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Lässigkeit - Warum sie dich satt und glücklich macht


von Birgit Faschinger-Reitsam

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In meinen 20igern war die Zeit der lila Latzhosen und darunter „Mein-Bauch-gehört-mir!!!“
Ich trug tagsüber Jeans und Turnschuhe und abends war ich Bauchtänzerin.
Zehn Jahre später trug ich Businesskostümchen, Aktenköfferchen und hohe Hacken – und abends lag ich total erschöpft auf dem Sofa in Jeans und Socken.Jetzt bin ich nicht mehr jung. Das heißt, biologisch schon, sonst würde ich nicht viermal die Woche in meine hohen Tangoschuhe schlüpfen und auf dem Parkett die Zeit vergessen.

Aber weißt du was? Wenn ich mal gerade nicht tanze, schaue ich mich um. Und da gibt es Erstaunliches zu entdecken:


Zwei Welten

Die ganz jungen Frauen so um die 25, mit ihren Stilettos und supermini Röcken: bleiben meist sitzen. Sprich – sie werden nicht aufgefordert. Daneben sind die eher unscheinbaren Frauen. Manche würden sie als adrett bezeichnen. Und sie tanzen und tanzen… und gehen beseelt nach Hause.

Ich schaue den Paaren auf die Füße. Die jungen Tänzerinnen haben eine atemberaubende Beintechnik – die erfahreneren sind – räusper, lasziv langsam.

Ich schaue auf die Umarmung: ist da eine Verbindung? Überträgt sich die Energie der beiden? Wie begrüßen sie sich? Wie lösen sie die Umarmung wieder auf? Da kann unglaublich viel Genuss dabei sein – oder nur Mittel zum Zweck.

Ich schaue ihnen ins Gesicht. Die Männer konzentriert, die Frauen in ihren Armen kucken ob jemand kuckt und vergleichen sich mit anderen – ODER sie tanzen mit geschlossenen Augen und verzückter Mine.

Tango 9
© OneEighteen/flickr

Ich finde das so spannend und mache mir meine Gedanken. Unerfahrene Frauen entschuldigen sich, wenn sie etwas nicht kapieren und sich „vertanzen“, die gefragten Tänzerinnen lächeln oder machen etwas daraus.

Lässigkeit kannst du nicht üben. Da kannst du nur hineinwachsen

Mit dem Alter kommt die Langsamkeit. Bitte nicht verwechseln mit Schwerfälligkeit. Mich hat das damals schon so beeindruckt, als ich die berühmtesten Bauchtänzerinnen beobachtete. Sie waren in ihren 60igern. Und hatten eine Lässigkeit und einen Blick, unnachahmlich. Das kannst du nicht üben. Da kannst du nur hineinwachsen.


Lässigkeit heißt nicht Nachlässigkeit


Lässigkeit bedeutet eben nicht, uns einfach gehen zu lassen. Das Alter aus Ausrede zu benutzen. Ein Mantra einschleichen lassen à la: „Mir schaut ja doch keiner mehr nach!“ oder sich auszuruhen: „Ich brauche das nicht, ich hab einen Mann…“ In diesem Zusammenhang höre ich immer wieder: „Wozu Dessous – die sieht doch eh niemand“. Oder was ich auch beobachte: mit zunehmendem Interesse an Spiritualität nimmt das Interesse an der äußeren Erscheinung ab.

Das ist eine Sache von Haltung, Respekt und Wertschätzung – Uns selbst gegenüber. In erster Linie.

Eine gewisse Haltung! Körperlich und mental. Eine Haltung, die deine Lebenserfahrung, Kompetenz und Liebe ausstrahlt.


Ohne Lässigkeit verhungerst du



Tango 12
© OneEighteen/flickr

Ich glaube, Lässigkeit hat sehr viel mit Loslassen zu tun. Zum Beispiel den Wunsch nach dem ewigen perfekt sein wollen. Dahin kommen wir nach vielen Jahren, in denen wir es anderen recht machen wollten. Um gelobt zu werden. Um ein Lächeln zu ernten. Bis wir irgendwann resigniert erkennen, dass das Lächeln denen geschenkt wird, die sich nicht abmühen. Und bis wir endlich kapieren, dass wir uns ein Lächeln selbst schenken müssen und dürfen, weil – ja weil wir sonst – emotional – verhungern.


