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Liebevolle Kommunikation beginnt in uns selbst

von Robert Betz


Wir Menschen haben das Bedürfnis, miteinander in Verbindung zu treten und in Verbindung zu bleiben, besonders mit jenen, die uns am Herzen liegen oder zumindest auf einer ähnlichen Wellenlänge wie wir denken und fühlen. Die rasante Zunahme des Kommunizierens via email, Handy, Skype, twitter, Blogs, Facebook & Co führt jedoch noch nicht automatisch zu mehr Frieden in der Welt, auch wenn sich Millionen Menschen bei Facebook »Freunde« nennen.

Das größte und mächtigste ›Instrument‹ der Kommunikation ist unser Herz, nicht die wunderbare biologische Pumpe, sondern das Zentrum der Liebe und Weisheit, das jedem von uns inne wohnt. Da wir unsere Herzen jedoch schon in den ersten Jahren der Kindheit verschlossen haben, als wir uns verletzt, manipuliert, unverstanden und missbraucht fühlten von Erwachsenen, die im Innern selbst verletzte Kinder waren, kommuniziert der ›Normalmensch‹ über einen Verstand, der nicht mit dem Herzen verbunden ist.

Unseren Verstand haben wir seit der Kindheit gefüllt mit einer Unmenge unwahrer Gedanken und Verurteilungen über uns selbst, über unsere Mitmenschen und über das Leben. Diese Verurteilungen, auch gerne scheinbar neutral als ›Meinung‹ oder ›Kritik‹ bezeichnet, prägen die Qualität unserer Kommunikation im Alltag. Es ist eine trennende Kommunikation, oft ohne Respekt vor der Sichtweise des Anderen oder vor seiner Einzigartigkeit. Der Mensch, der sich selbst verurteilt und die Liebe entzogen hat, kann nicht anders, als aus der Unliebe zu sich selbst heraus dem Anderen zu begegnen. Sobald er seinen Mund aufmacht, können wir den Unfrieden hören, in dem er sich befindet. Entweder greift er mit seinen Worten sich selbst an oder sein Gegenüber. Aber hinter jedem Angriff auf den Anderen steckt immer der Krieg mit sich selbst.


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Höre dir selbst erst einmal zu ...

Darum ist die innere Beziehung zu mir selbst die wichtigste Grundlage für eine Kommunikation, die Verbindung statt Trennung schafft. Wer sich selbst nicht wirklich zuhört und sich dafür Zeit nimmt, kann nicht vom Partner oder seinem Kind erwarten, dass er bzw. es ihm zuhört. Wer liebevoll kommunizieren will, darf zunächst mal lernen, sich selbst zuzuhören, ja, mit sich selbst und seinen inneren Stimmen ins Gespräch zu kommen.

Wie angedeutet, gibt es in uns immer zwei Basis-Stimmen, die Stimme des Verstandes und die Stimme unseres Herzens. Der Verstand plärrt meist sehr laut und will ›Recht haben‹ und kämpft darum. Ein unsinniges Unterfangen, denn jeder Mensch hat Recht, da jeder die Welt aus einem anderen, eben seinem Standpunkt aus betrachtet. Niemand in der Welt kann genau deinen Standpunkt einnehmen. Da wo du stehst mit all deinen Erfahrungen, steht niemand anders.

Sprich mit deinem inneren Kind ...


Durch die Stimme des Verstandes spricht unter anderem das kleine, verletzte, wütende, traurige oder ängstliche Kind in uns, wenn es uns nicht gut geht. Dieses Kind in uns klagt an, fordert, wütet, schmollt, trotzt, bettelt und versucht mit allen Mitteln, den Anderen zu seinem Vorteil zu manipulieren. Dies führt immer dann zu einer destruktiven Kommunikation, wenn der andere auch in sein inneres Kind rutscht und versucht, sich zu wehren, sich schuldig oder sich für den anderen verantwortlich fühlt. Kann er jedoch schon bei sich bleiben und erkennen, dass der andere ins Kind gerutscht ist, kann er sein Herz offen halten und dem anderen seine Gefühle zugestehen, ohne sich angegriffen zu fühlen.

Das innere Kind in jedem Erwachsenen wartet darauf, dass wir es wahrnehmen, mit ihm sprechen, sein verzerrtes Selbstbild klären, seine Wunden heilen und es aufrichten und ihm seine Lebensfreude wieder schenken. Das gelingt durch Meditation, denn Meditation ist innere Kommunikation, die uns wieder in die Mitte führt. Wer sich dieser Aufgabe annimmt und sich zum annehmenden, liebenden und verstehenden Partner seines eigenen inneren Kindes macht, erfährt eine radikal neue Qualität in seiner Außenkommunikation, ob mit Partner, Kind, Kollege oder Vorgesetzten.

