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Wenn Frauen sich Geschichten erzählen


Tausend Mal berührt, tausendmal ist nichts passiert
Tausend und eine Nacht und es hat Zoom gemacht

von Birgit Faschinger-Reitsam


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Und als wir den schaurigen Ort verließen, habe ich mein Handy aus der Tasche geholt und die Skulptur fotografiert. Die bronzene Abbildung eines erbarmungswürden Geschöpfes in Fußfesseln. Zuvor im Museum wurde uns eindrücklich vor Augen geführt, wie zur Zeit der Hexenverfolgung die peinliche Befragung durchgeführt wurde. Ich erinnere mich auch noch, dass wir danach ins Café gingen...

Ich war nicht berührt. Habe nichts an mich rangelassen. Vorbei und vergessen – aller Museumspädagogik zum Trotz.

Aber dieser Tage, unvorbereitet, jedoch mit offenem Herzen im Kreise von Frauen hat es mich gepackt. Mit solcher Gewalt gepackt, dass ich nicht nur den ganzen Schmerz meines Herzens in einen Artikel über die Auswirkung der Hexenverfolgung auf uns Frauen bis zum heutigen Tag fließen ließ, sondern mir jetzt auch Gedanken über die Macht des Erzählens durch den Kopf gingen.

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© StockSnap/pixabay


Heilkundige auf der ganzen Welt, so wurde mir gesagt, sind davon überzeugt, dass das Erzählen von Geschichten, neben dem Singen, Tanzen und dem Eintauchen in die Stille eines der vier universellen Heilmittel ist, die wie Balsam auf unsere Seelen wirken.  
Heilen kann nur, was unmittelbar tief empfunden wird. Und das bewirkt eine gute Geschichte.
Hast du dich nicht schon oft selbst gefragt, warum du angesichts mancher himmelsschreienden Ungerechtigkeit kalt bleibst? Warum uns auch die tiefe Trauer der Betroffenen unberührt lässt?

In arabischen Ländern helfen sich die Frauen beim Trauern durch Klagen. Jammern ist dort nicht verpönt wie hierzuort, sondern ist ein alchemistischer Prozess, der Seelenpein transformieren kann. Und das vermögen auch Geschichten, wenn sie gut erzählt werden.
Geschichten erzählen ist eine Kulturtechnik. Und ein Handwerk.

Wer nicht nur Gehör finden, sondern sein Publikum aufrütteln will, kann nur erzählen, wovon man selbst tief bewegt wurde. Erzählen ist eine Obsession, eine Aufgabe, eine Berufung.  
Dabei geht es nicht, wie wir vielleicht denken mögen, um Geschichten. Es geht um die Beziehung zum Publikum. Erst durch die Ohren und Herzen der Zuhörer werden Geschichten lebendig. Dabei entstehen im Kopf der Lauschenden ganz eigene Bilder, sie werden so Mitgestalter und Teil der Geschichte.

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Und anders als bei Freundinnen, die sich beim Kaffee einender erzählen, kann sich der Zauber erst entfalten, wenn die Erzählerin die Gratwanderung beherrscht, die Geschichte rein zu halten von eigener Meinung und dennoch ihre gesamte Persönlichkeit hindurchschimmern lässt. Dazu gehört Mut.
Geschichten sind Spiegel und die große Kunst beim Erzählen liegt darin, den Spiegel rein zu halten.

www.draufgaengerin.de/der-weibliche-weg



Birgit Faschinger-Reitsam
© Christine Wawra - www.christine-wawra.de
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Ich liebe Herausforderungen

Das Thema Füße lässt mich nicht mehr los. Es ist so überaus wichtig, dass wir unsere Wurzeln pflegen! Ich bin offen für ungewöhnliche Vorgehensweisen und vertraue auf meine Anders-artigkeit, mit der ich bisher immer erfolgreich war.


Außerdem bringe ich etwas mit:


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