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Interview mit Dr.Patrick Broome: Wie starke Männer zum Yoga finden


Die Höhen und die Tiefen des Lebens – Patrick Broome, der Yogalehrer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat sie am eigenen Leib erfahren. Nach einer turbulenten Jugend, Depressionen, einer Essstörung und einem schweren Unfall kommt es bei ihm zur Wende und mit der Yogapraxis gelingt es ihm endlich, bei sich selbst anzukommen. Doch dann folgt der nächste Schock: Kurz vor der Geburt seines Sohnes erhält er eine niederschmetterndem Krebsdiagnose. Statt zu resignieren, schöpft er aus der Yogapraxis Kraft, lernt umzudenken, sich einzulassen und mutig zu sein.

Wie starke Männer zum Yoga fanden


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Wie Spiritualität zu einem Schlüssel für ein neues Leben werden kann, zeigt Patrick Broome in seinem neuen Buch "Spirituelle Krieger" anhand seiner eigenen Biografie und den spannenden Lebenswegen von Oliver Bierhoff, Dieter Gurkasch, Carsten Ehrhardt, Bobby Dekeyser, Volker Mehl, Jochen Schweizer, André Daiyû Steiner, Jörg Buneru und Krishnataki... . Ihnen allen ist gemein, dass sie sich von schwierigen Situationen nicht haben unterkriegen lassen, sondern sich mutig ihrem Leben gestellt haben.

Dr. Patrick Broome im LEBE-LIEBE-LACHE Interview mit Annette Maria Böhm



Patrick Broome
© www.patrickbroome.de
LEBE-LIEBE-LACHE: Patrick, wie erklärst Du Dir, dass viele westliche Männer immer noch eine gewisse Scheu vor Yoga haben?

PATRICK BROOME:
Weil es die meisten von uns immer noch für „Mädchengymnastik“ und somit für total uncool halten.

Fast jeder von uns hatte doch vor so ungefähr 20 Jahre eine „Esoteriktante“ in der Familie, die zum Yogakurs in die Volkshochschule gegangen ist.



Und das war für uns wahrscheinlich damals das Unmännlichste der Welt überhaupt.
Heute gibt es zum Glück immer mehr männliche Rollenvorbilder und mehr und mehr Männer strömen in unsere Klassen in München.

LEBE-LIEBE-LACHE: Was können spirituelle Krieger besser?

PATRICK BROOME:
... wieder Aufstehen, wenn es sie mal wieder so richtig „auf die Fresse“ haut.

Und um das Ganze anschaulicher zu machen, berichten in meinem neuen Buch Männer, die sich kompromisslos auf die Achterbahn des Lebens eingelassen haben, über ihre individuellen und subjektiven Erlebnisse und Erfahrungen. Ihre Biografien zeigen, dass Krisen echte Wendepunkte sein können. Alle wurden wir bereits früh und heftig vom Leben ergriffen und durchgeschüttelt. Deshalb dieses Buch für und über echte „Helden“, die die ausgetretenen Pfade verlassen und die Werkzeuge des Yoga und der damit verbundenen Achtsamkeit auf individuelle Weise einsetzen, um ihr Leben jenseits vorgefertigter Meinungen, Kodizes und Erwartungen anzupacken und zu meistern. Männer, die in einer spirituellen Praxis ihren Weg gefunden haben, mit den eigenen Ängsten und Unsicherheiten umzugehen und dabei offen für die Erfahrungen – die eigentlichen Geschenke des Lebens –blieben. Männer, die sich bewusst entschieden haben, am Leben zu wachsen, statt daran zu verzweifeln. Eines möchte ich hier noch klarstellen: Zum Heiligen ist keiner von uns geworden. Wir wurden eher vom Leben geschliffen, dadurch vielleicht etwas kantiger, durch den Druck stabiler, im Alltag beständiger – und möglicherweise in der „Handhabung“ etwas individueller. Im besten Sinne jedoch heiler, klarer und ehrlicher im Umgang mit uns selbst und hoffentlich mit unseren Lieben

LEBE-LIEBE-LACHE: Der Pfad des Yoga verlief für Dich, wie Du sagst, über sehr steinige Schotterpisten. Wann trat in Deinem Leben die entscheidende Wende ein?

