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Auf den Spuren der Pechmarie. Vom Gefühlschaos zur Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit


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von Silke Gengenbach

Viele kennen die Geschichte vom dunklen, gierigen Wolf und seinem Gegenspieler, dem hellen Wolf, den es mit seinen liebevollen Qualitäten zu füttern gilt. Es ist die altbekannte Frage auf welche Stimme wir hören, auf die des Engelchens oder Teufelchens.


Auf den Spuren der Pechmarie. Vom Gefühlschaos zur Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit
© KoolShooters/pexels.com


Ich hatte schon immer meine Probleme mit dieser Schwarzweiss-Malerei des Lebens, das man in Gut und Böse trennt. Als Mädchen gefiel mir das Märchen von Frau Holle nicht sonderlich mit der netten, fleißigen Goldmarie, die die alles richtigmachte und der faulen Pechmarie. Pechmarie hatte ihren eigenen Kopf und ruhte sich aus, wenn ihr danach war. Warum konnten nicht beide durch den Goldbogen gehen, vereint? Waren wir denn nicht alles, Individuen und gleichzeitig Menschen mit Schwächen und Stärken, die einander brauchten, ohne sich selbst zu verlieren?

Und wenn wir auf unsere innere Stimme hörten, könnte diese uns nicht auch zu Müßiggang, gesundem Egoismus raten, danach nicht gefallen zu wollen? Gibt es in uns nicht auch einen dunklen, verborgenen Teil, der uns zuflüstert, dass wir nicht mehr kämpfen und uns anstrengen müssen, um jemand zu sein? Will uns die Pechmarie, unsere starke, verbannte Schwester nicht sagen, dass wir auf die Belohnung und Anerkennung von außen nicht unsere ganze Energie aufwenden und regelrecht verlieren sollten, sondern dass wir unseren Schatz, unsere Qualitäten schon immer in uns tragen?

Aber unsere Konditionierungen und unsere Vorstellungen von Gut und Böse, von hell und dunkel sind so stark, dass sie uns auf unserem Weg der Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit oftmals ein Bein stellen.


Unsere Vorstellungen von Gut und Böse, von hell und dunkel sind so stark, dass sie uns auf unserem Weg der Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit oftmals ein Bein stellen
© KoolShooters/pexels.com

Selbstverwirklichung braucht Ehrlichkeit, Selbstannahme. Wir dürfen und sollten uns Fragen stellen wie: Wer bin ich mit all meinen hellen und dunklen Seiten? Und wo erschaffe ich ein Bildnis, eine Illusion meiner Selbst? Wir erschaffen alle Bildnisse, Rollen, die wir füttern, die uns aber immer fremder werden bis sie kaum noch etwas mit uns zu tun haben. Wir erkennen diese Illusionen, wenn wir uns kaum noch fühlen können in diesen Rollen. Wenn wir an die Auflösung einer Illusion geraten, spüren wir Enttäuschung und eine Leere. Unser Ego will noch nicht loslassen, uns trennen, will noch immer eine Scheinwelt erschaffen, jemand sein in dieser Maskerade, Energie hineingeben von der wir merken, dass wir sie nicht mehr aufbringen können. Es ist auch unser Ego, das uns einredet, wir müssten weitermachen, Leistung erbringen, da es Gefahr läuft, sich aufzulösen. An diesem Punkt dürften wir uns endlich selbst entdecken.

Es sind nicht nur Ideale von der Goldmarie, der schönen und fleißigen, der perfekten Super-Frau oder des perfekten Mannes, des Helden, denen wir hinterherlaufen. Wir haben auch unsere negativen Bildnisse von uns, an denen wir festhalten. Auch das ist eine Illusion, das Ego, wenn ich glaube, ich sei ein Versager, ich sei nicht liebenswert, ich hätte kein Glück verdient, ich dürfe nicht an mich und meine Bedürfnisse denken, sonst sei ich das schwarze Schaf oder der schwarze Wolf und der ist bekanntlich schlecht, den will keiner.

