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Das Zeitliche segnen – Was wir alle vom Skorpion lernen können


von Astrologin Tina Peel

Gleich nach dem Sonnenwechsel ins Sternzeichen Skorpion ist wieder die Zeit der leuchtenden Kürbisse und besonderer Festivitäten. Halloween, Allerheiligen, Allerseelen, Samhain … sind zwar unterschiedliche Bräuche und Rituale aus verschiedenen Epochen, Gegenden und Mentalitäten, dennoch entspringen sie einer Ursache, dem aktuellen Geschehen in der Natur.

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Dort dreht sich jetzt alles ums Sterben und Vergehen, und das rückt natürlich auch die eigene Sterblichkeit wieder schmerzlich ins Bewusstsein. Wir lachen durch Masken, in Verkleidungen und mit viel Lärm dieser und manch anderer Angst im Zusammenhang damit, ja dem Tod höchst persönlich ins Gesicht. Hoffen wir etwa, dass er uns verkleidet als Geister, Zombies und Co. nicht erkennt und wir verschont werden? Wir gedenken der Toten und rufen ihre Geister, vielleicht insgeheim, um der Angst vor dem Vergehen und Vergessenwerden zu begegnen. So lange noch jemand an sie/uns denkt, sind sie/wir nicht wirklich tot. Sind sie auch nicht, nur ihr Körper. Sie rufen sollten wir besser trotzdem nicht, sonst kriegen wir noch Herzflattern und Muffensausen, sollten sie sich tatsächlich melden.

Das Zeitliche segnen - Was wir alle vom Skorpion lernen können
© Ravi Roshan/pexels.de


Heutzutage lautet das Motto an Halloween jedenfalls: Man mische – oder wische, mit dem Besen natürlich – alle Bräuche zusammen, die wir zu fassen kriegen, und heraus kommt ein lautes Gepolter voller Süßigkeiten bis hin zum Zuckerschock. Das verkürzt das Leben garantiert, nur so am Rande bemerkt. Doch jeder wie er mag. Solange es hilft, mit der Angst vor Vergänglichkeit klarzukommen. Aber tut es das wirklich?



Reif für „die Insel“

Ja, es ist Herbst, die Natur stirbt, scheinbar. Auch sie ist zwischendurch reif für die Insel, man kann es ihr nicht verdenken. Sie war übers Jahr doch recht (re)produktiv und hat unermüdlich Flora und Fauna ins Leben (zurück)gerufen. Wenn sie die Geister ruft, kriegen wir ebenfalls das Herzflattern, jedoch vor Freude. Je mehr es grünt und blüht, zwitschert, singt und fiept, desto mehr kommen unsere Glückshormone in Fahrt. Alles ist so voller Leben, wer denkt da ans Ableben?


Reif für die Insel - Ja, es ist Herbst, die Natur stirbt, scheinbar.
© RODNAE Productions/pexels.de

Die ersten Gedanken in diese Richtung tauchen vielleicht im Sommer auf, wenn das Grün dunkler wird und Mutter Natur schon etwas müde wirkt, wenn Hitze und Trockenheit ihren Tribut fordern. Jetzt stürzen sich auch massenhaft menschliche Erholungssuchende in vermeintliche Traumurlaubsdestinationen, und hängen auf Hin- und Rückweg auf Flughäfen und Bahnhöfen herum und fest, was den Stresslevel noch erhöht. Ein Bad in der Menge kann durchaus vitalisierend, eine Meditation in der Gruppe eindeutig aufs Loslassen und Einsinken verstärkend wirken.

Doch eine ungeduldige und frustrierte Masse verstärkt eben ebenso den Stress. Hier wäre etwas mehr Maß statt Masse weniger kräftezehrend. Warum überhaupt in die Ferne schweifen? Wie so oft liegt das Gute doch so nahe. Im Grunde braucht es keine Ferieninsel zur Regeneration der Lebensgeister, man kann sich seine Inseln überall schaffen, ganz ohne stressiges Packen und Reisen. „Einfach mal einsinken in den Moment, sich ganz einlassen“ rät der Skorpion in uns, egal ob im Urlaub, im Stau, im tosenden Alltag. Die Zukunft existiert nicht, denn was vor uns liegt, ist morgen schon Schnee von gestern. Was kümmert uns also das Sterben von morgen? Hier und jetzt leben wir, genau in diesem Moment. Außerdem ...


