Eisgekühlt statt lauwarm: Warum der Tee-Mythos bei Hitze längst überholt ist
Es hält sich hartnäckig die Weisheit, dass man bei glühender Sommerhitze lieber einen lauwarmen Pfefferminztee statt eines eisgekühlten Drinks wählen sollte. Angeblich, weil der Körper das kalte Getränk erst mühsam „aufwärmen“ muss und man dadurch noch mehr schwitzt.
Doch die moderne Sportwissenschaft und Thermoregulationsforschung zeigen: Dieser alte Mythos stimmt so einfach nicht. Unter den meisten Alltagsbedingungen sind kalte Getränke bei Hitze sogar die deutlich bessere Wahl. Here is why.
Doch die moderne Sportwissenschaft und Thermoregulationsforschung zeigen: Dieser alte Mythos stimmt so einfach nicht. Unter den meisten Alltagsbedingungen sind kalte Getränke bei Hitze sogar die deutlich bessere Wahl. Here is why.

© Fabrice Büsching/pexels.com
1. Der Kühleffekt ist real (und messbar)
Wenn wir ein eiskaltes Getränk schlucken, nehmen Magen und Speiseröhre die Kälte direkt auf. Da diese Organe dicht an großen Blutgefäßen liegen, kühlt die Flüssigkeit das Blut im Körperkern direkt herunter. Studien zeigen, dass eiskalte Getränke die Kerntemperatur des Körpers schneller und effektiver senken als warme oder zimmerwarme Flüssigkeiten.
2. Warme Getränke belasten das System unnötig
Wer bei 35 °C im Schatten heißen Tee trinkt, signalisiert den Thermorezeptoren im Magen: „Achtung, es wird noch heißer!“ Die Folge: Der Körper wirft die Schweißproduktion massiv an.
- Das Problem dabei: Schweiß kühlt uns nur durch Verdunstungskälte auf der Haut.
- Wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist oder wir ein T-Shirt tragen, tropft der Schweiß oft einfach ungenutzt ab.
- Wir verlieren dadurch extrem viel Wasser und wichtige Elektrolyte, ohne dass ein echter Kühleffekt eintritt. Das strapaziert den Kreislauf, statt ihn zu entlasten.
3. Kalte Drinks spornen zum Trinken an
Ein oft unterschätzter psychologischer und physiologischer Faktor ist der Geschmack. Bei Hitze signalisiert uns der Körper ganz intuitiv das Verlangen nach Frische. Kalte Getränke (optimal sind Temperaturen zwischen 4 °C und 10 °C) schmecken uns bei hohen Temperaturen schlichtweg besser. Sie löschen das Durstgefühl subjektiv schneller und sorgen statistisch dafür, dass wir insgesamt mehr Volumen trinken. Bei Hitze ist das die beste Dehydrierungs-Prophylaxe.
- Der einzige Haken: Das richtige Maß
Man sollte den Magen nicht mit einem halben Liter Eiswasser auf Ex schockieren. Das kann bei empfindlichen Menschen zu Magenkrämpfen oder dem berühmten „Brain Freeze“ führen. Kleine Schlucke eines gut gekühlten Getränks sind perfekt.
LEBE-LIEBE-LACHE meint: Der Körper muss ein kaltes Getränk zwar minimal erwärmen, die dafür benötigte Energie (Thermogenese) ist jedoch verschwindend gering im Vergleich zu der massiven Abkühlung, die das kalte Nass im Inneren bewirkt. Wer im Sommer also Lust auf Eiswürfel, gekühltes Zitronenwasser oder einen Eistee hat, darf den lauwarmen Tee getrost stehen lassen.
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Studien der Universität Ottawa (Thermal Ergonomics Laboratory / Dr. Ollie Jay)
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
Studien der Universität Ottawa (Thermal Ergonomics Laboratory / Dr. Ollie Jay)
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)