Kein neuer Anstrich für Männer: Interview mit Hans-Gerd Raeth zur neuen Bestandsaufnahme ab 50
Stell dir vor, dein Leben wäre eine Woche – und heute ist Freitag. Nicht der Tag für die große Party, sondern der Moment, in dem du dich fragst: War das schon alles?
Genau an diesem Punkt steht Henri, der Held aus „Wir Freitagsmänner“. Zwischen einem „Loch im Bart“, einer gescheiterten Ehe und der überraschenden Diagnose „männliche Wechseljahre“ realisiert er, dass es Zeit für einen radikalen Gleiswechsel ist. Das Buch ist eine funkensprühende Gebrauchsanweisung für Männer in den besten Jahren – und ein Augenöffner für alle Frauen, die sie verstehen wollen.
Genau an diesem Punkt steht Henri, der Held aus „Wir Freitagsmänner“. Zwischen einem „Loch im Bart“, einer gescheiterten Ehe und der überraschenden Diagnose „männliche Wechseljahre“ realisiert er, dass es Zeit für einen radikalen Gleiswechsel ist. Das Buch ist eine funkensprühende Gebrauchsanweisung für Männer in den besten Jahren – und ein Augenöffner für alle Frauen, die sie verstehen wollen.
Über diesen ganz speziellen „Freitagsmoment“ im Leben und die Frage, wie man mit der Diagnose Wechseljahre umgeht, hat sich Annette Maria Böhm mit dem Autor Hans-Gerd Raeth im nachfolgenden Interview ausgetauscht.

© Alan Ovaska
LEBE-LIEBE-LACHE: Ihre Protagonisten sind zwei Männern im besten Alter, die übergangsweise eine Wohngemeinschaft bilden. Was macht gerade diese rein männliche Perspektive so fruchtbar für die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden?
HANS-GERD RAETH: Männer in den Wechseljahren, also grob gesagt praktisch alle Männer ab etwa 50, reden ja nicht so gern über ihre Probleme mit dem Älterwerden. Bei besten Freunden, die sich seit einer Ewigkeit kennen und schon eine Menge miteinander erlebt haben, ist das etwas anders – vor allem, wenn sie ähnlich alt sind und deshalb beide unter Wechseljahresbeschwerden leiden. Ich dachte, es könnte Frauen interessieren, was Männer miteinander bereden, wenn sie unter sich sind – und Männern helfen, sich wenigstens ihrem besten Freund anzuvertrauen, falls sie es noch nicht getan haben. - Aber davon mal ganz abgesehen, haben mir die Dialoge von Henri und Felix auch einfach sehr viel Spaß gemacht.
LEBE-LIEBE-LACHE: Der Titel spielt mit dem Wunsch, dem Alter die Stirn zu bieten ("Wer wird denn gleich alt werden?"). Wo zieht das Buch die Grenze zwischen gesunder Lebensfreude und dem oft krampfhaften Versuch, die Jugend festzuhalten?
HANS-GERD RAETH: Ein Teil der Antwort steckt bereits in ihrer Frage. Wenn sich jemand krampfhaft an etwas klammert, sei es nun eine Beziehung, einen Job, einen Drink, einen Spieltisch oder eben an die Jugend, dann klingt das nicht besonders gesund. Aber es liegt mir fern, Grenzen dafür festzulegen, wo gesunde Lebensfreude endet und ungesundes Verhalten anfängt. Das darf jeder Mensch gern für sich selbst entscheiden – die Frage betrifft ja nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Ich persönlich habe vor einigen Jahren erlebt, dass ich mich als Mann in mittleren Jahren an der Seite einer deutlich jüngeren Frau alt gefühlt habe. Wenn ich mir vorstelle, wie das wohl heute wäre, dann würde ich persönlich dort eine Grenze ziehen, wo ich das Gefühl habe, dass ich zwei Dinge nicht zusammenbringen kann, zum Beispiel den Wunsch nach einem ruhigen Abend und der Aussicht darauf, bis zum Morgengrauen in einem Club durchzutanzen, weil meine junge Frau das erwartet.
