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Spiritualität oder moderne Esoterik



Noch vor nicht allzulanger Zeit war es in „spirituellen Kreisen“ verpönt, wenn ein Suchender sich verschiedensten Methoden aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen bediente. Und doch scheint diese Art des inneren Weges immer häufiger aufzutreten. Nun startet die Wissenschaft eine Studie . In der  Uni Bielefeld wird sich dem Thema seriös und unvoreingenommen genähert.

 
Ja, es gibt Menschen, die ernsthaft ihren inneren Weg gehen – fernab von traditionellen, fest strukturierten spirituellen Methoden, und doch alles andere als oberflächliche Esoterik. Barbara Keller, die als Psychologin das Projekt koordiniert, vermutet, dass es in unserer Gesellschaft einen Trend zu „individueller Patchwork-Religion“ gibt. Häufiger als früher finde eine Vermischung von religiösen Anschauungen statt: „Beispielsweise kombiniert jemand sein christliches Verständnis mit Ideen wie Karma und Wiedergeburt, die sich zum Beispiel im Buddhismus finden.“


Für das Forschungsprojekt, das die Uni Bielefeld gemeinsam mit mehreren US-Universitäten plant, sollen bis 2012 rund 1400 Menschen zu ihrem Glauben befragt werden.


Interessiert? Auch Sie können an dieser Studie teilnehmen. Besuchen Sie einfach die Webseite, dort erfahren Sie alles weitere: www.uni-bielefeld.de/spiritualitaet



Spiritualität und Selbst-Werdung


Jeder Mensch durchläuft einen zweiphasigen Entwicklungsprozess, bestehend aus Ich-Werdung und Selbst-Werdung. Aus Sicht dieser Zweiteilung findet Spiritualität in der Selbst-Werdung statt.

Erleuchtung | Landschaft & Natur » Blätter & Blumen | Irene Wyrsch / pixelio
© Irene Wyrsch/PIXELIO
Spiritualität und spirituell zu leben lässt sich ausgehend von einem grundlegenden menschlichen Entwicklungskonzept her verstehen und erläutern. Ganz grob und die Realität sicherlich vereinfachend, lassen sich zwei Entwicklungsphasen und Lebensrichtungen bzw. Lebensphilosophien unterscheiden. C.G. Jung nannte sie Ich-Werdung und Selbst-Werdung. Es gibt auch andere Bezeichnungen dafür, denn dieser Unterteilung liegt das fundamentale menschliche Entwicklungsprinzip zugrunde, das viele Weise und spirituelle Lehrer schon lange vor Jung gelehrt haben. Man könnte z.B. auch von Abstieg und Aufstieg, Involution und Evolution, Verwicklung und Entwicklung sowie von Verkörperung und Vergeistigung sprechen. Spiritualität findet im jeweils letztgenannten statt, allerdings gibt es wichtige Zusammenhänge zur vorausgehenden Ich-Phase, ohne die man nicht spirituell werden kann. Spirituell leben heißt auch nicht, unentwegt zu meditieren und religiöse oder Eso-Bücher zu verschlingen. Dazu später mehr.

In der Ich-Werdung baut der Mensch eine Ich-Identität und Persönlichkeit auf, Spiritualität spielt im Allgemeinen keine Rolle. Er nimmt soziale Rollen an und entdeckt seine individuellen Eigenschaften und Interessen, die ihn von anderen unterscheiden. Er entwickelt klare Vorstellungen vom Leben und sich selbst. Der Ich-Werdungsmensch entdeckt aber nicht nur seine individuellen Wünsche, körperlichen und emotionalen Bedürfnisse und Interessen, er versucht sie auch aktiv im Leben zu verwirklichen. Er geht wie die Märchenhelden hinaus in die Welt, um sich dort das "Seine" zu erobern. Der Ich-Mensch sucht, findet und verwirklicht seinen Platz im Leben und in der Gesellschaft, mehr oder weniger erfolgreich. Wie gut ihm das gelingt, ist für unsere Betrachtung nicht so wichtig. Entscheidend ist die persönliche Ausrichtung und die ist nicht spirituell, sondern ich-betont, denn spirituell leben fördert das Ich grundsätzlich nicht. Eine solche Ich-Phase muss nicht zwingend egoistisch-aggressiv sein, auch der Wunsch z.B. die Rolle einer Familienmutter einzunehmen, kann Teil dieser Ich-Werdungsphase sein.

