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Warum verbindliche Absprachen jeder Gruppe gut tun


Für freiheitsliebende Menschen klingen Regeln erstmal nach Einschränkungen. Leicht neigt man dazu, sich dort nicht mehr wohlzufühlen, wo einem zu viel vorgeschrieben wird. Doch: Ob in der Familie, im Verein oder in der Online-Community, jede Gruppe profitiert von einem gemeinsam festgelegten Normenkatalog, der dafür sorgt, dass es nicht zu Streit kommt. So wird vermieden, dass jemand in den persönlichen Raum eines anderen eindringt oder sich ungerecht behandelt fühlt.

Leistungssicherung in Vereinen und anderen Organisationen


Jede Organisation oder Vereinigung hat zum Ziel, dass durch das Zusammenarbeiten von verschiedenen Menschen gemeinsame Ziele erreicht werden. Vom Ausfall eines Einzelnen ist deswegen die gesamte Gruppe betroffen und es müssen Regelungen getroffen werden, wie mit solchen Situationen umgegangen werden soll. Da selbst in Vereinen so viele Aufgaben anfallen, dass häufig nicht nur Ehrenamtliche dort arbeiten, muss Geld erwirtschaftet werden. Dadurch entsteht zusätzlicher Druck auf die Beteiligten. Vom Profi-Fussball kennt man deswegen zusätzlich zu Verhaltensrichtlinien auch Strafenkataloge, die nicht nur ein disziplinierteres Verhalten innerhalb des Teams gewährleisten, sondern auch dem Einzelnen den Schaden durch vereinsschädigendes Verhalten in Rechnung stellen soll. Vereine sind darüber hinaus in Deutschland als juristische Personen sogar dazu verpflichtet, sich bei der Gründung eine Satzung zu geben, womit im Grunde eine rechtlich bindende Sammlung von solchen Normen gemeint ist. Vorlagen finden sich vielfach im Netz, beispielsweise auf der Seite vereinsrecht.de.


Gerechtigkeit in Zweck- und Interessengemeinschaften


Außerordentlich gefährdet für Kompetenz- oder Rechtsstreitigkeiten sind Gruppen, die sich in erster Linie deswegen zusammengeschlossen haben, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen bzw. um voneinander zu profitieren, wie beispielsweise politische Bewegungen, Vereine oder auch Tippgemeinschaften. Einer der ersten Schritte nach der Gründung ist deswegen meist, ein Positionspapier aufzusetzen und bestimmte Aufgaben oder Normen zu definieren. Lockerere Vereinigungen sind zwar anders als Vereine rechtlich nicht dazu verpflichtet, interne Vereinbarungen in einem solchen Dokument festzuhalten, doch sobald finanzielle Interessen im Spiel sind, wie beispielsweise bei einer Lotto-Tippgemeinschaft, werden meist schriftliche Verträge empfohlen, um Geldstreitigkeiten zu vermeiden.


Harmonie in der Familie


Zwar landet auch mancher Familienstreit vor Gericht, aber hauptsächlich benötigt man verlässliche Absprachen mit seinen Liebsten deswegen, damit man einander vertrauen kann und weniger Zeit damit verbringen muss, Selbstverständlichkeiten zu verhandeln. Je detaillierter eine Regel formuliert ist, desto einfacher und schneller lässt sich ein Problemfall oder Streitpunkt klären. Letztendlich bedeutet das mehr Sicherheit und Seelenfrieden, wenn man sich erst einmal an die ausgehandelten Strukturen gewöhnt hat. Ein weiterer Vorteil ist zudem, dass unter der regelbasierten Harmonie nicht die Kreativität leidet, so wie es der Fall wäre, wenn jeder ständig daran denkt, einen Konsens erzielen zu müssen.
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