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Haltung einnehmen - Mein Motto für 2016


Ihr Lieben,

wie kann man echte Veränderung im Leben bewirken?
Gerade jetzt nach Weihnachten und kurz vor dem Jahreswechsel sind viele erfasst von einer emotionalen Melange aus „Ach ich wollte doch eigentlich, aber leider kam immer was dazwischen“ und „aber jetzt im neuen Jahr komm ich ganz groß raus!“

Aber was ist passiert? Scheiße, auch dieses Jahr wieder nicht geschafft komplett vegan zu leben, außerdem habe ich zu wenig gespendet und zu wenig für Flüchtlinge getan! Was bin ich nur für eine soziale Vollnull und außerdem wollte ich auch viel mehr Sport machen und meinem Partner öfter sagen, dass ich ihn liebe. Mal ganz abgesehen von den Tierrechte Demos und meinem nicht vorhandenen Einsatz für die Wiederaufforstung des Regenwaldes…

Volker Mehl
© www.volker-mehl.de

Es werden jetzt kiloweise Ratgeber mit lebensverändernden Impulsen verschlungen und ganz fleißig Abos in Yoga und Fitness Studios gekauft, nur um im nächsten Jahr wieder an dem selben Punkt zu stehen, jährlich grüßt das Murmeltier…Also erstmal locker machen, so hoffnungslos ist es um dein Leben gar nicht bestellt! Wenn du dich fertig machst, hilft das keinem weiter! Natürlich könnte man immer noch mehr machen und hier noch und da noch und überhaupt. Aber genau das ist deine Eintrittskarte zur Welt der Unzufriedenheit. Wenn die Grundannahme immer ist, ich könnte noch mehr ist das einzige was sich mehrt und nährt deine innere Zerrissenheit und Stress. Stress zerrt so lange an dir bis zu völlig platt zusammenbrichst. Deshalb ist erstmal ganz wichtig, locker machen. Alles ist gut so wie es ist und dein Leben und Du, ihr zwei seid völlig in Ordnung so wie ihr seid! Wenn du dich damit anfreunden kannst, hast du schon mal ganz viel gewonnen! So und jetzt wird es aber spannend. Denn was kannst du tun, wenn du deine Persönlichkeit weiter entwickeln und erfahren willst, wie viel mehr Potential noch in dir steckt? Haltung ist das Stichwort, innere Haltung und weniger emotionales Rumgehoppel.

Meiner Erfahrung nach, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur persönlichen Entwicklung der Schritt weg von der reinen Emotion hin zu einer wahren inneren Haltung, denn Emotionen sind wie Pralinen.
Pralinen sind zwar mal ganz lecker, aber auf Dauer sind sie nicht wirklich nahrhaft und auch relativ schnell wieder vergessen. Nicht das wir uns falsch verstehen, ich habe nichts gegen Emotionen, unser ganzes Leben besteht auch Emotionen! Sie sind etwas ganz wunderbares, allerdings sind sie leider nicht wirklich von langer Dauer.

Laut Lexikon ist die Emotion eine Gemütsbewegung im Sinne eines Affektes. Ich bin jetzt kein Psychotherapeut, aber die Begriffe Bewegung und Affekt deuten schon mal darauf hin, dass Emotionen wohl nicht sonderlich beständig sind. Emotionen stehen somit vor allem am Beginn einer Veränderung, sie sind der Impuls, der Auslöser. Mal ganz praktisch. Meine Emotion ist, ist will mir mal wieder etwas Gutes tun, Yoga soll da ganz gut sein, also gehe ich zu einer Probestunde. Ich spüre es tut mir eigentlich ganz gut, aber wie bekomme ich jetzt in meinen Alltag integriert? Ganz ähnlich ist es auch mit dem Ayurveda. Die Frage, die ich in fast jedem Kochkurs höre ist, wie schaffe ich es auch im Alltag dabei zu bleiben? Oder meine ganz persönliche Lieblingsfrage lautet: Isst du auch noch was normales? Diese Fragen zeigen mir immer wieder, das viele da draußen immer noch glauben, bei Ayurveda und Yoga handelt es sich um beliebig austauschbare Systeme.