Wenn der Partner nicht mehr gut hört
DAS OHR - EIN WRKLICH WUNDERBARES ORGAN
Das Ohr ist ein echtes Wunderwerk und zählt zu unseren kompliziertesten Sinnesorganen. Geräusche finden als sogenannte Schallwellen ihren Weg durch das Außenohr. Von dort aus geht es über das hinter dem Trommelfell liegende Mittelohr bis ins Innenohr. Die dortigen Haarsinneszellen verwandeln die Schallwellen in elektrische Impulse um und senden sie über den Hörnerv an unser Hörzentrum des Gehirns.
Die wirkliche Leistung geschieht dort, im sogenannten auditiven oder auch auditorischen Kortex, welcher auch Hörzentrum oder Hörrinde genannt wird. Hier werden die Schallsignale ausgewertet und passend interpretiert. Erst dann verstehen wir, was wir eigentlich hören: im Piepsen erkennen wir fröhliches Vogelgezwitscher, im tiefen Brummen den elektrischen Rasenmäher, in Tonabfolgen Silben, Wörter und dann ganze Sätze. Diese wertvolle Leistung des Gehirns nennen Hörakustiker das „Hörverstehen“..
HILFE- MEIN PARTNER HÖRT NICHT MEHR GUT
Nicht selten fällt ein Hörverlust als erstes den Familienmitgliedern oder anderen nahe stehenden Personen auf. Oft will der Betroffene es auch nicht wirklich wahr haben. Für ihn nuscheln die Mitmenschen, sprechen zu undeutlich oder viel zu leise. Sie stellen den Fernseher listiger Weise immer wieder leise und außerdem haben die vielen Katzen der Nachbarschaft alle Singvögel vertrieben, denn die hört er schon seit längerem nicht mehr - ist das wirklich so? Schuld könnte hier nämlich auch ein beginnender Hörverlust sein.

© Vlada Karpovich/pexels.de
Erste Anzeichen eines Hörverlusts
Nicht selten schwinden als erstes die hohen Töne und mit ihnen zum Beispiel der Gesang der Vögel. Auch das Verstehen von Sprache wird schwieriger, denn mit jedem Ton fallen bereits einzelne Laute und Buchstaben weg. Fehlen erst mal hohe Töne, hört man beispielsweise Buchstaben wie S und F nicht mehr. Das Gehirn muss sie bereits ergänzen und rät beim Hören den Zusammenhang. War es nun Ei oder Eis? Haus oder doch Maus? War die Nichte in „Magdeburg“ oder ist es schon „achte durch“? Das Hören und vor allem Verstehen, das im Gehirn passiert, wird somit anstrengender und die Betroffenen ermüden schnell. Sie sind gestresst, weil das Gehirn doppelte Arbeit leisten muss. Immer häufiger wird das Hören so anstrengend und die ersten peinlichen Situationen derart lästig, dass die Betroffenen für sie schwierige Umgebungen - Orte mit viel Umgebungslärm wie Restaurants, Hotels, große Gruppen - meiden. Sozialer Rückzug kann eine mögliche Folge sein.
Ein Hörtest bringt die Klarheit
Gut zu wissen: Sie können helfen. Wenn Ihnen bei Ihrem Partner zum Beispiel solche Verhaltensweisen auffallen, schlagen Sie einen Hörtest vor. Hörakustiker und HNO-Ärzte führen sie durch. Phonak: Einen Hörakustiker in Ihrer Nähe finden sie ganz leicht. Gute Hörakustiker bieten ihn meist ohne Terminvereinbarung und häufig sogar kostenfrei an. So erlangen Sie schnell die nötige Gewissheit.
Ist dann eine Hörsystemversorgung notwendig, können Sie Ihren Partner dabei weiter unterstützen. Mit einer Verordnung von ihrem HNO-Arzt sucht sich Ihr Lebenspartner einen Hörakustiker ganz nach seiner Wahl aus. Eine Versorgung in Wohnortnähe ist durch die über 6.350 Hörakustiker-Fachbetriebe in Deutschland in aller Regel sichergestellt. Gemeinsam mit dem Hörakustiker sucht Ihr Partner dann das ideale Hörgerät für sich aus. Er wird verschiedene Hörgeräte ausprobieren und testen wollen. Wichtig dabei ist natürlich auch der ganz individuelle Höreindruck, denn jeder Mensch hört anders. Ist das Gerät schließlich ausgesucht, wird es auf den ganz spezifischen Hörverlust angepasst. Dabei werden die Hörtestergebnisse ebenso berücksichtigt wie ganz persönliche Wünsche und Bedürfnisse. Ein Musiker stellt an seinen persönlichen Hörgenuss andere Anforderungen als ein aktiver Sportler.
Das Hörverstehen wieder neu herstellen
Wichtig ist das Wissen, dass eine Hörsystemversorgung einige Monate dauern kann. Ihr Lebenspartner muss sich erst langsam an die neuen Höreindrücke gewöhnen. Nicht selten muss er gewisse Klänge erst wieder erlernen. Denn das Verstehen des Gehörten findet wie gesagt im Gehirn statt. Kommen dort einige Reize nicht mehr an, verlernt das Gehirn, diese zu richtig erkennen und zu verstehen. Ein Beispiel zum Verständnis: Oft gehen als erste die ganz hohen Töne verloren, wie etwa das Vogelgezwitscher im Frühling. In manchen Fällen haben Betroffene schon länger keine Vögel mehr gehört. Mit einem neu angepassten Hörsystem hören sie sie dann wieder - aber es ist ein feiner, hoher Wust an Lauten - das Gehirn muss jetzt erst wieder lernen, in ihm das Vogelgezwitscher zu erkennen. Hat man es über einen längeren Zeitraum nicht mehr gehört, hat das Gehirn verlernt, das Geräusch als Vogelgezwitscher zu erkennen. In dieser Übergangszeit begleitet der Hörakustiker die Umgewöhnung und stellt immer wieder nach eigenen Wünschen nach. Nicht selten lohnt sich sogar ein Hörtraining, dass die Gewöhnung an das neue Hören fördert.