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Was werden wir in die Zeit nach „big C“ mitnehmen?


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von Chris Gust

Sprechen wir doch mal Tacheles, denn mittlerweile sind die Nerven der meisten Menschen schon arg angespannt, vor allem, wenn der Job im Homeoffice, Kinderbetreuung und Homeschooling, sowie nicht vorhandenes soziales Leben irgendwie ausgehalten werden soll. Spannungen in Beziehungen kommen hinzu, wenn man keinen individuellen Freiraum mehr zu haben scheint und von den schlimmen Dingen, die hinter verschlossenen Türen passieren, möchte ich hier gar nicht anfangen. (Aber sie passieren und es liegt in der Verantwortung eines jeden von uns, jetzt besonders aufmerksam zu sein und bei dem Verdacht auf häusliche Gewalt nicht wegzuschauen!)

Es wird oft so lapidar gesagt, wir müssen ja „nur“ zu Hause bleiben, aber mit vielen Menschen macht das eine ganze Menge, das merke ich an all den Hilferufen, die mich per Social Media oder über „Mutruf“ erreichen. Auch ich hadere mit einigem und mir fehlt sehr viel, ich war mir zum Beispiel bis dato gar nicht bewusst, was ich für eine Umarmerin bin… mir fehlen die Umarmungen und die wirklichen Treffen unglaublich, da können sich alle, die es betrifft schon mal auf was gefasst machen, wenn wir wieder dürfen ;-)

Chris Gust - Was werden wir in die Zeit nach ?big C? mitnehmen?
© Chris Gust

WAS MACHT DIESE BESONDERE ZEIT MIT UNS?

Zu den negativen Folgen zählt für mich auf jeden Fall die Spaltung der Gesellschaft.

Es bilden sich offensichtlich, in direktem Zusammenhang mit der Dauer der Maßnahmen, zwei deutliche Fraktionen immer mehr raus: die einen, die nach Lockerungen schreien und die anderen, die am Liebsten in der absoluten Überwachung bleiben würden. Keiner von beiden weiß, was richtig ist und ich möchte nicht in der Haut derjenigen stecken, die nun Entscheidungen treffen müssen.

Meiner Meinung nach ist es, wie fast immer, etwas dazwischen: mit Augenmaß raus aus dieser psychischen Falle der sozialen und wirtschaftlichen Talfahrt. Die Risikogruppen schützen? Auf jeden Fall! Aber die anderen Menschen bangen um ihre Existenzen. Außerdem hat dieser Lockdown viele weitere unvorhersehbare Konsequenzen von nicht kalkulierbarem gesundheitlichem, psychischem Ausmaß. Sie werden nun zum Glück langsam mit in die Diskussionen aufgenommen, ein Anfang.

Auch die langfristige Tatsache, einer Durchseuchung (ist das nicht ein furchtbares Wort?) sollte man, meiner Meinung nach, nicht zu lange mit einem on-off Lockdown, wohl möglich über Monate? Jahre?, hinauszögern.

Aber das ist meine Meinung, die genau wie die von vielen anderen, nur von meinem ganz persönlichen Bauchsouffleur kommt, die aber zusätzlich extrem beeinflusst wird durch das, was so persönlich und direkt an mich herangetragen wird, deshalb weite ich diesen Artikel auch über das Kernthema „Angst“ etwas aus.


Hinzu kommen die Ängste der Menschen, die ebenfalls zwei Seiten haben:

Aufgrund erster eigener Erlebnisse mit Sorgen und Ängsten in diesen Tagen interessiert es viele Menschen auf einmal auf andere Art und Weise, wovon ich da die ganze Zeit rede und schreibe, das ist schon irgendwie spooky. Das Menschen Angst empfinden ist nichts, was mich freut, aber es ist eine große Chance, in dieser Krise an der Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen etwas zu verändern!

WAS MACHT DIESE BESONDERE ZEIT MIT UNS?
© Anna Shvets/pexels.com

Fakt ist: auf einmal bekommen Menschen eine Ahnung davon, wie es sein muss rund um die Uhr mit Angst & Panik oder anderen psychischen Erkrankungen zu leben. Wie es sich anfühlt, wenn man gefangen ist, zum einen im Gedankenkarussell und zum anderen durch die Vorgaben in Bezug auf das zu Hause bleiben. Im Gegensatz zu den Problemen in Partnerschaften oder Familien zeigt sich, wie schwer es einigen Alleinstehenden gerade geht. Keine realen sozialen Kontakte haben zu dürfen und sich in einer einsamen Welt selbst Strukturen schaffen zu müssen, um einen Halt zu haben ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung in punkto Einsamkeit, die die meisten nicht freiwillig so wählen würden.


