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Kuscheln – warum wir liebevolle Berührung brauchen


von Dominik Schott

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Nacktes Drahtgestell oder Attrappe mit Stoffbezug? Welche Ersatz-Mutter finden kleine Rhesusäffchen wohl attraktiver? Na, lieber die gepolsterte Variante, oder? Aber was, wenn nur diejenige aus Draht auch einen Milchspender hat, bei dem sich die Jungtiere jederzeit satt trinken können? Selbst dann wollten die Kleinen sich lieber an den Nachbau schmiegen, der mit weichem Stoff überzogen war. Im Zweifel war den kleinen Äffchen das Gefühl von Geborgenheit wichtiger als Nahrung. Im Jahre 1959, als dieses Experiment durchgeführt wurde, war das Ergebnis eine Sensation. Bis dahin war auch in der Psychologie noch die Meinung verbreitet, wenn wir nur genug Nahrung hätten, sei alles gut. Doch Säugetiere suchen bei der Mutter nicht nur Milch sondern auch Geborgenheit. Und was für die Rhesusaffen gilt, ist auch bei uns nicht anders: wir brauchen Berührung.

Kuscheln - warum wir liebevolle Berührung brauchen
© Ba Tik/pexels.com

Neben Luft, Wasser, Nahrung und Schlaf ist Geborgenheit eines der immer noch unterschätzten Grundbedürfnisse. Anders als bei Essen und Trinken sterben wir zwar nicht ohne Berührung. Aber wir verkümmern - seelisch und kognitiv. Ohne haptische Erfahrung können wir die Welt nicht ‚begreifen’, es bilden sich zu wenige neuronale Verknüpfungen. Die Körpererfahrung ist essentiell auch für unsere geistige Entwicklung. Darüber hinaus vermittelt Berührung Nähe und Geborgenheit. Sie senkt die Stress-Hormone und ist – wenn niemand anderes sie uns gibt - unser wichtigstes Mittel der Selbstberuhigung. Kleine Kinder lutschen am Daumen, Erwachsene kneten ihre Hände um Nervosität abzubauen (z.B. wenn sie vor einer Gruppe sprechen müssen).

Heute leiden viele an Berührungsmangel – vor allem als Erwachsene. Und es leiden nicht nur Dauer-Singles sondern auch Menschen in festen Beziehungen. In einem immer hektischeren und von Technologien geprägten Leben kommt auch in vielen Familien die einfachste Freude, die wir Menschen uns bereiten können, zu kurz: sich einfach mal in den Arm nehmen. Es ist bekannt, dass gerade einsame, ältere Menschen gerne auch deswegen zum Arzt oder Friseur gehen, um mal wieder angefasst zu werden.

Heute leiden viele an Berührungsmangel - vor allem als Erwachsene
© Andrea Piacquadio/pexels.com

Dieses Defizit an Zärtlichkeit geht oft mit einem Mangel an Sex einher. Elternpaare kennen das: erst Schwangerschaft, dann Stillen, schließlich schlaflose Nächte mit zahnenden Kleinkindern. Auf der Strecke bleibt der Spaß zu zweit. Und wenn der Faden erst einmal abgerissen ist, ist er nur schwer wieder aufzunehmen. Je länger wir uns nicht berühren, desto größer die Hürde, diese Intimität wieder herzustellen. Wenn es dann doch mal klappt, bleibt es nicht selten unbefriedigend. Die körperliche Vertrautheit ist ein Stück verloren gegangen. Das Klischee geht so: Frauen brauchen Nähe, um Lust auf Sex zu bekommen. Männer hingegen brauchen Sex, um Lust auf Nähe zu haben. Ein Teufelskreis.

Berührung wird oft mit Vorspiel verwechselt
© Jonathan Borba/pexels.com
Was helfen kann: darüber reden und sich austauschen, was uns anmacht oder abtörnt. Und: Zärtlichkeit und Sex auch mal getrennt erleben. Das ist vor allem für Männer nicht ganz einfach. Berührung wird oft mit Vorspiel verwechselt. Die Folge: Viele stürzen sich in erotische Abenteuer aus Hunger nach Berührung. Das ist wie essen, obwohl man eigentlich Durst hat.

Singles hingegen finden in Zeiten zahlreicher Dating-Plattformen leichter Sex als Zärtlichkeit. Doch es gibt viele Möglichkeiten, Berührung zu erleben. Nein, keine Swinger-Parties. Denn da geht ja wieder mehr um Sex als um Berührung. Mittlerweile gibt es in einigen Großstädten professionelle Berührer*innen. Sie bieten Streicheleinheiten gegen Geld. Der Kunde bleibt dabei passiv und genießt. Das kann man sich vorstellen wie sanfte Massage, nur ohne physiotherapeutischen Ansatz.