Stellen Sie sich als Beispiel einen 40- oder 50-jährigen Mann vor. Auf die Frage, wer er denn sei, könnte er wie folgt antworten: "Ich bin Lehrer und Familienvater. Ich bin wie mein Vater Lehrer geworden und das verbindet uns stark. Der Beruf gibt mir die Möglichkeit, Wissen zu vermitteln und das ist es, was ich will. Ich bin in einer armen Familie aufgewachsen und genieße jetzt gemeinsam mit meiner Frau das nicht luxuriöse aber doch materiell sorgenfreie Leben. Nach zwei Scheidungen habe ich erkannt, dass die falsche Einstellung zum Geld die Liebe zerstören kann. Die Vaterrolle habe ich nur zögerlich, aber mit zunehmender Freude angenommen. Für Religion und Spiritualität habe ich nicht allzu viel übrig, ich glaube, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Meine Schwächen für Reisen und Wildtiere befriedige ich mit jährlichen Urlaubssafaries in Afrika, meist ohne Familie."
Dieser Mann weiß, wer er ist, hat eine Rolle in der Gesellschaft gefunden und hat einige seiner Ich-Wünsche erfüllt. Seine Ich-Werdung ist also erfolgt. Spiritualität oder ähnliche Themen waren bislang uninteressant, er würde sich sicher nicht als spirituell bezeichnen.

Nach der Ich-Werdung kommt nun die Phase der Selbst-Werdung, die Spiritualität in das Leben einfließen lässt und eine stärker spirituelle Lebensausrichtung mit sich bringt.
Die üblichen Werte wie Karriere, Geld, ein möglichst befriedigendes Sexualleben, harmonische Familie, Akzeptanz im Freundeskreis usw. verlieren für unseren Mann an Bedeutung. Es beginnt eine unruhige, nachdenkliche Suche nach etwas Anderem, einen höheren Lebenssinn, etwas, das über das normale und übliche Leben hinaus geht. Das bisherige Leben wird in Frage gestellt und die Interessen verschieben sich zu Gunsten von Themen, die i.w.S. spirituell, esoterisch, religiös, philosophisch oder evtl. auch psychologisch sind.



Wenn die Psyche brennt (6)1 | Freestyle | Gerd Altmann/Shapes:Graphicxtras / pixelio
© Gerd Altmann/Shapes:Graphicxtras/PIXELIO
Ausgelöst z.B. durch den Tod des Vaters und einer depressiven Phase könnte sich das Leben unseres Beispielsmannes wie folgt ändern. Er eignet sich kein konventionelles Wissen mehr an, wie bisher als intellektueller Lehrer. Er liest nun gelegentlich Bücher über Philosophie, Esoterik und Spiritualität. Eigentlich nicht religiös oder spirituell veranlagt, fragt er sich jetzt, ob und welche Art von Gott es gibt. Wann ist Religion spirituell, was genau macht sie spirituell und wie hat ihn das Christentum geprägt? Wie wurde er psychologisch geprägt durch seine Eltern, war das alles Schicksal? Gibt es Reinkarnation? Seine Freunde trifft er nur noch selten und seine Hobbies gibt er weitgehend auf. Er reist zwar noch, aber nun, um fremde Kulturen und deren Lebensphilosophie zu verstehen. Welche Arten von Liebe – karmische, spirituelle Liebe usw. – gibt es und welche verbindet ihn mit seiner Frau? Gibt es ein Leben nach dem Tod, wo ist sein Vater jetzt? All diese Fragen und Themen beschäftigen ihn jetzt und sie alle münden in Spiritualität. Jetzt beginnt er, spirituell leben zu wollen.


