Geistiges Heilen: In der Körperfahrschule
Bringen wir es doch gleich zu Beginn auf den Punkt. Wir identifizieren uns mit unserem Körper, so sehr, dass wir meinen, dass wir der Körper SIND. Das ist gleichzeitig richtig und wichtig, und doch total falsch. Auf diesem Selbstbild sollten wir nicht dauerhaft sitzenbleiben, wir werden uns sonst nie gerecht. Nur ist das leichter gesagt als getan.
Bei der Geburt fallen wir quasi am Aszendenten mit der Tür ins Haus, ins erste, und treten somit ins Leben ein. Ein Atemzug und es geschieht, hallo Körper, hallo Leben. Doch so richtig verbunden sind wir noch nicht, das sehen wir den Babys an. In ihren Augen glänzen noch die Sterne des Kosmos, der Blick weilt in der Ferne. Der Körper ist da, das Wesen zeigt sich, doch so lange es dieses Körperfahrzeug nicht richtig in Besitz genommen hat, kann es am Leben in der Materie nicht aktiv teilhaben. Das ändert sich langsam im zweiten Haus. Es lernt sozusagen fahren, Körper fahren. Und wie beim Autofahren gibt es gute und schlechte Fahrer.
Zu guten Fahrern entwickeln sich die, die sich richtig einlassen, mit allen Sinnen. Die Welt durch den Körper zu entdecken, ist denn auch hoch interessant und spannend, es gibt viel zu lernen (3. Haus). Alles will befummelt und gefühlt werden, damit wir darin heimisch (4. Haus) werden. Wir sehen, es ist eine ganze Entwicklung, die stattfindet im Leben, die sich durch alle Häuser zieht, dank des Körpers. Wie genau sie aussieht, erzähle ich in „Wir ziehen durch die Häuser“ aus der Sicht der Seele, die sich im Leben verkörpert. Wer da nicht wirklich teilnimmt und seine Zeit in der Materie nur absitzt, tut sich keinen Gefallen. Denn das ist der Weg – und der hat einen Haken. Wir vergessen unterwegs, wer und was wir wirklich sind.

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Die Körperebene
Wir haben ein Auto, wir haben ein Körperfahrzeug, doch wir SIND das nicht. Beim Auto leuchtet es ein. Wer identifiziert sich schon mit seinem Auto … okay, es gibt welche. Beim Körper ist das was anderes. Wir setzen uns quasi hinein und die Wahrnehmung ist eine ganz andere, das Sichtfeld ist begrenzt. Das Körperfahrzeug hat ein Bewusstsein und dieses ist total aufs Überleben konzentriert. Logisch, es schützt sich, und wir sitzen da jetzt mittendrin in diesem steten Kampf ums Überleben. Es ist nun unser Kampf. Wir kennen das, wir fühlen die ständige Sorge, seine Vor- und Umsicht, und identifizieren uns auch damit. Die Todesangst ist ein ständiger Begleiter. Sie sitzt neben uns auf der Beifahrerseite … oder doch am Steuer?
Und dennoch ist es zunächst richtig, sich ganz auf die Körperebene einzulassen, das muss so sein. Das ist Teil unseres Entwicklungswegs. Irgendwann reicht uns das nicht mehr. Wir haben die Nase voll, es stinkt uns, von den Ängsten herumchauffiert zu werden. Im 8. Haus erhielten wir die volle Dröhnung, das hat uns auf die Idee gebracht, dass da doch noch mehr sein muss. So genau wissen wir es nicht, wir glauben und hoffen es. Und – natürlich – so ist es auch. Im 9. Haus linsen wir wie es heißt „über den Tellerrand“ hinaus. Nur ist es eben kein Teller, sondern die Körperebene, eine runde Sache.

