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Yoga für Kinder wirkt manchmal Wunder


von Sabina Pilguj


Brauchen Kinder Yoga? Yoga hat sich heutzutage in der Gesellschaft etabliert. Immer mehr Menschen entdecken in dieser schnelllebigen Zeit Yoga und andere Entspannungstechniken für sich, um sich nicht im Alltagsstress zu verlieren - und das immer schneller drehende Hamsterrad zu stoppen, um endlich wieder zur Ruhe zu kommen. Mit diesen ganzheitlichen Ansätzen werden die Muskeln und Faszien bewegt und sanft gedehnt, die innere Anspannung kann sich lösen, man erfährt schnell ein Gefühl der Entspannung und übt sich zusätzlich in Achtsamkeit, Gelassenheit, Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge.

Yoga für Kinder wirkt manchmal Wunder
© Todd Trapani/pexels.com
Was den Großen gut tut, ist auch für die Kleinen wichtig, denn auch für Kinder gibt es dieses Angebot: Yoga für Kinder. Dies ist kein „abgehobener Hokuspokus“. Wissenschaftliche Studien bestätigen die positive Wirkung von Yoga zur Unterstützung von Stressreduktion und Entspannung. Ebenso gibt es Studien, die sich auf Kinderyoga und Entspannungsangebote für die Schulkinder beziehen.

Stressreduktion für unsere Kinder ist eine wichtige Angelegenheit, denn Studien zum Thema „Stressaufkommen bei Kindern“ belegen, dass bereits Grundschulkinder massiven Stress erfahren und psychosomatische Auffälligkeiten zeigen. „Der Stress reicht bis ins Kinderzimmer: Mehrmals im Monat sind 37 Prozent der Grundschulkinder in Deutschland übermüdet und 35 Prozent haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. 29 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen fallen zudem häufiger im Monat durch Unruhe auf. Dies sind Ergebnisse der Studie "Junge Familien 2019" der pronova BKK, für die 1.000 Menschen mit mindestens einem Kind unter zehn Jahren im Haushalt befragt wurden“. (Quelle: pronova BKK - https://www.presseportal.de/pm/119123/4397229)

Noch schlimmer wird das Thema „zu viel Stress“ dann bei den Kindern ab Klasse 4, wenn sich der Weg in eine weiterführende Schule abzeichnet.

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Kinderyoga hat sich etabliert

Kinderyoga hat sich etabliert
© Burst/pexels.com
Kinderyoga und Entspannung sind eine wertvolle und wichtige Unterstützung für unsere Kinder. Dies kann ich als Kinderyogalehrerin und auch als Mutter nur bestätigen. Mein Buch „Yoga mit Kindern“ ist bereits 2002 erschienen und hat sich als ein Standardwerk etabliert. Auf dem 1. Deutschen Kinderyoga-Kongress im Jahre 2005 wurde ich (und ein paar weitere Yogaexperten) als eine der Pioniere des Kinderyoga in Deutschland vorgestellt.

Die eigentliche Pionierarbeit hat aber jemand ganz anderes geleistet, nämlich Kareen Zebroff. Von meiner Patentante bekam ich im Alter von 10 Jahren schon das bereits 1973 Buch von Kareen Zebroff „Yoga für Mütter mit Kindern“ (Erstauflage/Falken Verlag), welches ich heute hüte, wie einen großen Schatz. Wahrscheinlich war für mich diese frühe Erfahrung in Bezug auf Yoga schon prägend, denn zu dieser Zeit war Kinderyoga sicherlich noch sehr exotisch. Diese ersten Berührungspunkte mit Kinderyoga sind erst einmal in Vergessenheit geraten, aber scheinbar nicht aus meinem Sinn. Heute kann ich auf eine fast 25 jährige Kinderyogalehrinnenerfahrung zurückblicken und all die besonderen Momente und Erfahrungen mit den Kindern sowie auch die bewegenden Rückmeldungen der Eltern, haben mir immer wieder gezeigt, welch positive Unterstützung Kinderyoga sein kann.

