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Resilienz - das "Geheimnis" der Stehauf - Menschen


Der Begriff Resilienz stammt ursprünglich aus der Materialstoffkunde und beschreibt die Fähigkeiten eines Stoffes, nach äußerer Beeinflussung wieder seine ursprüngliche Form anzunehmen. In der Psychologie beschreibt Resilienz die innere Stärke eines Menschen, die ihn befähigt, Konflikte, Misserfolge, Niederlagen und Lebenskrisen zu meistern. Resilienz ist eine Art innere Widerstandsfähigkeit, gewissermaßen das Immunsystem der Seele.


Wahre Überlebenskünstler haben ein hohes Selbstwertgefühl und eine selbstverpflichtende Zielbindung

kreative Frau
© flickr Stephen B Whatley
Wenn Stehauf-Menschen einmal ein Fehler unterläuft, sie eine Krise oder einen großen Misserfolg hinnehmen müssen, dann nehmen sie diese Begebenheit "nicht persönlich", da sie ihr Selbstwertgefühl von negativen Ereignissen abgekoppeln können. So verfügen zum Beispiel Resilienzkinder über eine ausgeprägtes Selbstwertgefühl. Sie sind immer auch stolz auf sich und gleichzeitig hilfsbereit, wenn es darum geht, andere Menschen zu unterstützen.

Stehauf-Menschen nehmen sich, trotz einer erlittenen Niederlage, als vollwertig und vor allen Dingen auch als liebenswert wahr. Sie sind in der Lage, sich durch Motivation nach Misserfolg um das Beheben des Fehlers,

die Bewältigung der Krise oder die Korrektur des Misserfolges zu kümmern, indem sie dafür die Verantwortung übernehmen.


Viele Menschen leben jedoch nach der leistungsorientierten Selbstwertbindung: Habe ich einen Erfolg erzielt, dann bin ich ein guter Mitmensch - habe ich einen Misserfolg zustande gebracht, dann bin persönlich ein Versager.

Diese leidvolle Verknüpfung von Leistung und Selbstwertgefühl führt dazu, dass viele von uns ein unzufriedenes Leben führen. Das Selbstwertgefühl und Wohlbefinden sind dann sehr schwach ausgeprägt. Ein niedriges Selbstwertgefühl bremst diese Menschen aus und begünstigt es, dass sie zur "Rettung eines niedrigen Selbstwertgefühls" die Verantwortung für Misserfolge ablehnen. Sie schieben die Verantwortung entweder einer anderen Person oder "den Umständen" zu. Häufig führt diese Haltung zu einer großen Lebensunzufriedenheit.


Doch es ist "Land in Sicht ": Die heutige Resilienzforschung geht davon aus, dass jeder Mensch gewisse Resilienzfaktoren mitbringt und dass diese Fähigkeiten auch weiter ausgebaut werden können. Dies zu wissen darf uns zuversichtlich stimmen, führt es uns doch vor Augen, dass nicht alles im Leben vorbestimmt oder "schicksalsorientiert " ist.

So lassen sich aus heutigen Forschungsergebnissen viele Anregungen für die angewandte Psychologie herausfiltern, die sich sowohl auf eine der humanistischen Psychologie verpflichtende Ebene als auch auf die Erziehung von Kindern und Jugendlichen und auf die eigene allgemeine Lebensplanung im Sinne einer ausgewogenen Work-life-balance beziehen. Resilienz ist erlernbar und trainierbar.

Beispiel für Entwicklung: Schmetterling
© flickr PRAVEEN VENUGOPAL
Zahlreiche Forschungsergebnissw weisen darauf hin, dass Stehauf-Menschen über kreative Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen. Dank ihrer Kreativität entwickeln sie neue und ungewöhnliche Lösungswege, um auch in sogenannten ausweglosen Lebenssituationen wieder lebens- und überlebensfähig zu werden. Sie widmen sich zudem ihrer Persönlichkeitsentwicklung durch eine bewusste Weiterentwicklung ihrer positiven Eigenschaften und Emotionen.


Stehauf-Menschen haben eine unerschütterliche Resilienz


Die Resilienzforschung zeigt, dass die Psyche eine Art Schutzhaut besitzt, die den Menschen widerstandsfähig und krisenfest macht. Die Essenz der Resilienz ist das unerschüttliche Vertrauen in die Fähigkeit, sein Leben immer wieder in den Griff zu bekommen.

