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Drei Zustände des Bewusstseins


von Dr. Ralph Skuban


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Die Mandukya ist einer der kürzesten Texte der Upanishaden, jener uralten Quellen indischer Mystik. Darin geht es um den Klang AUM, den Yoga-Übende so gerne singen. Die Mandukya bringt ihn mit drei uns wohl vertrauten Bewusstseinszuständen in Verbindung. Das A symbolisiert unser Wachbewusstsein, das U den Traumzustand und das summende M den traumlosen, tiefen Schlaf. A, U und M stehen damit für unsere Erfahrungen der äußeren und inneren Welt, wachend, träumend, schlafend.

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© nataliafigueredo/unsplash

Wenn ich hier von vertrauten Zuständen spreche, muss ich das eingrenzen: Wie wach sind wir wirklich, um sie vertraut zu nennen? Die populäre Idee der Achtsamkeit bezieht sich für die meisten doch „nur“ auf das A, den Zustand des Wachbewusstseins, in dem wir uns in unterschiedlichen Graden von Wachheit etwa 16 Stunden am Tag befinden. Wie viele Momente totaler Präsenz erleben wir da? Mit Übung mögen wir immer mehr Bewusstheit in unsere Tage bringen, das ist ein Ziel des Yoga und eine Lebensaufgabe dazu. Und doch gibt es soviel mehr.

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© JasonYoungman/pixabay
Wie wach sind wir im Traum? Obgleich wir 5 Traumzyklen pro Nacht haben, erinnern viele von uns sich kaum daran, weil wir ihnen wenig Bedeutung zumessen. In unserer Kultur scheint das Träumen nicht wichtig. Wer aber schon einmal einen Traum wachbewusst erlebt hat – sich während des Träumens also ganz der Tatsache bewusst war, sich in einer Traumumgebung aufzuhalten, verbunden mit der Freiheit, selbstbestimmt den Traum mitzugestalten – der weiß, wieviel Wachheit man in das U hineintragen kann. Die alten Yogis übten sich darin, die Wachheit auch nachts zu üben, in einer Praxis, die man Traum-Yoga nennt. Tibetische Yogis stellen sich beim Einschlafen ein rotes A im Kehlkopf vor, denn energetisch werden die Klänge, die AUM bilden, mit dem Augenbrauenzentrum, dem Kehlkopf und dem Herzzentrum assoziiert. Das Wachbewusstsein (A) wird durch diese Übung in den Traum (U) getragen. Unendliche Möglichkeiten liegen dort verborgen.

Und wem von uns ist es je gelungen, die Wachheit in den Zustand des tiefen Schlafes hineinzutragen? Yoga Nidra versucht genau das: wachbewusst in die Leere des Tiefschlafes zu gehen. Was geschieht, wenn uns das gelingt? Die Mandukya beschreibt diesen Vorgang als vollkommen beglückend und erleuchtend – ein Sein, das die drei Zustände von AUM überschreitet. Nicht greifbar, nicht fassbar. Das Aufgehen des Bewusstseins in der All-Einheit des Seins. Turya, Nirvana, Yoga …

Der letzte Vers der Mandukya lautet:

Der vierte Zustand, Turiya, ist die Stille nach AUM.

Sie kann nicht vom Verstand oder den Sinnen erfasst werden.

Das ganze All löst sich auf in ihr.

Es ist ein glückseliger Zustand, unvergleichlich.

Wer AUM erkennt, dehnt sich aus in kosmisches Bewusstsein.


Herzlich, Euer Ralph



Dr. Ralph Skuban
© www.skuban.de
DR. RALPH SKUBAN

In der Philosophie des Ostens, in der Mystik überhaupt, fand RALPH SKUBAN die Tiefe des Suchens, um die es ihm geht; die Offenheit und Toleranz, die der institutionalisierten Religion zumeist fehlt, die Weisheit praktischer Psychologie – und dazu die Freude, eine tägliche Praxis in sein Leben zu integrieren.

In den letzten Jahren begann RALPH SKUBAN Bücher zu schreiben und Seminare zu halten. "Östliche Philosophie ist keine trockene Theorie, sondern es geht ihr um die Frage nach einem guten Leben, nach Sinn und Tiefe, und vor allem um die Suche nach unserer spirituellen Essenz, dem inneren Licht, das eins ist mit dem Höchsten. Die Essenz der Upanischaden und aller mystischen Wege der Menschheit lautet: DAS bist du. Tat Tvam Asi."

Direkt zur Website von Dr. Ralph Skuban: www.kaivalya-yoga.de


Die Psychologie des Yoga
Ralph Skuban (Autor)
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