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Inhalt
- Yoga und Krebs – den eigenen Körper wieder spüren lernen
- Interozeption – der Sinn für unser inneres Erleben
- Faszien, Bindegewebe und ihre Bedeutung bei Krebs
- Die Grundsubstanz – das flüssige Milieu zwischen den Zellen
- Schonende Bewegung bei Krankheit und nach Operationen
- Ein begleitender Weg
- TANJA SEEHOFER
Yoga und Krebs – den eigenen Körper wieder spüren lernen
Autorinnen: Tanja Seehofer & Gaby Kammler
Laut Robert Koch-Institut ist jede zweite Person im Laufe ihres Lebens von einer Krebserkrankung betroffen. Trotz moderner Therapien und integrativer Ansätze ist eine Krebsdiagnose für viele Menschen zunächst ein Schock. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, inmitten größter Verunsicherung weitreichende Entscheidungen treffen zu müssen, als ein Erstarren – körperlich wie emotional. Yoga kann in dieser Zeit einen sanften Weg eröffnen, um wieder in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen und innere Ressourcen zu stärken.
Während oder nach einer Krebserkrankung kann es heilsam sein, die Aufmerksamkeit bewusst nach innen zu lenken: Wie fließt mein Atem gerade? Wie fühlt sich mein Körper heute an? Habe ich viel oder wenig Energie? Spüre ich Angst oder Schmerzen – und was würde mir jetzt guttun? Diese Form der achtsamen Selbstwahrnehmung unterstützt dabei, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln und Selbstfürsorge zu kultivieren.
Gerade nach einer existenziellen Erfahrung kann es helfen, sich selbst mit mehr Sanftheit zu begegnen.
Während oder nach einer Krebserkrankung kann es heilsam sein, die Aufmerksamkeit bewusst nach innen zu lenken: Wie fließt mein Atem gerade? Wie fühlt sich mein Körper heute an? Habe ich viel oder wenig Energie? Spüre ich Angst oder Schmerzen – und was würde mir jetzt guttun? Diese Form der achtsamen Selbstwahrnehmung unterstützt dabei, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln und Selbstfürsorge zu kultivieren.
Gerade nach einer existenziellen Erfahrung kann es helfen, sich selbst mit mehr Sanftheit zu begegnen.

© Nataliya Vaitkevich/pexels.com
Interozeption – der Sinn für unser inneres Erleben
Interozeption bezeichnet die Fähigkeit, Signale aus dem Körperinneren wahrzunehmen. Sie sorgt für das Gefühl von Verbundenheit mit uns selbst und beeinflusst unser Wohlbefinden maßgeblich. Dazu gehören grundlegende Empfindungen wie Hunger und Durst, Wärme oder Kälte, aber auch feinere Wahrnehmungen wie innere Unruhe, Erschöpfung oder emotionale Zustände.
Ein Beispiel: Hunger ist nicht nur ein Zeichen eines leeren Magens. Menschen können essen und sich dennoch nicht satt fühlen – ein Phänomen, das etwa bei Essstörungen auftritt. Das Sättigungsgefühl entsteht durch interozeptive Prozesse und wird im Gehirn, genauer gesagt in der Insula, verarbeitet. Die Signale stammen aus viszeralen Rezeptoren sowie aus Mechanorezeptoren des faszialen Systems, die wesentlich an unserer Körperwahrnehmung beteiligt sind. Die Förderung der Interozeption kann Menschen dabei unterstützen, körperliche und emotionale Zustände feiner wahrzunehmen, Stress abzubauen und die eigene Resilienz zu stärken.
Faszien, Bindegewebe und ihre Bedeutung bei Krebs
Faszien sind Teil des Bindegewebes und bilden ein dreidimensionales Netzwerk im Körper.
Ist dieses Gewebe stark verhärtet oder verklebt, kann es seine Aufgaben nur eingeschränkt erfüllen. Langsame, statische Dehnungen – wie sie im Yin Yoga praktiziert werden – können hartes und sprödes Bindegewebe wieder geschmeidiger machen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Hyaluronsäure, die beim Faszientraining vermehrt gebildet wird und für Elastizität im Gewebe sorgt. Studien deuten darauf hin, dass Nagetiere oft an Krebserkrankungen sterben, während Tiere, die mit viel Hyaluronsäure ausgestattet sind – etwa der Nacktmull – oftmals verschont bleiben.
Lange Zeit galt die Stimulation von betroffenen Gewebebereichen, etwa durch Lymphdrainagen nach Brustkrebs, als Kontraindikation. Neueste Erkenntnisse zeigen jedoch, dass eine sanfte Stimulation hilfreich sein kann. Durch Bewegung und Gewebestimulation kann das Immunsystem besser arbeiten.

