Silvesterbräuche die uns glücklich machen
Wer wünscht sich nicht Liebe, Glück, Gesundheit, Geld und Erfolg? Schon seit Urzeiten versuchen die Menschen, dem Schicksal einen kleinen Schubs in die gewünschte Richtung zu geben. So auch zu Silvester, wenn aus dem 365. Tag der erste Tag wird. Ein schöner Anlass für viele, neu durchzustarten und positive Wendungen zu beschwören.

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Das wussten schon unsere Ahnen, denen Familie und Freunde als machtvoller Schutz gegen Dämonen und böse Geister galten. In diesem Sinne hier ein paar internationale Bräuche aus den drei großen Silvesterdisziplinen „Wünsche“, „Glücksbringer“ und „Orakel“. Und vergessen Sie nicht, am Silvesterabend kurz vor Mitternacht die Fenster zu öffnen, damit den Hoffnungen und Wünschen nicht der Weg versperrt ist.
Richtig wünschen ruft das Glück herbei
Stoßen Sie auf jeden Fall mit einem lauten „Prosit Neujahr“ an, denn Prosit ist Latein und bedeutet: „Es möge gelingen!“ Und das wünschen wir zu Silvester sicher unseren Lieben genauso wie uns selbst.

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Der Glücksklee hingegen stammt aus Mexiko und soll Wünschen Flügel verleihen. Aber Achtung: Immer schön gießen, damit er nicht vertrocknet und mit ihm die Hoffnungen.
Ebenfalls aus Mexiko stammt der Brauch, zu Silvester einen Koffer vor die Tür zu stellen, um das Reiseglück herbeizulocken. Schauen wir von Mexiko nach Spanien, kommen wir zum Brauch der zwölf Weintrauben. Sie werden um Mitternacht gegessen, bei jedem Schlag eine. Dazu gehört jeweils ein Wunsch, der im nächsten Jahr in Erfüllung geht, solange wir im Rhythmus der zwölf Glockenschläge bleiben und beim letzten Schlag alle Weintrauben verputzt sind.
In Estland trinken die Menschen um 24 Uhr auf der Straße ein Glas Wasser, das die Tränen symbolisiert, die im neuen Jahr nicht mehr geweint werden müssen. Engländer backen zu Silvester kleine Törtchen mit Hackfleisch, die sie um Mitternacht bei einem Glas Rotwein ihren Nachbarn schenken – das sorgt für Nachbarschaftsglück.
Dietmar Bittrich (Autor)
Das Gummibärchen-Orakel
Sie ziehen fünf Bärchen aus der Tüte
Glücksbringer für neuen Rückenwind
Wer sich nicht nur auf Wünsche verlassen möchte, sollte außerdem zum Glücksbringer greifen. Zum Beispiel zu Honig und Mohn, die in Russland auf keiner Silvestertafel fehlen dürfen. Aber auch das Schwein soll Glück bringen. Deshalb gab es früher in Deutschland Gerichte mit Schweinefleisch zu Silvester.

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Dabei wurden oft noch Glücksmünzen versteckt. Wer diese auf seinem Teller fand, dem war im neuen Jahr eine Extraportion Glück sicher.
Den Glückspfennig können Sie natürlich auch so verschenken – indem Sie ihn in einem Marzipanschwein oder einem Pudding verstecken.
Ein ebenso alter und bewährter Glücksbringer ist das Hufeisen, er erinnert an die Stärke und Ausdauer eines Pferdes.Aber Achtung: Zeigt die Öffnung nach unten, fällt das Glück heraus, deshalb sollte es beim Glückwünschen immer nach oben zeigen.
Orakeln mit Bleigießen, Gummibärchen & Co
Nun bleibt noch die große Frage: Was bringt das neue Jahr? Orakeln steht zu Silvester ganz hoch im Kurs: Könnten wir doch die blickdichte Mauer zwischen uns und der Zukunft einreißen! Hilfsmittel dafür sind bekannte Orakel wie Bleigießen, Kartenlegen und Pendeln.

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Oder Sie orakeln mit Streichhölzern, dabei steht das rote Ende für Glück, das andere Ende für Unglück. Legen Sie drei Streichhölzer in eine Dose, schütteln Sie diese, dann mit geschlossenen Augen die Streichhölzer herausnehmen und nebeneinander senkrecht auf den Tisch legen. Zeigen zwei rote Enden nach oben, verheißt das Glück, zweimal das andere Ende steht für Unglück.
Ebenfalls um Glück und Unglück geht es beim Lichtorakel. Dafür setzen Sie zwei Kerzenstummel in zwei Nussschalen und die in eine Schale mit Wasser. Trudeln die Kerzen von einem Schalenrand zum anderen, ohne zu verlöschen, verheißt das ein gutes Jahr. Nachhelfen durch Bewegen der Schale ist erlaubt.
Und nun noch ein wichtiger Orakeltrick: die Umkehrversicherung. Zeigt das Orakel nichts Gutes, können Sie das Schicksal wenden, indem Sie aufstehen und sich einmal um die eigene Achse drehen. Denn manchmal müssen wir dem Schicksal sagen, wo’s langgeht, und nicht umgekehrt.
