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Fair Trade: Von der Nische zum Trend


Fair Trade Produkte entwickeln sich ähnlich wie der Bio-Boom. Vielen Menschen wird es immer wichtiger, fair gehandelte Waren zu kaufen. So konnte sich der faire Handel den Weg von der Nische zum Trend erkämpfen. Solche Produkte gibt es mittlerweile nicht nur bei speziellen Anbietern sondern auch in Discountern. So landen sie folglich immer öfter in den Einkaufswägen. Doch was bedeutet Fair Trade eigentlich genau und wie wird der Zukunftsmarkt der fair gehandelten Waren aussehen?

Fair Trade: Von der Nische zum Trend
© Tatyana Vyc/shutterstock

Was bedeutet Fair Trade?


Der Begriff „Fair Trade“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „gerechter/fairer Handel“. Dahinter steckt die Philosophie, den Produzenten der Waren, die häufig aus sehr armen Ländern kommen, einen Mindestpreis für ihre Produkte zu gewährleisten. Dafür sollen sich diese an festgelegte Sozial-, Umwelt- sowie Qualitätsstandards halten. Im Mittelpunkt steht der Leitgedanke, dass die Hersteller der Waren von ihrem Einkommen menschenwürdig leben können.

Dabei müssen sie jedoch bestimmte Kriterien erfüllen, um eine solche Auszeichnung zu erlangen:


  • Verzicht auf die Verwendung gefährlicher Pestizide
  • Verbot von Kinderarbeit
  • Schonung der Umwelt beim Anbau der Produkte
  • Transparenz beim Waren- sowie Geldfluss
  • Einhaltung bestimmter Arbeitsbedingungen

Wenn ein Hersteller ein solches Siegel erhalten möchte, so muss dieser sich dafür bewerben.


Zukunftsmarkt von Fair Trade Produkten


Mit Fair Trade verbinden die meisten Menschen momentan vor allem Lebensmittel. Diese haben derzeit auch den größten Absatzmarkt in dem Bereich fair gehandelter Waren. Jedoch werden in Zukunft auch andere Produkte in den Fokus der Kunden geraten. Insbesondere Textilien, die fair produziert wurden, werden immer beliebter. Daneben gibt es mittlerweile auch Elektrogeräte mit diesem Siegel. Hierbei steht die Thematik der Ressourcenschonung im Mittelpunkt. Dabei werden Re-Buy- sowie Re-Use-Konzepte berücksichtigt. Die Einstellung der Konsumenten ändert sich von einer Wegwerfgesellschaft hin zu Verbrauchern, die aus Waren, die sie nicht mehr selbst benötigen, neue Dinge entstehen lassen oder diese an andere Menschen weitergeben. Diese Entwicklung lässt sich auch bei jungen Menschen beobachten. So sind unter den 15- bis 24-Jährigen 80 Prozent durchaus positiv gegenüber Nachhaltigkeit eingestellt.


Aktuelle Entwicklungen


Bei einer Umfrage wurden Deutsche befragt, ob Sie bei ihrem Einkauf darauf achten, dass die ausgewählten Produkte fair gehandelt wurden. Dabei gaben im Jahr 2013 bereits 11,98 Millionen Befragte an, dass sie auf solche Produkte Wert legen. In den Jahren 2014, 2015 und 2016 nahm die Zahl der Personen zu, die beim Einkauf auf faire Waren achten. So zeigte sich 2017, dass bereits 14,37 Millionen Menschen diesen Trend folgten. Daran lässt sich erkennen, dass Fair Trade Produkte längst keine Nischenware mehr sind. Vielmehr ist eine ähnliche Entwicklung wie beim Bio-Boom zu erwarten.