Wir müssen da durch, klar. Mittlerweile sind Häuser und Wohnungen vermutlich so gut aufgeräumt und geputzt, wie selten zuvor.

Meine beste Freundin schrieb mir schon ziemlich am Anfang der Ausgangssperre: „Mein Haus ist nun so aufgeräumt und sauber wie deins!“ Das brachte mich zu einem Lachflash vom feinsten, denn seit wir Teenies waren, ist sie schon immer die Chaosqueen- wenn man in ihre Handtasche oder ihr Auto guckt, hatte man immer den Eindruck, sie könnte auch ohne Probleme eine Zeitlang verreisen, genug Ersatzklamotten, etwas zu essen, Verbandsmaterial, Hygieneprodukte oder Ähnliches hatte sie jedenfalls immer dabei. Wohingegen man bei mir eher den Eindruck von einem Möbelkatalog hatte, nach einer traumatischen Aufräumaktion als Kind hatte ich mir angewöhnt immer sofort wieder alles an den richtigen Platz zu packen und ertappte mich dabei, dass ich auch bei gemeinsamen Essen mit Freunden zu gerne bereits die Teller abgeräumt hätte, sobald jemand aufgegessen hatte, glaube mir, das kommt nicht wirklich gut an. Ich musste mich lange sogar zwingen, mal etwas liegen zu lassen, damit es nicht ungemütlich wirkt, habe dann aber einen, sich für mich gut anfühlenden Weg gefunden. Aber ich schweife aus, zurück zum Thema:


UND DAS POSITIVE?

Viele beginnen sich zaghaft aus der ersten Schockstarre zu lösen, kreative Konzepte entstehen, um trotz und mit den äußeren Umständen weitermachen zu können und sogar Neues zu erschaffen, Menschen halten zusammen, helfen einander, erinnern sich, dass es in ihrer Nachbarschaft Menschen gibt, die nun Hilfe brauchen könnten: Gemeinschaft wächst.

UND DAS POSITIVE?
© Alexas_Fotos/pixabay


Die Anordnung zu Hause zu bleiben, stellt viele, viele Beziehungen auf eine harte Probe, birgt aber auch die Chance, sich zu erinnern, was man hat und Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können.


Was zu einen bei den negativen Punkten stand, gehört hier auch hin:

Das nicht ausweichen können, keinen Freiraum haben, die Grundanspannung eines jeden auf unterschiedliche Weise sorgen in vielen Fällen dafür, dass endlich Konflikte auf den Tisch kommen, die schon lange geschwelt haben, nicht zuletzt auch, weil wir gerade ganz deutlich damit konfrontiert werden, wie schnell sich alles ändern kann. Das birgt ein großes Potenzial zu Wachsen, für jeden einzelnen von uns aber auch innerhalb teils verfahrener Beziehungen!

Unter´m Strich ist dies eine Zeit der Herausforderungen, vor allem an das Miteinander in dieser Gesellschaft!

Das Akzeptieren, dass Menschen unterschiedlich auf solche Ungewissheiten reagieren, das gegenseitig halten und Verständnis aufbringen, auch wenn man unterschiedlicher Meinung ist.


Essentielle Fragen können uns in dieser Zeit unglaublich fördern:

Was, wenn es das jetzt gewesen wäre? Was bereuen wir? Was werden wir anders machen?

Werden wir gleich wieder ins Hamsterrad einsteigen und unsere Fehler der Vergangenheit wiederholen oder werden wir die wiedergefundenen Werte und Erkenntnisse mitnehmen in unser „neues“, hoffentlich sehr viel wertschätzenderes und bewussteres Leben?

Essentielle Fragen können uns in dieser Zeit unglaublich fördern
© StockSnap/pixabay

Bei „Mutruf“, bei den Zuschriften, die mich erreichen und auch in den Angstgruppen, in denen ich als Moderatorin helfe, stelle ich fest, dass diese Zeit von Menschen mit einer Angststörung auf zwei ganz unterschiedliche Arten empfunden wird:

Die einen fühlen sich zurückkatapultiert in die Zeit, als ihre Angst so mächtig war, dass sie ganz viel vermieden haben oder teilweise gar nicht aus dem Haus gegangen sind. Angst macht sehr einsam, das ist für die meisten Panikler also vertraut. Dennoch sind sie nun erst recht frustriert, weil sie so stolz auf ihre Erfolge waren, wieder etwas zu unternehmen und sich Sachen zuzutrauen, zu leben.

Für die anderen ist diese Entschleunigung ein Geschenk, eine Chance. Menschen halten Abstand, beim Einkaufen und auch bei Spaziergängen. Außerdem fühlen sie sich auf einmal nicht mehr wie ein Außenseiter, weil auch in ihrem Umfeld die Menschen erfahren, was es bedeutet, Angst zu haben.

