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Falsche Freundin, geliebte Feindin - von Spiegelschwestern und Trigger-Freundinnen



von Silke Gengenbach

Ärger mit anderen Frauen, Freundinnen, sogar? Konflikte können auch eine Chance sein; nicht immer für die Freundschaft, aber auf jeden Fall für die Selbstliebe und den Selbstwert.

Verletzungen tun dann höllisch weh, wenn der Finger in die tiefste Wunde gelegt wird und wir uns von uns selbst meilenweit entfernt haben.

Was zeigt uns die Freundschaft wirklich, die in Schieflage geraten ist? Was dürfen wir reflektieren, wenn wir uns belastet, übergangen, schlecht behandelt, verletzt fühlen?

Wir dürfen uns vor allem eine Frage stellen:


Wie gut steht es um die Beziehung zu mir selbst?

Freundschaften unterstützen uns, auch dann, wenn sie unangenehm, schal und schmerzhaft werden, da sie uns zeigen können wie es um unseren Selbstwert, unsere Treue, dem Commitment uns selbst gegenüber steht.

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Falsche Freundin, geliebte Feindin - von Spiegelschwestern und Trigger-Freundinnen
© Rachel Claire/pexels.com

Wir dürfen immer wieder reflektieren, uns fragen:

Wie gut sorge ich für meine Bedürfnisse, nehme diese wahr, bin mir gegenüber aufmerksam, verständnisvoll, unterstützend?

Kurzum: Bin ich mir selbst gegenüber eine Freundin oder lasse ich nur anderen zuteil werden, was ich mir sehnsüchtig und meistens vergeblich wünsche?

In jeder Beziehung kommt man an einen Punkt, da kann selbst die längste Freundschaft und die schönsten, wertvollsten, gemeinsamen Erlebnisse, die Unzufriedenheit mit der heutigen Beziehung aufwiegen.

Eine Freundin ist eine Schwester, mit ihr zu brechen, ist hart und schmerzhaft. Man könnte eine Freundschaft, in der man seltener Kontakt hat, ausschleichen lassen, ohne Farbe bekennen zu müssen. Das ist zugegeben feige und kann man so überhaupt Verletzungen vermeiden?

Die Begründung, man hätte sich nur auseinander entwickelt, ist zu einfach, denn es ist ein Leidensweg, eine Freundschaft in Frage zu stellen.

An Toleranz fehlt es nicht, denn in den Jahren schätzt man auch die unterschiedlichen Interessen der Freundinnen, die Pausen und das Wiedersehen, sich Austauschen können.



Freundinnen teilen das Leid und die Freude

Freundinnen teilen das Leid und die Freude, man überwindet Entfernungen und Pausen in der Beziehung.

Es ist doch ein Graus, Abhängigkeiten zu leben, in denen man sich ständig melden, Interesse zeigen, sich der Freundschaft versichern oder gar schuldig fühlen muss, wenn man zu einem Treffen nicht kommen kann.

Die Freundschaft kränkelt also nicht immer durch die unterschiedlichen Interessen und Erfahrungen oder durch wenig Zeit füreinander, es sei denn, die andere hat so gut wie nie Zeit und Interesse. Es gibt Freundinnen, die sehen sich äußerst selten, können sich aber sofort aufeinander einlassen und verbringen ihre Zeit, so als hätte es nie eine räumliche oder zeitliche Trennung gegeben.

In anderen, schal werdenden Freundschaften gibt es kaum noch neuen oder wechselseitigen Austausch, obwohl man sich häufig sieht, aber dann diese Momente, vielmehr die andere nicht mehr wertschätzt.

Eine Freundschaft nimmt dann Schaden, wenn die Beziehung nicht mehr wirklich freundschaftlich, gleichwertig, aufmerksam und liebevoll ist.

Wann wurde die Freundin so missgünstig, desinteressiert, so gemein in ihren spitzen Bemerkungen? Wann nimmt sie sich selbst wichtiger, dass ich keinen Platz mehr habe? Seit wann ist sie so oberflächlich, egoistisch, narzisstisch oder so unzufrieden? Seit wann lässt sie ihre Themen an mir aus? Und warum lasse ich es mir gefallen?

Meistens macht man sich mehr Gedanken über die Freundin. Schließlich ist sie unsere Spiegel-Schwester.


