwenden muss ihn jeder selbst. Das Verhalten muss korrigiert werden, fehlende Stoffe zugeführt usw. Erhalten der Körper bzw. Mutter Erde, was sie brauchen, machen sie ihr Ding und gesunden. Heilung bedeutet also Unterstützung und Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Die Fähigkeit zur Reparatur ist ein Instinkt und gehört zur Grundausstattung jedes Körpers, er ist darauf programmiert und macht sein Ding so oder so. Doch wir können ihm im Weg stehen, ihn behindern oder eben unterstützen. Instinkte sind also, gepaart mit Verstand, durchaus nützlich und sollten nicht verteufelt werden.


Tina Peel: Auf zu den Sternen!: Eine astrologische Planetenreise
Tina Peel (Autor)
Auf zu den Sternen!

Eine astrologische Planetenreise
Das Buch basiert auf einer Artikelreihe für Allgeiers Sternbild Magazin, die mit großem Interesse verfolgt wurde. Es ist, als würden wir tatsächlich zu den Sternen reisen, sie erforschen, erleben und dabei auf witzig weise Art Hintergründe und Zusammenhänge zwischen den Planeten am Himmel und der Symbolik in unserem Horoskop entdecken.
Diese ziemlich humorvolle und eindrückliche Reise beginnt bei der Sonne, führt zum Mond und danach zu den Planeten in der Reihenfolge, wie sie am Himmel stehen, bis zum äußersten Rande des Sonnensystems. Auf dem Reiseprogramm stehen auch Chiron und Isis. Das Sahnehäubchen zum Schluss ist ein gewagter Abstecher zu Lilith, die zwar ein sensitiver Punkt der Mondumlaufbahn ist und kein Planet. Doch da unsere Reise sowieso auch in feinstofflichere Gefilde vordringt, können wir sogar dort Fuß fassen und das Thema von einer Seite kennenlernen, die Sinn macht und einfach und stimmig ist in der Deutung.
Das Buch ist für astrologisch Bewanderte wie für Laien gleichermaßen spannend, erhellend, interessant und leicht verständlich.


Chiron im Horoskop

Chiron markiert einen wunden Punkt. Dort fehlt uns etwas oder haben wir ein „Fehlverhalten“, machen also unwissentlich etwas falsch oder denken wir falsch – oder beides. Je nach Stellung im Horoskop liegt der Punkt im Körperlichen, im Seelischen oder Geistigen. Sich diesem zu stellen, tut weh, wie das Aufstechen eines Eiterherdes. Doch ignorieren ist keine Option. Die Wunde will uns etwas bewusst machen und ein Verhalten ändern, der Schmerz hat eine Signalfunktion. Hinschauen ist Pflicht. Für die Analyse ist es nötig, mit Abstand, neutral und unpersönlich (wie Uranus) hinzuschauen, nicht nur hier, sondern überhaupt, wenn irgendetwas „schmerzt“. Der Körper produziert nichts einfach so aus dem Nichts heraus, es gibt immer eine plausible Erklärung, eine Ursache, die Chiron auch findet. Sein Spezialgebiet: Die Nadel im Heuhaufen, der winzige Schlüssel zur Unpässlichkeit mit womöglich großer Wirkung. Wir brauchen auch nicht weit zu suchen, im Problem ist die Lösung bereits enthalten. Chiron ist somit gleichzeitig die Wunde, das Symptom und der Schlüssel zur Heilung.

Es bedarf ebenso der Disziplin, Geduld und Ausdauer Saturns, damit die Selbstheilungskräfte des Körpers wirken und wir unser Verhalten ändern können. Das dauert manchmal etwas. Deshalb ist eine Instantheilung (z.B. mit Antibiotika, die ja nicht wirklich heilen) nicht ideal, weil zwar Symptome sofort verschwinden, aber die Ursache selten beseitigt wird.


Chiron im Horoskop
© StockSnap/pixabay

Dass es Wunden und Verletzungen gibt im Leben, ist klar. So ist das Leben, und der Körper ist nicht unverwundbar. Nicht immer haben wir sie selbst verursacht. Doch durch Krankheit und Schmerz, ob körperlich, seelisch oder geistig, findet immer eine Vergeistigung statt. Während wir nach Ursprung, Heilung, Verbesserung und Erlösung suchen, finden wir allerlei Hilfreiches und Nützliches, das schlussendlich nicht nur uns dient, sondern auch anderen. Wir finden oft gerade dadurch Erfüllung im Leben, ja sogar unsere Berufung. So wie Chiron, der dank seiner Verletzung zum begabten Heiler wurde und die daraus gewonnen Erfahrungen weitertrug. Er war das Ergebnis einer Vergewaltigung und bewirkte dann so viel Gutes. Dabei hätte er ja auch einfach wütend sein können, auf Kronos, auf Herkules, und verbittert und ungenießbar werden. Doch sein Motto lautet: „Shit happens, mach was draus!“.

