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Hoffnungslos optimistisch: Interview mit Dirk Steffens über Mut, Zukunftslust und warum Aufgeben keine Option ist



Krisen, Katastrophen und schlechte Nachrichten: Wer derzeit die Nachrichten verfolgt, könnte leicht den Eindruck gewinnen, dass der Weltuntergang kurz bevorsteht. Aber den Kopf in den Sand stecken? Kommt für den preisgekrönten Wissenschaftsjournalisten Dirk Steffens gar nicht infrage!

In seinem Buch „Hoffnungslos optimistisch“ macht er uns Mut und stellt klar: Die Menschheit hat in Wahrheit viel mehr Lösungen als Probleme. Auf seinem inspirierenden Streifzug durch das, was wir glauben, wissen und tatsächlich können, zeigt er eindrucksvoll, dass Optimismus gerade in schwierigen Zeiten die einzig vernünftige Haltung ist. Sein Motto: Statt den Kopf in den Sand zu stecken, lieber Blumen in die Zukunft werfen!

Hoffnungslos optimistisch: Interview mit Dirk Steffens über Mut, Zukunftslust und warum Aufgeben keine Option ist
© Markus Tedeskino

Im nachfolgenden Interview mit Annette Maria Böhm verrät Dirk Steffens, woher er seine unerschütterliche Zuversicht nimmt, wie wir aus der Furcht in ein aktives Handeln kommen und warum die Zukunft viel heller ist, als viele vermuten.


LEBE-LIEBE-LACHE: Herr Steffens, Ihr Buch trägt den Titel „Hoffnungslos optimistisch“. Wo verläuft für Sie die feine Linie zwischen einem realistischen, wissenschaftlich fundierten Zweckoptimismus und einer naiven Schönfärberei?

DIRK STEFFENS: Diese Grenze wird von wissenschaftlich belegbaren Fakten gezogen. Es ist eine Tatsache, dass im vergangenen Jahr bereits über 90 Prozent aller neu gebauten Stromkraftwerke weltweit auf erneuerbare Energien setzen und dass trotz Trump-Regierung der Anteil von Strom aus Photovoltaik-Anlagen den von Kohle in den USA gerade zum ersten Mal übertroffen hat. Es gibt sehr, sehr viele solche überraschenden Tatsachen, die Grund zum Optimismus sind. Schönfärberei wäre es hingegen, zu behaupten, der Klimawandel sei gar nicht so schlimm oder würde von alleine verschwinden.



LEBE-LIEBE-LACHE: Die Psychologie zeigt, dass Daueralarmismus oft in die Apathie führt. Wie schaffen wir als Gesellschaft den mentalen Schwenk von der lähmenden Zukunftsangst hin zu einer zupackenden „Jetzt-erst-recht“-Haltung?

DIRK STEFFENS: Die Antwort liegt ja in der Frage: Daueralarm bringt nichts. Alle, die ihren Verstand noch beisammen haben, wissen ja inzwischen auch, wie gefährlich etwa die Umweltzerstörung für unsere Sicherheit und unseren Wohlstand ist. Es bringt doch nichts, all diesen Menschen jeden Tag erneut zuzurufen: Die Welt geht unter! Die Alarm-Phase ist vorbei, jetzt gilt es, ins Handeln zu kommen. Je schneller und je entschlossener, desto besser.


Dirk Steffens: Hoffnungslos optimistisch: Ein ziemlich wissenschaftlicher Blick in die Zukunft
Dirk Steffens (Autor)

Hoffnungslos optimistisch

Ein ziemlich wissenschaftlicher Blick in die Zukunft
»Optimismus bedeutet: ein realistischer Blick auf die Herausforderungen – und dann tun, was möglich ist« – Der neue Bestseller von Dirk Steffens. »Ein inspirierender, sehr persönlicher Streifzug.« HÖRZU

Krisen sind gefühlt überall. Aber deshalb den Weltuntergang herbeireden? Kommt für den preisgekrönten Wissenschaftsjournalisten und hoffnungslosen Optimisten Dirk Steffens nicht infrage. Er ist überzeugt: Die Menschheit hat mehr Lösungen als Probleme. In seinem inspirierenden Streifzug durch das, was wir glauben, was wir wissen und was wir können, zeigt er: Gerade in schwierigen Zeiten gibt es zum Optimismus keine vernünftige Alternative. Und: Statt den Kopf in den Sand zu stecken, lieber Blumen in die Zukunft werfen!