Esoterische Erkenntnismethoden


In erster Annäherung ist die Esoterik der Versuch des Menschen, mit dem Bauch zu denken oder mit der Seele zu erkennen. Esoteriker orientieren sich nicht am Normalverstand und an der Normalwissenschaft, die die Normalwelt bis zu den grössten Errungenschaften des menschlichen Geistes geführt hat. Der Normalverstand, der sich gerne an das irgendwie Berechenbare hält, muss einer seelennäheren, nur scheinbar viel unsicheren, für esoterisches Empfinden allein zuverlässigen Erkenntnisweise Platz machen: der Erkenntnis durch Bewusstseinswandel, der Einsicht aufhöheren oder tieferen Stufen des menschlichen Bewusstseins. Wer sein Bewusstsein verändert, findet - so die esoterische Annahme - zur geistigen Wesensschau, ins spirituelle Erfühlen.

Diese Wesensschau und dieses Erfühlen können und sollen geweckt und geübt werden. Esoterische Workshops, Reiki-Kurse, Rituale und Meditationen, die Trommeln der neuen Schamanen, die Mandalas der neuen Buddhas, die Übungen in persönlicher Trance verstehen sich als erste Schritte zu einer transrationalen Erkenntnisweise. Je intensiver die Trance oder die im Ritual erreichte Ekstase, desto offenkundiger wird auch der Bewusstseinswandel und desto überzeugender die Reise durch die innere Wirklichkeit.

Auch wiederholte Schulung , Exerzitien und intensive Rituale bringen aber viele Esoteriker nicht über ein unsicheres Erahnen oder phantasievolles Intuieren hinaus. Wie kann der Schüler auf esoterischen Erkenntniswegen erkennen, ob das, was er erschaut, in der Tat das innere Geheimnis aller Dinge oder die ewige geistige Welt ist, oder ob er nur eigenen Tagträumen nachrennt? Die Esoterik beantwortet diese Frage zumeist mit Hinweis auf das durch die Kursleiter oder Schulhäupter Erschaute. Wenn meine unsichere Erkenntnis mit dem übereinstimmt, was die Reiseleiter auf dem Weg in die innere Wirklichkeit erschauen, dann und nur dann war mein Weg ins geheimnisvolle Wesen aller Dinge nicht bloss ein Ausflug ins Reich meiner eigenen Phantasie. Mit anderen Worten: Auch wenn die Esoterik jeden Wanderer auf dem Weg in die geistige Welt auf die eigenen Füsse stellt, führen diese Wege nicht selten entweder in wahnhafte Überwirklichkeiten oder in unkritische Meisterbindung. (Wahn nennen wir Einsichten in Wirklichkeiten, die der Erkennende nur noch sich selbst vermitteln kann.)

Am Anfang war das Wort Bewußtsein | Freestyle | Gerd Altmann / pixelio
© Gerd Altmann/PIXELIO


Die speziellste  Ausprägung einfühlsamer esoterischer Erkenntnis ist das sog. Channeling. Ich lasse mich in Trance oder trancenahe Entspannung gleiten und deute dann alles, was sich als Gedanke oder Bild in mir meldet, als Eingebung aus der inneren Wirklichkeit oder der geistigen Welt. Channeling kann eine Gruppe nur dort zur spirituellen Gemeinschaft verbinden, wo solche Eingebungen kommunizierbar werden. Kommunizierbar ist aber nur das irgendwie in allen Anklingende.

Am meisten klingt in allen an, was der Meister oder die Meisterin channelt. Fast zwangsläufig werden Meister oder Meisterin zum namhaften Kanal zur geistigen Welt. In Abhängigkeiten eigener Art führt oft die esoterische Mantik (Zukunftsschau). Aus allen nur möglichen, nur scheinbar zufälligen Umständen heraus, vom Horoskop der Astrologie über die Tarotkarten bis zum Lesen der Handlinien und zu Experimenten mit dem I Ging, sucht Esoterik die Mauern zu durchbrechen, die das Kommende vom Gegenwärtigen trennen. Wer sich einmal intensivesoterischer Zukunftsschau verschrieben hat, kann oft ohne entsprechende Assistenz keine eigene Entscheidung mehr fällen.


