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Gewechselt, gewachsen und gewünscht. Die Wechseljahre und die Reife feiern!


von Silke Gengenbach

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Die Wechseljahre hatten bisher kein gutes Image und gefeiert wurde die Menopause nicht. Warum eigentlich nicht?

Frauen und Mädchen entwickeln in den letzten Jahrzehnten ein liebevolleres Körper- und Selbstwertgefühl und lernen auch ihr Frausein, ihre Monatsblutung, ihre Emotionen in neuem Licht kennen und schätzen. Doch was ist mit den Frauen, die in die Wechseljahre kommen, wie stehen sie zu ihrem sich verändernden Körper, ihren Gefühlen?

Jetzt verabschiedet sich die Blutung und es wird nicht mit Freude gewürdigt, dass man sich auf eine besondere Zeit einstellen darf, in der die eigenen Bedürfnisse, die Wünsche und auch die Grenzen klarer und stärker in den Vordergrund rücken können.


Gewechselt, gewachsen und gewünscht. Die Wechseljahre und die Reife feiern!
© www.silke-gengenbach.de


“Jetzt bin ich an der Reihe!”, darf eine wichtige Botschaft der Wechseljahre sein.

Zu sehr sind wir Frauen allerdings noch gewöhnt, an einem extrem fordernden Alltag unentwegt teilzunehmen, zu “funktionieren”, uns zwischen Beruf, Familie, Selbstverwirklichung und einem Platz im Leben abzustrampeln, perfekt zu glänzen und nicht wegen der Menstruation oder Frauen”geschichten” kürzer treten oder gar ausfallen zu müssen.

Die Energie und die Lust lassen igendwann deutlich nach, sich weiterhin über alle Maßen anzustrengen, besonders wenn andere die Lorbeeren ernten oder es sich zu gemütlich machen. Wie viel Zeit bleibt noch und ist es sinnvoll zu schweigen, zu diskutieren, sich anzupassen und darauf zu warten, dass man uns einen Platz zuweist oder Anerkennung zollt? Inzwischen sollten wir uns fragen wie wir wirklich leben wollen und wohin genau unsere Energie fließen darf. Worauf habe ich Lust, so sollte die Frage lauten?



Das Schöne ist: die Kraft lässt nach, aber es ist immer genug Energie da für das, was uns Freude macht und am Herzen liegt!

Das Alter schützt uns allerdings nicht davor, altbekannte Fehler zu wiederholen oder gar nicht erst zu bemerken, wenn wir noch immer auf der Überholspur des Lebens und im Jugendwahn mithalten wollen. Entschleunigung und Reflexion sind angesagt.

Wenn wir verstehen, dass längst vergangene, toxische Glaubenssätze und Verhaltensmuster noch immer in uns wirken, können wir eine positive Veränderung und harmonische Lebenswirklichkeit anstreben - allerdings sollten wir bei uns selbst anfangen.

In einer oberflächlichen, unreifen, leistungsbereiten und zwanghaft aktiven Gesellschaft dachte man mit Grauen an eine Zeit, in der man nicht mehr so konnte wie man wollte. Bloß nicht alt werden, nachlassen und auf dem Abstellgleis stehen. Funktionieren zu müssen, dieser Glaubenssatz hat sich in die Köpfe, in die Gene vieler Generationen, die ums Überleben kämpfen mussten, eingebrannt. Es ist mehr als ein Glaubenssatz, es ist ein Trauma, das jetzt Heilung finden darf. Besonder der Archetyp der weisen Alten darf uns an die Heilerin in uns erinnern. Sie darf uns immer wieder an die Hand nehmen und zu uns selbst führen.


Wir werden alle älter. Wir dürfen älter werden.

Wir dürfen sichtbar und fühlbar älter werden, uns darf die Kraft fehlen, über die wir zuvor im Überfluss - leider oftmals sinnfrei - verfügen konnten. Jetzt können wir nicht mehr so viel und ausdauernd arbeiten, feiern, essen, körperlich fit und straff sein, wir müssen uns schon gut überlegen, was wir tun wollen, wie lange und vor allem mit wem! Unsere Energie und unser Leben sind kostbar geworden.