LEBE-LIEBE-LACHE: Welche Erkenntnis während der Recherche oder des Schreibprozesses zu diesem Buch hat Sie selbst am meisten überrascht oder überraschend tief berührt?

DIRK STEFFENS: Also die Entwicklung in China hat mich schon erstaunt: Das Land, dass der größte CO2-Emittent der Welt ist und global als größter Umweltvernichter verschrien ist, zeigt zugleich wirklich beeindruckende Anstrengungen, um genau das zu ändern. Was China in Sachen E-Mobilität, Photovoltaik, Aufforstung und in vielen anderen Bereichen in den vergangenen Jahren geleistet hat, ist wirklich beeindruckend. Die Treibhausgasemissionen des Riesenlandes scheinen entsprechend auch nicht weiter zu steigen, womöglich beginnen sie sogar schon zu sinken. Früher als angekündigt. Die haben einen Plan und die ziehen den durch. So sieht es zumindest im Moment aus. Das ist eine sehr, sehr gute Nachricht.



LEBE-LIEBE-LACHE: Sie haben auf Ihren Reisen die entlegensten und faszinierendsten Ökosysteme der Erde gesehen. Welche Begegnung in der Natur hat Ihr eigenes Bild von Hoffnung am stärksten geprägt?

DIRK STEFFENS: Keine einzelne Begegnung, sondern genau das Gegenteil: Auf eigentlich jeder Reise treffen wir so viele engagierte, kompetente und entschlossene Menschen, die sich der Zerstörung entgegenstemmen – das ist mitreißend.



LEBE-LIEBE-LACHE: Oft schauen wir voller Sorge auf die großen globalen Umweltkrisen. Wie schärfen wir im Alltag wieder den Blick für die kleinen, schützenswerten Wunder direkt vor unserer eigenen Haustür?

DIRK STEFFENS: Indem wir einfach mal anfangen, etwas zu ändern. Meine Frau und ich heben, ganz egal wo wir gerade sind, jeden Tag ein Stück Müll auf, das irgendjemand achtlos weggeworfen hat. Das schärft das Bewusstsein für das Problem und führt zu einer wunderbaren Selbstermächtigung: Ich kann etwas machen! Und auch wenn ich alleine die Welt nicht retten kann, kann ich doch entscheiden, wer ich in dieser Welt sein möchte. Ein tolle Therapie gegen Weltfrust.



LEBE-LIEBE-LACHE: Biodiversität ist kein abstraktes biologisches Konzept, sondern unsere Lebensversicherung. Wie erklären Sie einem Menschen, der keinen Bezug zur Natur hat, warum der Verlust einer einzelnen Art uns alle betrifft?

DIRK STEFFENS: Das ist einfach: Die Artenvielfalt produziert unsere Atemluft, unser Trinkwasser, unsere Nahrung. Geht sie verloren, müssen wir sterben. Und weil Ökosysteme wie komplexe Maschinen sind, in denen jede Art ein wichtiges Bauteil ist, bedroht jede Art die verschwindet, die Funktionssicherheit unseres Lebenserhaltungssystems.



LEBE-LIEBE-LACHE: In Verwandlungsprozessen prallen oft wirtschaftliche Interessen, Politik und ökologische Notwendigkeiten aufeinander. Was gibt Ihnen das Vertrauen, dass wir als Menschheit rechtzeitig die Kurve kriegen?

DIRK STEFFENS: Weil es gar nicht anders geht. Die Natur macht keine Deals. Wenn wir das Klima heute nicht schützen, müssen wir morgen eben in einer heißeren Welt leben, mit mehr Dürren, Stürmen, Fluten. Mehr Flüchtlingen, mehr Wirtschaftskrisen, wahrscheinlich auch mehr Kriegen um knapper werdende Ressourcen. Es wird immer schlimmer werden. Und irgendwann unerträglich. Spätestens dann werden die Menschen sagen: Schluss jetzt! Besser wäre natürlich, jetzt schon umzusteuern, dann täte die Umstellung weniger weh.



LEBE-LIEBE-LACHE: Welche konkrete Routine oder Haltung hilft Ihnen persönlich an Tagen, an denen die Fülle an Krisennachrichten doch einmal schwer auf den Schultern liegt?