Weniger sektennah, aber nicht weniger folgenschwer in seiner Konsequenz ist der intuitive Umgang der Esoterik mit religiösen Schriften, Lehren, Symbolen und Gestalten. Das einfühlende Erschauen erkennt überall Entsprechung, auch dort, wo der Historiker überhaupt keine Zusammenhänge zu erkennen vermag. Esoterik sieht sich als uralte Menschenweisheit, als Urreligion, verborgen in der menschlichen Seele, von offiziellen Religionen immer wieder verfolgt aber nie besiegt. Das verborgene Wissen der alten Ägypter, die Magie der Mesopotamier, die Weisheiten des Hermes Trismegistos (einer gnostischen Schriftgruppe aus hellenistisch-römischer Zeit), die Heilkünste der Schamanen, die Weisheit der Indianer, die Erleuchtungen der Yogis und der tibetischen Meister( Meditation ), die Erkenntnisse Platos und Jakob Böhmes, die Geheimnisse christlicher Mystik, das Christusverständnis des Johannesevangeliums, die Magie der Hexen, die Weisheit der Zigeuner, die Geheimnisse der Rosenkreuzer und der Freimaurer - sie alle gelten als Abschnitte in einem nie endenden Strom esoterischer Erkenntnis, einem Strom, der in unseren Tagen ins Meer der neuen, uralten Esoterik der Gegenwart fliesst.



Im Neuen Museum Berlin_2 | Kunst & Kultur | Rainer Sturm / pixelio
© Rainer Sturm/PIXELIO
Eine weniger intuitive, aber faktennähere Betrachtung der Geschichte der Esoterik setzt zu all diesen intuitiven Gleichungen ihre Fragezeichen: Die sog. Hexen die Schamanen im  Schamanismus , die Priester des alten Ägyptens würden sich wundern, wenn sie wüssten, für was alles sie heute gerade stehen müssen.

Geschichte der Esoterik

Esoterik übersieht in ihrem Geschichtsverständnis ( Kirche ) die unverwechselbaren Eigenheiten der Kulturen und der Jahrhunderte. Alles, was sich nicht in ihre Einheitsschau fügt, kann sie als äussere Wirklichkeit mühelos übersehen. Auf echte, auch den kritischen Betrachter überzeugende esoterische Tradition kann sich die Esoterik aber berufen, wenn sie auf Astrologie,Theosophie, Anthroposophie, C.G. Jung (Gesundheit ) und Osho/Bhagwan( Meditation ) verweist. Ohne Helena Blavatskys geistige Weltbetrachtung und intuitiven Synkretismus und ohne ihre aufwestliche Bedürfnisse zugeschnittene Karmalehre, ohne Rudolf Steiners Verwandlung des theosophischen Ansatzes zum abendländischen höheren Erkenntnisweg und ohne das von C.G. Jung inspirierte Verständnis der menschlichen Seele als Schatzkammer aller vergangenen Kulturen und Religionen ( Christen ) wäre moderne Esoterik nur ein hilfloser Versuch, eigene subjektive Ahnungen metaphysisch auszubeuten. Die erwähnten «Vordenkenr» geben zahllosen Esoterikerinnen und Esoterikern das vermeintliche Recht, aus der wild gärenden eigenen Phantasie heraus Ewigkeit zu destillieren. Zur Schülerschaft von Osho/Bhagwan Rajneesh gehörte einst aber ein beträchtlicher Teil der heutigen Anbieter auf dem esoterischen spirituellen Markt. Osho als der wahrscheinlich kreativste Synkretist in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts verband die Mystik aller Religionen mit Therapieformen fast jeder Schulrichtung zu Erleuchtungserfahrungen von einzigartiger Radikalität, Intensität und Meisterhörigkeit. Die Kombination von Therapie und Mystik von Osho vorgelebt - wurde zu einem eigentlichen Charaktermerkmal der modernen Esoterik.