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Die Wahrnehmung verlagert sich
und der Radius der Wahrnehmung erweitert sich analog dazu. Wir machen sozusagen das Schiebedach auf, stehen auf und sehen aus diesem Betrachtungswinkel erstmals neue Wege und Straßen. Wir lotsen unseren Fahrer in neue Richtungen, nicht wissend, wohin der Weg uns führt. Doch jetzt kommt Freude auf. Der Fahrer sagt immer wieder „setz dich!“, er fürchtet, wir könnten verletzt werden, wenn wir uns zu weit aus dem Fenster lehnen.
Doch das müssen wir wohl riskieren. Natürlich gibt es auch Schrammen und Beulen, das gehört dazu und gab es auch schon davor. Lässt sich nicht vermeiden. Nur, die Hoffnung fährt jetzt mit, im Gepäck mit dabei die Abenteuer- und Reiselust. Das Bewusstsein wächst übers rein Körperliche hinaus, wir nehmen viel mehr wahr als bisher, Facetten, die uns bisher entgangen waren, obwohl sie schon immer da waren. Das ist jedoch auch anstrengend. Die Muskeln und Sehnen sind untrainiert und in den ewig gleichen Positionen fixiert, und so mancher setzt sich lieber wieder hin. Es braucht schon einiges an Ausdauer und Durchhaltevermögen, und auch Dehnungsübungen der unterschiedlichen Art. Körperlich leuchtet das ein. Neue Erfahrungen trainieren uns geistig und seelisch. Das Ziel kristallisiert sich langsam heraus, wir wollen das Steuer unseres Lebens übernehmen.
Tina Peel (Autor)
Ohne Beipackzettel fürs Leben Roman
Es ist schon verrückt, wenn man soeben geboren wurde und feststellt, dass die eigene „Festplatte“ aus unerfindlichen Gründen nicht formatiert wurde und man sich deshalb an seine Vorleben erinnert. Auch wenn es weitere Irrwege nicht verhindert, wir haben schließlich viel Fantasie und machen immer neue Fehler, so erkennt man wenigstens, dass man es sich oft unnötig schwer macht und Karma auch witzig sein kann. Und so erzählt die Protagonistin denn auch mit viel Witz, Farbe und Leichtigkeit von ihren Eskapaden, vergangener wie neuer, und wie sie zusammenhängen. Der Leser fiebert mit, während sie sich durchs Abenteuer Leben schlägt, auf die Nase fällt, wieder aufsteht, weiterzieht und immer besser versteht, wie die Sache funktioniert. Unterwegs erhält sie Unterstützung in unterschiedlicher, ja sogar magischer Form, und natürlich gehört auch eine Portion Romantik mit hinein.
Eines ist uns da vielleicht noch nicht klar: Es gibt kein Leben ohne Körperfahrzeug. Auch wenn wir steuern, das Auto gehört dazu, nur die Wahrnehmung verlagert sich. Die Seele kann ohne keine neuen Erfahrungen machen. Das ist, was sie begehrt, deshalb ist sie hier. Also werden wir auch die Ängste nicht los, sie gehören zum Körper. Sie zu akzeptieren gehört ebenso dazu, sie haben ihre Funktion.
Doch die Einstellung dazu ändert alles, den ganzen Um- und Zugang. Aufstehen ist nötig, um mehr zu sehen und zu fühlen als sie. Das führt zu mehr Gelassenheit im Umgang, was den Druck aufgrund von Ängsten reduziert. Dass dieser ewige innere Stress, den Ängste und Befürchtungen auslösen, krank macht, ist bekannt. Dass die Änderung des Betrachtungswinkels somit wichtiger ist als jede Medizin, erfahren wir zu gegebener Zeit.

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Fazit
Bleiben wir nicht auf unseren Ängsten sitzen, es sind nicht unsere. Sie gehören dem Körper und dazu. Wollen wir je frei sein von diesen und auch allen anderen Beschränkungen, die der Körper uns „auferlegt“ – als da sind Schwerkraft, Schmerzen als Signalfunktion etc. –, setzen wir uns richtig hinein ins Körperfahrzeug, lernen fahren und erfahren uns als eins damit, um zur nächsten Stufe der Wahrnehmung zu kommen. Dann können wir uns weit aus dem Fenster lehnen, weil wir gut verankert sind und erhalten einen größeren Einblick ins Leben. Wir arbeiten im Team, jeder trägt seinen Teil zur Erfüllung bei.
Und am Ende steigen wir mühelos aus, da wir so geschmeidig geworden sind, elastisch in Körper, Geist und Seele. Der Körper lässt es gut sein und uns los … ach nein, umgekehrt. Wir lassen es gut sein und los. Nur der klammert sich ans Leben, wenn es Zeit ist zu gehen, der sich nicht darauf eingelassen hat. Insofern macht es Sinn, sich mit dem Körper zu identifizieren, auch wenn wir nicht der Körper sind. Wir sind … das nie Geborene, das Ewige, das Unsterbliche … Worte erklären es nicht, sie sind nur Schubladen. Lebe und du weißt!
©tina peel
Tina Peel über Tina Peel

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Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man das Licht manchmal aus den Augen verliert, nicht selten auch das eigene unter den Scheffel stellt und es ein wenig Hilfe zur Selbsthilfe braucht, um es im Dunkeln wiederzufinden. Würden wir es nicht ab und zu aus den Augen verlieren, gäbe es auch keine Entwicklung. Wir hätten keinen Grund, uns auf die Suche nach Lösungen, Auflösung von Leid und Schmerz zu machen.
Da uns Krisen und Probleme glücklicherweise nie ausgehen, finden wir es immer wieder und jedes Mal strahlt es noch ein wenig heller. Je mehr Einblick wir ins Leben erhalten, je bewusster wir werden, umso weniger be- und verurteilen wir, was wir erleben und umso beglückender empfinden wir unser Dasein!
Ich bin Mutter zweier erwachsener Kinder, zum zweiten Mal und mit Vergnügen verheiratet und trotz, oder gerade wegen, der alltäglichen Turbulenzen ständig unterwegs zu neuen Einsichten und Erkenntnissen, Ansichten und Aussichten, was nicht nur mein persönliches Leben bereichert, sondern auch in meine Arbeit als Autorin, Ratgeber-Kolumnistin, Lebensberaterin und Astrologin einfließt.
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