Sportbootführerschein: die Lizenz zum Ablegen
Der Frühling ist da - nix wie raus aufs Wasser. Den Motor starten, Leinen los, und dem Horizont entgegen. Allerdings nur mit dem richtigen Bootsführerschein.
Der freundliche Prüfer gratuliert den erschöpft dreinschauenden Frauen und Männern nach bestandener Prüfung zum Sportbootführerschein Binnen/See und lächelt: "Sie alle haben heute die wichtige Lizenz erworben, mit der der Sie Ihr Boot überall auf der Welt versenken können."
Der freundliche Prüfer gratuliert den erschöpft dreinschauenden Frauen und Männern nach bestandener Prüfung zum Sportbootführerschein Binnen/See und lächelt: "Sie alle haben heute die wichtige Lizenz erworben, mit der der Sie Ihr Boot überall auf der Welt versenken können."
Alle an Bord lachen. Ein ziemlich alter Witz unter Wassersportfans, aber er enthält einen wahren Kern. Denn wer zum Beispiel an der Nord- oder Ostsee ein Schiff mit mehr als 15 PS führen will, benötigt den Sportbootführerschein "See". Boote mit deutlich weniger Motorleistung und weniger als 15 Meter Gesamtlänge lassen sich dort führerscheinfrei fahren. Dies ist allerdings nicht genug für einen entspannten Törn entlang der Küste.

© Lattore/pixabay
Mit so einem Motorboot kann man raus zum Angeln fahren, dreht eine Runde im Hafen oder tuckert in eine sanfte Bucht zum Schwimmen. Maritime Erlebnisse sind mittlerweile ohne Führerschein ziemlich selten. Und zwar nicht nur an der Küste: Wer auf einem Binnensee und Fluss die Bugwelle genießen will, braucht unbedingt den "Sportbootführerschein Binnen" unter Segel oder Motor. Auf dem Rhein, allen Landesgewässern und auch dem Bodensee sind hier sogar nur Boote mit fünf PS führerscheinfrei.
Der richtige Bootsführerschein
Mit dem 'Sportbootführerschein See' aus einer Bootsfahrschule erschließt man sich die Welt des Yacht- und Bootsports. Ganz gleich, ob Sylt oder Seychellen – damit lassen sich allerorts Motorboote mieten und losfahren. Sei es eine eindrucksvolle Yacht oder ein kleines Gummiboot. Der amtliche Führerschein ist durch ein Zertifikat der UN in aller Welt anerkannt.
Einsteigern empfehlen Ausbilder, mit dem 'Sportbootführerschein See' zu beginnen, auch wenn er nur auf Binnengewässern schippern will. Wer so einsteigt, spart nämlich viel Zeit und Geld. Denn: Wer den SBF See besteht, bekommt beim SBF Binnen unter Motor rund ein Drittel der Theorie sowie die gesamte Praxisprüfung erlassen.
Gut zu wissen: Der Weg zu einem Bootsschein ist deutlich anspruchsvoller als zum Autoführerschein. Die Komplexität ist hier deutlich höher, denn mit dem Straßenverkehr wachsen wir auf. Wir können leicht an einer Ampel Rot und Grün unterscheiden. Doch mit den vielen Regeln, Signalen und Zeichen auf den Wasserstraßen können die meisten Kursteilnehmer zu Beginn nichts anfangen. Da muss man sich schlichtweg reinarbeiten.
Die Fragen haben es in sich
Bei einer Prüfung zum SBF See werden 30 von 285 zum Teil sehr anspruchsvollen Fragen im Multiple Choice-Verfahren mit je vier dicht beieinander liegenden Antwortmöglichkeiten abgefragt. Zudem sind einige recht komplexe Navigationsaufgaben zu lösen. Hat man diesen Teil bestanden, erfolgt die praktische Prüfung: Hier müssen beispielsweise häufig verwendete Knoten geknüpft werden, das sogenannte Peilen, das Beherrschen des Schiffs in kritischen Situationen, ein Mann-über-Bord-Manöver und auch das An- und Ablegen absolviert werden.
Bei einer Theorieprüfung zum Binnenschein für Segel und Motor sind sogar 300 Fragen zu beantworten. Einige Verkehrsregeln haben auf Binnengewässern eine völlig andere Bedeutung als auf See – hier gilt es, umzudenken. Auch die praktische Segelprüfung ist ziemlich anspruchsvoll, und so mancher Prüfer ist dabei ziemlich streng.