In einem sind sich die Experten einig: "Es gibt die Weisheit des Bauches."
Der Bauch ist klug! Es gibt dort soviel Nervenzellen wie im Gehirn, man spricht sogar vom zweiten Gehirn. Er produziert Serotonin, ein Glückshormon. Er gilt als Körpermitte. Er ist weich und empfindsam. Der Bauch ist der Ursprung vieler kraftvoller Gefühle, die von dort ihren Lauf nehmen. Er ist zusammen mit dem gesamten Rumpf das Fühlorgan der Intuition.
Nein, keine Entwarnung: Denken bleibt dringend empfohlen. Aber Intuition, gefühltes Wissen, das viel zitierte Bauchgefühl sind Vermögen diesseits von Esoterik und ihre Vorzüge in Entscheidungssituationen lassen sich sogar von der modernen Hirnforschung rational nachvollziehen.
Sich der Bauch-Weisheit anzunähern ist sinnvoll :Durch Übungen, Meditationen, Tanz, sanfter Massage, Arbeit mit dem Zwerchfell und Massage des Kreuzbeins. Weitere Übungen gelten der Erdung, dem Schutz der eigenen Grenzen und dem Gefühl des Zentriert-Seins. Positive körperliche Zustände können durch das Körpergedächtnis wieder erinnert werden und hilfreich sein in anstrengenden Situationen.
Über das Hara - Ostasien
Alte fernöstliche Kulturen betrachten unseren Bauch seit jeher als unser Zentrum. Die Japaner nennen es Hara.
Von daher auch der Ausdruck »Harakiri« (was Selbstmord bedeutet): Wer das Hara tötet, zerstört das Zentrum.
Das Hara wird im Japanischen als »Quelle des Lebens« bezeichnet. Dazu gehört die gesamte Bauchregion, vom Solar Plexus bis zum Beckenboden. In Japan wird diese Gegend auch als »Onaka« bezeichnet, die geehrte Mitte. Sie teilen das Hara in »I« (Magen) und »Kikai« (unter dem Nabel). Etwa 5 cm unterhalb des Bauchnabels liegt das »Dan Tien«. Dies ist unsere absolute Mitte, der Schwerpunkt unseres Körpers und unseres gesamten Wesens.
Mit »Hara« wird in Ostasien eine Form des Bewusstseins beschrieben und kann daher keinesfalls nur mit Bauch übersetzt werden. Das Hara ist eine innere Haltung, die ganz natürlich aus dem eigenen Wesenskern heraus wächst.
Im Hara zu sein bedeutet, transparent zum eigenen Ich zu sein, so wie man von der Natur her geschaffen ist – und ist nicht mit der europäischen Idee des »Ichs«, der über Jahre gebildeten Persönlichkeit, zu übersetzen.
© daniel stricker/PIXELIO
Hara meint weder etwas ‹Körperliches› noch etwas ‹Seelisches›, sondern die Verfassung des Menschen, die in der Einheit des Ursprungs ‹zentriert› ist.
In der chinesischen Praxis des Tai-Chi hilft die Vorstellung eines goldenen Fadens, an dem wir vom Scheitel her aufgehängt sind, um das Bewußtsein der Himmlung zu erlangen. Zugleich fördert sie das Gespür für die Erdung durch den Hinweis, die Knie stets leicht gebeugt und das Becken beweglich zu halten, die Schultern fallen zu lassen, die Bauchmuskulatur nicht anzuspannen, und die Füße in einem kleinen Abstand parallel zu stellen, ähnlich wie dies in der Körpertherapie auch die Bioenergetik tut.
Nervöse Menschen atmen nicht aus dem Bauch, sondern aus der Brust. Wenn Menschen den Kontakt mit dem Leben und ihrem Dantien verloren haben, atmen sie hektisch aus der Schultergegend, mit verspanntem Nacken und starrem Gesicht.
Das Bauch-Hirn
Das Bauchhirn (auch: enterisches Nervensystem ENS) ist in der Darmwand eingebettet und sowohl bei Menschen als auch bei Tieren zu finden. Es enthält 100 Millionen Nervenzellen und somit 4-5 mal mehr, als das Rückenmark. Es arbeitet nahezu unabhängig vom zentralen Nervensystem (ZNS).
Unser Bauchhirn ist in Funktion und Struktur unserem Schädel-Haupthirn sehr ähnlich. Es enthält eigene sensorische Neuronen, Interneuronen * und Motorneuronen. Darüberhinaus auch Serotonin * & Dopamin *, Opiate * und Benzodiazepine *.
