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Yoga & Soma: Die Kunst der inneren Wahrnehmung


In einer reizüberfluteten Welt ist Yoga ein wertvoller Gegenpol. Insbesondere Yin-Yoga ist eine Praxis, die nicht nur unseren Körper auf einer tieferen Ebene anspricht, sondern auch einen bewussteren Zugang zu unserem inneren Erleben ermöglicht. Yin-Yoga ist weit mehr als eine Abfolge von Posen zur Steigerung der Flexibilität – es ist eine Reise zu uns selbst, bei der wir die Weisheit unseres Körpers als Kompass nutzen können.


Die Bedeutung von "Soma"


Der Begriff Soma beschreibt den Körper, wie er von innen erlebt wird – im Gegensatz zur rein anatomischen Betrachtungsweise. Jede Bewegung, jede Haltung trägt eine Geschichte in sich, geprägt von unserer Biografie, unseren Emotionen und unseren Lebensumständen. Während die Physiotherapie den Körper von außen betrachtet, öffnet die somatische Praxis einen Raum für das bewusste Spüren, anstatt den Körper zu analysieren. Somatischen Yoga stellt die subjektive Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner Signale in den Mittelpunkt. Was für eine Person eine angenehme Dehnung ist, kann für eine andere Spannung oder Unbehagen bedeuten – und genau diese Individualität wird respektiert.


Yoga & Soma: Die Kunst der inneren Wahrnehmung
© Anna Shvets/pexels.com


Die Sinnesantennen unseres Körpers


Unser Körper verfügt über ein komplexes Netzwerk an Rezeptoren – winzige Wahrnehmungsfühler, die kontinuierlich Informationen an unser Gehirn senden.

  • Propriozeption: die äußere Wahrnehmung

    Die meisten Rezeptoren, die für die Wahrnehmung von Position und Bewegung unseres Körpers im Raum zuständig sind, befinden sich in den oberflächlichen Schichten der Faszien. Unsere Faszien bilden ein dreidimensionales Netzwerk, das Muskeln, Organe und Knochen umhüllt und miteinander verbindet.
  • Interozeption: der innere Kompass

    Interozeption beschreibt die Fähigkeit, innere Körperzustände wahrzunehmen und zu interpretieren. Dazu zählen grundlegende Empfindungen wie Hunger, Durst und Herzschlag, aber auch subtilere Wahrnehmungen wie Stimmungen, Emotionen oder das Empfinden von Energiefluss oder Stagnation im Körper. In der Yin-Yoga-Praxis können wir bewusst in diese Innenwahrnehmung eintauchen: Wie fühlt sich mein Atem in dieser Haltung an? Welche Empfindungen breiten sich aus? Welche Stimmungen tauchen auf?


Yoga für den inneren Frieden In Harmonie mit den eigenen Gefühlen leben
Tanja Seehofer (Autor)
Yoga für den inneren Frieden
In Harmonie mit den eigenen Gefühlen leben


  • Somatische Marker: Die Verbindung von Körper und Gefühl

    Der Neurowissenschaftler Antonio Damasio prägte den Begriff der "somatischen Marker" und erkannte, dass rationale Entscheidungen nicht ohne das Fühlen und die Wahrnehmung des Körpers möglich sind. Unsere Emotionen und Körperempfindungen liefern uns wichtige Informationen, die uns bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Das viszerale Gehirn, das eng mit unseren Organen und inneren Empfindungen verbunden ist, steht in ständigem Austausch mit dem Gehirn und beeinflusst unsere Wahrnehmung und unser Verhalten.
  • Den Fluss der Empfindungen willkommen heißen

    Ein zentraler Aspekt von somatischem Yin Yoga ist die Kultivierung von Achtsamkeit – die Fähigkeit, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein und die Empfindungen des Körpers wertfrei wahrzunehmen. Statt uns in Gedanken und Sorgen zu verlieren, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf unseren Körper und erlauben uns, den Fluss unserer Empfindungen zu erfahren: Wie fühlt sich mein Atem in dieser Haltung an? Wie ist meine innere Wetterlage: Welche Stimmungen und Empfindungen sind gerade präsent?

Ein zentraler Aspekt von somatischem Yin Yoga ist die Kultivierung von Achtsamkeit
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Vipassana – Mit Gleichmut beobachten


Die Vipassana-Meditation lädt uns ein, Empfindungen und Gedanken wertfrei zu betrachten. Im Yin Yoga bedeutet das, einfach zu beobachten, ohne sofort zu reagieren:

  • Wenn eine Dehnung intensiv wird, anstatt sofort herauszugehen: Wo spüre ich den Widerstand? Was geschieht, wenn ich hineinatme?
  • Wenn Unruhe aufkommt, anstatt sich abzulenken: Welche Gedanken entstehen? Wie verändert sich das Gefühl, wenn ich mich nicht mit ihm identifiziere?
  • Wenn Wohlgefühl auftaucht, anstatt daran festzuhalten: Auch das wird weiterziehen.
  • Ein Grundprinzip des Vipassana besagt: Alles entsteht und vergeht. Schmerz, Unwohlsein, aber auch angenehme Empfindungen sind nicht statisch – sie kommen und gehen. Leid entsteht oft daraus, dass wir an etwas festhalten oder es ablehnen. In der Haltung der neutralen Beobachtung lehrt uns, eine Pause zwischen Empfindung und Reaktion einzulegen – eine Fähigkeit, die uns auch im Alltag mehr Gelassenheit schenkt.


Vipassana-Meditation: mit Gleichmut beobachten
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Ein sanfter Weg zur Selbstregulation


Diese Verbindung von Yin Yoga, somatischer Wahrnehmung und Vipassana bietet einen sanften, aber tiefgehenden Weg zur Selbstregulation. Indem wir unseren Körper nicht nur dehnen, sondern auch bewusst spüren, entwickeln wir eine feinere Wahrnehmung für unsere Empfindungen. Dies kann helfen, Stress abzubauen, emotionale Blockaden zu lösen und ein tieferes Gefühl der Verbundenheit zu kultivieren – mit uns selbst und der Welt um uns herum.



TANJA SEEHOFER


Tanja Seehofer - Tanja
© Foto Jens Schnabel
Tanja Seehofer ist Bewusstseinsforscherin, Dipl. Mentalcoach, Humanenergetikerin, und zertifizierte Fascial Fitness Trainerin. Ihre Reise auf dem Yoga-Pfad begann 1995. Sie machte Yoga zu ihrer Lebensphilosophie und absolvierte u.a. bei AIRYOGA München die Ausbildung zur 500 Stunden Yogalehrerin.

Inzwischen ist Tanja eine der renommiertesten Yin-Yoga- und Yoga-Nidra-Lehrerinnen und bildet zahlreiche Yoga Lehrer im gesamten deutschsprachigen Raum aus. In unserer schnellen und lauten Welt möchte sie ihre Schüler in die Ruhe und zu sich selbst führen, um wieder die eigene Stimme und Bedürfnisse hören und spüren zu können.

Als Yoga- und Mentalcoach, als Achtsamkeits-Trainerin mit dem Schwerpunkt Burnout Prävention leitet sie Workshops, Retreats und Ausbildungen (Live und auch Online) weltweit. Zudem ist sie Autorin von vier erfolgreichen Yogabüchern und schreibt für das Online-Magazin „Lebe-Liebe-Lache“. Ebenso moderiert Tanja für “Mystica.TV” die Sendung “Dein sechster Sinn”. Am Filmset berät sie bei Dreharbeiten als Yogacoach.

www.tanjaseehofer.de


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