PATRICK BROOME:
Ich hab echt eine ganze Menge Mist in meinem Leben erlebt (Trennungen, Umzüge, Einsamkeit, Essstörung, Unfälle, Pleite, Krebs, Scheidung) und gleichzeitig hat mich das Leben so unglaublich reich beschenkt. Und so war das bei mir schon immer. Eine echte Achterbahnfahrt. Ich kann nicht sagen, dass es einen bestimmten Wendepunkt gab, aber als ich während meinem Psychologie-Studium erstmals auf Yoga und Meditation stieß, hat sich sicherlich einiges in eine richtig gute Richtung bewegt. Was ich definitiv sagen kann, ist, dass Yoga nicht nur ein seit Jahrtausenden nachhaltig wirkungsvolles Instrument ist, sondern mir täglich seit etwa 20 Jahren hilft mich immer wieder aufs Neue gelassen und heil zu erleben.

LEBE-LIEBE-LACHE:
Du trainierst das DFB Team seit 2006 im Yoga. Waren eigentlich alle Spieler davon gleich begeistert? Erinnerst Du Dich an die Anfänge?

PATRICK BROOME:
Klar kann ich mich erinnern. Und ich bin so unglaublich dankbar für diese Zeit und all die unfassbar schönen und bewegenden Momente. Natürlich waren und sind von Anfang an die Reaktionen sehr geteilt. Einige waren begeistert, andere konnten und können gar nichts damit anfangen. Mittlerweile ist Yoga jetzt seit acht Jahren ein fester Bestandteil im Trainingsplan der Deutschen Fußball Nationalmannschaft. Anfangs auch zwischen den Turnieren. Seit etwa vier Jahren offiziell nur noch während der großen Turniere (EM und WM). Für eine Reihe der Spieler ist Yoga in ihren Vereinen und auch privat mittlerweile ein- bis zweimal wöchentlich selbstverständlich. Der Kontakt wurde damals von Oliver Bierhoff initiiert. Er hat mich vor etwas über acht Jahren gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, ein Yogakonzept für Fußballprofis zu konzipieren und hatte dann den Mut, mich tatsächlich ins Trainingslager einzuladen und mit den Spielern arbeiten zu lassen. Da wir Yoga beim DFB immer nur freiwillig anbieten, müssen gar nicht alle mitmachen. Es gibt natürlich Spieler, die gar nicht gerne dehnen und dann natürlich auch nicht kommen.


Patrick Broome

Patrick Broome:
Ich habe und hatte noch nie ein Motto.

Patrick Broome:
Eine Liebeserklärung an meine Freudin Ranja in der Jubiläumsausgabe von Yoga Aktuell.

Patrick Broome:
Über meinen fünfjährigen Sohn Jimmy.
Patrick Broome - Portrait


LEBE-LIEBE-LACHE: Warum tut Yoga Männern besonders gut?

PATRICK BROOME:
Im Leben eines jeden Mannes gibt es immer wieder Phasen, die uns (über-)fordern und manchmal sogar aus der Spur werfen. Und jeder geht anders mit diesen Rückschlägen um: Die einen fällt die Axt des Schicksalsschlags, die anderen bleiben stehen wie Eichen im Sturm. Psychologen bezeichnen das Phänomen der psychischen Widerstandskraft als Resilienz. Wer seine psychischen Ressourcen gut zu nutzen weiß, kommt besser mit den unvermeidlichen Rückschlägen zurecht. Im Hinblick auf diese psychische Widerstandskraft spielt die sogenannte Emotionssteuerung eine Schlüsselrolle. Im Idealfall finden Männer in Form der spirituellen Praxis die Ruhe und den Raum zur Innenschau und Selbstreflexion, schaffen es, sich einen sicheren Erfahrungsraum zu erschließen, wo sie „unter die Oberfläche“ tauchen können. Hier ist es möglich, sich jenseits des Wettbewerbs, der Beobachtung – und vor allem der Bewertung von außen – zu spüren und zu erleben. Man(n) kann sagen: Wer mit den eigenen Gefühlen sinnvoll umgehen kann, den werfen Rückschläge auch nicht so schnell aus der Bahn. Schwierigkeiten können also dann bewältigt werden, wenn man(n) die eigenen Gefühle gut wahrnimmt und die entsprechenden Konsequenzen daraus zieht. Gerade wir Männer können durch Achtsamkeitstechniken lernen, handlungsorientiertes Denken auch in einer Situation des Misserfolgs aufrechtzuerhalten, und verfügen mit den Yogahaltungen gleichzeitig über ein perfektes Ventil, um die im Körper gestaute Anspannung abzulassen.