»Das Darmhirn fühlt«. Es erledigt nicht nur die eigentliche Verdauungsarbeit, sondern »ist ein Garant für das Überleben von Leib und Seele«
Schnellwirkende Hausmittel für die Bauch- Gesundheit
Es gibt eine Reihe von natürlichen Mitteln, die gute Erfolge bei der Ankurbelung der Verdauungstätigkeit bringen. Bei einer hartnäckigen, möglicherweise schon seit Jahren bestehenden Verstopfung, ersetzen sie jedoch nicht die Ernährungsumstellung und ebenso nicht die Änderung von ungünstigen Lebensgewohnheiten.
1 Glas stilles Wasser
Trinken Sie morgens nüchtern als erstes ein Glas stilles Wasser. Es sollte Zimmertemperatur haben.
Feigen und Trockenpflaumen
Weichen Sie abends einige getrocknete Feigen oder Pflaumen in 1 Tasse Wasser ein und lassen sie das Ganze abgedeckt bei Zimmertemperatur über Nacht stehen. Am nächsten Morgen essen sie die eingeweichten Früchte und trinken das Einweichwasser dazu.
Müsli und Milchzucker
Essen Sie zum Frühstück ein Müsli mit 1 EL Kleie, 1 EL Leinsamen und 1-2 TL Milchzucker.
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Sauerkraut
Trinken Sie vor dem Mittagessen 1 Glas Sauerkrautsaft oder essen Sie mehrmals täglich einige Gabeln rohes Sauerkraut.
Kefir, Joghurt
Essen Sie täglich eine Portion Sauermilchprodukt, evtl. angereichert mit Leinsamen und/oder Kleie. Dann das zusätzliche Glas Wasser nicht vergessen!
Apfelessig
Trinken Sie morgens nüchtern ein Glas stilles Wasser (0,2 Liter) mit max. 1 Esslöffel Apfelessig.
Bauchmassage
Selbstmassage des Bauches. Langsame kreisende Bauchmassage im Dickdarmverlauf, möglichst kombiniert mit der Atmung, übt eine sanfte Anregung auf die Peristaltik (Darmbewegungen) des Dickdarms aus.
Einlauf
Der Einlauf ist eines der ältesten und schonendsten Mittel, die abzuführend wirken und den Darm schonend reinigen; aber Vorsicht vor Darmverletzungen!
»Die aus den Bauch heraus kommenden Intuitionen sind nicht irrational, sondern repräsentieren die persönliche Wirklichkeit. Fast man die Erkenntnisse der Gehirnforschung zusammen, so ist es entscheidend, der eigenen Intuition zu trauen, denn sie basiert auf Wissenssystemen, die im Gehirn auch repräsentiert sind. Für die eigene Lebensführung und die Gesundung nach Erkrankungen spielt sie eine viel wichtigere Rolle, als die gedankliche Verarbeitung.« Prof. Dr. Ernst Pöppel
Geahnt haben die Menschen es immer - in allen Kulturen und Kontinenten: der Sitz der Gefühle liegt im Zentrum des Körpers. Dort, wo Aufregung Schmetterlinge flattern lässt und Freude und Glück leise kribbeln. Wo das Übel der Überforderung sich offenbart, wo Anspannung "auf den Darm drückt", wo Ärger "auf den Magen schlägt", wo Angst ein Beben erzeugt und Ekel sich bis zum Erbrechen steigert. Und ihrer Ahnung verliehen sie Worte, wenn sie den Bauch zum "Nabel der Welt" oder zum "Symbol des Lebens" erklärten. Weil sie spürten, dass in der dumpfen Höhle des Leibes etwas ein Eigenleben führt.
Sogar die Herrscherin der heutigen tendenziell verbreiteten "Bauch Weg" - Welt, die Wirtschaft, vertraut jetzt lieber auf die globale Sprache aus dem Inneren: "Höre auf deinen Bauch", heißt es in Kursen für erfolgreiche Manager, und andere werden angehalten, "aus dem Bauch heraus" zu entscheiden.
Warum Bauchtanz?
"
Bauch weg" war gestern: Bauchtanz ist der ideale Weg, um das eigene Körpergefühl zu verbessern und verhilft somit auch zu mehr Selbstbewusstsein. Durch die vielen verschiedenen Körperbewegungen bleibt der Körper beweglich und nachweislich geschmeidig.