LEBE-LIEBE-LACHE: Ältere Männer tun sich oft schwer, über Gefühle oder Ängste zu sprechen. Inwiefern dient die WG der Freitagsmänner als "Ventil" oder sicherer Raum, um Themen wie Verlust, Gesundheit oder die eigene Endlichkeit zu behandeln?
HANS-GERD RAETH: Ein sicherer Raum oder ein guter Freund sind zwar keine Garanten dafür, dass Männer über Gefühle und Ängste sprechen, kann aber dabei helfen. Ich glaube, noch hilfreicher ist die Erkenntnis, dass es guttut, sich mitzuteilen. – Das ist übrigens eine Sache, die viele Frauen bei ihren Freitagsmännern vermissen, weshalb mangelnde Kommunikation zu den Top-Trennungsgründen gehört.
Hans-Gerd Raeth (Autor)
Wir Freitagsmänner
Wer wird denn gleich alt werden?
Stell Dir vor, dein Leben dauert eine Woche – und heute ist Freitag
Wenn ein Mann bei einem Date gesagt bekommt, dass er älter aussieht als sein brandaktuelles Foto, dann weiß er, die Dinge in seinem Leben laufen nicht gerade toll. So wie bei Henri. Irgendwie geht es ihm okay. Aber irgendwie auch überhaupt nicht: seine Ehe ist Geschichte, die Affäre aber auch. Als sein Hausarzt dann auch noch "die Wechseljahre" bei ihm diagnostiziert, reicht es Henri langsam.
Die funkensprühende Gebrauchsanweisung für den Mann in den besten Jahren.
»Ich habe neuerdings ein Loch im Bart. Es ist kein großes Loch. Aber wenn man morgens in den Spiegel schaut und einen älteren, müden Herren mit Brille sieht, der ein Loch im Bart hat, dann ist das ein echter Stimmungskiller. Außerdem hat ein Loch etwas Surreales. Was denkt sich ein Körper dabei, wenn er plötzlich im Bart Testläufe für eine Halbglatze veranstaltet?«
Immerhin passt es ganz gut, dass seine Traumfrau Emily als Coach arbeitet. Kann sie ihm helfen? Dummerweise steht Emily privat auf junge Männer. Aber so leicht gibt Henri nicht auf. Er merkt: Er will noch lange nicht aufs Abstellgleis. Und vielleicht sind die Wechseljahre ein Gleiswechsel, den er begrüßen sollte.
Fragen Sie als Mann in den Wechseljahren nicht nur Ihren Arzt oder Apotheker, sonder auch Ihren besten Freund, Ihre Ex-Frau, Ihren Hund und am Ende sich selbst, was gut für Sie ist.
Männer im gewissen Alter brauchen keinen neuen Anstrich, sondern dieses Buch!
»Ein Buch für alle: Frauen lernen was über Männer. Männer auch.« Christoph-Maria Herbst
Wenn ein Mann bei einem Date gesagt bekommt, dass er älter aussieht als sein brandaktuelles Foto, dann weiß er, die Dinge in seinem Leben laufen nicht gerade toll. So wie bei Henri. Irgendwie geht es ihm okay. Aber irgendwie auch überhaupt nicht: seine Ehe ist Geschichte, die Affäre aber auch. Als sein Hausarzt dann auch noch "die Wechseljahre" bei ihm diagnostiziert, reicht es Henri langsam.
Die funkensprühende Gebrauchsanweisung für den Mann in den besten Jahren.
»Ich habe neuerdings ein Loch im Bart. Es ist kein großes Loch. Aber wenn man morgens in den Spiegel schaut und einen älteren, müden Herren mit Brille sieht, der ein Loch im Bart hat, dann ist das ein echter Stimmungskiller. Außerdem hat ein Loch etwas Surreales. Was denkt sich ein Körper dabei, wenn er plötzlich im Bart Testläufe für eine Halbglatze veranstaltet?«
Immerhin passt es ganz gut, dass seine Traumfrau Emily als Coach arbeitet. Kann sie ihm helfen? Dummerweise steht Emily privat auf junge Männer. Aber so leicht gibt Henri nicht auf. Er merkt: Er will noch lange nicht aufs Abstellgleis. Und vielleicht sind die Wechseljahre ein Gleiswechsel, den er begrüßen sollte.