Zudem gibt es seit vielen Jahren in größeren Städten Kuschelparties. Dort treffen sich Menschen in einem geschützten Raum und schenken sich gegenseitig Nähe. Ein typischer Ablauf? Anfangs tanzen um besser im eigenen Körper anzukommen. Dann in angeleiteten Übungen spielerisch und achtsam mit anderen in Kontakt kommen. Der Ausklang ist oft ein großes Matratzenlager auf dem sich alle zu einem ‚Haufen des Glücks’ zusammenlegen. Jeder und Jede mit so viel oder wenig Berührung zu anderen wie gewünscht. Wer nur etwas Kontakt und zugleich viel Freiraum möchte, legt sich irgendwo an den Rand. Wer die volle Dosis Oxytozin will, legt sich mittenrein. Die Bikinizone bleibt in der Regel tabu damit alle einen sicheren Rahmen haben, in dem aus Kuscheln nicht gleich Fummeln wird.

Kuscheln ist absichtslose und achtsame, körperliche Nähe – um sich gegenseitig Wärme und Geborgenheit zu schenken. Das kann bedeuten, Rücken an Rücken zu liegen ohne irgendwas zu ‚machen’. Dann ist es egal, ob Mann oder Frau, solange die andere Person keine negative Schwingung oder mentale Unruhe verbreitet. Wenn beide sich in die Berührung hinein entspannen, kommt Wohlgefühl auf. Da wir als in der Dualität verkörperte Wesen auch geschlechtlich und magnetisch sind, ist es besonders nährend, mit dem ‚Gegenpol’ zu kuscheln. Dann mögen sanfte oder feste Berührungen oder Streicheln im Spiel sein. Es kann sinnlich und intensiver werden, weil ganz andere Empfindungen und Energieströme angeregt werden. Wir gehen satt und glücklich nach Hause.


Dominik Umberto Schott: Souverän präsentieren - Die erste Botschaft bist Du: Wie Sie Körpersprache authentisch und wirkungsvoll einsetzen
Dominik Umberto Schott (Autor)
Souverän präsentieren - Die erste Botschaft bist Du
Wie Sie Körpersprache authentisch und wirkungsvoll einsetzen
Dieses Buch liefert Ihnen hilfreiche Tipps, mit denen Sie Ihre Wirkung beim Präsentieren verbessern.

Wenn Präsentationen gelingen, liegt es meist nicht nur am Inhalt, sondern auch am authentischen Vortragsstil und einer natürlichen Körpersprache des Redners. Viele haben jedoch Schwierigkeiten, ihr Lampenfieber bei Präsentationen am Rednerpult zu überwinden und Kontakt mit dem Publikum aufzunehmen. Dabei ist gerade in der mündlichen Kommunikation die Person entscheidend. Wie souveränes Präsentieren gelingt, vermittelt Ihnen Dominik Umberto Schott Schritt für Schritt in diesem Buch. Er stellt Ihnen die wichtigsten Stellschrauben vor, die Ihren Worten mehr Wirkung verleihen, und zeigt an konkreten Beispielen, wie Sie die Dramaturgie eines Redeaufbaus nutzen. Zudem lernen Sie, wie Sie Ihre Körpersprache und Storytelling natürlich einsetzen, um einen glaubhaften Auftritt hinzulegen.

Schott vermittelt Ihnen umfangreiche Kompetenzen.

Der Autor klärt in seinem Buch „Souverän präsentieren“ zunächst grundlegende Fragen wie:

  • Was ist eine Präsentation?

  • Woraus besteht sie?

  • Wie wirken Inhalt, Struktur und Vortragsweise zusammen?

Anschließend widmet er sich dem großen Themenkomplex der Authentizität. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Außenwirkung verbessern und erarbeiten Sie sich mit diesem Buch die folgenden Kernkompetenzen des Präsentierens:

Doch manchmal kann vorkommen, dass eine Person angenehm berührt aber uns trotzdem irgendetwas stört. Oder die Begegnung besonders magisch war. Beim Nachspüren, warum sich der Austausch mit einer Person besonders schön oder vielleicht auch unangenehm angefühlt hat, sind die Eindrücke oft schwer voneinander zu trennen. Was war angenehm, was hat irritiert? Dann kann es helfen, die Wahrnehmungen in vier Aspekte zu sortieren.
Schwingung - wie fühlt sich die Person energetisch an?
Offen, unsicher, verspielt, eher gebend oder nehmend? Was melden meine feinstofflichen Antennen?

Statur -wie fühlt sich die Person haptisch an?

Muskulös, weich, fest, füllig, zierlich..? Was melden meine Hände?

Berührungsqualität – wie fühlen sich die Berührungen an?

Sanft, druckvoll, gleichmäßig, kitzelig...? Was meldet meine Haut?

Hygiene – wie gepflegt ist die Person?


