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Diagnose Brusttumor


Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich muss gestehen, dass ich das monatliche Abtasten meiner Brüste lange Zeit vernachlässigt habe. Für mich waren das eh immer nur irgendwelche komische „Gnubbel“.

von Wiebke Schui


Im Dezember 2013 fand ich durch Zufall einen erbsengroßen, sehr harten Gnubbel.

Tags darauf war er walnussgroß.

Einen Tag später war ich dann beim Arzt.

Ultraschall, sofortige Überweisung zur Mammografie und noch einen Tag später dann Biopsie (Stanzung mit örtlicher Betäubung).

Nach der Biopsie strahlte ich meinen Arzt an und sagte: „Oh, das ging aber schnell! Schön, dann kann ich ja jetzt noch zu meiner Klasse.“ Ich unterrichtete an dem Tag nachmittags.

Nun, mein Arzt sagte dazu strikt „nein“, schrieb mich für 2 Wochen krank und schickte mich nach Hause.

Ich fand das übertrieben. Mir ging es doch gut.

Jaja, Verdrängung.


Wiebke Schui - Diagnose Brusttumor
Freitag, Samstag, Sonntag ging es mir dann in der Tat nicht mehr gut …. das bange Warten auf die Ergebnisse der Biopsie.


Dass ich Montag dann operiert werden würde, stand ja bereits fest.

Der Tumor muss raus.

„Cystosarcoma Phylloides“

Ein sehr seltener Tumor (ca. 1% Anteil an Brustdrüsentumoren), der sowohl gutartig als auch bösartig sein kann.

Der mittlerweile tennisballgroße Tumor wurde entfernt und mein Arzt entließ mich nach vier Tagen aus der Klinik.

Acht Tage vor Weihnachten.

Dann kamen endlich die Ergebnisse aus dem Labor:


Gutartig!

Ich hatte Glück.

Einmal natürlich, weil der Tumor gutartig war und aber auch, dass es nun eben genau dieser war.

Er heißt im Volksmund „Blumenkohl“-Tumor, da er sehr oft rasant wächst und die Brust dann sehr schnell die typischen Blumenkohl-“Buckel“ aufweist.
Eine andere Tumor-Art hätte ich wahrscheinlich nicht entdeckt – eben weil ich nicht abtaste.


Daher, bitte, liebe Leserinnen,

geht unbedingt regelmäßig zu Eurem Gynäkologen.

Und lasst Euch noch einmal zeigen, auf was Ihr beim Abtasten achten müsst und macht es regelmäßig!

Bezieht Euren Partner mit ein.

Vier Hände tasten mehr als zwei.

Und die medizinische „Pflichtübung“ kann ja auch dann als entspannende Massage fortgeführt werden.

Seelische Unterstützung ist wichtig.

Lasst Euch in den Arm nehmen.

Lasst mal Euren Tränen freien Lauf.

Die Ungewissheit und ggf. unschöne Diagnose ist eine Belastung.

Auch für Euren Partner.

Redet darüber.


Und gute Freunde und der Partner können auch mal einen Wutanfall ertragen: „Warum ich!?“

Ganz wichtig:

Ihr seid immer noch schön.

Eure Brust mag eine Narbe haben … tragt sie mit Stolz.

Ihr seid immer noch ganz Frau.

Meine Narbe ist mittlerweile ein kleiner, weißer Strich.

Und ich trage immer noch gerne Kleider mit Dekolleté.


Passt auf Euch auf und geht bitte regelmäßig zur Vorsorge.


Herzlichst,

Wiebke