Die Figur spielt bei diesem einzigartigen Tanz keine Rolle. Wichtig ist, dass man Spaß daran hat und sich in seiner Haut wohl fühlt, dann nimmt man den eigenen Körper auch gleich ganz anders wahr und vollbringt Dinge, die man vorher nicht von sich erwartet hätte.
Ein weiterer Erfolgspunkt ist die Möglichkeit, verschiedene körperliche Beschwerden nachhaltig durch das Tanzen zu lindern. Angefangen beim Kopfgleiten gegen Nackenverspannungen, über Schultertwists, welche Verkrampfungen im Schulter-Arm-Bereich lösen oder diverse Hüftkreise zur Linderung von Bauchkrämpfen, jeder Mediziner wird die positive Wirkung des Bauchtanzens bestätigen.
Der Tanz wirkt regelrecht wie Glücksdroge und Seelenmedizin in einem. Wer diese Art des Tanzens einmal mitgemacht hat, wird genau wissen, wovon hier die Rede ist und dieses spezielle Hobby nicht mehr missen wollen.
Das größte Immunorgan
Der Darm leistet nicht nur die schon hochkomplexe Verdauungsarbeit, sondern ist auch das größte Immunorgan im Körper. Mehr als 70 % aller Abwehrzellen sitzen hier. Rund 500 potenziell tödliche Bakterien und Pilze bewohnen den Darm und alles läuft völlig unabhängig vom Kopf ab.
Nur im Fall von großer Gefahr "fühlt" das Darmhirn und meldet ans Oberstübchen. Denn in Notsituationen soll sich der Mensch seines Bauches bewusst werden und sich nach Plan verhalten: Erbrechen, Krämpfe, Entleerung bzw. Durchfall.
Ein unabhängiger Geist im Körper
Je tiefer im Verdauungstrakt umso schwächer die Herrschaft des Kopfhirns. Nur Mund und Teile der Speiseröhre lassen sich zeitweise noch etwas von oben sagen. Doch hinter dem Magenausgang übernimmt allein das Bauchhirn die Regie. Was wann und wo passiert entscheidet allein das zweite Gehirn. Erst am letzen Ende, dem Anus, regiert das menschliche Gehirn mit bewusster Steuerung wieder mit.
Weg zum Unterbewusstsein?
Gesunde merken nicht, was unten abgeht. Allerdings können Forscher Veränderung in der Gehirnaktivität bei Patienten mit Depression und Angstzuständen am vorderen Hirnlappen nachweisen, dem Zentrum der Entscheidungsfindung. Ungezügelte Stress-Belastungen scheinen die Hauptursache zu sein. Wenn die Last von Anspannung, Ängsten und Furcht zuviel wird, schütten die Nervenzellen im Darm Entzündungsstoffe aus, die Darmkrämpfe oder Durchfall auslösen. Dies wird dem Kopfhirn mitgeteilt und die allgemeine Alarmstimmung löst einen Kreislauf aus, der sich verselbständigen kann und zu messbarer Abnahme von Gehirnvolumen im limbischen System (=mittleres Hirn) und im vorderen Hirnlappen führen kann.Sitz der Intuition - fördert die Gesundheit
Die intim verschalteten Gehirne lassen die Wissenschaftler eine "Emotions-Gedächtnis-Bank" annehmen, die alle biologischen Chiffren wie Vorfreude, irritierende Ablehnung, Lust oder Unlust und hunderte andere Gefühlserfahrungen in ähnlichen Situationen bei Bedarf abruft.
Die intellektuellen Kalkulationen unseres rationalen Bewusstseins sind also nur der geringere Teil der Basis. Entscheidungen werden massiv aus dem gigantischen Katalog von gespeicherten Emotionen mitgeprägt, aus unseren "feelings".
Jede Minute wird im Hirn ein "Gefühlsbett" bereitet, das sich sogar bis hinein in die Träume auswirkt. Träumt der Darm etwa mit? "Hat man nach einem schweren Essen nicht auch schlechte Träume?" fragt der Wissenschaftler zurück. Tag und Nacht nutzen die Menschen diesen verborgenen Speicher – ohne es wahrzunehmen.
Die Chiffren es Bauches steigen nur dann aus dem dunklen Gewässer des Unbewussten, wenn sie künstlich verstärkt werden. Z.B. durch chronischen Stress oder viele andere Arten der emotionalen Überforderung.
Es hat seinen tiefen Sinn, dass starke Gefühle ins Bewusstsein dringen: denn je besser sich Menschen an Angst erinnern, umso besser können sie das nächste mal entscheiden. Desto schneller merken wir: Hier geht's lang.