Unsere Gesellschaft tut ihr übriges, dass wir den hellen Wolf, die Goldmarie in uns füttern und auf Hochglanz polieren, schöne Filter anwenden und uns aber immer weniger fühlen können.

Wir leben in einer goldgesprenkelten, aufregenden Scheinwelt, die wir unglaublich „nice“ finden, aber nicht fühlen. Es ist wichtig geworden, was andere über uns denken. Wir denken selbst den ganzen Tag, anstatt zu fühlen und im Moment zu sein.


Silke Gengenbach - Wilde Weiblichkeit: Lebendig, sinnlich, frei: Wege in ein neues Körper- und Lebensgefühl
Silke Gengenbach (Autor)
Wilde Weiblichkeit
Lebendig, sinnlich, frei: Wege in ein neues Körper- und Lebensgefühl
Ganz Frau sein, im Hier und Jetzt – Female Empowerment in bewegten Zeiten: Viele Frauen sehnen sich danach, sich selbst mutiger, stimmiger und erfüllender zum Ausdruck zu bringen. Sie suchen eine tiefere Verbindung zur natürlichen Weisheit ihrer Weiblichkeit und zu ihrem Körper. Doch im Alltag geht dieses Bedürfnis oft unter, und manchmal auch verloren.

Die Kundaliniyoga-Lehrerin Silke Gengenbach eröffnet entspannte, inspirierende und sinnliche Wege, damit wir unsere weibliche Kraft und unseren natürlichen Flow mit Freude zurückerobern und wieder in unser Leben integrieren können.

Egal ob positives Selbstbild, Intuition, Körperbewusstsein oder erfüllende Sexualität – hier lernen Frauen sich und ihre innersten Lebens- und Kreativkräfte ganz neu kennen und schätzen.

Warum ist die Weiblichkeit wild, fragst du dich womöglich. Ist sie nicht sanft, zart und weich? Doch, das ist sie. Und gleichzeitig ist sie von unglaublich zäher und ausdauernder Kraft.

Unsere Weiblichkeit braucht ihre wilde Seite, um in ihre Kraft zu kommen und heilend zu wirken. Sie braucht ihre Wildheit, um sich selbst immer wieder zu befreien von Begrenzungen.

Wir leben in einer fordernden Zeit, die nach Balance sucht und in der die weiblichen Qualitäten mehr an Bedeutung gewinnen und nach Ausdruck verlangen. Wir haben als Frauen eine starke Anbindung an die weibliche kreative Urkraft, und es ist nicht schwer, uns diesen Zugang zu erschließen.

Doch diese Kraft ist uns fremd geworden, wir nehmen sie kaum noch wahr. Sie zu spüren, ihre unendlich große Vielschichtigkeit zu nutzen und auszuleben, trauen wir uns noch nicht so ganz zu. Was uns daran hindert, ist nur die Angst vor unserem eigenen Licht, das wir viel zu lange schon unter den Scheffel gestellt haben.

Werde weich, fließe mit und tu, was dir gefällt. Das sind die Türöffner für deine weibliche Energie und dein Potenzial. Wozu hast du Lust? Was ist deine Sehnsucht?

Eine mitreißende Liebeserklärung an das Frausein und ein leidenschaftliches Plädoyer für ein neues weibliches Selbstverständnis.




Dass wir kaum eine Verbindung zu uns selbst herstellen können, zeigen uns unsere Verwirrung, ein Gefühlschaos oder eine innere Leere, Erschöpfung, all die negativen Gefühle, die wir nicht zulassen wollen. Dabei weisen sie uns den richtigen Weg zu uns selbst, das in allen Facetten auf uns wartet.

Wenn wir uns getrauen, ehrlich mit uns zu sein, unseren Gefühlen zärtliche Beachtung schenken, dann erfahren wir uns als starke, tiefgründige, vielschichtige Persönlichkeit.