© Milius007/pixabay.com
Die Grundsubstanz – das flüssige Milieu zwischen den Zellen
Die sogenannte Grundsubstanz, auch Interstitium genannt, ist Teil der extrazellulären Matrix.
Sie umgibt Zellen und Gewebe und ermöglicht den Austausch von Nährstoffen, Hormonen und Abfallprodukten. Zu ihren Aufgaben zählen:
- der Transport von Nährstoffen und Hormonen
- der Abtransport von Toxinen über das Lymphsystem
- die Unterstützung des Immunsystems
- die Speicherung von Wasser durch Hyaluronan
Im Yin Yoga wirken länger gehaltene Positionen tief in das Bindegewebe und damit auch in diese Grundsubstanz hinein. Die Durchblutung wird angeregt, Flüssigkeiten können sich besser verteilen und das Gewebe wird elastischer. Bei Bewegungsmangel kann es hingegen zu einer Art „Stau“ kommen: Stoffwechselprodukte sammeln sich an, das Gewebe wird steif und weniger durchlässig. Regelmäßige, sanfte Bewegung unterstützt den natürlichen Austausch im Gewebe.
Tanja Seehofer (Autor)
,
Doris Iding (Autor)
Yin Yoga des Herzens
Geschmeidiger Körper. Offener Geist
Schonende Bewegung bei Krankheit und nach Operationen
Gerade nach Operationen, bei frischen Wunden oder bei körperlichen Einschränkungen kann Yin Yoga eine sehr sanfte Möglichkeit sein, das Gewebe zu mobilisieren, ohne Druck auszuüben. Die Praxis fördert ein achtsames Körperbewusstsein und schafft einen sicheren Raum, in dem Menschen lernen, ihre Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren. Das wirkt stabilisierend – körperlich wie emotional.

© Mikhail Nilov/pexels.com
Ein begleitender Weg
Yoga ersetzt keine medizinische Therapie. Als begleitende Praxis kann Yin Yoga jedoch helfen, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln, die Selbstwahrnehmung zu stärken und einen heilsamen Umgang mit den eigenen Ressourcen zu finden. Gerade bei kranken oder traumatisierten Menschen kann die Yin-Yoga-Praxis einen sicheren Rahmen bieten, um die eigenen Grenzen behutsam wahrzunehmen. Das wirkt heilsam und positiv auf das emotionale Gleichgewicht – besonders in Zeiten, in denen der Körper viel durchgemacht hat.
Online Ausbildung Yin Yoga bei Krebs mit Tanja Seehofer & Gaby Kammler
TANJA SEEHOFER

© Foto Jens Schnabel
Inzwischen ist Tanja eine der renommiertesten Yin-Yoga- und Yoga-Nidra-Lehrerinnen und bildet zahlreiche Yoga Lehrer im gesamten deutschsprachigen Raum aus. In unserer schnellen und lauten Welt möchte sie ihre Schüler in die Ruhe und zu sich selbst führen, um wieder die eigene Stimme und Bedürfnisse hören und spüren zu können.
Als Yoga- und Mentalcoach, als Achtsamkeits-Trainerin mit dem Schwerpunkt Burnout Prävention leitet sie Workshops, Retreats und Ausbildungen (Live und auch Online) weltweit. Zudem ist sie Autorin von vier erfolgreichen Yogabüchern und schreibt für das Online-Magazin „Lebe-Liebe-Lache“. Ebenso moderiert Tanja für “Mystica.TV” die Sendung “Dein sechster Sinn”. Am Filmset berät sie bei Dreharbeiten als Yogacoach.
www.tanjaseehofer.de