Kinderyoga hat einen wunderbaren Wandel erfahren. In meinen Unterrichtsanfängen wurde für Kinderyoga oftmals noch der Begriff „Entspannungstraining“ benutzt. Glücklicherweise hat sich Yoga für Kinder als etwas ganz „normales“ in unserer Gesellschaft etabliert, egal ob beispielsweise im Sportverein, in der Kita, in den Kurkliniken oder in den Schulen. In einer Schule in Berlin Kreuzberg ist Kinderyoga sogar für Klasse 1-3 ein Pflichtfach geworden. Meiner Meinung nach gehört Kinderyoga in den Schulalltag, denn es ist eine wertvolle präventive Unterstützung für die Kinder. Und manchmal braucht es nur mal so 2 Übungen zwischendurch im Schulunterricht, damit die Kinder sich wieder konzentrieren können. Eine besondere Atemtechnik für die Kids kann gegen innere Unruhe helfen und ein Mudra (Handhaltung im Yoga) kann helfen, sich wieder zu zentrieren.



Ich bin wie ich bin - genial und total relaxed. Yoga, Entspannung und Stressreduktion für (hoch)sensible Kids & Teens
Sabina Pilguj (Autor)
Ich bin wie ich bin - genial und total relaxed. Yoga, Entspannung und Stressreduktion für (hoch)sensible Kids & Teens


Ich empfinde es als großes Geschenk, seit 15 Jahren als Dozentin am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung „Kinderyoga und Stressreduktion“ als Seminare anbieten zu dürfen. Die Plätze sind meistens sofort nach Terminbekanntgabe ausgebucht. Es zeigt, das Interesse an Entspannungsmöglichkeiten für Kinder steigt, auch in der Schule. Und das ist auch gut so. Während mein erstes Kinderyogabuch damals noch eines der wenigen Bücher zu diesem Thema war, gibt es heute viele wundervolle Unterrichtsmaterialen.

„Entspannt lernt und lebt es sich leichter“, so lautet mein Kinderyogakonzept, denn Konzentrationsstörungen zeigen sich bei erhöhtem Stressaufkommen.

Yoga für Kinder ist wichtig, denn es hilft Anspannungen abzubauen und ein erhöhtes Stresserleben zu minimieren. Es ist allgemein bekannt, dass unter langfristigem Stress kein effektives Lernen möglich ist. Ein zu hoher Stressfaktor oder die fehlende Erholungsphase sorgen dafür, dass vermehrt Stresshormone ausgeschüttet werden. Das Kind gerät in Dauerstress. Diese daraus resultierende seelische und körperliche Anspannung sowie der Stress (damit ist der „böse“ Stress gemeint, der einem nicht gut tut) blockieren die Lernfähigkeit und minimieren das Wohlbefinden.

Yoga ist eine wichtige Unterstützung, um die ausgeschütteten Stresshormone abzubauen und wieder in die Balance zu kommen. Ebenso wichtig ist ein Spaziergang in der Natur, um nebenbei noch das sog. „Vitamin G“ (steht für Grün) zu tanken.

Entspannt lernt und lebt es sich leichter© RondellMelling/pixabay


Bewegungsmangel

Die Kinder von heute haben ein großes Defizit in puncto körperliche Aktivitäten. Es fehlt bei vielen Kindern die Bewegung und die Beweglichkeit. Während die Kinder früher noch mit großer Begeisterung und Freude draußen in der Natur herumgetobt sind und nebenbei ihre Sinne und ihre Muskeln trainiert haben, verbringen heute schon die Jüngsten zu viel Zeit im Sitzen, oftmals in nach vorn gebeugter Haltung. Das ist nicht unbedingt förderlich für die Gesundheit, die Körperhaltung und das Lernen. „Sich zu bewegen heißt für´s Leben lernen! „ (Prof. Dr. Hüther, siehe auch www.gerald-hüther.de - Veröffentlichungen/Texte/ sich bewegen).