Fragen Sie als Mann in den Wechseljahren nicht nur Ihren Arzt oder Apotheker, sonder auch Ihren besten Freund, Ihre Ex-Frau, Ihren Hund und am Ende sich selbst, was gut für Sie ist.
Männer im gewissen Alter brauchen keinen neuen Anstrich, sondern dieses Buch!
»Ein Buch für alle: Frauen lernen was über Männer. Männer auch.« Christoph-Maria Herbst
LEBE-LIEBE-LACHE: Wie viel Hans-Gerd Raeth steckt in den "Freitagsmännern"? Und gab es eine spezifische Anekdote oder Beobachtung aus Ihrem eigenen Umfeld, die den Anstoß für dieses Buch gegeben hat?
HANS-GERD RAETH: Ich gestehe, dass ich nicht nur eine, sondern einige der in dem Buch beschriebenen Szenen tatsächlich selbst erlebt habe. Die Geschichte hat also autobiografische Züge. Wäre durchaus möglich, dass es zur Hälfte wahr und zur Hälfte erfunden ist. Allerdings möchte ich für mich behalten, was auf wahren Begebenheiten beruht und was nicht.
HANS-GERD RAETH: Unbedingt. Humor finde ich aber in jedem Alter wichtig. Wenn man bedenkt, dass wir alle auf einem Steinhaufen stehen, der mit dreißig Kilometern pro Sekunden durch einen schwarzen Raum saust, dann hat unser Kampf mit Zipperlein und technischen Geräten auch viel Komisches. Ich finde es befreiend, ab und zu mal darüber zu lachen.
HANS-GERD RAETH: Ich finde, dass jeder Einblick in ein fremdes Leben bereichernd sein kann. Da allein in Deutschland schätzungsweise um die zwölf Millionen Männer in den Wechseljahren stecken, begegnen sie einem praktisch überall. Das Buch könnte also für jene von Interesse sein, die wissen möchten wie all diese Freitagsmänner ticken.
HANS-GERD RAETH: Der Begriff bezieht sich ja darauf, dass Henri im Buch gefragt wird, welcher Wochentag in seinem Leben wäre, wenn selbiges genau eine Woche dauern würde: Es begänne also am Montag und endete am Sonntag. Henri ist aktuell Mitte fünfzig und findet, dass in seinem Leben Freitag ist. Ob es sich um den frühen oder den späten Freitag handelt, da will er sich momentan nicht festlegen. In zehn Jahren sind Henri und Felix also Mitte sechzig. Dass sie sich dann auch noch als Freitagsmänner sehen, wäre ihnen zu wünschen. Es passiert aber nicht selten, dass Männer im Rentenalter automatisch glauben, dass nun das Wochenende begonnen hat. Dann wären sie also eher Samstagsmänner.
LEBE-LIEBE-LACHE - ESSENTIALS
- LEBE: Wie lautet ihr Lebensmotto?
Ich glaube, ein Zitat, das Anthony Hopkins zugeschrieben wird, trifft es ganz gut: „Keiner von uns kommt hier lebend raus. Also hört auf, euch wie Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen. Spaziert in der Sonne. Springt ins Meer. Sagt die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge. Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch. Für nichts anderes ist Zeit.“ - LIEBE: Welche war Ihre letzte Liebestat?
Ich begehe ständig Liebestaten. Eigentlich ist es sogar das, was ich am liebsten tue. - LACHE: worüber haben Sie zuletzt von Herzen gelacht.
Über eine Spam-Mail, in der mir irgendetwas angedroht wurde, falls ich dem Absender nicht eine größere Menge Bitcoin überweise. Die Anleitung für den Transfer war so unglaublich kompliziert, dass ich nicht mal verstanden haben, was ich hätte tun müssen, um mich ausrauben zu lassen.