Wir werden alle älter. Wir dürfen älter werden
© www.silke-gengenbach.de

Die Haut wird trockener, spröder, aber unser Agreement, das immer nur den anderen zugutekommt, auch!

Endlich ist aus unserem Leben ein Wunschkonzert geworden, denn viel zu lange haben wir nach anderen Noten, auf anderen Instrumenten gespielt, sind aus dem Takt gekommen, in den Orchestergraben gestürzt und haben immer wieder neu angefangen. Wie oft kann ich noch ganz neu anfangen, frägt man sich mit über 50 und entschließt sich nicht selten zu einem Lebensentwurf, der endlich richtig passt. Auf einmal können wir all unseren Mut, die zum Teil schmerzhaften Erfahrungen, unsere Energie bündeln, konsequent den eigenen Weg gehen und auch ankommen. Wenn das nicht gefeiert werden darf!

Und inzwischen fragen sich auch jüngere Menschen, wozu der ganze Stress, die Jagd nach Erfolg und Anerkennung, nach ewiger Jugend und Attraktivität, nach Energie und Leistungsfähigkeit. Das Gesellschaftssystem mit seinem “Schneller-höher-weiter-Prinzip” hat ein Problem mit nachlassender Energie und Ressourcen und entpuppt sich als gierig, ausbeuterisch, lieblos und destruktiv. Es ist an jedem einzelnen von uns zu erkennen inwieweit dieses zerstörische Prinzip noch in uns wirkt und sein Unwesen treibt.

Sobald ich beginne, auf meine Bedürfnisse, meine Pausen und meinen Rückzug zu achten, Wertschätzung, Dankbarkeit mir selbst gegenüber zu entwicklen, laufe ich nicht mehr so leicht Gefahr, mich und andere manipulieren und ausnutzen zu lassen und ein Leben zu führen, das ich nicht will und das mich krank macht.

Die Wechseljahre sind der Beginn einer wundervollen Zeit der Selbstliebe und Selbsterkenntnis, wenn wir verstehen, dass es unnötig wird, den anderen noch gefallen zu wollen. Die Wechseljahre sind die Chance der Opferrolle zu entwachsen und endlich den Platz der Meisterin des eigenen Lebens einzunehmen.

Wir müssen zwar körperlich einen, eher zwei Gänge runterschalten, kommen ins Schwitzen, nehmen an Gewicht und Falten zu, hier und da wird es holprig, aber innerlich laufen wir zu Höchstform auf!


Wechseljahre Teil II

Der Wechsel zu mir selbst.
Jetzt beginnt eine Zeit, in der ich alles darf und nichts mehr muss!

Auch ich komme in die Wechseljahre, wahrscheinlich bin ich schon mittendrin. Ich freue mich natürlich weniger über meine Gewichtszunahme aber ich lege an Weisheit und Gelassenheit zu! Ich freue mich über fast alles, über jeden kleinen Moment, den ich mit vollen Zügen genieße. Ich habe das Genießen gelernt!

Wenn ich an die Vergangenheit denke, dann sehe ich zunächst all die vielen, anstrengenden Rollen, in die ich geschlüpft bin, mich reingepresst habe, all die perfekten, anerkannten, glatten Formen, denen ich versucht habe zu entsprechen und aus denen ich endlich rausgewachsen bin. Ich habe sie gewechselt und bin ganz ich selbst! Ich bin echt. So echt wie das Leben selbst.