Durch den Bewegungsmangel werden die Muskeln nicht ausreichend trainiert und ebenso die Faszien. Immer wieder ist zu beobachten, dass selbst einfache Körperübungen den Kindern sehr schwer fallen. Sich zu dehnen, die Arme zu heben und zu einer Baumkrone zu formen oder auf einem Bein zu stehen ist für unseren Nachwuchs oftmals eine große Herausforderung oder wackelige Angelegenheit. Viele Kinder sind kaum noch in der Lage auf einem Bein zu stehen. Daher habe ich es immer vorgezogen die Yogaübung „Baum“ auf beiden Füßen stehend anzuleiten, um die Muskulatur und den Gleichgewichtssinn erst einmal zu trainieren.

Schon Anfang der 1992 Jahre hat der Film „Das Schwinden der Sinne“ die seelischen und körperlichen Entwicklungsstörungen bei Kindern aufgezeigt. Fehlen den Kindern entsprechende Sinneserfahrungen und in Verbindung mit Bewegungsmangel leiden sie unter Koordinationsproblemen im psychomotorischen Bereich. In dem Film werden Kinder gezeigt, denen das einfache Balancieren oder rückwärtsgehen schwer fällt. Diese Fakten wurden bereits 1992 beleuchtet, als die Kinder noch kein Mobiltelefon besaßen! Heute, 28 Jahre später, hat sich die Situation nicht verbessert. Im Gegenteil! In meinen Lehrerfortbildungen waren Sportlehrer anwesend, die mir erklärten, dass es bereits Sportförderstunden geben würde, damit die Kinder lernen sich zu bewegen, um die Koordination zu trainieren, ansonsten würden sie einen einfachen Hindernis-Geräteparcour kaum bewältigen können.


Wir spielen Yoga

Wir spielen Yoga
© Valeria Ushakova/pexels.com
Kinderyoga hilft nicht nur körperlichen und seelischen Stress abzubauen, sondern die Kinderyogaübungen laden ein, sich zu bewegen. Spielerisch werden die Kinder motiviert, die kindgerechten Yogaübungen mitzumachen.


Dabei liegt die Betonung auf spielerisch:

Tom und Lina hocken im Vierfüßlerstand auf dem Boden, sie haben ihren Kopf leicht gehoben und tönen ein „Muh“. Dann senken sie ihren Kopf und machen einen Katzenbuckel und es ertönt ein „Miau“. Die Kinder haben große Freude an dieser Yogaübung „Katz und Kuh“ und ganz nebenbei wird die Rückenmuskulatur gestreckt und gedehnt. Nach ein paar Muh und Miaus verwandeln sich die Kinder in einen Baum. Anmutig und kerzengerade stehen sie im Raum. Dann bewegen sie sich, eben wie ein Baum im Wind. Bei jedem Sturm knicken schon manchmal ein paar Bäume um, die dann der Holzhacker beseitigen muss. Und schon agieren die Kinder als Holzhacker und tönen aus dem Bauch heraus drei Mal ein lautes „Hack!“. Die Kinder wirken konzentriert und sind voll bei der Sache. Völlig vertieft in ein Spiel? Ja, die Kinder „spielen Yoga“.

Kinderyoga sollte immer einen Spiel- und Spaßfaktor haben, dies ist für die Kinderyogalehrerin oder Kinderyogalehrer eine verantwortungsvolle Aufgabe. Aber nur so können die Kinder, eben spielerisch, an die wertvollen Aspekte von Kinderyoga herangeführt werden. Bei den jüngeren Kindern (ca. 3-6 Jahren) liegt der Focus noch mehr auf das spielerische Üben, während bei den Schulkindern (6- ca. 11) auch die Wirkung der Übung erklärt werden darf. Was für den Jüngsten gut tut ist auf die eine wertvolle Unterstützung für die Teen. Leider wird Yoga für Mädchen oder Jungen in der Pubertät nicht so häufig angeboten.


Yoga wirkt!

