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„PEOPLE PLEASING – Wie du den Mut findest, für dich selbst einzustehen“



von Sabine Linser

Was genau ist People Pleasing eigentlich? Wörtlich übersetzt bedeutet es „Menschen gefallen wollen.“ Ein People Pleaser oder People Pleaserin ist also jemand, der anderen Menschen gefallen und es ihnen deshalb möglichst recht machen will. People Pleaser:innen können sich nicht gut von anderen abgrenzen und scheuen den Konflikt.

Soweit die Theorie. In der Praxis bedeutet das, dass wir JA sagen, wenn wir eigentlich NEIN meinen, dass wir für unsere Werte und Bedürfnisse nicht einstehen, weil wir Angst davor haben, was unser Gegenüber davon hält. Angst davor, auf Ablehnung zu stoßen.


PEOPLE PLEASING - Wie du den Mut findest, für dich selbst einzustehen
© Darina Belonogova/pexels.com


Kennst du das,


  • Schuldgefühle zu haben, wenn du jemandem nicht behilflich sein kannst?
  • dir ständig Sorgen darüber zu machen, was andere von dir und deinem Handeln denken?
  • dich immer für die Gefühle und Probleme der Menschen in deinem Umfeld verantwortlich zu fühlen?
  • oft nach Harmonie zu streben, auch wenn es bedeutet, dass du deine eigenen Bedürfnisse ignorierst?
  • dich nicht wertvoll zu fühlen, weil du nicht perfekt bist?

Ich kenne diese Gedanken und Gefühle sehr gut. Ich habe mein halbes Leben darauf ausgerichtet, „RICHTIG“ in den Augen anderer zu sein.

Das hat mich sehr viel Energie gekostet und mich daran gehindert mein wahres Ich zu zeigen.

Heute, als geheilte People Pleaserin und Coach für Frauen, möchte ich dir ein paar Tools an die Hand geben, wie du dich von diesen Gedanken befreien kannst.

Es hat Jahre gedauert, bis ich begriffen habe, dass People Pleasing nichts mit Hilfsbereitschaft zu tun hat, sondern mit Angst. Angst, nicht gemocht zu werden. Angst, abgelehnt zu werden. Angst, nicht gut genug zu sein.


Heute, als geheilte People Pleaserin und Coach für Frauen, möchte ich dir ein paar Tools an die Hand geben, wie du dich von diesen Gedanken befreien kannst.
© George Milton/pexels.com


Lass uns zunächst mal mit den 3 wichtigsten Mythen aufräumen:


  • Mythos 1: „People Pleaser sind einfach nur nett.“

    Die Wahrheit: Es mag so wirken, als wäre People Pleasing ein Zeichen von Freundlichkeit und Großzügigkeit. Aber oft steckt dahinter keine echte Nettigkeit, sondern Angst – Angst vor Ablehnung oder Konflikten. Es geht weniger darum, anderen zu helfen, als vielmehr darum, selbst Stress zu vermeiden. Wahre Freundlichkeit bedeutet, anderen zu helfen, ohne dabei sich selbst aufzugeben.
  • Mythos 2: „Wenn ich ‚Nein‘ sage, werde ich egoistisch.“

    Die Wahrheit: Egoismus bedeutet, dass man bewusst auf Kosten anderer handelt. „Nein“ zu sagen, wenn du überfordert bist oder etwas nicht möchtest, ist jedoch ein Akt der Selbstfürsorge – und das Gegenteil von Egoismus. Nur wenn du gut für dich selbst sorgst, kannst du auch für andere da sein. Jedes „Nein“ zu anderen ist ein „Ja“ zu dir selbst.
  • Mythos 3: „Ich muss es allen recht machen, um geliebt zu werden.“

    Die Wahrheit: Wenn du nur gemocht wirst, weil du ständig die Erwartungen anderer erfüllst, ist diese Zuneigung nicht echt. Wahre Beziehungen basieren auf Authentizität, nicht auf Anpassung. Du wirst feststellen, dass die Menschen, die wirklich zu dir passen, dich auch dann schätzen, wenn du deine Bedürfnisse klar kommunizierst – vielleicht sogar gerade deshalb.


Was kannst du tun, um dich von diesen Mythen zu lösen?


Der erste Schritt ist, diese falschen Überzeugungen zu hinterfragen und durch neue, kraftvolle Gedanken zu ersetzen. Frage dich:

  • Muss ich wirklich immer nett sein, um wertvoll zu sein?
  • Was passiert, wenn ich mich traue, „Nein“ zu sagen?
  • Wer bin ich, wenn ich aufhöre, es allen recht machen zu wollen?

Je mehr du dich traust, deine eigenen Grenzen zu setzen, desto mehr wirst du merken, dass People Pleasing nicht dein wahres Ich ist – sondern ein Verhalten, das du loslassen kannst.