Platz für Neues

Beschwören wir den Geist der Unsterblichkeit, ist das auf den ersten Blick eine Erleichterung. „Juhu! Ich lebe ewig! Jetzt habe ich Zeit zum Versauen und bis zum Abwinken. Ich kann alles auf morgen verschieben, ganz ohne Sorgen, denn auch morgen bin ich noch da, und übermorgen und in hundert Jahren, in tausend ...“. Bei dieser Vorstellung schleicht sich eine neue Angst ein, die Angst vor dem Leben, denn was für ein Leben wäre das? Da wird wohl jedem klar, was ewig währt, hat keinen Wert. Körper, Beziehung, Leben … alles wäre selbstverständlich, und was selbstverständlich ist, kostet uns kein müdes Lächeln und generiert null Aufmerksamkeit. Wir würden es bald müde, ja leid, zu leben, nicht erst nach Jahrhunderten, und hätten das dringende Bedürfnis, die Muppet-Show verlassen zu können und einfach nur zu schlafen, zu vergessen, so wie es vielen gegen Ende ihres Lebens geht. Sie sehnen sich nach dem Tod.


Tina Peel: Der Tierkreis in mir: Eine astrologische Entdeckungsreise durch die Sternzeichen
Tina Peel (Autor)
Taschenbuch: Der Tierkreis in mir

Eine astrologische Entdeckungsreise durch die Sternzeichen
Die astrologische Entdeckungsreise bringt dem Leser die Sternzeichen näher, die ja eigentlich gar nicht existieren. Es sind nur Himmelskörper, in die wir Bilder von Krafttieren und anderen Symbolen hineinprojizieren. Nur sind es eben nicht irgendwelche beliebigen Bilder, sie haben es in sich. Es sind Symbole für Themen, die im direkten Zusammenhang mit uns stehen, und mit dem, was wir alle im Alltag zu bewältigen haben, was uns beschäftigt und auf Trab hält. Die zwölf Themen, die schon C.G. Jung – übrigens selbst auch Astrologe – als die zwölf Archetypen bezeichnete, werden witzig und weise auf den Punkt gebracht. Das macht sie so richtig lebendig, greif- und begreifbar und sorgt für manchen Lacher. Dieses inspirierende Werk ist für astrologisch Bewanderte wie für Laien gleichermaßen süffig lesbar und verständlich.


Während wir in unserer privaten Muppet-Show herumhampeln, sterben still und leise unzählige Zellen in unserem Körper, ganz von selbst und völlig frei von Heulen und Zähneklappern. Und zwar das ganze Jahr über. Würden sie das nicht, hätten wir ein Problem. Weil sie sterben, leben wir. Und man stelle sich vor, unsere Ahnen würden alle noch leben. Da gäbe es doch längst für keinen mehr einen Platz an der Sonne. Die Erde wäre so dermaßen voll, ja NOCH voller, dass wir womöglich runterfallen würden. Diesen Geist wollen wir jedoch besser auch nicht beschwören. Ihr Abtreten ist also gewissermaßen ein Liebesdienst, ebenso wenn wir abtreten und den Platz frei machen für nachfolgende Generationen, und das werden wir.