Tatsächlich spielt für die meisten das Aussehen beim Kuscheln kaum eine Rolle
© Karolina Grabowska/pexels.com
Wohlriechend, verschwitzt, Kleidung frisch oder fleckig? Was melden Nase und Augen? Hier kann es spannend sein, zu erleben, dass manchmal nach einigen Momenten die Oxytocin-Ausschüttung über das ästhetische Empfinden siegt, wenn die anderen Aspekte angenehm sind.

Viele sind vielleicht überrascht, dass Attraktivität nicht aufgeführt ist. Tatsächlich spielt für die meisten das Aussehen beim Kuscheln kaum eine Rolle. Eine Person, die wir rein äußerlich vielleicht nicht attraktiv finden, kann als Berührungspartner*in ein Geschenk des Himmels sein. Umgekehrt kann jemand umwerfend aussehen, aber die Berührung berührt nicht.

Beim gegenseitigen anfassen, ist es meist schön, mit ruhigen und sparsamen Bewegungen zu beginnen. Auf uns ruhende Hände mit leichtem, flächigem Druck wirken beruhigend. Berührungen mit den Fingerspitzen (z.B. kraulen) können auch als irritierend wahrgenommen werden. Unsere Vorfahren haben draußen oder in Höhlen geschlafen. Eine stabile Berührung stammte meist von einem anderen Menschen. Ein Krabbeln auf der Haut konnte auch eine Spinne oder ein anderes gefährliches Tier sein. Doch manche tun sich leichter, nicht zärtlich sondern spielerisch mit ‚Fremden’ in den Austausch zu gehen, z.B. durch Contact-Tanzen oder Raufen.

Alles geschieht auf der Basis gegenseitiger Achtsamkeit und Eigenverantwortung. Immer wieder darf und soll hingespürt werden: fühlt sich das gut an oder geht mir das gerade zu weit? Dann darf ich jederzeit unterbrechen und muss nichts erklären. Sich berühren heißt nicht, dass wir später küssen oder Telefonnummern austauschen. Sich abwenden ist kein Korb oder Urteil. Zum Kuscheln mit Fremden gehört die Reife, sich weder vereinnahmen zu lassen, noch andere zu benutzen. Wer zu ängstlich ist, wird es kaum genießen können. Wer zu hungrig ist, wird keine harmonische Balance aus Geben und Nehmen finden.


Sich berühren heißt nicht, dass wir später küssen oder Telefonnummern austauschen
© RF._.studio/pexels.com


Da wir beim Kuscheln gegenseitig unsere Energiekörper durchdringen ist auch ein gutes Gespür für sich selbst und eine gesunde Abgrenzung gegenüber negativen Emotionen anderer wertvoll. Die meisten Menschen tragen in ihrem Zellgedächtnis die Spuren und Erinnerungen alter Verletzungen. Haben wir ähnliche, noch nicht erlöste Traumata, gehen die Schmerzkörper (so nennt sie Eckart Tolle) miteinander in Resonanz. Sie ‚wecken’ sich gegenseitig und drücken sich gegenseitig die Knöpfe. Mein Schmerz löst deinen aus und umgekehrt. Wenn wir in solchen Momenten, erkennen, dass wir nicht dieser Schmerz sind sondern ihn nur haben, kann Heilung stattfinden.

Wobei es nicht so sein muss, dass mein Gegenüber die gleichen Themen hat. Vielleicht ist die andere Person auf diesem Feld völlig unbelastet – aber irgendetwas in ihrem Verhalten oder sogar nur Aussehen triggert meine Lernthemen. Das ist eine wunderbare Chance. Denn das Gegenüber ist nicht in emotionaler Turbulenz und kann uns durch ihr ruhiges Da-Sein helfen, zu erkennen, dass der Sturm nichts mit anderen oder einem außen zu tun hat, sondern allein mit inneren Vorstellungen, die wir noch nicht loslassen konnten.

Zum Kuscheln gehört daher nicht nur körperliche sondern auch mentale Hygiene. Bring nicht deine alten Wunden, deine unerledigten Themen oder deinen Beziehungsstress mit, sondern lass dich auf dich selbst, den Moment und dein Gegenüber ein. Dann ist Kuscheln ein wunderbares Geschenk, das nichts kostet – außer etwas Mut und Offenheit.



Dominik Umberto Schott
© Dominik Umberto Schott
Dominik Umberto Schott arbeitet international als Präsentationstrainer, Vortragsredner und Executive Coach.

Er war nach seiner Gesangs- und Schauspielausbildung mehr als 20 Jahre lang Radio- und TV-Moderator, hat bei Thomas Gottschalk gelernt, stand bereits bei Hunderten großer Events auf der Bühne und ist eine der bekanntesten Stimmen des deutschen Fernsehens. Als Bühnenprofi weiß er, wie man mit Worten bewegt. Privat ist er spirituell und philosophisch interessiert und legt monatlich als DJ im Studio Freitänzer in München auf.


Podcast und YouTube-Kanal von Dominik Schott:






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