Hochsensible und Naturverbundenheit
Woher kommt es eigentlich, dass viele hochsensible Menschen sich in der Natur finden können, bei sich ankommen und Kraft schöpfen?
von Jutta Nebel
Ich erlebe es selbst immer wieder, von dem Moment an, in dem ich alle Erwartungen loslasse, nur noch im Moment bin, jetzt und hier, dann öffnet sich eine Art anderes Wahrnehmungsfeld für mich.
Ich werde nicht mehr von Reizen überrannt, denn da, wo ich dann bin, finden diese Reize keinen Eintritt mehr. Dazu muss ich nicht in die Wüste gehen, oder auf eine weit abgelegene Insel, ich brauche mich nicht in ein Kloster zu begeben oder auf den Mount Everest.
Es geht (fast) überall, im Stadtpark, selbst im Biergarten, oder an einer etwas ruhigeren Ecke am Badesee, beim Gassigehen mit den Hunden, auf dem Balkon, im eigenen Garten, auf dem Campingplatz, auf dem Marktplatz, im Straßencafe …
Überall draußen, und man braucht gar nichts Besonderes mitzunehmen. Nur sich selbst und die Bereitschaft jetzt und hier alles als besonderes Geschenk zu sehen, was einem begegnet.
Ob das jetzt die kleinen frechen Spatzen im Straßencafe oder Biergarten sind, die sich tschilpend um die Krümel streiten, die Enten und Gänse im Stadtpark, die mich vorsichtig beäugen, wenn ich in der Sonne auf der Bank liege, und sich mit ihren Küken um mich herum niederlassen, weil sie meine Ruhe und mein inneres Glück spüren, ob es ein Kleinkind ist, das mich aus dem Buggy heraus ernst mustert und dann auf mein Lächeln mit einem Strahlen reagiert …
Je länger ich so sitze und wahrnehme, desto zugehöriger fühle ich mich zur Welt. Und ich brauche mich nicht mehr als fremd, anders und von einem anderen Stern zu fühlen. Das sind die schönen Momente, die manchmal auch Minuten und Stunden anhalten, in denen ich genau weiß, dass ich hier RICHTIG bin.
UND es sind Belohnungen dafür, dass ich mich wieder geöffnet habe, anstatt mich ängstlich wie eine Muschel zu verschließen, die Angst hat, überwältigt zu werden von zu vielen Reizen.
Jutta Nebel ist Heilpraktikerin und schreibt für Hochsensible. Durch ihre Einfühlsamkeit und Hochsensitivität, die sie in früheren Jahren als Handicap empfunden hatte, ist sie nun in der Lage, andere Betroffene dabei zu unterstützen, sich selbst zu erkennen und bei sich anzukommen.
In ihren Ratgebern nimmt die Autorin den Leser auf einfühlsame Weise an die Hand und führt ihn in die entsprechende Thematik ein.
Weitere Informationen unter: www.das-wasser-des-lebens.eu