Freundinnen teilen das Leid und die Freude
© KoolShooters/pexels.com


Vielleicht hatten sich negative Tendenzen in dieser Freundschaft über die Jahre verstärkt. Und vielleicht hatten sich auch die Rollen, die jede einnahm, verfestigt in die Gebende und die Nehmende, in die Aktive und die Passive.

Hinzu kommt, dass unsere Rollen im Leben oft so fordernd und engmaschig sind als Berufstätige, Mutter, Ehefrau,Tochter, dass wir in unseren Freundschaften auch dieses eine Gesicht, unsere Hauptthemen zeigen, um die wir kreisen. Waren wir früher abenteuerlustiger, freier, entspannter, sorgloser, energiegeladener, kreativer, können wir diese Energie kaum noch spüren und müssen uns arrangieren. Wie weit wir uns dabei von uns selbst entfernt haben, zeigen uns dann besonders unsere Freundinnen. Sie können uns liebevoll darauf aufmerksam machen oder unbewusst und auf die harte Tour. Doch zunächst wissen wir nicht wie groß unsere Aufopferung ist für ein Leben, von dem wir denken, dass es uns (oder andere) glücklich machen soll.

Wir merken zunächst nicht wie groß unser Mangel wird bis sich die andere ungeniert alles gönnt, nimmt und bekommt (auch von uns), was wir eigentlich bräuchten. Unsere Freundin triggert uns enorm!

Ich hätte auch gerne so viel Aufmerksamkeit, Zuwendung, Wertschätzung, Freiheit, gesunden Egoismus, Selbstbewusstsein, Liebe, Freude und noch vieles mehr, denken wir früher oder später.


Silke Gengenbach - Wilde Weiblichkeit: Lebendig, sinnlich, frei: Wege in ein neues Körper- und Lebensgefühl
Silke Gengenbach (Autor)
Wilde Weiblichkeit
Lebendig, sinnlich, frei: Wege in ein neues Körper- und Lebensgefühl
Ganz Frau sein, im Hier und Jetzt – Female Empowerment in bewegten Zeiten: Viele Frauen sehnen sich danach, sich selbst mutiger, stimmiger und erfüllender zum Ausdruck zu bringen. Sie suchen eine tiefere Verbindung zur natürlichen Weisheit ihrer Weiblichkeit und zu ihrem Körper. Doch im Alltag geht dieses Bedürfnis oft unter, und manchmal auch verloren.

Die Kundaliniyoga-Lehrerin Silke Gengenbach eröffnet entspannte, inspirierende und sinnliche Wege, damit wir unsere weibliche Kraft und unseren natürlichen Flow mit Freude zurückerobern und wieder in unser Leben integrieren können.

Egal ob positives Selbstbild, Intuition, Körperbewusstsein oder erfüllende Sexualität – hier lernen Frauen sich und ihre innersten Lebens- und Kreativkräfte ganz neu kennen und schätzen.

Warum ist die Weiblichkeit wild, fragst du dich womöglich. Ist sie nicht sanft, zart und weich? Doch, das ist sie. Und gleichzeitig ist sie von unglaublich zäher und ausdauernder Kraft.

Unsere Weiblichkeit braucht ihre wilde Seite, um in ihre Kraft zu kommen und heilend zu wirken. Sie braucht ihre Wildheit, um sich selbst immer wieder zu befreien von Begrenzungen.

Wir leben in einer fordernden Zeit, die nach Balance sucht und in der die weiblichen Qualitäten mehr an Bedeutung gewinnen und nach Ausdruck verlangen. Wir haben als Frauen eine starke Anbindung an die weibliche kreative Urkraft, und es ist nicht schwer, uns diesen Zugang zu erschließen.

Doch diese Kraft ist uns fremd geworden, wir nehmen sie kaum noch wahr. Sie zu spüren, ihre unendlich große Vielschichtigkeit zu nutzen und auszuleben, trauen wir uns noch nicht so ganz zu. Was uns daran hindert, ist nur die Angst vor unserem eigenen Licht, das wir viel zu lange schon unter den Scheffel gestellt haben.

Werde weich, fließe mit und tu, was dir gefällt. Das sind die Türöffner für deine weibliche Energie und dein Potenzial. Wozu hast du Lust? Was ist deine Sehnsucht?