Et hät noch immer jot jejange - kölsche Resilienz

Schmunzeln erwünscht. Ich finde, das kölsche Grundgesetz gibt sehr gut wider was die rheinische FROHNATUR ausmacht:

Et es, wie et es.


Hochdeutsch: Es ist wie es ist.
Bedeutung: Sieh den Tatsachen in die Augen.


Et kütt wie et kütt.


Hochdeutsch: Es kommt, wie es kommt.
Bedeutung: Sorge Dich nicht um die Zukunft.


Et hät noch immer jot jejange.


Hochdeutsch: Es ist noch immer gut ausgegangen.
Bedeutung: Lerne aus der Vergangenheit.


Fott es fott.


Hochdeutsch: Weg is weg.
Bedeutung: Jammere den Dingen nicht nach.


Et bliev nix, wie et wor.


Hochdeutsch: Nichts bleibt, wie es war.
Bedeutung: Sei offen für Neuerungen.


Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.


Hochdeutsch: Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit.
Bedeutung: Sei kritisch, wenn Neuerungen Überhand nehmen.

Wat wellste mache?


Hochdeutsch: Was willst Du machen?
Bedeutung: Füg Dich in Dein Schicksal


Auf Youtube ansehen
© youtu.be/NYm8QXfwalQ


Maach et joot, äwwer nit ze off!


Hochdeutsch: Mach es gut, aber nicht zu oft!
Bedeutung: Übertreib es nicht. Achte auf Deine Gesundheit.

Wat soll dä Quatsch?


Eigentlich unübersetzbar. Eine kölsche Universalantwort.


Do laachse Dich kapott!


Hochdeutsch: Da lachste Dich kaputt.
Bedeutung: Darüber sollte man lieber lachen als weinen.


Jede Jeck es anders!


Hochdeutsch: Jeder Narr ist anders! Oder auch: Jeder ist ein anderer Narr!
Bedeutung: Jeder Mensch hat seinen eigenen Vogel.


Besonders auch für Personen in sozialen Berufen (Lehrer, Sozialpädagogen, Psychologen) und Eltern ist Auseinandersetzung mit Resilienz lohnenswert. Es zeigt sich, dass die Resilienzforschung, sehr wichtige Erkenntnisse bringt und zukünftig - in Zeiten der enormen Wichtigkeit und Notwendigkeit des Humankapitals - ist die Forschung im Bereich der (Klein-) kindforschung und Resilienz zu erhöhen bzw. weiter auszubauen.


Nur nicht aufgeben - Wachstumsbedingungen für Resilienz


Kindheit:


• Mindestens eine stabile verlässliche Bezugsperson
• Menschliche Unterstützung innerhalb und ausserhalb der Familie
• Positive Vorbilder
• Jemand, der mir angemessen Grenzen setzte
• Wohl dosierte soziale Verantwortlichkeiten durch Elternhaus oder Bezugsperson
• Individuell angepasste Leistungsanforderungen an mich
• Ein emotional offenes warmes Erziehungsklima

Heute:


• Ein mindestens durchschnittliches Intelligenzniveau
• Vorausplanendes Verhalten
• Soziale Fähigkeiten wie Hilfsbereitbereitschaft
• Realistische Zukunftsplanung
• Fähigkeit zur Selbststeuerung
• Lebenspraktische Fertigkeiten wie Selbstdisziplin und Beharrlichkeit
Eigene, von mir entwickelte Ziele, die ich bewusst anstrebe
• Hohes Selbstwertgefühl
• Aktive Bewältigungsstrategien bei Problemen
• Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft
• Wertschätzung von Lesen und Schreiben als kulturelle Fertigkeit
• Motivation und Interesse am Lernen
• Hobbys, die mir Freude und Selbstbestätigung geben
• Positives Menschenbild
• Das Gute im Schlechten erkennen können
• Die Fähigkeit, sich zu distanzieren
Humor
• Gelassenheit
• Gute Beziehung zur Natur


Literatur


• Oliver Brendel: Ich bin dann mal gelähmt. Vom Ironman zum Pflegefall und zurück (e-book/ Hörbuch), 2012
• Zuhal Soyhan: Ungebrochen. Mein abenteuerliches Leben mit der Glasknochenkrankheit, 2012
• Günther Opp, Michael Fingerle: Was Kinder stärkt, 2008
• Klaus Fröhlich-Gildhoff, Maike Rönnau-Böse: Resilienz, 2009
• Sylvia Kéré-Wellensiek: Fels in der Brandung statt Hamster im Rad, 2012

Quelle: http://www.stehaufmenschen.de