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Die drei Pfeiler des Zen-Buddhismus


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von Harry Misho Teske

Einige von Ihnen werden sich nun fragen, was denn Zen-Buddhismus eigentlich ist und was er für uns bringen soll? Nach über 35 Jahren der Meditation kann ich Ihnen versichern, dass er absolut nichts bringt, im Gegenteil: er nimmt uns Alles weg!

Und zwar nimmt er uns alle Vorstellungen weg, alles, was sich zwischen uns und die Wirklichkeit gestellt und uns den Spaß am Leben genommen hat.

Und dazu müssen wir lernen, wie man ruhig sitzt und seinen eigenen Geist beobachtet, denn der Zustand des Geistes bestimmt, ob man das Leben als Himmel auf Erden erlebt oder aber als Hölle.

Das letztendliche Ziel ist natürlich nicht, dass man seinen Geist nur beobachtet, sondern dass man ihm eine vollkommen neue Gestalt gibt, denn das ist ohne weiteres möglich.

Die drei Pfeiler des Zen-Buddhismus
© davidemrich/unsplash

Aber zurück zu Ihrer Frage, Zen-Buddhismus ist kurz gesagt die Meditations-Schule des Buddhismus. Jetzt werden Sie vielleicht einwenden dass doch jede Richtung des Buddhismus ihre eigenen Meditationsformen hat. Das ist auch richtig, aber ein gründlicher Zen-Buddhist oder eine gründliche Zen-Buddhistin beherrscht sie alle, ausnahmslos.

Und wenn eine weitere Frage gestattet ist dann könnten Sie jetzt fragen, wie er oder sie denn die ganzen Methoden erlernen konnte? Auch hierauf ist die Antwort sehr einfach: Indem er oder sie mindestens 700 Koan’s durchlaufen hat, und zwar unter Anleitung eines dafür autorisierten Zen-Meisters oder einer Zen-Meisterin.


Die drei Pfeiler des Buddhismus

Der Buddhisms hat drei Pfeiler, auf die er sich gründet und das ist ein tugendhaftes Verhalten, eine wirklichkeitsgemässe Weisheit und eine gründliche Praxis in den Versenkungsstufen, mit Fachbegriffen Sila, Prajna und Samadhi.

Auf die einzelnen Aspekte dieser und noch anderer Teile der Lehre des Buddhismus, wieder mit einem Fachbegriff dem Dharma, werde ich genauer in den folgenden Ausgaben dieser Reihe eingehen, die hiermit ihren Anfang nimmt.


Aber um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu betonen, einzig wirklich wichtig sind 25 Minuten pro Tag, die Sie ganz und in Ruhe Ihrem Geist widmen, mehr ist nicht notwendig, um ihn dauerhaft von allem Leid und aller Unzufriedenheit zu befreien. Sie sollten sich also schon mal bequem auf einen Hocker oder auf einen Stuhl setzen, wenn Sie noch nicht mit dem Sitzen auf der Erde vertraut sind.

Sie sollten auch auf der Vorderkannte des Stuhls oder Hockers sitzen, sich nicht hinten anlehnen und einen möglichst geraden Rücken haben. So bleiben Sie 25 Minuten möglichst regungslos sitzen und fangen am besten damit an, Ihre Atemzüge zu zählen. Sie zählen das Ausatmen mit Eins, das folgende Einatmen mit Zwei, das folgende Ausatmen mit Drei und so weiter bis Sie bei Zehn sind. Dann beginnen Sie wieder bei Eins.

Das Ganze machen Sie mit halb geöffneten Augen und geschlossenem Mund, bis die 25 Minuten vorüber sind. Wenn Ihnen ein Gedanke dazwischen kommt oder Sie plötzlich bei Vierzehn sind, fangen Sie einfach bei Eins an. Es kommt überhaupt nicht darauf an, wie oft sie bis Zehn kommen.

Diese Übung hat schon ab dem ersten Mal enorme Auswirkungen auf Ihre Achtsamkeit und bewirkt, dass Sie mit viel mehr Aufmerksamkeit durch‘s Leben gehen. Mit dieser ständig zunehmenden Achtsamkeit wird unser Leben und unser Alltag enorm bereichert und gewinnt eine Tiefe, die ihm wirklichen Sinn zu geben vermag.

Der Zen-Buddhismus wie überhaupt der gesamte Buddhismus fußt auf den drei Pfeilern ethische Lebensführung, wirklichkeitsgemässe Weisheit und auf der richtigen Versenkung.

