Kino im Kopf - Warum träumen wir?
Auch wenn wir uns meistens schon Augenblicke nach dem Erwachen nicht mehr erinnern können: Jeder Mensch träumt jede Nacht. Lange dachte die Wissenschaft, der Schlaf sei eine Phase, in der sich das Gehirn in den Pausenmodus schaltet. Inzwischen aber ist bekannt: Das Gehirn arbeitet im Schlaf genauso aktiv wie zu Wach-Zeiten - zum Teil sogar noch intensiver.
Und obwohl wir uns kaum bewegen, verbrennen wir im Schlaf fast genauso viel Kalorien wie im Wachen. Aber warum diese neuronale Anstrengung, warum diese bildliche Höchstleistung, die uns unterhält, verwirrt, erregt, erfreut, verängstigt oder nachdenklich macht? Das tagsüber Erlebte verarbeiten? Visionen für die Zukunft entwickeln? Oder ist es einfach nur sinnloses Gedächtnisgewitter?
Mediziner, Psychologen und Mathematiker machen sich mit Kernspintomografen, Hirnstrommessgeräten und Fragebögen auf in unser nächtliches Kopfkino. Denn sie gehen davon aus, dass unser Gehirn diese aufwendige Fantasie-Akrobatik nicht vollführen würde, wenn sie nicht irgendeinen Zweck hätte.

© www.verameinold.de
Im Rahmen der Sendung "Faszination Wissen: Kino im Kopf - Warum träumen wir? " zeigte sie ihren Klienten Wege zu sich selbst auf.
Wir von Lebe-Liebe-Lache wollten daraufhin tiefer in die Traumwelten eintauchen und stellten der Therapeutin einige Fragen:
Lebe-Liebe-Lache: "Die wissenschaftliche Traumdeutung steckt derzeit noch in den "Kinderschuhen". Welche tiefgreifenden Erkenntnisse erträumst du dir für die nächsten zwanzig Jahre? "
Vera Meinold: "Ich denke, in den letzten Jahren ist schon einiges wissenschaftlich bewiesen worden, um unsere Träume erklärbar zu machen. Wobei mein Fokus ganz eindeutig auf den Deutungsmöglichkeiten der jeweiligen Träume liegt. Und ich mir auch des Öfteren die Frage gestellt habe, ob es wirklich notwendig ist, alles begründen und mit Fakten hinterlegen zu müssen. Vielleicht bleibt die Traumwelt einfach ein nicht vollständig erklärbares Mysterium. Wünschen würde ich mir, dass sich viel mehr Menschen für diese wunderbare Unterstützung, die uns unsere Träume geben, öffnen würden und somit Vertrauen in ihre ursprüngliche, intuitive Kraft erlangen könnten."
Lebe-Liebe-Lache: "Kurz vor dem Einschlafen scheinen sich alle Ungereimtheiten des Lebens in "Wohlgefallen" aufzulösen. Antworten und kreative Lösungen tun sich uns sehr deutlich, ja gleichzeitig auf. Wie erklärst du diesen Zustand und wie können wir, die ihm innewohnenden Erkenntnisse, für unser Leben nutzen? "

Lebe-Liebe- Lache: "Wie läuft ein Treffen in deiner Traumgruppe ab? "
Vera Meinold: " In einer Traumgruppe treffen wir uns in einem kleinen, geschützten Rahmen. Es ist ein leichter Einstieg für jedermann, der sich seinen Träumen mehr öffnen möchte.
Eine Person erzählt seinen Traum, wird dann von mir noch einmal hineingeführt und geht mit den jeweiligen Symbolen, Gefühlen und Gedanken während des Traumes in Kontakt. Die anderen Teilnehmer haben nach der individuellen Deutung des Traumes die Möglichkeit ihre Sichtweise darzulegen, und können so zusätzlich wertvolle Impulse für den Träumenden geben. Das Schöne an der Begegnung in der Gruppe ist, dass durch die gegenseitige Resonanz eigene Aspekte und Themen der Teilnehmer aufgelöst werden können. "
Lebe-Liebe- Lache: "Hast du auch sogenannte Klarträume? "
Vera Meinold: "Klarträume habe ich von Zeit zu Zeit. Doch mir war es nicht wichtig, luzides Träumen zu erlernen. Ich wusste, dass es irgendwann von alleine passiert, wenn die Zeit dafür reif ist."
Lebe-Liebe- Lache: "Wie funktioniert deine telefonische Traumberatung? "
Vera Meinold: "Ähnlich wie in einem persönlichen Kontakt, nur am Telefon. Der Anrufer erzählt seinen Traum, ich führe ihn wie im Film gesehen in den Traum hinein und in den Dialog mit den jeweiligen Traumsymbolen. Auf Wunsch des Klienten steigen wir nach der Deutung tiefer in den Traum ein und können Themen, die damit verbunden sind, auflösen."
Lebe-Liebe- Lache: "Hast du einen Lieblingstraum? "
Vera Meinold: "Keinen bestimmten. Meine Erkenntnis ist, dass manchmal die schlimmsten Alpträume in der Auflösung die schönsten Momente ergeben."
Lebe-Liebe-Lache
Essentials

Vera Meinold
Wie lautet Dein Lebensmotto?
Momentan: Lebe so als ob es dein letzter Tag wäre
Welche war Deine letzte Liebestat?
Das Leben jeden Tag mit Liebe, Hingabe und Achtsamkeit zu leben, ist glaube ich, die schönste Liebestat. Und das versuche ich jeden Tag ein bisschen mehr.
Worüber hast Du zuletzt herzlich gelacht?
Es gibt viele schöne Momente während meines Tages, wo ich herzhaft lachen kann. Das „ Lachen“ macht mein Leben um so vieles lebendiger und schöner.
"Faszination Wissen" ist eine 30-minütige Wissenssendung, in der jede Woche einer aktuellen und spannenden Frage aus der Wissenschaft nachgegangen wird. Moderator Gunnar Mergner nimmt die Zuschauer mit in die Welt der Forscher und Experten, wenn er Antworten sammelt, die er im Studio zusammenführt. Dabei wägt er konträre Meinungen gegeneinander ab, stellt kritische Fragen und erkundigt sich auch da, wo die Forschungsergebnisse schließlich zum Einsatz kommen.
Die Sendung "Faszination Wissen: Kino im Kopf - Warum träumen wir? " des Bayerischen Rundfunks können Sie hier sehen: www.br.de