Die Selbstheilungskräfte des Körpers sind zwar erstaunlich und enorm, doch manchmal sieht Heilung auch anders aus als man denkt. Ist der Schaden am Körper zu groß oder die Regenerationsfähigkeit am Ende, bedeutet der Tod Erlösung und Heilung zugleich. Auch das muss akzeptiert werden. Erlösung fand auch Chiron, als er seine Unsterblichkeit für Prometheus opferte, was beide von ihren Qualen erlöste. Chiron wurde zum Dank für sein Opfer als allererstes Sternbild an den Himmel versetzt, wo er eine andere Form von Unsterblichkeit erlangte, eine geistige. Er hatte das Körperliche, Saturnische integriert und dadurch überwunden, und inspiriert uns nun von einer geistigen, feinstofflichen Ebene aus. Dann sind sind wir ja jetzt bereit, in Neptuns unfassbare Welt einzutauchen.


Tina Peel: Astrologische Symbolik: Ein Schlüssel zum Leben
Tina Peel (Autor)
Astrologische Symbolik

Ein Schlüssel zum Leben
Dieses Buch ist eine poetische Reise ins eigene Innere, unabhängig davon, ob man an Astrologie glaubt oder nicht. Es richtet sich an alle, die nach den größeren Zusammenhängen des Lebens suchen und Hintergründe verstehen wollen, ebenso wie an Astrologen und Astrologinnen, die ihre Einsichten in die astrologischen Zusammenhänge vertiefen wollen. Es macht sie mit Hilfe der Astrologie sichtbar - und dieses Sichtbarmachen antwortet auf die uralte Frage nach dem Woher und Wohin allen Lebens.
Denn, bei genauer Betrachtung geht zwar jeder seinen eigenen Weg, entwickelt sich auf seine ganz persönliche Weise, und doch machen wir alle die gleiche Entwicklung durch. Wir sind folglich nicht allein mit dem, woran wir knabbern.
Ziemlich sicher bewirkt es beim Leser jedoch das eine oder andere Aha-Erlebnis und ist somit im wahrsten Sinne des Wortes ein Schlüssel zum Leben.


Tina Peel über Tina Peel

Tina Peel Horoskope
© www.astro-lebensberatung.ch
Offiziell seit 1989 (inoffiziell um einiges länger) inspiriere ich Leute beruflich auf ihrem Entwicklungsweg in Form von Kursen, Beratungen, Büchern und Artikeln, sei es astrologisch, spirituell, philosophisch oder was auch immer nötig ist, um sie zu mehr Lebensfreude und Freiheit, zur persönlichen Entfaltung, oder auch nur einen Schritt näher zu sich selbst zu bringen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man das Licht manchmal aus den Augen verliert, nicht selten auch das eigene unter den Scheffel stellt und es ein wenig Hilfe zur Selbsthilfe braucht, um es im Dunkeln wiederzufinden. Würden wir es nicht ab und zu aus den Augen verlieren, gäbe es auch keine Entwicklung. Wir hätten keinen Grund, uns auf die Suche nach Lösungen, Auflösung von Leid und Schmerz zu machen.

Da uns Krisen und Probleme glücklicherweise nie ausgehen, finden wir es immer wieder und jedes Mal strahlt es noch ein wenig heller. Je mehr Einblick wir ins Leben erhalten, je bewusster wir werden, umso weniger be- und verurteilen wir, was wir erleben und umso beglückender empfinden wir unser Dasein!

Ich bin Mutter zweier erwachsener Kinder, zum zweiten Mal und mit Vergnügen verheiratet und trotz, oder gerade wegen, der alltäglichen Turbulenzen ständig unterwegs zu neuen Einsichten und Erkenntnissen, Ansichten und Aussichten, was nicht nur mein persönliches Leben bereichert, sondern auch in meine Arbeit als Autorin, Ratgeber-Kolumnistin, Lebensberaterin und Astrologin einfließt.

Mehr von und über Tina Peel finden Sie unter: www.astro-lebensberatung.ch
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