Nur der sich selbst liebende Mensch kann liebevoll kommunizieren


Bewusst und liebevoll mit anderen Menschen zu kommunizieren und liebevolle Gemeinschaften zu erschaffen, gelingt also nur, wenn wir uns selbst lieben und eine liebevolle Beziehung zu uns selbst leben. Der Mensch, der sich selbst liebt, ist der beste Kommunikator und schafft Frieden in dieser Welt. Die Aufgabe, sich selbst (wieder) lieben und alles in uns annehmen zu lernen, uns selbst die beste Freundin/der beste Freund zu sein, gehört zu den ›Hausaufgaben‹ jedes Menschen.

Viele Menschen benutzen ihre Partner, ihre Kinder, Freunde und andere oft als »Müllkübel«, indem sie den anderen ungefragt und unüberlegt mit ihren Gedanken, Wünschen, Sorgen und Ängsten überfallen. Das ist unbewusste Kommunikation, bei der die andere Person benutzt wird und die oft zu Stress und Streit führt. Solange in meinem Denken keine Klarheit herrscht, kommt nur Unklarheit aus meinem Mund. Was soll der andere damit anfangen. Besonders viele Frauen leiden an dieser ›Logorrhoe‹, an Wortdurchfall. Ohne Besinnung auf das, was sie sagen wollen, reden sie drauf los und wundern sich darüber, dass der Partner auf Durchzug schaltet, worauf sie sich nach einer Weile beschweren mit dem Vorwurf »Du hörst mir ja gar nicht zu!«

Männer andererseits schaffen es selten, ihr Innerstes nach außen zu kehren und über ihre Gefühle zu sprechen, weil sie Angst vor Schwäche und Verletzlichkeit haben. Denn zur Erziehung zum ›richtigen Jungen‹ gehörte, Gefühle der Schwäche, Angst, Trauer u.a. schleunigst zu verdrängen und den Starken zu spielen. Viele Frauen werfen ihren Männern ihr chronisches Schweigen vor, was den Mann dann noch mehr in sein Schneckenhaus treibt und Gefühle der Schuld und des Versagens in ihm auslöst.

Damit sich Menschen, insbesondere Frau und Mann, sich in der verbalen und nonverbalen Kommunikation in Liebe begegnen können, müssen beide ihre Eigenverantwortung für den Zustand ihres Geistes, für Klarheit, Ordnung und Frieden übernehmen und zu ihrem eigenen Herzen finden. Das kann uns kein Partner liefern. Solange wir nicht unseren Ängsten, unserer Wut, Trauer, Scham, Schuld und Ohnmacht im Innern, im Rahmen von Meditationen begegnen und diese durch Liebe verwandeln, werden sich diese Energien immer wieder in unseren Worten, Gesten und Blicken offenbaren und eine liebevolle Kommunikation verhindern. Nähe, Intimität und liebevolle Beziehungen entstehen also nur dann, wenn wir uns mutig und wahrhaftig mit unserem Inneren, vor allem unseren Gedanken, Gefühlen und Verletzungen beschäftigen und letzte heilen. Dazu nehme sich jeder genügend Zeit und Muße im allein mit sich selbst sein.



Robert Betz
Robert Betz, geb. 23. Sept. 1953 im Rheinland, ist fast das ganze Jahr in den deutschsprachigen Ländern mit Vorträgen und Seminaren unterwegs ist und verbringt wenige Wochen im Jahr auf der Insel Lesbos. Hier veranstaltet seine Firma, die ‚Robert Betz Transformations GmbH‘ zahlreiche Urlaubs-Seminare mit professionellen Seminarleitern, die vor Jahren die Ausbildung zum Transformations-Therapeuten oder -Coach gemacht haben.

Seine Live-Vorträge mit über 150.000 Besuchern in den letzten zehn Jahren begeistern und berühren die Zuhörer und verändern beim mehrmaligen Hören (auf CD) die erfahrene Lebenswirklichkeit spürbar. Sie sind für jedermann in einer verständlichen Alltagssprache gehalten und behandeln die zentralen Aspekte und Fragen menschlichen Lebens und Zusammenlebens. Über 60 Vorträge sind auf CD erhältlich, ebenso wie über 60 CDs mit geführten Meditationen. Seine CDs wurden in den letzten Jahren millionenfach mit seiner ausdrücklichen Genehmigung kopiert und weiter gereicht.

Mehr von und über Robert Betz unter: www.robert-betz.com

  • http://www.robert-betz-shop.de/
  • https://www.youtube.com/user/RobertBetzTV
  • http://www.robert-betz-online-seminare.de




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