Platz für Neues - Beschwören wir den Geist der Unsterblichkeit
© Sarbjeet Sandhu/pexels.com


Der Tod, ein Jungbrunnen

Es gibt viele Witze und Anekdoten über den Versuch, den Tod auszutricksen. Es sei an dieser Stelle verraten, dass keiner der Tricks funktioniert. Einer rast beispielsweise blitzschnell in eine andere Stadt, als Gevatter Tod vor seiner Türe steht. Als er dort ankommt, wartet schon der Tod auf ihn und sagt: „Warum hat das so lange gedauert?!“. Beim Versuch, das Unabwendbare doch noch abzuwenden, stellen wir eben allerlei Verrücktheiten an. Doch wenn wir dereinst dem Ruf folgen und uns bis auf die Knochen ausziehen, dann … entdecken wir, Überraschung!, die ganze Angst war umsonst. Am Ende sind wir doch einfach, was wir sind, nämlich „das nie Geborene, das nie Sterbende, das Ewige“, das sich immer wieder neu verkörpert, weil es noch etwas erleben will, fühlen, lieben, erfahren und begreifen.

Der Tod ist also bei genauer Betrachtung ein Jungbrunnen. Beim Sterben tauchen wir hinein. Sobald unser Geist, erfrischt und regeneriert, ins Leben zurück gerufen wird, tauchen wir wieder auf, schlüpfen in ein neues Körperkleid, und der Schleier des Vergessens legt sich erneut darüber. Wir drehen eine weitere Runde im Frühling des neuen Lebens, so wie alles in der Natur. Dann ist es wieder, als gäbe es kein Morgen, kein Sterben und Vergehen. Im Grunde sind auch wir eine Zelle eines größeren Ganzen, eines riesigen Organismus, die sich immer wieder erneuert, bei Tag und bei Nacht. Wohin das führt? Schwer vorstellbar, denn die Ewigkeit lässt sich gedanklich nicht begreifen. Es zu versuchen mag inspirieren, oder auch nur verwirren, vielleicht sollten wir DIESEN Geist also besser auch nicht rufen. Am Ende liegt bekanntlich in jedem Ende immer wieder ein neuer Anfang, doch die Essenz, die sich verkörpert, ist tatsächlich unsterblich. Und genau das ist doch die Nachricht, die der Skorpion uns vermittelt. Nichts geht verloren, es verwandelt sich bloß. Wenn das kein Versprechen ist?

Fazit: Dass alles im Leben nur auf Zeit ist, trägt viel zu einem erfüllten Leben bei. So erhält auch der Begriff „das Zeitliche segnen“ seine wahre Bedeutung, denn alles Zeitliche ist letztendlich gesegnet durch seine Vergänglichkeit.

© tina peel



Tina Peel über Tina Peel

Tina posterisiert
© Tina Peel
Offiziell seit 1989 (inoffiziell um einiges länger) inspiriere ich Leute beruflich auf ihrem Entwicklungsweg in Form von Kursen, Beratungen, Büchern und Artikeln, sei es astrologisch, spirituell, philosophisch oder was auch immer nötig ist, um sie zu mehr Lebensfreude und Freiheit, zur persönlichen Entfaltung, oder auch nur einen Schritt näher zu sich selbst zu bringen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man das Licht manchmal aus den Augen verliert, nicht selten auch das eigene unter den Scheffel stellt und es ein wenig Hilfe zur Selbsthilfe braucht, um es im Dunkeln wiederzufinden. Würden wir es nicht ab und zu aus den Augen verlieren, gäbe es auch keine Entwicklung. Wir hätten keinen Grund, uns auf die Suche nach Lösungen, Auflösung von Leid und Schmerz zu machen.

Da uns Krisen und Probleme glücklicherweise nie ausgehen, finden wir es immer wieder und jedes Mal strahlt es noch ein wenig heller. Je mehr Einblick wir ins Leben erhalten, je bewusster wir werden, umso weniger be- und verurteilen wir, was wir erleben und umso beglückender empfinden wir unser Dasein!

Ich bin Mutter zweier erwachsener Kinder, zum zweiten Mal und mit Vergnügen verheiratet und trotz, oder gerade wegen, der alltäglichen Turbulenzen ständig unterwegs zu neuen Einsichten und Erkenntnissen, Ansichten und Aussichten, was nicht nur mein persönliches Leben bereichert, sondern auch in meine Arbeit als Autorin, Ratgeber-Kolumnistin, Lebensberaterin und Astrologin einfließt.

Mehr von und über Tina Peel finden Sie unter: www.astro-lebensberatung.ch

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