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Immer, wenn Mut die Angst besiegt können wundervolle Dinge geschehen...


von Chris Gust

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Ich möchte Paniklern helfen. Die Umwege, die ich gemacht habe, möchte ich anderen ersparen. Dazu gehört unbequeme Ehrlichkeit und in diesem Artikel widme ich mich einem typischen Verhalten von Paniklern: der Opferrolle.

Die Opferrolle wird nicht gerne offen angesprochen oder gar genauer betrachtet und doch nehmen wir sie oftmals wie selbstverständlich als erste Reaktion auf etwas, das (uns) geschieht, ein. Weil es ganz einfach menschlich ist. Trotzdem wird natürlich nicht gerne zugegeben, wenn man es sich in ihr sozusagen bequem eingerichtet hat. Aber sie erscheint Vielen als das geringere Übel, bei der großen Suche nach der Antwort auf die Fragen: „Warum passiert mir so etwas?“ „Was war der Auslöser?“. Dabei geht es eigentlich um die grundlegende Entscheidung: „Wer hat hier eigentlich die Verantwortung?“

Immer, wenn Mut die Angst besiegt können wundervolle Dinge geschehen...
© Chermiti Mohamed/pexels.com


Mit der Opferrolle geben wir die Verantwortung ab

Wir suggerieren uns selbst damit, dass wir nichts dafür können, wo wir uns gerade befinden, aber das ist nicht ganz richtig.

Die Opferrolle ist eines der größten Hindernisse, die wir uns selbst in den Weg legen können. Wir lassen uns durch sie komplett ausbremsen, entziehen uns selbst durch damit unsere eigene Macht, über die Verantwortung für uns selbst, aktiv ins Handeln zu kommen. Die gute Nachricht: wir können das ändern!

Es ist ganz egal, wie lange du schon unter Angst & Panik leidest, es gibt Wege aus diesem Teufelskreis! Eventuell wirst du dabei Hilfe benötigen, aber es ist möglich.

„Ich kann nicht, weil...!“ „Bei mir ist es aber anders, denn...!“ „Wenn ich erst den Arzttermin überstanden habe, kann ich..!“

Das sind Ausreden.

Sobald du wirklich aus tiefstem Herzen entscheidest, dass du aus der machtlosen Position aussteigst und endlich wieder Verantwortung für dich und dein Leben übernimmst, beginnt in kleinen Schritten eine magische Verwandlung. Keine Therapie, kein Medikament, kein Hypnotiseur oder Skill* kann dir den Teil abnehmen, der durch deinen Willen geschehen muss.


Du bist kein hilflos auf dem Rücken liegender Käfer

Du kannst mithilfe deines Verstandes in jedem Moment in deinem Leben neu wählen, wie du damit umgehst, was in deinem Leben gerade geschieht. Das ist wahnsinnig anstrengend und schwer, ja. Aber möchtest du weiter von deinen Gedanken und der Angst bestimmt sein? Möchtest du um jeden Fall vermeiden da raus zu kommen? Ich denke nicht. Du bist in der Lage an deiner Situation etwas zu ändern!

Zugegeben, es gibt Menschen, denen fällt das sozusagen von Geburt an leichter, die haben eine positive Grundhaltung, sind bockig wenn die Angstdiva die Bühne betritt und denken dann „fuck fear, let´s dance, dear!“, was allerdings nicht heißt, dass diesen Menschen der Weg aus der Angst leichter fällt oder weniger schlimm ist. Für sie ist es nur keine Frage, ob sie loslegen sollen. Die andere Fraktion fühlt sich wie gelähmt und wartet darauf, dass jemand kommt und sie „da rausholt“, dass ihnen jemand die Arbeit abnimmt, dass es einen Zaubermoment gibt - das wird aber in der Regel nicht passieren.

Nun stecken gerade Panikler durch die Angst vor der Angst in ihrem eigenen Gedankengefängnis und die Wände der Zelle scheinen jeden Tag dichter zusammen zu rücken. Je enger dieses Gefängnis wird, umso größer wird das Gefühl der Machtlosigkeit. Dennoch gibt es nun einmal keinen anderen Weg, als sich dafür zu entscheiden, dass man etwas ändern möchte.

Du bist kein hilflos auf dem Rücken liegender Käfer
© Chermiti Mohamed/pexels.com


Je nachdem, wie sehr die Angst dein Leben bestimmt, bzw. was sie dir vermiest oder scheinbar unmöglich macht, suche dir die für dich angemessenen Herausforderungen raus um eine Veränderung zu starten. Für den einen ist es der Schritt vor die Haustür, für den anderen eine Fahrt mit dem Fahrrad. Manch einer bekommt bei dem Gedanken an öffentliche Verkehrsmittel kaum noch Luft, während andere sich ihrer Flugangst stellen wollen. Was auch immer es ist, auf welchem Level du auch immer dich befindest: sei geduldig mit dir!