Natürlich ist ganz viel von dem, was passiert, schlicht und ergreifend nicht schön zu reden in diesen Tagen, aber es ist Fakt, dass auch Wundervolles geschieht:

Durch die ausbleibenden Flieger, Schiffe, Autos, Menschenmassen erholt sich die Natur in einem Tempo, wie niemand es für möglich gehalten hat.


In dieser Krise steckt auch für jeden eine ganz persönliche Chance:

Wir merken, wie fragil unser Leben ist. Was wir für selbstverständlich gehalten haben ist nicht selbstverständlich und viele der Routinen, in denen wir uns bewegen hätte unser jüngeres Ich mit Sicherheit mit einem verständnislosen oder bedauernden Augenrollen quittiert, oder?

Also nutzen wir die Zeit doch auch, um herauszufinden:

„Lebe ich das Leben, was ich mir wünsche?“ „Wie möchte ich eigentlich leben?“

„Bin ich stolz auf das, was ich tue?“

Macht Pläne, lasst Ideen zu und überlegt, was Ihr vielleicht schon jetzt angehen könnt.

Wir können uns Dank des Internets über Möglichkeiten informieren, wir können in uns hineinhorchen und rausfinden, was fehlt, oder was wir gerade wiedergefunden haben, von dem wir dachten, es wäre selbstverständlich.


CHRIS GUST: Du bist so viel mehr als Deine Angst
© Chris Gust

Tauche dabei ruhig ein in die Welt der Visualisierung und nutze deine Energien dafür, dir so deutlich und bunt wie möglich vorzustellen, wie du leben wirst. Tanze, singe, meditiere, mach´ Sport (ja, das geht auch zu Hause oder an der frischen Luft).

Miste aus, räume auf, schau wo Dich schon lange etwas triggert und bitte:


SEI ENDLICH EHRLICH ZU DIR SELBST!

Ist Deine Komfortzone wirklich eine oder ist sie nur vertraut und bequem?

Werde dir bewusst und erinnere dich immer wieder daran, dass es auch Luxus ist, nun so viel machen zu können, wozu du sonst nicht kommst. Es gibt IMMER einen Weg.

Wir werden gerade an die wirklich wichtigen Dinge des Lebens erinnert, die Dinge, die man nicht kaufen kann. Ein anderer Umgang miteinander und mit der Natur, das Bewusstsein für die eigene Umgebung ändert sich bei ausgedehnten Spaziergängen, weniger Hektik, weniger Termin- und Gesellschaftsdruck lachen uns eigentlich gerade ins Gesicht und zeigen uns, wie falsch einige unserer Ziele waren, weil sie uns belasteten. Auf der anderen Seite zeigt uns diese Zeit, wie wundervoll all die Freiheiten waren, die wir als so selbstverständlich hingenommen haben- Treffen mit Freunden, essen gehen, Kultur erleben, Konzerte, Theater, Kino, Ausstellungen, einfach shoppen gehen, alles viel wertvoller, als uns bewusst war, oder?

SEI ENDLICH EHRLICH ZU DIR SELBST!
© Anna Shvets/pexels.com

Vielleicht wird es durch ein neues Bewusstsein alles sogar viel besser - nutzen wir doch den Denkzettel, den wir da gerade verpasst bekommen.

Sei offen, ehrlich, vertraue dich bei Kummer jemandem an, auch Wut, Verzweiflung , ach die ganze Bandbreite deiner Gefühle, ist ok.

Nutze diese Zeit, wachse, lerne, staune, sei für andere und für dich (!) da!

©Chris Gust


künstlerin   |   autorin   |   mutmacherin   |   vollherzmama   |   querdenkerin   |   mensch

  

Chris Gust
© Sebastian Fuchs
Aufgewachsen in einer niedersächsischen Kleinstadt zog es CHRIS GUST schon immer nach Hamburg, der Heimatstadt ihrer Eltern. Sie sieht Hamburg mit allen kulturellen Möglichkeiten und dem ganz besonderen hanseatischen Charme, der meist alles andere als "steif" ist, als "ihre" Stadt an und lebte einige Jahre mittendrin.

Mittlerweile lebt und arbeitet sie im nördlichen Speckmantel von Hamburg, weil sie die Natur und Ruhe zum Atmen und Arbeiten ebenso braucht, wie die Möglichkeiten in und die Nähe zur Stadt. Inzwischen mit tiefem Vertrauen darauf, dass sich im Leben alles fügt, plant und organisiert sie hier alles rund um ihr großes Ziel: Niemand soll sich mehr schämen müssen, wenn er an einer Angststörung leidet.


Websites von Chris Gust: www.chris-heart.de  |  www.mutruf.de
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