Kinderyoga hilft den Kindern sich besser wahrzunehmen. Die Übungen fördern die Dehnung und das Trainieren der Muskeln, steigern die Konzentration und motivieren, sich zu bewegen. Der Bewegungsmangel geht nicht spurlos an den Kindern vorbei. In meinen Kinderyogakursen habe ich immer wieder Kinder erlebt, die einen sehr schwachen Muskeltonus und auch eine schlechte Körperhaltung hatten. Durch die spielerischen Kinderyogaübungen werden nicht nur die Muskulatur und die Faszien bewegt, sondern durch die Übungen kann sich die Atmung wieder vertiefen und gleichzeitig werden die Bauch- und Rückenmuskulatur gestärkt; dies unterstützt ebenfalls eine Aufrichtung des Rückens. Kinderyoga-Übungen machen nicht nur Spaß, sondern stärken die gesamte Körpermuskulatur.

Yoga wirkt!
© Valeria Ushakova/pexels.com

Wer ständig eine schlechte Körperhaltung hat und immer leicht vorn geneigt ist, muss damit rechnen, dass sich entsprechende Muskelgruppen, die für eine Aufrichtung wichtig sind, verkürzen. Hinzu kommt, dass die Kinder heutzutage sehr häufig einen viel zu schweren Schulranzen haben. Man kann beobachten, wie die Kinder leicht nach vorne geneigt gehen, um das Gewicht auszubalancieren. Dies kann langfristig zu einer Veränderung der Muskulatur und einer schlechteren Haltung führen.

Kinderyoga kann hier ein guter Ausgleich sein, denn mir war es immer sehr wichtig, mit den Kindern das Thema „Körperhaltung“ zu besprechen und mit ihnen spezielle Übungen zu machen, die die Aufrichtung der Wirbelsäule fördern und den Brustkorb dehnen. Mit den Schulkindern habe ich auch die Wirkung einer guten und die Auswirkung einer schlechten Körperhaltung besprochen und dies auch ausprobiert. Denn nur durch die praktische Erfahrung konnten sie wahrnehmen, wie die Körperhaltung Auswirkung auf die Gefühle und auch den Ausdruck (Körpersprache) hat.

Die Kinder haben ebenfalls große Probleme mit Verspannungen im Schulter-Nackenbereich (besonders wichtig für die Kinder von heute „Handynacken“) und brauchen spezielle Übungen aus dem Kinderyoga für diese Bereiche. Andere wiederum stärken die Bauch- oder Rückenmuskulatur, diese unterstützten die Aufrichtung der Wirbelsäule und sorgen für eine bessere Haltung.


Für mich ist die Übung „Flügelschlagen“ eine sehr wichtige und wertvolle Übung, übrigens nicht nur für die Kinder.

Yogi Amigo stellt die Übung Flügelschlagen vor
© Carla Wendt/ Verlag Via Naturale


Yogi Amigo stellt die Übung Flügelschlagen vor:

Yogi Amigo, der Podenco Ibicenco fühlt sich manchmal auch gestresst und körperlich angespannt. Um sich zu entspannen und sich federleicht und wohl zu fühlen, macht er die Übung „Flügelschlagen“.

So geht es:


Diese schwungvolle Bewegung machst du für einen Moment (1bis 2 Minuten).


Wirkung

Diese Yogaübung richtet die Wirbelsäule wieder auf und kann einem Rundrücken vorbeugen.

Die Übung baut Stress und Anspannungen ab, dehnt die Muskulatur im Rücken, bewegt die Schulter-/Nackenmuskulatur und auch Muskelgruppen im vorderen

Brustbereich und öffnet den Brustkorb. (Mit dem „kleinen Neandertaler” in uns, der bei zu viel Stress reagiert, ist es genau umgekehrt, der sorgt dafür, dass bei Stress und Ängstlichkeit der Brustkorb und die Schultern zusammengezogen werden).

Amigo weiß: Die Übung „Flügelschlagen” ist eine super wichtige Übung für eine gute Körperhaltung und eine freiere Atmung. Wenn du tiefer atmest, bekommen dein Körper und dein Gehirn mehr Sauerstoff. Du kannst dich dann wieder besser konzentrieren.

Flügelschlagen solltest du regelmäßig mehrmals täglich üben, besonders wenn du lange Zeit gesessen hast. Am Abend löst die Übung noch deine körperlichen Anspannungen, öffnet deinen Brustkorbbereich und du kannst wieder freier atmen und fühlst dich körperlich entspannter.


