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Bhutan: Bruttonationalglück für alle



Der kleine Staat Bhutan im Himalaya hat ein ganz besonderes und einzigartiges Staatsziel: das Glück. Die Suche nach dem Glück beschäftigt dort alle Einwohner. Das Wohlbefinden der Menschen soll im Bruttonationalglück gemessen werden.


Bhutan maxos_dim/pixabay 1
© maxos_dim/pixabay


Ich habe mich über diese Meldung sehr gefreut. Mitten in all dem Krisengerede finde ich das einen sehr schönen Gedanken.

Über das kleine Land Buthan heißt es, dass dort viele Menschen mit dem zufrieden sind, was sie haben.

Das ist oft wenig. Aber scheinbar ist es dort möglich, dass Menschen sich an Kleinigkeiten freuen: am Sonnenschein und am Gespräch mit dem Nachbarn. In Bhutan wurde vor mehr als 30 Jahren entschieden:

Nicht Wirtschaftswachstum soll das wichtigste Entwicklungsziel des Landes sein, sondern „Bruttonationalglück“.

Diesen Begriff prägte der damals regierende bhutanische König Jigme Singye Wangchuk Anfang der 1970er-Jahre. Gemeint ist:

Jeder Mensch in Bhutan soll so glücklich wie möglich leben können; die Regierung soll das ermöglichen und die Rahmenbedingungen dafür schaffen.


Grundrecht auf Glück Bhutans Vorbild für ein gelingendes Miteinander
Ha Vinh Tho (Autor)
,
Gerd Pftzenmaier (Autor)

Grundrecht auf Glück

Bhutans Vorbild für ein gelingendes Miteinander



Hatte nicht bereits Aristoteles vor langer Zeit treffend formuliert:

“Glück ist das letzte Ziel menschlichen Handelns”

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Bhutan: Paro, Taktsang Goemba - Glück ist das letzte Ziel menschlichen Handelns
© suketdedhia/pixabay

Anders als ihm internationale Berater empfahlen, setzte Buthans König zunächst auf den Ausbau des Gesundheits- und Bildungssektors, um seine Untertanen glücklich zu machen – und nicht auf den Bau von Fabriken oder eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung.

Heute hat sich die Lebenserwartung auf 65, 5 Jahren enorm gesteigert. Es gibt ein Netz von Krankenhäusern und Ärzten, die Krankenversorgung ist nach wie vor kostenlos. So gut wie alle jungen Bhutaner gehen zur Schule.




Ein junger König setzt sich für das Glück ein

Der junge König Jigme Khesar Namgyel Wangchuk war beim Amtsantritt im Jahr 2006 erst 26 Jahre alt. Er wurde in den USA, England und Indien ausgebildet und hat unter anderem in Oxford studiert. Gleich in seiner ersten Ansprache hat der „fünfte Drachenkönig“ erklärt, dass er die demokratische Entwicklung des Landes voranbringen wolle.


Der junge König Jigme Khesar Namgyel Wangchuk war beim Amtsantritt im Jahr 2006 erst 26 Jahre alt
© qayyaq/PIXELIO
2008 fanden in Bhutan die ersten Wahlen statt. Seitdem gibt es auch eine Verfassung, in der

Bruttonationalglück

als Staatsziel verankert ist: Der Staat bemüht sich, jene Bedingungen zu fördern, die das Streben nach Bruttonationalglück ermöglichen.

Naturschutz

60 Prozent des Landes stehen unter Naturschutz, insbesondere die einzigartigen Himalayawälder, die in Nepal oder Tibet rücksichtslos abgeholzt wurden. Wer in Bhutan einen Baum fällt, muss zwei dafür nachpflanzen.


Ein Blick nach Deutschland


In Deutschland hat sich die Beantwortung der Sinnfrage in den letzten fünfzig Jahren stark verändert. Das Streben nach Glück gewinnt für uns immer mehr an Bedeutung. Heute wird, im Gegensatz zu früher, die Auffassung "Glück schafft Lebenssinn" weitgehend akzeptiert. Es werden im Hinblick darauf sehr wohl ›unguter Egoismus‹ und der Wunsch, glücklich sein zu wollen, voneinander unterschieden.