Eine mitreißende Liebeserklärung an das Frausein und ein leidenschaftliches Plädoyer für ein neues weibliches Selbstverständnis.





Wenn wir ganz ehrlich und authentisch wären

Wenn wir ganz ehrlich und authentisch wären, dann könnten wir der Freundin sagen, worum wir sie ein wenig beneiden oder was uns stört, wo wir im Defizit sind.

Die Frage, um die es letztendlich geht, ist:

Geht es mir in dieser Freundschaft noch gut?

Und warum geht es mir nicht mehr gut?

Mit meiner Reflexion komme ich auf den Weg zur Selbstliebe.

Im Grunde haben wir mit unseren Freundinnen, auch den toxischen, gute Möglichkeiten, uns selbst wieder zu entdecken und neu auszurichten.

Was hat mir an meiner Freundin gefallen?

Es lohnt sich, das aufzuschreiben, denn es zeigt uns unsere Qualitäten, die wir genauso haben, die aber womöglich für uns unsichtbar sind, verschüttet wurden.


Wenn wir ganz ehrlich und authentisch wären
© LinkedIn Sales Navigator/pexels.com


Viele Frauen meinen, sie sind nicht so selbstbewusst, zielstrebig, unabhängig, mutig, schön, weiblich, stark wie die Freundin und betrachten sich dabei durch ein kleines Schlüsselloch ihrer engmaschigen Prägungen. Wir betrachten uns durch einen Filter, schauen unbarmherzig auf bestimmte Bereiche unseres Lebens, unseres Körpers.



Könnten wir uns selbst mit den Augen einer Freundin betrachten!

Wenn wir weiterhin unsere Bedürfnisse, Sehnsüchte und Qualitäten, die gelebt werden wollen, unterdrücken, diese aber von der Freundin vor unseren Augen ausgelebt werden, wird es schmerzhaft. Ganz besonders, wenn diese ihre Bedürfnisse rücksichtslos auslebt. Die Freundschaft gerät in toxische Schieflage.

Irgendwann bekam die Freundin einfach immer mehr. Mehr Aufmerksamkeit, mehr Zuwendung, einfach mehr, während man selbst immer belasteter, erschöpfter wurde.

Alles beginnt in uns selbst, der Frieden, die Freude, der Neuanfang, das Erfüllt und Glücklich sein.

Wir können eine positive Veränderung dann herbeiführen, wenn wir bei uns selbst beginnen und uns selbst das geben, was wir wirklich brauchen. Wir wissen es doch auch am besten, oder?

Bist du erst einmal mit deiner Aufmerksamkeit ganz bei dir, spürst du genau, was dir gut tut und was dir schadet. Du aktivierst so deine Kräfte, wirst selbstbewusster und das erleichtert eine positive Veränderung.

Selbstakzeptanz, Selbstheilung, Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein… alles fängt bei dir an. Es ist für dich dann normal und „gesund“, auch Erschöpfung, Überlastung zu spüren, dich dafür nicht zu verurteilen, nicht etwas anderes zu wollen und zu müssen, dir Pausen zu gönnen, Nein zu sagen, toxische Menschen und Situationen zu meiden und all das zu verstärken, was dich lebendig werden lässt.

Und was unsere Freundschaften angeht: Wenn wir mehr zu denen werden, die wir wirklich sind, sind wir nicht nur glücklicher, sondern kommen auch mit echten Freunde zusammen.




Silke Gengenbach

Silke Gengenbach
© Silke Gengenbach
Silke Gengenbach ist  Autorin von "Wilde Weiblichkeit. Lebendig, sinnlich, frei."
Yoga-Meditation-Frauenbegleitung Soziologin und Mutter von drei Kindern.

Silke Gengenbach eröffnet Frauen entspannte, inspirierende und sinnliche Wege, ihre weibliche Kraft und ihren natürlichen Flow mit Freude wieder zu entdecken und in ihr Leben integrieren zu können. In ihrem Buch „Wilde Weiblichkeit“, im Yoga, Frauenkreisen und Workshops erinnert sie an die ungezähmte, weibliche Natur in all ihren vielfältigen und liebenswerten Facetten.

www.wilde-weiblichkeit.net



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