Eine Info für die Erwachsenen:

Die Übung „Flügelschlagen“ ist eine wichtige und hilfreiche Übung nach langem Sitzen, arbeiten am Computer oder nach einem anstrengenden Arbeitsalltag. Bevor Sie es sich auf der Couch gemütlich machen, schwingen Sie doch einfach ihre „Flügel“ und üben „Flügelschlagen“, um sich anschließend körperlich entspannter, innerlich leichter und freier zu fühlen. Die meisten Frauen aus meinen Yogakursen haben diese Übung in ihre Alltagsroutine eingebaut, weil sie so gut tut. Probieren Sie es aus!

Haben Sie diese Bewegung „Flügelschlagen“ ein paar Minuten ausgeführt, bleiben Sie entspannt stehen, schließen Sie die Augen und spüren achtsam in ihren Körper hinein. Spüren Sie einmal bewusst in ihren Schulter-Nackenbereich und nehmen wahr, wie die Schultern sich anfühlen. Beim Nachspüren werden Sie sofort wahrnehmen, wie entspannt und sehr viel tiefer die Schultern jetzt stehen und wie frei und leicht sich der Schulter-Nackenbereich und Brustkorb anfühlt.

Spüren Sie auch das innere Fließen? Der Blutkreislauf, der Lymphfluss und der Energiefluss wurde in den Meridianen angeregt und das Wohlgefühl gesteigert.


Der Blutkreislauf, der Lymphfluss und der Energiefluss wurde in den Meridianen angeregt und das Wohlgefühl gesteigert
© Carla Wendt/ Verlag Via Naturale

Foto/Illustration Flügelschlagen © ViaNaturale / Illustratorin Carla Wendt


Bewegte Entspannung:

Durch Üben der einzelnen Yogahaltungen wird die Muskulatur bewegt, gestreckt, gedehnt und angespannt. Dadurch wird die Durchblutung angeregt. Die Organe werden durch Streck- und Dehnübungen massiert, der Stoffwechsel wird angeregt und fördert somit die Ausscheidungs- und Entgiftungsprozesse

Innere Spannungen loslassen: Durch das aktive Tun werden ganz nebenbei noch innere Spannungen abgebaut.

Nerven und Konzentration stärken: Die Kinder lassen den Stress einfach spielerisch los. Das Nervensystem kommt wieder in Balance. Yoga fördert zudem die Konzentrationsfähigkeit, denn die Kinder erfahren, wie wichtig die Konzentration bei Balanceübungen ist. Sie lernen, sich wirklich nur auf eine Sache zu konzentrieren, eine wichtige Erfahrung auch für die eher „hibbeligen“ Kinder.


Ich bin wie ich bin - genial und total relaxed. Yoga, Entspannung und Stressreduktion für (hoch)sensible Kids & Teens
Sabina Pilguj (Autor)
Ich bin wie ich bin - genial und total relaxed. Yoga, Entspannung und Stressreduktion für (hoch)sensible Kids & Teens


Selbstbewusstsein entwickeln: Durch spezielle Ausdrucksübungen werden die Kinder sicherer und können so ein neues Selbstbewusstsein entwickeln. Einige Kinder sind manchmal regelrecht sprachlich und stimmlich blockiert. Überwinden sie diese Hemmungen (beispielsweise durch die Übung „Brüllen wie ein Löwe“), fällt es ihnen oft leichter, sich mündlich am Unterricht freudig und ohne Angst zu beteiligen.

Ich gebe den Kindern Raum, sich selber zu erfahren und sich auszuprobieren. Ganz ohne Leistungsdruck und (Be-)Wertung.

Selbstwert erleben: Ein wichtiger Aspekt ist es, dass ich mit den Kindern immer wieder die eigenen Stärken beleuchte. Oder die Kinderyogagruppe gemeinsam positive Eigenschaften der Kinder definiert und diese untereinander mitgeteilt wurden. Dies ist ein besonderer Gegenpol zu dem Schulalltag. Hier bekommen die Kinder eher Botschaften, die sie als negativ empfinden.