Lässigkeit heißt zulassen


Es ist so einfach und doch so schwer. Zulassen was ist. Dich – so wie du bist zulassen. Meinetwegen auch zuzumuten. Auf jeden Fall nicht zurückhalten.

Wir haben unglaublich viel Zeit vertrödelt mit Schauen, wie die anderen es machen. Damit haben wir unsere Achse, unser Gleichgewicht verloren. Immer wieder. Ha – auf hohen Schuhen kommt das gar nicht gut. Unser Körper spiegelt das auf wunderbare, ehrliche Weise wider.


Lässigkeit heißt, dir selbst die Erlaubnis zu geben


Lisa has tango shoes
© borderlys/flickr
Überlege bei einem gemütliche Cappuccino, was du dir so alles versagst. Was du gerne in Angriff nehmen würdest, das aber von einem „ja – mach nur“ deines Partners, deiner Kinder, Chef & Co. abhängig machst.
Ist es die Reise nach Indien, der Yogakurs, das High Heel-Training, das Wochenende mit deinen Freundinnen, eine Fortbildung…?

Und was ist mit den kleinen Dingen? Einmal nicht Kochen sondern Picknick im Rosengarten. Gemütlich die Füße hochlegen und ein spannendes Buch lesen statt zu putzen. Raus an die Sonne statt drinnen die Zeit absitzen.

Es ist immer wieder spannend zu beobachten: Wenn du dir selbst die Erlaubnis gibst, kommt sie auch von außen.

Übrigens: im Bestseller: „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ habe ich genau darüber gelesen.

Wenn du dir selbst die Erlaubnis gibst, kommt sie auch von außen


Ab einem gewissen Alter stehen wir über vielen Dingen



 
Wir gehen magischen Zeiten entgegen


Jedes Lebensalter einer Frau hat seinen ganz besonderen Wert und seine besondere Magie. Ich kann immer wieder einen natürlicher Übergang vom oberflächlichen Glanz der jungen Jahre zu einem tiefen Strahlen des Alters spüren und beobachten. Diese Entwicklung ist unvermeidlich und jeder Frau zu eigen.

Die Kunst dabei ist es, sich dieses Prozesses bewusst zu werden und ihn für die Bereicherung des eigenen Lebens zu nutzen, anstatt sich von falschen Gesellschaftsbildern und konstruierten Modetrends frustrieren zu lassen.

Lässigkeit lässt der inneren Schönheit Raum – absichtslos zu SEIN



Birgit Faschinger-Reitsam über Birgit Faschinger-Reitsam

Ich liebe Herausforderungen


Das Thema Füße lässt mich nicht mehr los. Es ist so überaus wichtig, dass wir unsere Wurzeln pflegen! Ich bin offen für ungewöhnliche Vorgehensweisen und vertraue auf meine Anders-artigkeit, mit der ich  bisher immer erfolgreich war.






Außerdem bringe ich etwas mit:


 
Du bekommst bei mir wertvolle Tipps und Anleitungen, die ich selbst ausprobiert habe:

http://www.draufgaengerin.de/laessigkeit/
 

...keineswegs nur für Tänzerinnen interessant:

Birgit Faschinger-Reitsam: Wenn Tango Leiden schaf(f)t: Mit glücklichen Füßen genussvoll tanzen
Birgit Faschinger-Reitsam
Wenn Tango Leiden schaf(f)t
Mit glücklichen Füßen genussvoll tanzen


Für genussvolles Tanzen sind gesunde Füße wichtig. Das wurde der Autorin erst klar, als sie wegen Fußproblemen mit ihrer Leidenschaft, dem Tango, pausieren musste. Der Wunsch, schnell wieder zu funktionieren, ließ sie verschiedene Methoden ausprobieren und brachte sie zu der Erkenntnis: Tun alleine, noch dazu lieblos oder routinemäßig, bringt nicht den ersehnten Erfolg.

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