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Aus dem Bauch heraus


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von Birgit Faschinger-Reitsam

Nach einer weiteren Durchsage war klar, ich werde den Anschlussflug nicht erreichen. Es war am Flughafen von Marrakesch, am Ende einer eindrucksvollen Woche. Wir, eine Gruppe von zwölf abenteuerlustigen Unternehmerinnen, haben marokkanische Frauenprojekte besucht: Eine Kooperative, in der verwitwete und alleinerziehende Frauen Arganöl gewannen um es dann geschäftstüchtig zu verkaufen. Eine Safranplantage, entstanden aus Frauenhand, dort wo noch vor wenigen Jahren nur Sand und Geröll zu sehen war. Ein Stadthotel, in dessen Innenhof wir erst gemeinsam kochten und später im Hamam lachend unsere Befangenheit abzulegen.


Wir begegneten Frauen, die Projekte aus dem Bauch heraus anpacken. Frauen, die wissen, was sie wollen.

In dieser Woche haben wir gelernt, wie wohltuend Entspannung ist für uns Frauen. Im Alltag kommen Pausen zu kurz, hier aber erfahren wir, wie sinnlich und nährend es ist, auf Teppichen unter Schatten spendenden Bäumen, Nachmittage lang Lebensgeschichten zu lauschen. Aber nun galt es Abschied zu nehmen und uns wieder neu auszurichten auf Deutschland.

Meine Lektion in Sachen Weiblichkeit und Frauenpower sollte aber noch nicht zu Ende sein…

Es gibt Begegnungen, die uns nachhaltig beeindrucken. So war es mit Mama Ruth. Um genau zu sein, war sie stolze Großmutter, auf dem Weg aus dem Senegal nach Berlin. Dort warteten ihr Sohn und der neugeborene Enkel auf sie. Ihre Pläne wurden durchkreuzt, denn so wie ich, würde auch sie ihren Anschlussflug verpassen. Bereits in Marrakesch im Duty-Free-Shop konnte ich meinen Blick kaum von ihrem kunstvoll gebundenen Tuch auf ihrem Kopf abwenden.

Später in Frankfurt, als klar war, dass ich an diesem Abend nicht weiterkomme, war es ihre Stimme, die nicht nur meine Aufmerksamkeit auf sie zog. Samten, tief und unüberhörbar, dass auch sie die Nacht im Flughafenhotel verbringen würde. Und da stand sie, in all ihrer fülligen Schönheit. Eine African Beauty – stolz, sympathisch und in einem extravaganten Kleid, das zu tragen es Mut braucht. Als ich ihrem ratlosen Blick begegnete, bot ich ihr an, mir zu folgen, denn der Shuttle sollte uns beide zum Hotel bringen.

Nun, wenn ich einen Bus erwischen möchte, dann lege ich gewöhnlich einen Schritt zu. Nicht so Mama Ruth. Die zahlreichen Armreifen an ihrem Handgelenk klimperten, als sie nach ihrem Trolley griff. Und dann ging sie nicht etwa, sie setzte sich in Bewegung. Jeder Schritt war eine Sensation. Sie bewegte sich wie eine Diva. Obwohl ich müde war und auch ein wenig entnervt über die Umstände, nahm ich unweigerlich Haltung an und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen über diese unverhoffte Lektion in Sachen Körperhaltung.

Im Bus klopfte sie mit ihrer Hand auf die Sitzfläche neben sich und lud mich ein: „Take a seat, Darling.“ Während der halbstündigen Busfahrt ermahnte sie mich, was ich auf meiner Reise gelernt habe zu pflegen und legte mir ihre Sicht dar: Dass die Europäerinnen selten stolz sind auf ihre Hüften und sich nicht im Becken wiegen. Dass viele ihren Bauch nicht mögen und ihn weghungern. „Himmel – kannst du dir das vorstellen? Den Bauch, in dem unsere Kinder wachsen??? A belly must be happy! Im Bauch steckt doch unsere weibliche Intuition. Darling, it‘s so crazy...“ 

Bauch AnoukvanMarsbergen/pixabay 25
© AnoukvanMarsbergen/pixabay


Auch heute noch denke ich manchmal an diese Begegnung und wie „crazy“ unser Verhältnis zu Teilen unseres Körpers häufig ist. Für mich kam Mama Ruth wie gerufen, denn ich blogge darüber, wie wir unseren Frauenkörper besser spüren können. Unsere Füße zum Beispiel oder unseren Bauch. Nur zu gerne würde ich mich mit ihr darüber austauschen. Aber ich bin mir sicher, wenn ich ihr erzählen würde, auf welche Weise wir zum Beispiel unseren Beckenboden trainieren, sie würde die Hände zusammenschlagen, dramatisch mit den Wimpern klimpern und mir bedeuten „come one“.

Tipp Nr. 1: Um deine Mitte noch mehr zu spüren, lade ich dich ein, dich möglichst viel barfuß zu bewegen. Das alleine schon erfreut deinen Beckenboden. Wenn du das toppen willst, dann ziehe dir ein flatterndes Sommerkleid an. Winde dir ein hübsches Tuch um deine Hüften und knote dir ein anderes um deinen Kopf. Damit kommst du in eine anmutige Aufrichtung. Und wenn du noch einen Schritt weitergehen willst, dann balanciere einen Korb auf deinem Scheitelpunkt, das Tuch wird dir dabei helfen.

Tipp Nr. 2: Oft grübeln wir lange über etwas nach, wenn wir Wichtiges zu entscheiden haben. Dabei kann unsere Intuition in allen Lebenslagen ausgesprochen hilfreich sein. Um unser Bauchgefühl zu aktivieren brauchen wir Ruhe. Zeit, die wir scheinbar tatenlos verbringen, in denen wir uns aber einlassen und eine Frage sacken lassen. So wie schon Astrid Lindgren wusste: „…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“

Link passend zum Artikel: www.draufgaengerin.de/der-nabel-der-welt


Birgit Faschinger-Reitsam
© Christine Wawra - www.christine-wawra.de
Birgit Faschinger-Reitsam über Birgit Faschinger-Reitsam: 

Ich liebe Herausforderungen

Das Thema Füße lässt mich nicht mehr los. Es ist so überaus wichtig, dass wir unsere Wurzeln pflegen! Ich bin offen für ungewöhnliche Vorgehensweisen und vertraue auf meine Anders-artigkeit, mit der ich bisher immer erfolgreich war.

Außerdem bringe ich etwas mit:

  • Die Künstlerin in mir hat mich gelehrt, um die Ecke zu denken. Sehr genau wahrzunehmen und mich auszudrücken von ganz hart: Holzbildhauerei, Hammerschmieden bis hin zu ganz zart: Dichten und Aktzeichnen.
  • Mein Vater hat mir bereits als Kind Fußreflexzonen nahegebracht; er beschäftigte sich intensiv mit Heilen und das färbt ab.
  • Ich habe mich mit Ayurveda beschäftigt und eine Ausbildung zur Kosmetikerin und medizinischen Fußpflegerin gemacht. Habe Massieren gelernt. Kann auf 35 Jahre Yoga zurückblicken und seit 7 Jahren bis heute bin ich im Kreis der Yoginis mit Chameli Ardagh (Awakening Woman Institue).
  • Außerdem ließ ich mich von Susanne Thomes (Hokulani Lomi) in energetischem Heilen ausbilden.



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