Der Wendepunkt: Loslassen und Vertrauen
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Der Wendepunkt: Loslassen und Vertrauen


Der Moment, in dem ich begann, mich von diesem Muster zu lösen, war auch der Moment, in dem ich die Kontrolle abgegeben habe. Das klingt paradox, oder? Aber es war befreiend, nicht mehr alles perfekt machen zu müssen. Einfach ich selbst sein zu dürfen – mit all meinen Fehlern, Schwächen und Grenzen.

Ich habe gelernt, dass es völlig in Ordnung ist, "Nein" zu sagen. Dass es okay ist, nicht jedem gefallen zu müssen. Und dass die Menschen, die mich wirklich lieben, mich gerade dann respektieren, wenn ich für mich selbst einstehe.

Ich habe gelernt, dass jedes Mal, wenn mir wichtiger ist, was mein Gegenüber sagt, ich in die Ablehnung meiner Person und Persönlichkeit gehe, meine eigenen Werte und Überzeugungen bombardiere und meine Selbstzweifel stärke.

Ich habe gelernt, dass ich Menschen die Erlaubnis geben kann, negative Gefühle über mich zu haben. Das hat mein Leben zu 100% verändert.



Wie du den ersten Schritt machst?


Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest, lade ich dich ein, dir eine einfache Frage zu stellen:
„Was brauche ich gerade?“

Schreibe es auf. Nimm dir die Zeit, deine Bedürfnisse zu erkennen – ohne sie sofort zu bewerten. Denn das ist der Anfang: zu erkennen, dass du es wert bist, dir selbst Priorität zu geben.

Und wenn du das nächste Mal in Versuchung gerätst, "Ja" zu sagen, obwohl dein Bauch "Nein" schreit, erinnere dich: Du bist nicht auf dieser Welt, um die Erwartungen anderer zu erfüllen. Du bist hier, um deinen eigenen Weg zu gehen – mutig, stark und frei.

Der Weg zur authentischen Stärke
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Der Weg zur authentischen Stärke


Es geht nicht darum, mit Ellenbogen durch die Welt zu gehen, um sich Respekt zu verschaffen oder für sich selbst einzutreten. Du musst dich nicht durchkämpfen, um deine Werte zu leben. Es geht darum, in deiner wahren Stärke zu stehen – mit Mut, Selbstbewusstsein und der Fähigkeit, dir selbst zu vertrauen. Du kannst für andere da sein, ohne deine eigenen Bedürfnisse ständig zu opfern. Du kannst Liebe und Fürsorge geben, ohne dabei dein eigenes Wohl zu verlieren.

Der wahre Wandel beginnt genau dort, wo du aufhörst, dich für andere zu verbiegen und anfängst, in deiner Authentizität zu leben. Du bist genug, so wie du bist. Und es ist absolut in Ordnung, für dich selbst einzutreten, ohne dabei egoistisch zu sein. Denn wahre Stärke kommt aus dem Vertrauen in sich selbst, aus der Fähigkeit, liebevoll aber bestimmt „Nein“ zu sagen, und aus der Klarheit, dass du es verdienst, gesehen und respektiert zu werden – genau so, wie du bist.

Du hast die Macht, dich von den Fesseln des People Pleasing zu befreien und die beste Version deiner selbst zu werden – frei, selbstbewusst und stark. Der Weg dorthin ist nicht immer leicht, aber er lohnt sich. Du kannst dir selbst treu bleiben und trotzdem für die Menschen in deinem Leben da sein – auf eine Weise, die dir und deinen Werten gerecht wird. Es ist nie zu spät, den ersten Schritt zu machen.

Heute stehe ich an einem Punkt, an dem ich auf meine People-Pleasing-Vergangenheit zurückblicke und dankbar bin. Sie hat mich viel über mich selbst gelehrt. Doch ich weiß auch: Der wahre Schatz liegt darin, endlich ich selbst zu sein – authentisch und voller Selbstwert.


No - Es geht nicht darum, mit Ellenbogen durch die Welt zu gehen, um sich Respekt zu verschaffen oder für sich selbst einzutreten
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Es ist nie zu spät, damit anzufangen.


Wenn du an diesen Themen arbeiten möchtest, dann habe ich was für dich:


Wenn du Fragen hast melde dich gern unter info@sabine-linser.com

Herzliche Grüße

Sabine




Sabine Linser


Sabine Linser
© Sabine Linser

"DEINE ZUKUNFT, DEINE ENTSCHEIDUNG" so lautet das Credo von Sabine Linser, Mentorin für Frauen in Karriere- und Lebensentscheidungen & Host des 7am Club der Leaderinnen.

Als Vorbild für Frauen, die sich in oftmals ungewollten Veränderungsprozessen im Leben befinden, ist Sabine Linser deine Wegbegleiterin durch Veränderungen und Herausforderungen des Lebens. In ihrer Arbeit geht es darum, deine innere Stärke zu entfalten und die Autorin deines eigenen Lebensdrehbuches zu sein.

Sie begleitet Frauen auf ihrer Reise zu sich selbst, zu mehr Klarheit, Selbstbewusstsein und Zufriedenheit im Job.
Lösen wir Herausforderungen auf beruflicher Ebene, löst sich oft auch ein Thema im privaten Umfeld und umgekehrt.

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