Ohne Druck:

Jedes Kind macht die Übungen so gut, wie es geht. Das fühlt sich einfach gut an und nimmt den Kindern den Leistungsdruck, den sie oftmals in ihrem Alltag erfahren.

Körpersignale verstehen. Die Kinder werden außerdem achtsamer und sensibler darin, auf die Signale ihres Körpers zu hören.

Bewegungsmangel, Konzentrationsstörungen, unruhige Kinder, Spannungskopfschmerzen und Schulangst sind nur einige Beispiele, der vielfältigen „Beschwerden“ der Kinder, die mir von den Eltern genannt wurden. Dies waren auch meistens die Hauptgründe, warum die Kinder zum Kinderyoga angemeldet wurden. Yoga wirkt manchmal wie ein kleines Wunder, denn all diese „Beschwerden“ haben sich bei einigen Kindern schon nach ein paar Kinderyogastunden wie in Luft auf aufgelöst.

All meine vielen positiven Erfahrungen und die positiven Rückmeldungen der Eltern haben mich immer wieder motiviert, Kinderyoga zu unterrichten bzw. mein Wissen und meine Erfahrungen in Seminaren und Fortbildungen zu teilen.

Kinderyoga ist eine wichtige Unterstützung für die Kinder von heute, denn die Kinderyogalehrer/innen können helfen, den Kindern Wege aufzuzeigen, um sie aus dem möglichen Dauerstress herauszuholen und für mehr Entspannung zu sorgen. Der dauernde Leistungsdruck in der Schule sorgt für den „bösen“ (langfristige) Stress, der ja bekanntlich den Cortisolspiegel erhöhen kann und somit Verursacher ist, dass sich die Laune bei Kindern verschlechtern kann und sich schlimmstenfalls sogar Ängste entwickeln können. Stress und Angst sorgen nicht nur für Unwohlsein, sondern blockieren das Lernen. „Angst führt im Gehirn zu einer Reaktionskette, die das Erlernen von Neuem verhindert, bereits Erlerntes destabilisiert und das Kind auf sehr früh entwickelte und daher recht einfache Verhaltensstrategien zurückwirft (Regression)“ (Prof. Dr. G. Hüther).

Deshalb ist es wichtig, den Kindern Yogaübungen sowie Entspannungsmöglichkeiten und Tipps zur Stressreduktion mit auf ihren Weg zu geben. Das macht übrigens der Yogahund „Yogi Amigo“ in dem Buch „Ich bin wie ich bin – genial und total relaxed“. Er erklärt den Kindern kindgerecht das Thema Stress und die schlimmen Auswirkungen von zu viel Stress (dem „bösen Stress“, wenn das Stressmonster wieder zuschlägt) und wie einfach es sein kann Entspannungstipps to go und Kinderyogaübungen zur Stressreduktion anzuwenden.

Kinderyoga ist eine wichtige Unterstützung für die Kinder von heute
© Carla Wendt/ Verlag Via Naturale


Kinderyoga stärkt das Selbstbewusstsein

Durch spezielle Ausdrucksübungen im Kinderyogaunterricht werden die Kinder mutiger und können so ein neues Selbstbewusstsein entwickeln. Einige Kinder sind manchmal regelrecht in ihrem Ausdruck oder mit ihrer Stimme blockiert. Sie trauen sich aufgrund von negativen Erfahrungen nicht, sich frei zu äußern oder auszudrücken. Überwinden sie diese Blockade - durch beispielweise regelmäßiges üben der Kinderyogaübung „Löwe“ bzw. „Brüllen wie ein Löwe“, werden sie freier und mutiger. Es kann den Kindern dann leichter fallen, sich mündlich im Unterricht freudig und ohne Angst zu beteiligen.

Manchmal werde ich gefragt, warum sich bei den Kindern nach ein paar Yogastunden ihr Verhalten so schnell positiv verändert. Eine wissenschaftlich begründete Erklärung kann ich nicht geben, aber es mag daran liegen, dass die Kinder sich wohlfühlen und sie ihre innere Spannung abbauen können. Ebenso gebe ich den Kindern Raum, sich selber zu erfahren und sich auszuprobieren. Ganz ohne Leistungsdruck und frei von jeglicher(Be-)Wertung.