Die Suche nach Glück gehört zum Leben.
Es ist, so die Studie des Allensbacher Institut für Demoskopie 2007, »zu einer Art Grundrecht geworden, sich sein Leben so zu gestalten, dass es Zufriedenheit und Wohlbefinden erzeugt. «


Glücksvorstellungen im Buddhismus


Dass ausgerechnet der König des kleinen Himalayastaates eine so menschenfreundliche Politik verfolgt, liegt auch an der buddhistischen Tradition des Landes. Nächstenliebe und Toleranz stehen seit jeher im Zentrum der Religion. Die Überwindung von Gier und anderen Schwächen soll zu innerer Ausgeglichenheit und Glück führen.




Nach buddhistischer Vorstellung ist ein Zustand des Glücks sogar der ursprüngliche Zustand, in dem sich jeder Mensch befindet, der nicht von bösen Gedanken beherrscht wird. Durch Meditation und andere religiöse Praktiken kann er diesen Zustand wieder erreichen – als dauerhaften Zustand.


"Es gibt keinen Weg zum Glücklichsein. Glücklichsein ist der Weg."

Buddha


Damit ist Glück nicht nur ein Moment kurzer Euphorie, wie wir uns im Westen dies meistens vorstellen. Der Besitz materieller Güter macht nach buddhistischen Vorstellungen nicht glücklich, wird aber auch nicht kategorisch abgelehnt. Vielmehr geht es darum, materielle und spirituelle Bedürfnisse in Einklang zu bringen.


Glücksforschung

Glücksforschung im Institut für Bhutan-Studien

Dachdetail eines buddhistischen Tempels | Städte » Asien | Cornerstone / pixelio
© Cornerstone/PIXELIO
2008 hat der „Fünfte Drachenkönig“ das Glück seiner Untertanen erstmals erforschen lassen. Dafür hat er Interviewer in alle Landesteile geschickt und seine Untertanen befragen lassen. Die Interviews dauerten manchmal einen ganzen Tag lang.

Die Forscher vom Institut für Bhutan-Studien wollten beispielsweise wissen, ob die Menschen genug zu essen haben, ihren Nachbarn trauen oder wie oft sie meditieren. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden allerdings nicht publiziert. Weitere Befragungen sind geplant.


"Gehe ganz in Deinen Handlungen auf und denke, es wäre Deine letzte Tat."
Buddha

Das Glück hat also nichts zu tun mit Besitz oder Reichtum. Es hat zu tun damit, wie wir auf uns und unser Leben blicken.


beim Gebet ... | Menschen » Männer | Katharina Hoyer / pixelio
© Katharina Hoyer/PIXELIO
Es hat auch damit zu tun, ob wir der Kraft der Kleinigkeiten vertrauen. Sicher leben wir unter ganz anderen Bedingungen wie die Menschen in dem fernen asiatischen Staat.

Aber ich kann mir vorstellen, dass es uns gut tut, das Glück im Blick zu haben.

Manchmal sehen wir zu sehr auf das "halb leere Glas" und können uns nicht darüber freuen, dass es in Wirklichkeit auch noch halb voll ist. Vielleicht erfüllt sich das Glück gerade dann, wenn wir unseren Weg bewusst gehen. Dann tun wir unseren Teil zum Glück dazu.


Bhutan

Das Königreich Bhutan liegt im Himalaya und grenzt im Süden an Indien, im Norden an China. Mit 38.816 km² ist das Land etwa so groß wie die Schweiz. Mit knapp 700.000 Einwohnern ist es dünn besiedelt. Sie sind in der Regel Buddhisten. Schon die Staatsgründung im 17. Jahrhundert durch einen tibetischen Abt ist eng mit dem Buddhismus verbunden.


Gangtey Dorf | Städte » Asien | Katharina Hoyer / pixelio
© Katharina Hoyer/PIXELIO
Der Bau der eindrucksvollen Klosterburgen diente zunächst auch der militärischen Verteidigung. Heute sind sie Anziehungspunkt für Touristen – allerdings dürfen pro Jahr nur ein paar Tausend einreisen.

Mit vielen Einschränkungen (täglicher Umtausch von rund 200 Dollar; Reisen nur in der Gruppe) versucht Bhutan, sich vor einem Massentourismus, wie er den Himalayastaat Nepal überrollt hat, zu schützen.

Auch die Berge dürfen – anders als in Nepal – nicht bestiegen werden, denn sie gelten als Sitz der Götter.


Quelle: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/0504/002_glueck. jsp



Das glücklichste Land der Welt Mein Leben in Bhutan
Linda Leaming (Autor)
,
Ursula Bischoff (Übersetzer)

Das glücklichste Land der Welt

Mein Leben in Bhutan



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