Wechseljahre Teil II
© RODNAE Productions/pexels.de


Das ständige “müssen” darf ich mit “dürfen” ersetzen. Ich darf auch im erholsamen Hier und Jetzt sein. Ich bin meistens ganz bei mir. Wenn ich etwas nicht tue, geht die Welt nicht mehr unter und es brennt nicht mehr an allen Ecken. Ich muss nicht mehr so viel Verantwortung tragen, die Kinder werden selbstständiger und ich freue mich darüber. Die Kinder kennen “uber” und “lieferando”. Ich genieße die Freiheit so viel bei mir und mit mir sein zu dürfen. Ich muss mir keine Gedanken mehr über eine Schwangerschaft machen und kann die Sexualtität entspannt, sanfter und freier genießen. Ich kann mich zeitlich treiben lassen und muss nicht Angst haben, dass meine Kinder mich augenblicklich brauchen oder dass ich mit meinem gesunden Egoismus, ich nenne es Selbstliebe, anderen auf die Füße trete. Sollte ich das tun, habe ich meine Gründe oder ich kann es leichter nehmen. Ich verstehe mehr und mehr, die Probleme, die Dramen und Themen bei den anderen zu lassen. Ich bin nicht für deren Leben verantwortlich. Ich kann kleine Impulse setzen, meine Meinung sagen oder es lassen, ich muss niemanden retten, belehren, bekehren, nähren. Ich muss nicht gebraucht werden.

Ich werde so frei. Ich bin anders frei als mit 20, 25 Jahren. Denn jetzt bin ich unabhängig, selbstbestimmt, innerlich stark und gleichzeitig sanft. Kann man das verstehen? Meine Erfahrungen haben mich mitfühlend, verständnisvoll gemacht. Das Leben kann hart sein.

Ich habe Höhen und Tiefen erlebt, ich kenne die Zyklen, die Prozesse, bin durch sie hindurchgegangen und gehe noch immer. Ich bin stolz und dankbar, wenn ich zurückblicke. Ich erkenne viel schneller, wenn etwas nicht mehr zu mir passt und kann leichter immer wieder zu mir selbst finden.


Silke Gengenbach - Wilde Weiblichkeit: Lebendig, sinnlich, frei: Wege in ein neues Körper- und Lebensgefühl
Silke Gengenbach (Autor)
Wilde Weiblichkeit
Lebendig, sinnlich, frei: Wege in ein neues Körper- und Lebensgefühl
Ganz Frau sein, im Hier und Jetzt – Female Empowerment in bewegten Zeiten: Viele Frauen sehnen sich danach, sich selbst mutiger, stimmiger und erfüllender zum Ausdruck zu bringen. Sie suchen eine tiefere Verbindung zur natürlichen Weisheit ihrer Weiblichkeit und zu ihrem Körper. Doch im Alltag geht dieses Bedürfnis oft unter, und manchmal auch verloren.

Die Kundaliniyoga-Lehrerin Silke Gengenbach eröffnet entspannte, inspirierende und sinnliche Wege, damit wir unsere weibliche Kraft und unseren natürlichen Flow mit Freude zurückerobern und wieder in unser Leben integrieren können.

Egal ob positives Selbstbild, Intuition, Körperbewusstsein oder erfüllende Sexualität – hier lernen Frauen sich und ihre innersten Lebens- und Kreativkräfte ganz neu kennen und schätzen.

Warum ist die Weiblichkeit wild, fragst du dich womöglich. Ist sie nicht sanft, zart und weich? Doch, das ist sie. Und gleichzeitig ist sie von unglaublich zäher und ausdauernder Kraft.

Unsere Weiblichkeit braucht ihre wilde Seite, um in ihre Kraft zu kommen und heilend zu wirken. Sie braucht ihre Wildheit, um sich selbst immer wieder zu befreien von Begrenzungen.

Wir leben in einer fordernden Zeit, die nach Balance sucht und in der die weiblichen Qualitäten mehr an Bedeutung gewinnen und nach Ausdruck verlangen. Wir haben als Frauen eine starke Anbindung an die weibliche kreative Urkraft, und es ist nicht schwer, uns diesen Zugang zu erschließen.

Doch diese Kraft ist uns fremd geworden, wir nehmen sie kaum noch wahr. Sie zu spüren, ihre unendlich große Vielschichtigkeit zu nutzen und auszuleben, trauen wir uns noch nicht so ganz zu. Was uns daran hindert, ist nur die Angst vor unserem eigenen Licht, das wir viel zu lange schon unter den Scheffel gestellt haben.

Werde weich, fließe mit und tu, was dir gefällt. Das sind die Türöffner für deine weibliche Energie und dein Potenzial. Wozu hast du Lust? Was ist deine Sehnsucht?

Eine mitreißende Liebeserklärung an das Frausein und ein leidenschaftliches Plädoyer für ein neues weibliches Selbstverständnis.