DIRK STEFFENS: Die Logik: Pessimisten haben noch nie auch nur ein einziges Problem gelöst, weil sie ja davon überzeugt sind, es sei eh alles verloren. Nur Optimisten können Fortschritt schaffen.



LEBE-LIEBE-LACHE: Wenn Sie einen einzigen Wunsch frei hätten, welchen Denkimpuls sollte jeder Leser nach dem Zuklappen Ihres Buches „Hoffnungslos optimistisch“ verinnerlicht haben?

DIRK STEFFENS: Ich stehe jetzt auf und helfe mit, die Zukunft zu gestalten.



LEBE-LIEBE-LACHE: Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft: Welcher Ort auf dieser Erde macht Ihnen derzeit am meisten Mut, weil Regenerationsprozesse dort bereits gelingen?

DIRK STEFFENS:Deutschland. Ein tolles Land. Mit guten Leuten. Zusammen sind wir schon weit gekommen – und wir können noch mehr.



Dirk Steffens


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© Oliver Roetz
Dirk Steffens
, geboren 1967 in Stade, Niedersachsen, ist Wissenschaftsjournalist und Moderator der Dokumentationsreihe Terra X. Der wohl bekannteste Artenschützer Deutschlands ist UN-Botschafter für die Dekade biologische Vielfalt. Er vertritt außerdem als nationaler Botschafter den WWF und das Jane-Goodall-Institut. Seit über einem Vierteljahrhundert unternimmt er Expeditionen in alle Regionen der Welt, um über die Natursysteme der Erde zu berichten. Er ist überdies Mitbegründer der Biodiversity Foundation, die eine Petition zur Aufnahme des Artenschutzes ins Grundgesetz auf den Weg gebracht hat. Für seine Verdienste erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Bayreuth.




Hoffnungslos optimistisch: Die Live-Tour von und mit Dirk Steffens



Tourdaten 2026


  • 18.11.2026Bremen, Metropol Theater


Tourdaten 2027


  • 02.02.2027Neumünster, Theater in der Stadthalle
  • 03.02.2027Stade, Stadeum
  • 04.02.2027Oldenburg, Kulturzentrum PFL
  • 05.02.2027Hamm, Festsaal im Maximilianpark
  • 16.02.2027Stuttgart, Hospitalhof (Paul-Lechler-Saal)
  • 17.02.2027Mannheim, Rheingoldhalle
  • 18.02.2027Köln (Deutz), Theater am Tanzbrunnen
  • 24.02.2027Neu-Isenburg, Hugenottenhalle
  • 25.02.2027Alsdorf, Stadthalle Alsdorf
  • 26.02.2027Düsseldorf, Robert-Schumann-Saal
  • 27.02.2027Unna, Stadthalle Unna
  • 11.11.2027Braunschweig, westand
  • 12.11.2027Baunatal, Stadthalle Baunatal
  • 13.11.2027Bochum, RuhrCongress Bochum
  • 14.11.2027Paderborn, PaderHalle
  • 17.11.2027Uelzen, Theater an der Ilmenau
  • 19.11.2027Hamburg, Laeiszhalle (Kleiner Saal)
  • 20.11.2027Celle, CD-Kaserne
  • 24.11.2027Chemnitz, Carlowitz Congresscenter
  • 25.11.2027Bamberg, Bamberger Konzert- und Kongresshalle (Hegelsaal)
  • 26.11.2027Schwabach, Markgrafensaal
  • 27.11.2027München, Alte Kongresshalle


Tourdaten 2028


  • 09.03.2028Bern (Schweiz), Theatersaal National
  • 10.03.2028Zürich (Schweiz), Volkshaus
  • 11.03.2028Freiburg im Breisgau, Paulussaal
  • 12.03.2028Ravensburg, Konzerthaus
  • 16.03.2028Berlin, Die Wühlmäuse am Theo
  • 18.03.2028Erfurt, DASDIE BRETTL
  • 11.11.2028Münster, Kap.8 im Bürgerhaus Kinderhaus
  • 12.11.2028Osnabrück, Botschaft
  • 13.11.2028Hannover, Theater am Aegi
  • 16.11.2028Cloppenburg, Stadthalle Cloppenburg
  • 17.11.2028Gütersloh, Stadthalle Gütersloh
  • 18.11.2028Soest, Stadthalle Soest
  • 19.11.2028Attendorn, Stadthalle Attendorn