Hass in Freundlichkeit verwandeln
Nach Auffassung des Buddha ist Gier - die Annahme, etwas unter allen Umständen haben zu müssen oder tun zu müssen - der größte Irrtum, den Menschen begehen können. Mit einer gierigen Lebensweise bringen sie unendliches Leid über sich und andere.
von Thomas Hohensee
Die Kehrseite der Gier ist Hass. Während Gier extreme Zuneigung bedeutet, ist Hass extreme Abneigung. Etwas unbedingt haben zu müssen ist von der Einstellung her dasselbe, wie etwas zu verabscheuen. Nur die Vorzeichen sind anders.
Wie lassen sich Gier und Hass überwinden?
So wie der Buddha es gemacht hat. Er machte sich bewusst, wieviel Sorgen, Enttäuschung und Zorn durch gierige und hasserfüllte Gedanken in ihm und anderen ausgelöst wurde. In derselben Weise betrachtete er die positiven Folgen, die durch Gelassenheit und Freundlichkeit entstanden. Er ersetzte jeden gierigen Gedanken durch einen gelassenen und jeden hasserfüllten Gedanken durch einen freundlichen.

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Dasselbe können wir auch tun. Wir können uns fragen: "Was erzähle ich mir da gerade? Stimmt das überhaupt? Wo ist der Beweis? Wieso darf X auf keinen Fall sein? Warum hat Y zu verschwinden?"
Wie wäre es, sich mit allem, was man bisher extrem abgelehnt hat, so weit anzufreunden, dass man nicht mehr darunter leidet?
Menschen haben Vorlieben und Abneigungen. Sie sind sehr verschieden und die Unterschiede können unüberbrückbar sein. Das bedeutet aber nicht, dass sie miteinander verfeindet sein müssten, bloß weil ihre Weltanschauungen, Gefühle, Interessen und Gewohnheiten nicht übereinstimmen. Vielen fällt es schwer, Unterschiede nicht zu bekämpfen, sondern zu dulden. Aber nur Toleranz kann Frieden schaffen.

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Persönlichkeitsentwicklung und Seminarleiter.
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