Esoterisches Verständnis
des Menschen und der Welt

Esoterik präsentiert uns als Ergebnis ihrer geistigen Erkenntnisbemühungen eine pantheistische, animistische, magische und gnostische Welt. Diese vier Aspekte lassen sich in jeder esoterischen Weltdeutung erkennen, allerdings mit jeweils sehr unterschiedlicher Gewichtung.

Amulette | Kunst & Kultur » Glaube & Religion | derateru / pixelio
© derateru/PIXELIO
- Pantheistisch: Die Welt gleicht einem mittelalterlichen Schloss: Wer einmal den Schlüssel zum ersten Tor gefunden hat, der schreitet anschliessend fast endlos durch immer wieder neue geheimnisvolle Räume. Je dunkler diese Kammern sind ( vgl.Exerzitien) , desto deutlicher erahnen Esoteriker in ihnen die Gegenwart einer einzigen göttlichen Präsenz. In allem, was ist, ist Gott. In einem Bild aus der Blütengirlanden-Philosophie des Mahayana (Avatamsaka-Sutra) - ein Hinweis, der hie und da in der Esoterik begegnet - gleicht die Welt einer kreisrund aufgehängten Perlenkette. Injeder Perle spiegeln sich alle anderen Perlen. Alles spiegelt sich in allem. Wie oben, so unten, wie aussen, so innen. Das Geheimnis, das diese ganze äusserlich so disparate Wirklichkeit ins Eine bindet, heisst, Geist oder Kraft oder Energie oder Gott.

- Animistisch: In allem, was ist,so glauben die Menschen,  verbirgt sich ein ansprechbares, lebendiges Wesen. Sogar die Wissenschaft kann mittlerweile daran andocken.Wer nach innen schaut, beginnt mit diesen verborgenen Wesen zu kommunizieren. («Devas» heissen diese Wesen in der esoterischen Modellkommune Findhorn, «Feem», «Elfen», «Engel» heissen sie in anderen Strömungen der Esoterik). Esoteriker sprechen mit den Bäumen, die sie umarmen, mit den Kräutern, die sie in ihrem Garten begiessen, mit den Bergen, mit den heilkräftigen Steinen, mit den Gestirnen am Himmel und nicht zuletzt auch mit der Mutter Erde.

- Magisch: Warum aber sich mit den geheimnisvollen Wesen in allen Dingen nur unterhalten? Warum nicht diese Wesen sich dienstbar machen? Der Glaube an die Wirksamkeit magischer Kommunikation mit verborgenen Kräften und Wesen ist in der Esoterik grenzenlos, vor allem dort, wo Menschen vorher in der ganz an Rationalität orientierten Welt nicht die Hilfe fanden, die sie brauchten. Es geht auch um Gesundheit .Vor allem in ihren Heilkünsten ( Reiki), aber auch als Liebeszauber und Schutzzauber gegen negative Einflüsse entwickelt sich Esoterik in ihren magischen Aspekten zum einträglichen Geschäft.

- Gnostisch: Auch wenn der radikale Geist des  Dualismus der alten Gnosis zur Zeit der frühen Christen, jenseits der Kirche,  heute ungebrochen kaum mehr vertreten wird - die Schöpfung (oder besser: Die Emanation der Welt aus dem Einen, Göttlichen heraus) wird heute positiver gewertet- so erinnert Esoterik in ihrer eindeutig hierarchisch gestuften Welt( vergleiche Engel, Schamanismus ) und in ihrem Bemühen um den Aufstieg der Seele aus den Schatten des Materiellen ins lautere Licht des rein Geistigen deutlich an ein platonisches oder gnostisches Grundmuster. Diesen Aufstieg schafft die nach Vergeistigung strebende Seele nicht in einer einzigen irdischen Existenz. Aus der Theosophie übernahm die Esoterik das Bild der hierarchisch gestuften Wirklichkeit und die Überzeugung, dass jede Seele sich in zahllosen Inkarnationen stufenweise «emporläutert», bis sie eins wird mit dem reinen Geist, aus dem sie vor Urzeiten hervorgegangen ist.

Es gibt keinen größeren Fehler als haben wollen.
Laotse
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