Negative Gefühle sind nicht immer schlecht. Negative Erfahrungen sind es ebenso wenig. Alles gibt dir die Erkenntnis, wer du bist. Und du bist liebenswert und besonders! All deine Gefühle dienen deiner Selbsterkenntnis. Durch sie kannst du zu dir selbst zurückfinden.

Lass alle Gefühle zu. Verurteile dich nicht. Sei sanft mit dir. Tauche tief atmend in deine Emotionen hinein wie in großes Meer, das dich empfängt.

Atme tief ein, spüre die Weite, die entsteht, spüre wie du dich auffüllen lässt vom Atem.

Lass mit dem Ausatmen den Druck los, der auf dir lastet, werde weich.

Atme tief in den Bauch, deine Bauchdecke hebt sich und du atmest noch weiter ein bis sich dein Brustkorb dehnt. Stell dir vor wie in dir, in deinem Herzen wieder Weite entsteht.

Atme in diesen Herzraum hinein und lade deine Gefühle mit ein. Hab keine Angst vor deinen eigenen Gefühlen. Deine Gefühle sind nicht deine Feinde. Sie sind deine Wegbegleitet, sie sind das Wasser, das dich zu dir selbst tragen kann.

Hab keine Angst vor deinen eigenen Gefühlen
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Wenn du erkennst, was du durch deine Gefühle über dich lernen, verarbeiten, loslassen und forcieren kannst, wirst du unabhängig und selbstbewusst. Deine Emotionen können dir zeigen, wo du dich selbst verloren und deine Macht abgegeben hast. Wo wolltest du etwas sein, hast dich verausgabt, ohne zu merken, dass du das, wonach du im Aussen gesucht hast, schon immer warst. Dein Ego hat versucht, die Kontrolle zu übernehmen. Das passiert uns allen. Wir merken dann womöglich, dass uns die Energie, der Sinn verlorengehen. Manchmal wissen wir nicht, was wir wirklich wollen und das macht uns unruhig.

Wir haben nicht gelernt, uns auszuruhen, abzuwarten, dem Leben zu vertrauen und dann mutig, den eigenen Weg zu gehen. Wir haben verlernt auf unsere innere Stimme zu hören, die uns mahnt, uns nicht zu kleinzumachen, nicht weiterzumachen, wo wir uns schlecht und wertlos fühlen, aber für das, was uns wirklich am Herzen liegt, alles zu geben.

Deine Gefühle zeigen dir, was dich wirklich glücklich macht und wie du leben möchtest. Niemand kann dich manipulieren, wenn du etwas anders empfindest. Du wirst wissen, was dich glücklich macht, wohin dein Herz dich führt, wenn du ihm Zeit und Raum gibst.

Und dein Herz wird immer mit dir als Gesamtpaket, mit all deinen Anteilen, mit deinen Stärken und Schwächen durchs Leben gehen wollen. Dein Herz wird die Verbindung zu allem wollen und den Weg finden, die Kontrolle, den Schmerz, die Angst, das Getrenntsein loszulassen. Dieser Weg ist zurück in deine Kraft und zurück ins Leben.



Silke Gengenbach

Silke Gengenbach
© Silke Gengenbach
Silke Gengenbach ist  Autorin von "Wilde Weiblichkeit. Lebendig, sinnlich, frei."
Yoga-Meditation-Frauenbegleitung Soziologin und Mutter von drei Kindern.

Silke Gengenbach eröffnet Frauen entspannte, inspirierende und sinnliche Wege, ihre weibliche Kraft und ihren natürlichen Flow mit Freude wieder zu entdecken und in ihr Leben integrieren zu können. In ihrem Buch „Wilde Weiblichkeit“, im Yoga, Frauenkreisen und Workshops erinnert sie an die ungezähmte, weibliche Natur in all ihren vielfältigen und liebenswerten Facetten.

www.wilde-weiblichkeit.net
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