Setze dir kleine, bescheidene, realistische Ziele, das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer positiven Erfahrung.

Und davon brauchst du viele, sehr viele, um die negativ programmierten Gedankenscheißerchen zum Umverknüpfen zu bringen. Direkt damit zusammen hängt etwas, was uns Paniklern so gar nicht gegeben scheint: Geduld. Geduld mit dir selbst. Liebevolle und nachsichtige Geduld, mit dir selbst. So wie du anderen Mut machen würdest und verständnisvoll auf Unsicherheiten reagieren würdest, so solltest du ab sofort mit dir selbst umgehen.

Bist du dir dieser Ausgangsposition ganz bewusst, endlich ehrlich zu dir, dann kann es losgehen.

Suche dir etwas aus, was deine Tages-Challenge ist und dann tu´ dir selbst einen Gefallen und schiebe es nicht vor dir her! Nicht erst das ganze Haus oder die Wohnung putzen, die Ablage neu organisieren oder zitternd auf dem Sofa sitzen und dir Vorwürfe machen, dass du zitternd auf dem Sofa sitzt. Wenn es nicht durch äußere Faktoren bestimmt und deshalb noch nicht möglich ist: geh es an! Mach es. Notfalls mit Angst.


Je länger du wartest, umso mehr nährst du die Angst vor der Angst

Je länger du wartest, umso mehr nährst du die Angst vor der Angst
© Louis/pexels.com
Die Zeit, die du mit der Vorbereitung auf die Situation verbringst spielt eine große Rolle. Sei dir dessen bewusst und nutze diesen Faktor für dich anstatt gegen dich. Seien wir doch mal ehrlich, das Schlimmste, was Dir passieren kann, ist, dass du (wieder einmal) eine Panikattacke hast, aber Tatsache ist, dass du die Wahrscheinlichkeit dafür zusätzlich mit deinen sorgenvollen Gedanken steigerst.

Entscheide dich für das Leben. Für dein Leben. Da ist noch so viel, was nur darauf wartet, dass du dich dafür entscheidest. Jetzt.

Du musst nicht perfekt sein, du wirst Rückfälle haben, du wirst Situationen haben, in denen du kneifst und auf der anderen Seite wirst du euphorische Momente haben, in denen dein altes, sorgloses Ich die Bühne betritt und der Diva gehörig die Schau stiehlt. Je öfter das passiert, umso besser. Du kannst die Schritte mit jemandem an deiner Seite machen, der für dich da ist, auch das sind Schritte aus der Opferrolle hinaus. Das ist nicht verwerflich oder feige. Im Gegenteil, alles, was dazu führt, dass die positive Verknüpfung durch eine entspanntere Ausgangsbasis überwiegt, ist gut!

Steigere deine Herausforderungen, passe sie dabei aber unbedingt deiner Tagesform an. Horche dazu in dich hinein. Vertraue auf dein Bauchgefühl, nein nicht auf deine Gedanken, auf dein Gefühl.


Du kannst das

Wenn ich eins in all den Jahren gelernt habe: das Leben ist immer für dich! Du hast so viel mehr Macht, als du ahnst, du musst sie „nur“ nutzen. Manchmal muss man nur die Perspektive ändern und das tust du in dem Moment, in dem du ehrlich zu dir selbst bist, dich für das Leben mit all seinen Facetten entscheidest und dazu selbst wieder die Verantwortung annimmst.

Jeder Tag ist für jemanden, der an einer Angststörung leidet eine Herausforderung und zwar 24/7. Wie wäre es, wenn du mit ersten kleinen Schritten wieder vor die Tür gehst? Wie wird es sich anfühlen, wenn du es geschafft hast, die Post reinzuholen/einkaufen zu gehen/Bus zu fahren/zum Sport zu gehen? Es wird wundervoll. Du wirst dabei und hinterher vielleicht vollkommen fertig sein, aber sicher ist, es wird sich ein kleines Lächeln in dein Gesicht stehlen. Du wirst stolz sein. Du wirst Stück für Stück an deinem Selbstbewusstsein arbeiten und merken, wie es wächst. Du wirst befreit sein und manches Mal das Gefühl haben, als wäre etwas in deinem Brustkorb aufgegangen, als könntest du wieder atmen.


