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Interview mit Elke Heidenreich über Clara und Robert Schumann



Interview mit Elke Heidenreich über Clara und Robert Schumann
Pünktlich zum 200. Geburtstag von Clara Schumann am 13. September 2019 erscheint das Hörbuch "Lebensmelodien" - Elke Heidenreichs Hommage an Clara und Robert Schumann.

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Geschrieben und gelesen hat sie das Hörbuch selbst und die Musikstücke von Robert Schumann, Clara Schumann, Marc-Aurel Floros und Johannes Brahms werden vom Trio Vivente gespielt.

Wenn man mehr vom Leben der Komponisten weiß, hört man ihre Musik anders, bestätigt mir Elke Heidenreich im nachfolgenden Interview.


Elke Heidenreich im LEBE-LIEBE-LACHE Interview mit Annette Maria Böhm
© www.verlagshausroemerweg.de

Elke Heidenreich im LEBE-LIEBE-LACHE Interview mit Annette Maria Böhm


LEBE-LIEBE-LACHE: Vor zweihundert Jahren wurde Clara Schumann geboren. Was fasziniert Sie besonders an ihr?

ELKE HEIDENREICH: Ihr Talent zur Musik und ihre Kraft, ein sehr kompliziertes Leben zu meistern- als Künstlerin, als Mutter von acht Kindern und als Ehefrau eines sehr schwierigen Mannes



LEBE-LIEBE-LACHE: Waren Clara und Robert Schumann echte Stars ihrer Zeit?

ELKE HEIDENREICH: Ja, sie noch mehr als er. Er hatte ein Wesen, das nicht ganz einfach war. Heute wissen wir, was für ein großer Komponist Robert Schumann war, aber damals glänzte Clara auf den Bühnen als virtuose Pianistin mehr.



LEBE-LIEBE-LACHE: Nun ist Clara Schumann zwar auch Komponistin, aber vor allem Pianistin und erste Interpretin der Stücke ihres Mannes Robert gewesen. Wie erinnert man heute an eine Pianistin, von der es keine Tonaufnahmen mehr gibt?

ELKE HEIDENREICH: Es gibt Dokumente von Zeitzeugen, und wir wissen, dass sie sehr komplizierte Werke uraufgeführt hat- zum Beispiel von Brahms, und dass sie das grandios gemeistert hat.


Lebensmelodien: Eine Hommage an Clara und Robert Schumann - Elke Heidenreich
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Elke Heidenreich (Autor)
Lebensmelodien
Eine Hommage an Clara und Robert Schumann

Wenn man mehr vom Leben der Komponisten weiß, hört man ihre Musik anders. Wenn man weiß, was für ein schwieriger Mensch Robert Schumann war, wie sehr seine Frau Clara um ein eigenständiges Leben und Arbeiten kämpfen musste, wie innig ihrer beider Freundschaft zum jungen Johannes Brahms war - dann spürt man plötzlich all das auch in ihrer Musik. Und wenn sich heute ein Komponist wie Marc-Aurel Floros mit dem Leben dieser Komponisten beschäftigt, dann wird in seiner Musik "Eismeer" das ganze Elend des verstörten Schumann hörbar. Und auf einmal ist Kammermusik wieder höchst lebendig und berührt uns ganz unmittelbar als unsere eigene Lebensmelodie.


LEBE-LIEBE-LACHE: Was verstehen Sie unter der Nachtseite der Romantik?

ELKE HEIDENREICH: Das Schwärmerische, Romantische übersieht ja oft die raue Wirklichkeit, und dann kann man leicht schon mal daran zerbrechen-Hölderlin, Eichendorff, Chopin, Novalis, Schubert - alle waren sie lebenslang krank, umgetrieben, einsam. Und Schumann hat sich letztlich das Leben genommen, er starb zwei Jahre nach seinem Suizidversuch in einer Klinik.



LEBE-LIEBE-LACHE: Wie dürfen wir uns den Alltag von Clara Schumann vorstellen, als ihr Mann erkrankte?

ELKE HEIDENREICH: Sehr anstrengend. Sie war noch jung, gerade mal Mitte 30, hatte schon sieben Kinder geboren und war mit dem achten schwanger. Nun musste sie das Geld für alle verdienen, sie reiste als Pianistin durch Europa und der junge Johannes Brahms, Freund der Familie, kümmerte sich um die Kinder.



LEBE-LIEBE-LACHE: Wenn man weiß, wie die Menschen zu ihrer Zeit gelebt haben, hört man dann ihre Musik anders?

ELKE HEIDENREICH: Unbedingt. Die Lebensumstände sagen uns viel über die Kunst, das ist in der Literatur ganz genau so: wenn wir wissen, wie die Künstler gelebt und gearbeitet haben, hören oder lesen wir ihre Werke mit viel mehr Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Darum sitze ich oft mit Musikern auf der Bühne und erzähle genau davon.



LEBE-LIEBE-LACHE: Marc-Aurel Floros’ Konzertphantasie  "Eismeer"  ist als ein Stück über den in der Nervenheilanstalt Bonn-Endenich sterbenden Schumann zu verstehen. Im Eismeer schipperte Schumann im Atlas, den ihm Brahms geschenkt hatte, und träumte zu versinken. Wie wichtig ist es Ihnen, dass heutige Künstler mit eigenen Interpretationen stärker in den Focus gerückt werden?

ELKE HEIDENREICH: Die Musik bleibt ja nicht stehen, sie entwickelt sich weiter und klingt nicht mehr wie zu Schumanns Zeiten. Ich finde aber, dass die heutige sogenannte Avantgarde sehr oft am Hörer vorbei schreibt, ihn nicht mehr erreicht. Das ist bei der Musik von Floros anders: man hört geradezu herzzerreissend das Elend des sterbenden Schumann heraus. Das macht unsere CD wunderbar rund. Nun haben wir alles: die Romantik, die Freundschaft mit Brahms und den tiefen Absturz.



Elke Heidenreich
© Leonie von Kleist
Elke Heidenreich
lebt in Köln. Sie hat jahrelang für Radio und Fernsehen gearbeitet, als Drehbuch- und Hörspielautorin, Talkmasterin, Literaturexpertin, früher auch als Kabarettistin. Ihre Arbeit gilt der Literatur und der Musik: an der Kölner Kinderoper wirkte sie zwölf Jahre lang mit. Beide Leidenschaften vereinigt sie in ihrer Rolle als Herausgeberin der Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann.



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