Klar, machen fast alle Männer Sport, aber Yoga ist einfach etwas ganz anderes.Trotz der vielen Gemeinsamkeiten zwischen Yoga uns Sport unterscheidet sich Yoga von herkömmlichem Spiel und Sport deutlich. Leistungs- und Konkurrenzdenken haben hier keinen Platz! Der Körper wird nicht ausgepowert, Kräfte nicht verschlissen, sondern Energie und Kraft wird aufgebaut. Die Atmung ist zentraler Bestandteil jeder Übung und wird geschmeidiger und ruhiger. Es gibt kein Herzrasen, keine Schweißausbrüche und keine Erschöpfungszustände. Am Ende einer Yogastunde stellt sich Zufriedenheit und nicht Müdigkeit ein. Das körperliche und seelische Wohlbefinden steht im Mittelpunkt. In Abgrenzung zum Fitnesstraining bietet Yoga einen idealen Ausgleich nach einem anstrengenden Arbeitstag.


Ganesh
© www.patrickbroome.de
LEBE-LIEBE-LACHE: Magst Du mit unseren Leserinnen und Lesern eine Deiner favorisierten Übungen teilen? Eine, die sich als besonders alltags- und entspanungstauglich erwiesen hat ?

PATRICK BROOME:
Da muss ich natürlich auf die Kundalini Meditation nach Osho verweisen. Es gibt dabei nichts zu tun, als den ganzen Körper zu schütteln und damit physische und emotionale Spannungen aufzulösen. Physiologisch betrachtet kommt es beim Schütteln zunächst zu einer erhöhten Durchblutung und Herzfrequenz, dann zu einem Abfall des Blutdrucks mit niedrigerer Herzfrequenz, Muskelentspannung, einer Verstärkung der Alpha- und Theta-Gehirnwellen sowie einer gesteigerten Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit. Tatsächlich beginnt das gesamte Energiefeld zu vibrieren. Und wenn wir zulassen, uns wieder mit unserer Energie zu verbinden, dann kann echte Heilung bzw. Transformation geschehen.


LEBE-LIEBE-LACHE: Woran glaubst Du ?

PATRICK BROOME:
Ich bin überzeugt, dass es den richtigen Yoga für jeden Körpertypen und jedes Alter gibt. Yoga kann also unabhängig von körperlicher Fitness geübt werden. Alles was es braucht, ist Offenheit und Flexibilität im Kopf. Der Weg des Yoga und seine heilende Kraft beginnt mit der Verbindung von Körper und Atem und ist darüber hinaus die unmittelbare Teilnahme am Wunder des Lebens. Die Wirkung einer bewusst verlängerten Ein- und Ausatmung ist mit nichts anderem zu vergleichen: Die Körperhaltung (Asana) entsteht aus dem Atem. Der Verstand verbindet sich mit dem gesamten Körper und wird so ruhiger und klarer. Der Stress fällt ab, und die Energie kann wieder fließen. Die Bewegung führt dazu, dass die Lebensenergie – Prana – durch das gesamte System bewegt wird und ein tiefes Wohlgefühl entsteht. Dadurch gewinnt der Körper an Stärke und Flexibilität, die Körperhaltung verbessert sich, und eine tiefe Atmung ist möglich. Ziel ist dabei nicht mehr die Meisterung einer körperlichen Haltung, sondern das tolle Gefühl, das durch die körperliche Haltung erzeugt wird. Die Übungsreihen und Körperhaltungen helfen, Spannungen abzubauen. Und wenn wir durch unseren Körper die Verbindung zur Erde spüren, gewinnen wir Zuversicht, Gelassenheit und innere Ruhe. Wir erleben und erfahren, dass nicht nur unsere einzelnen Körperteile in funktionaler Verbindung zueinander stehen, sondern dass wir in unmittelbarer Verbundenheit mit allem existieren: hier und jetzt.

LEBE-LIEBE-LACHE:
In "spirituelle Krieger" kommen auch Deine prominenten Weggefährten mit ihren ganz persönlichen Lebensgeschichten zu Wort. Sie erzählen ebenfalls davon, wie sie zu spirituellen Kriegern transformierten. Hat Dich eine bestimmte Lebensgeschichte ganz besonders berührt?

PATRICK BROOME:
Ganz besonders hat mich die Offenheit und der hohe Grad an Selbstreflektion aller „meiner“ Männer berührt. Ich glaube ich habe selten etwas gelesen, wo Männer so ehrlich darüber schreiben was sie fühlen und welche Ängste und Sorgen sie begleiten.


Mehr von und über Patrick Broome gibts unter : http://www.patrickbroome.de/yogalehrer.php



Patrick Broome: Spirituelle Krieger
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Patrick Broome
Spirituelle Krieger

Wie starke Männer zum Yoga fanden
Spirituelle Krieger sind erfolgreiche Männer, die ihre Kraft in Yoga und Achtsamkeitspraktiken finden und aktiv den Herausforderungen des Lebens begegnen.




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