Eine der festen Regeln in meinem Unterricht war es schon immer, dass kein Kind über ein anderes Kind lachen darf. Ausgelacht zu werden kann tiefe Schamgefühle bei Kindern auslösen. Fühlen sich dagegen die Kinder wohl und spüren einen Raum der Sicherheit, fällt es ihnen leichter sich einfach mal etwas mehr zu trauen und die Hemmungen und Blockaden abzulegen. Für so manches Kind war es eine total neue Erfahrung, dass es beim Kinderyoga keine Bewertung, also kein besser oder schlechter gibt. Anders wie in der Schule sollen die Kinder sich ausprobieren dürfen, frei von jeglicher Wertung, daher gab es auch immer die Anleitung: Jedes Kind macht die Übungen so gut, wie es eben geht. Das fühlte sich für die Kinder einfach gut an und hat den Leistungsdruck genommen, den sie oftmals in ihrem Alltag erfahren.

Die Kinder wurden ebenfalls angeleitet, auf die Signale ihres Körpers zu achten. Das schult die Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung, auch mal auf die sensibel auf die Signale des Körper zu hören. Kinderyoga hat also viele Aspekte, die den Kindern auf körperlicher und seelischer Ebene gut tun und sie ganzheitlich stärken.

Jede meiner Kinderyogastunden beinhaltete immer verschiedene Übungsaspekte bzw. Themen. Ziel war es immer über die Anspannung zur Entspannung zu kommen. Nach jeder Kinderyogaübungseinheit mit viel Bewegung folgte eine Körperentspannung, manchmal mit einer Phantasiegeschichte kombiniert. Anschließend sah man ganz deutlich an den Gesichtern der Kinder, wie entspannt sie ausschauten.


Spätestens dann wird einem klar: Kinderyoga wirkt!



Sabina Pilguj

Sabina Pilguj
© Sabina Pilguj
Sabina Pilguj hat als Autorin mehrere Bücher veröffentlicht und schreibt Beiträge für Fachmagazine. Sie ist vor einigen Jahren aus einem sicheren Beruf ausgestiegen, um ihrer Berufung zu folgen. Sie ist Yogalehrerin (mehrjährige Kundaliniyogaausbildung Stufe I und Stufe II) mit Zusatzausbildung für Kinderyoga, Heilpraktikerin für Psychotherapie und ebenso ausgebildet in Klinisch Orientierter Psychomotorik.

Auf dem ersten deutschen Kinderyogakongress wurde sie als eine Pionierin des Kinderyoga in Deutschland vorgestellt. Als Referentin hält sie Vorträge auf Kongressen und als Dozentin leitet sie Seminare in verschiedenen Instituten oder in privaten Workshops.

Kinder zu stärken und sie zu begleiten, liegt ihr sehr am Herzen. Sabina Pilguj ist von Geburt an hochsensibel und weiß um all die Schwierigkeiten, Herausforderungen, Missverständnisse und Stressfaktoren, die eine Hochsensibilität mit sich bringen kann. Ihre Vision ist es, das Thema „Hochsensible Kinder erkennen und stärken“ in die Welt hinaus zu tragen, damit die Erwachsenen versuchen, die sensiblen Kinder zu verstehen, zu fördern und zu stärken. Sie entwickelte die Methode „Amigo“ bzw. „KIYOMIGO – Kinder ganzheitlich stärken“ und berät Mütter von hochsensiblen Kindern.

Mit ihrem Coachingkonzept „IBI-ZA“ (Ich bin ich – zentriert und achtsam) begleitet sie Frauen (insbesondere hochsensible Frauen) auf dem Weg zu mehr Gelassenheit und Leichtigkeit.

Weitere Infos www.ibi-za.de


BUCHTIPPS

Yoga mit Kindern Zum Auspowern, Entspannen und Runterkommen
Sabina Pilguj (Autor)
,
Maria-Regina Altmeyer (Illustrator)
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