Mit der ethischen Lebensführung ist ein Verhalten gemeint, das darauf abzielt, nicht sich selbst und anderen zu schaden. Die grundlegende Formel dafür sind die zehn Tugendempfehlungen des Buddhismus, die Thema eines der folgenden Vorträge sein werden.


Mit der ethischen Lebensführung ist ein Verhalten gemeint, das darauf abzielt, nicht sich selbst und anderen zu schaden
© erol/unsplash


Der zweite Pfeiler, nämlich der der Weisheit meint, dass man die Leerheit des Selbst und der Außenwelt erkannt hat, und zwar nicht nur intellektuell sonder aufgrund eigener Erfahrung.
Leerheit meint nicht, dass irgendetwas fehlen würde, sondern es meint im Gegenteil die Fülle von allem. Das einzige, was verschwindet sind die Vorstellungen, die wir uns von uns selber den Dingen gemacht haben. Dieser häufig falsch verstandene Punkt führt zu großen Missverständnissen bezüglich der buddhistischen Lehre und auch zu diesem Punkt folgt später mehr.

Und schließlich kommt der dritte und letzte Pfeiler des Zen-Buddhismus, nämlich die richtige Versenkung. Besonders diesem Thema werden sich meine Ausführungen widmen, das sie das Herzstück des Zen bilden.


Die vier edlen Wahrheiten

Desweiteren werden wir eine andere grundlegende Lehre des Zen-Buddhismus behandeln,und zwar die Lehre von den vier edlen Wahrheiten, auch sie bildet die Basis jedes Weges, der zum Buddhismus gehört.

Das ist zuerst die erste edle Wahrheit, dass nämlich alles Leben unweigerlich mit Leiden verbunden ist.

Die zweite edle Wahrheit behandelt die Ursachen des Leidens, und zwar wodurch es in die Welt kommt und wie es ständig neu entsteht.

Die dritte edle Wahrheit macht uns damit bekannt, wie das Leiden beseitigt werden kann und damit vollkommen verschwindet.

Und die vierte edle Wahrheit schließlich zeigt uns den Weg auf, den wir gehen sollten, wenn wir in Zukunft immer weniger leiden wollen und das Leiden und die Unzufriedenheit ganz aus unserem Leben zu verbannen beabsichtigen.


Der Zen-Buddhismus als eine der Hauptrichtungen des Buddhismus geht zurück auf den historischen Siddhartha Gautama, der als der historische Buddha im 5. bis 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in Nordindien gelebt hat. Er hat sozusagen dem Zen und dem gesamten Buddhismus den Geburtsstempel aufgedrückt, dann wurde es durch den indischen Mönch Bodhidharma von Indien nach China übermittelt, von dort gelangte es nach Japan um jetzt bei uns in Europa und Amerika Fuß zu fassen.


Harry Mish? Teske: Zen-Buddhismus Schritt für Schritt
Harry Mishō Teske (Autor), Christian Meier (Illustrator)

Zen-Buddhismus Schritt für Schritt
Schritt für Schritt führt Harry Mishō Teske, Zen-Meister in Kiel, in die Meditation des Zen-Buddhismus ein. Es geht dabei um echtes, authentisches Zen in der Tradition der japanischen Rinzai-Schule.
Zen bedeutet Üben, fortwährendes, nicht nachlassendes Üben; das Ziel ist die vollständige Erleuchtung. Der Weg dahin ist nicht leicht, aber einfach: Zazen, das Sitzen in Stille. Was dabei zu beachten ist, wo Gefahren lauern, wie Hindernisse überwunden werden können, darüber informiert dieser Band.
Illustriert ist das Buch mit farbigen Bildern von Christian Meier, der den klassischen Zyklus der zehn Ochsenbilder, die den Weg des Zen-Schülers veranschaulichen, neu interpretiert hat.


Das soll als erste Einführung in den Zen-Buddhismus erst einmal genug sein, ich werde ab jetzt regelmäßig hier Vorträge veröffentlichen, die auf die einzelnen Punkte und die teilweise recht komplexen Sachverhalte näher eingehen und freue mich über Ihre hoffentlich reges Interesse an diesem neuen und spannendem Thema.

In diesem Sinne
Ihr
Harry Misho Teske

Internetlinks:
www.ostsee-zen.de
www.zenkreis-kiel.de


Harry Misho Teske
© www.ostsee-zen.de
Harry Mishō Teske - Kurzbiographie:




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