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Gemeinschaft. In Krisenzeiten eine wichtige Ressource. Mach’ mit.


von von Dipl-Psychologin Sabine Bimmler

Derzeit schwanken vielen Menschen zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Stimmung und Zuversicht sind auf Berg- und Talfahrt. Auch im Therapieraum werde ich stets nach Anregungen gefragt, wie man sich selbst stabilisieren kann. Neben den vielen Tipps, die ich dann fürs eigene Wohlbefinden geben kann, wie Selbstfürsorge, Ressourcen aktivieren, einen positiven Selbstdialog pflegen, wird mir immer deutlicher, was fehlt: Gemeinschaft. Die Sozialpsychologie ist eindeutig: Der Mensch braucht den positiven sozialen Kontakt. Nähe und Zugehörigkeit sind ein wichtiges Grundbedürfnis.

Corona hat uns viele Möglichkeiten genommen, dieses Bedürfnis zu stillen. Kontakte vermeiden, zuhause bleiben, Abstand halten,… diese Aufforderungen erreichen uns rund um die Uhr. Sicherlich fordere ich nicht, diese Regeln zu brechen, sondern ich rege an, die Regeln einzuhalten und trotzdem in den Kontakt zu gehen. Das gute Wetter macht zum Glück sehr viel draußen möglich. Wenn du anderen positiv begegnest, hilfst du gleich zwei Menschen - dem anderen und dir.

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Gemeinschaft. In Krisenzeiten eine wichtige Ressource. Mach mit.
© Askar Abayev/pexels.de


Persönlich freue ich mich derzeit über jedes Gespräch, jeden Kontakt, der mir einen positiven Impuls gibt. Natürlich versuche auch ich, für meinen Gesprächspartner einen solchen Impuls zu setzen. Und hier kommen meine Tipps und Gedanken dazu.


Tipp 1: Erst einmal zuhören und es aushalten

Wenn ich auf Menschen treffe, die gerade in einem Corona-„Tief“ sind, weil sie viel Angst, Unsicherheit und Entbehrungen aushalten müssen, höre ich erst einmal zu. Den Raum, sein Herz auszuschütten, gewähre ich meinem Gegenüber gern. Auf dem Supermarkt-Parkplatz, beim Hundespaziergang im Wald, im Wartezimmer des Arztes. Ich vergleiche diese Art der Psychohygiene, des „psychischen Reinemachens“, mit dem „Hände waschen“. Kurz und gründlich, dann ist aber auch genug. Dann wende ich Tipp 2 an.


Tipp 2: Setze eine klare Grenze und nutze die Kernfrage „Ist das hilfreich?“

Wenn ich das Gefühl habe, dass das mein Gegenüber sich von einigem Ballast befreit hat, spiegele ich zunächst, was ich verstanden habe. „Oh Mann, ich habe verstanden, dass es dir gerade überhaupt nicht gut geht. Ich fühle mit dir. Es ist eine schwierige Situation für dich.“
Dann setze ich eine Grenze: „Du, wir könnten jetzt noch stundenlang weiter aufzählen, was gerade bedrohlich und schlecht ist, aber was passiert dann mit uns? Ich habe festgestellt, mir tut das gar nicht gut. Wie ist das bei dir? Ist das hilfreich?“ Hier hoffe ich natürlich auf eine positive Antwort, die mir eine Fokusänderung ermöglicht. Manchmal kommt aber auch Widerstand. Dann setze ich nochmal nach: „Weißt du, ich habe mich just heute bewusst entschieden, auf alles zu verzichten, was mich zusätzlich bedrückt und mir Angst macht. Deswegen mag ich hier nicht einstimmen oder weiter so negativ reden. Ich nenne das „Jammer-Fasten“.


Tipp 3: Setze den positiven Impuls

Setze den positiven Impuls
© cottonbro/pexels.de
Das gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie ich fortfahre. Eine Möglichkeit klingt ungefähr so: „Ich übe für mich gerade verschiedene Dinge: Ich bleibe im Jetzt und Hier. Ich weiß nicht, was am 20. April oder 20. Mai sein wird. Also bleibe ich im aktuellen Moment. Und in diesem Moment gibt es immer auch etwas Positives zu entdecken, zum Beispiel das Gespräch hier mit dir ist. Ich habe mich sehr gefreut, dich hier zu treffen. Von diesen kleinen Begebenheiten gibt es zum Glück viele.“ Den Fokus also auf die kleinen Dinge richten, weg von den großen ungelösten Fragen.

Eine andere Möglichkeit ist: „Ich habe in den letzten Wochen viele Ideen gesammelt, was ich  jetzt gerade konkret tun kann, um die Situation anders zu gestalten (Hilfsgelder beantragen, Online-Lernen zu Themen für die nie Zeit war, Sport machen, Steuer machen, Yoga, gesunde Ernährung, Quality-Time mit den Kindern etc)“. Ich versuche gerade ins Handeln zu kommen und Lösungen für die kleinen Dinge zu finden. Ich merke, ich grübele viel weniger.“

Das macht Gemeinschaft aus. Wir tauschen uns darüber aus, was uns geholfen hat, schwierige Zeiten zu überstehen. Wir hören zu. Wir machen uns gegenseitig Mut. Wir bauen einander auf. Wir bieten Trost und Unterstützung. Gelingt eine solche Begegnung, ist sie für beide ein Mutmacher. 

Manchmal stützt du andere. Manchmal stützen andere dich. Meine Waldspaziergänge haben sich sehr verändert. Ich schauen Menschen an, ich grüße freundlich, ich eröffne Gespräche. Der Bedarf nach Kontakt ist spürbar, denn von ganz vielen Menschen, gerade von den älteren Personen, bekomme ich eine ganz positive Resonanz. Es beginnt wie so oft mit dem Wetter oder anderen Banalitäten und plötzlich kommen ganz wunderbare Themen zu Vorschein. Es entwicklen sich kurze Gespräche, die beide bereichern. Dieses Gefühl zieht sich häufig durch den ganzen Tag, die Kontakte wirken nach.


Diplom-Psychologin Sabine Bimmler

Diplom-Psychologin Sabine Bimmler
© Sabine Bimmler


Als Psychotherapeutin und systemischer Coach begleitet Dipl-Psychologin Sabine Bimmler nun bereits seit über 20 Jahren Menschen in Belastungssituationen. Sie hilft ihnen dabei, Krisen zu beenden und das Leben wieder auf Kurs zu bringen. Es können berufliche aber auch ganz persönliche Fragestellungen sein, mit denen die Menschen zu ihr kommen. Mit ihrem Podcast „Reif für die Couch?“ stellt sie ihr Wissen und ihre Empfehlungen vielen Menschen kostenfrei zur Verfügung. Außerdem versucht sie so ihren Beitrag zur Stigmatisierungen psychischer Themen zu leisten. Sie lebt mit Mann und ihren 3 Kindern in Köln und fühlt sich dort pudelwohl. "Das Leben lieben, mit all seinen Höhen und Tiefen“ ist ihr Motto.

Homepage: www.sabinebimmler.de

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