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Der Wechsel zu mir fällt mir leicht.

Was habe ich mich früher in Situationen hingekniet mit aller Kraft, manchmal habe ich mich regelrecht verbissen oder ich habe mich in eine Ecke gedrängt gefühlt, aus der ich mich nur kämpfend befreiend konnte. Hinterher ist man schlauer, weiser. Aber auch aus Liebe habe ich viel hingenommen und ertragen. Es hat sich gelohnt.

Es ist mir wichtig geworden, mein Leben so einzurichten, dass ich meinem langsameren, lebensnäheren Tempo folgen kann und dass das, was ich tue für mich Sinn ergibt. Ich weiß, dass ich so gesund bleibe.


Ich weiß endlich wer ich bin.

Durch die Werbung und jetzt vorallem durch die Social Media werden diese künstlichen, dauergrinsenden Rollen zu den nächsten Korsetts, in denen die Frauen kaum atmen, sich spüren oder reflektieren können. Sie verwenden Filter und merken nicht, dass auch sie die Welt durch einen Filter wahrnehmen; begrenzt, unfrei, unecht. Je älter ich werde, desto klarer und weiter kann ich mein Bild von der Welt und damit von mir selbst ausdehnen.

Hätte ich ein Bild, ein Krafttier für die Wechseljahre, dann wäre es der Schmetterling. Ich hoffe, ich werde uralt und sehr runzelig, damit mein Gesicht von meinen Tiefen erzählen kann und meine Augen noch von meiner Lebensfreude funkeln wie kleine Leuchtfeuer in der Nacht. Ich bin aus dem alten Kokon geschlüpft und flatter langsam zwar, aber völlig frei und leicht dorthin, wo es mir gefällt und gut tut.

Ich weiß endlich wer ich bin
© Adrianna Calvo/pexels.de

Ich muss keine falsche Rücksicht nehmen und anderen noch gefallen wollen. Ich kann gelassen hinnehmen, dass andere eben nicht mit mir einer Meinung sind. Auch sie haben diese Freiheit.


Wenn mir doch mein sehr dicker Geduldsfaden reißen sollte, bräuchte ich kein Blatt mehr vor den Mund nehmen, denn ich weiß inzwischen vieles besser

Ich könnte auch eine alte Kröte sein. Fände ich etwas daneben, könnte ich unanständig meine Backen aufblasen oder etwas mürrisches von mir geben. Herrlich. Oder wäre es dämlich? Tja, der alte patriarchale Machtanspruch, der alles Weibliche denunzierte, verdrehte, unterdrückte, hängt uns auch noch im Sprachgebrauch nach. Spätestens mit den Wechseljahren können wir die Alte, die Hexe in uns nicht mehr im Zaum halten. Dieser heilsame, kraftvolle Archetyp will nicht nur zyklisch wirken oder wenn uns bewusst wird, dass wir mit unserer Güte und Weisheit alle Veränderungen meistern können. Die Weise will ihren Platz einnehmen, Seite an Seite mit allen anderen.

Wir können ihre Präsenz spüren und ihr mehr und mehr Raum geben. Ich muss nicht mehr das Mädchen sein, um Spaß zu haben oder die Mutter, die Managerin, die Amazone, die Neues anfängt, sich beweisen will, Siege und Niederlagen erringt. Ich muss nicht die Königin sein, die diplomatisch für das Wohl aller sorgt. Ich darf jetzt alles und ich darf alles sein!


Silke Gengenbach

Silke Gengenbach - Portrait
© Silke Gengenbach
Kundaliniyoga-Lehrerin, Autorin, Soziologin und Mutter von drei Kindern.

Silke Gengenbach eröffnet Frauen entspannte, inspirierende und sinnliche Wege, ihre weibliche Kraft und ihren natürlichen Flow mit Freude wieder zu entdecken und in ihr Leben integrieren zu können. In ihrem Buch „Wilde Weiblichkeit“, im Yoga, Frauenkreisen und Workshops erinnert sie an die ungezähmte, weibliche Natur in all ihren vielfältigen und liebenswerten Facetten.

www.wilde-weiblichkeit.net

www.silke-gengenbach.de




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