Sei es dir wert

Sei es dir wert
© Louis/pexels.com
Du verdienst ein Leben, dass diesen Namen auch verdient. Da ist mehr drin, als mit Ach und Krach zu funktionieren, glaube mir. Selbst wenn viele Dinge zunächst nur mit Anspannung gehen oder die Angst wie eine kleine Nervensäge an dir dranklebt und rumzetert, weil sie doch lieber mit dir zu Hause bleiben würde und du deshalb sehr angespannt bist. Nimm´ sie einfach mit und ignoriere sie. Sie tut zwar so, aber sie ist machtlos, wenn du ihr keine Aufmerksamkeit schenkst. All unsere Gefühle sind vergänglich, erinnere dich immer und immer wieder daran, wenn dir etwas bevorsteht. Sie vergehen, es sei den wir halten an ihnen fest und das passiert durch deinen Fokus.

Vielleicht riskierst du zunächst mal für einen Tag, nicht mehr in der Opferrolle zu verharren und Ausreden zu nutzen (und in dir drin weißt du, wann es Ausreden sind!) – was hast du zu verlieren? Nichts, du kannst nur gewinnen. Nimm es dir, dein eigenes kleines Stückchen Freiheit, das warme Gefühl dass sich in dir ausbreitet, wenn du dann lächelst und zwar unabhängig davon ob es dir mit oder ohne Angst gelungen ist.

Wie schon gesagt: Hilfe ist dabei nichts Schlimmes, nimm sie an. Steh zu dir und du wirst merken, dass die Menschen viel netter reagieren als du befürchtest.

Ich wünschte, du könntest schon glauben, woran ich glaube: an dich.


Noch mehr Anregungen kannst Du übrigens in meinem Buch „Du bist so viel mehr als Deine Angst“ nachlesen

Du bist so viel mehr als Deine Angst
Schonungslos offen, immer mit einer Prise Galgenhumor, beschreibe ich meinen Weg aus dem Teufelskreis Angst & Panik und behandele das Thema genau so, wie es ist: emotional. 

Das Buch enthält Informationen und Übungen um die eigene Lebensqualität Stück für Stück zurück zu bekommen, endlich wieder Spaß am Leben zu haben und sich selbst annehmen zu können. Werke von Prominenten aus der Bilderserie „colours of SOUL of colours“, die im wahrsten Sinne des Wortes „Gesicht zeigen“ um in der Gesellschaft etwas an der Tabuisierung dieses Themas zu verändern sowie liebevolle Reminder regen zum Nachdenken an und erinnern immer wieder an das Wesentliche, was wir so oft übersehen. 

 Im Buch vertraue ich dem Leser meine ganz persönliche Geschichte an, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass manchmal noch mehr dazu gehört als „nur“ eine Umprogrammierung der Gedanken in positive Richtungen: dass man eventuell genau da hinsehen muss, wo man es so gar nicht möchte um die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen und zu verstehen.

Das Buch richtet sich an Betroffene, indirekt Betroffene (Familie, Partner und Freunde) sowie hoffentlich ganz viele Neugierige, die offen genug sind, sich damit zu beschäftigen.

 
Bitte unterstützt Euren Buchhändler vor Ort. Think global, buy local.

ISBN 978-3-95949-317-8

MAIN-Verlag Edition Antheum spirit

Love & light, Chris

*Mit Skills bezeichnet man Fertigkeiten (Entspannungstechniken, Atemtechniken o.Ä.), die man erlernt oder Hilfsmittel (scharfe oder anders würzige Bonbons, ätherische Öle usw.), die man anwendet, um z.B. in einer akuten Paniksituation die Aufmerksamkeit von der Angst wegzulenken.



 

künstlerin   |   autorin   |   mutmacherin   |   vollherzmama   |   querdenkerin   |   mensch

Chris Gust
© Sebastian Fuchs
Aufgewachsen in einer niedersächsischen Kleinstadt zog es CHRIS GUST schon immer nach Hamburg, der Heimatstadt ihrer Eltern. Sie sieht Hamburg mit allen kulturellen Möglichkeiten und dem ganz besonderen hanseatischen Charme, der meist alles andere als "steif" ist, als "ihre" Stadt an und lebte einige Jahre mittendrin. Mittlerweile lebt und arbeitet sie im nördlichen Speckmantel von Hamburg, weil sie die Natur und Ruhe zum Atmen und Arbeiten ebenso braucht, wie die Möglichkeiten in und die Nähe zur Stadt. Inzwischen mit tiefem Vertrauen darauf, dass sich im Leben alles fügt, plant und organisiert sie hier alles rund um ihr großes Ziel: Niemand soll sich mehr schämen müssen, wenn er an einer Angststörung leidet.

www.chris-heart.de | www.mutruf.de
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