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"Endlich zu Hause in mir"- Interview mit Dr. Manfred Mohr



Wer sich selbst liebt, ist achtsam, nimmt sich und seine Mitmenschen wahr, und stellt sich öfter einmal die einfache Frage: Wie fühle ich mich gerade? Achtsamkeit beginnt bei der Wahrnehmung meiner Gefühle und der Konzentration darauf, wie es mir in diesem Augenblick gerade geht.

Manfred Mohr mit lila Hemd
© Manfred Mohr
Bestseller-Autor Manfred Mohr
stellt in seinem neuen Ratgeber„Endlich zu Hause in mir“ erstmals seine effektivsten Selbstliebe-Übungen vor.

Sie sind in ein 7-Schritte-Programm gegliedert und befähigen uns, wirklich Liebe im Herzen zu fühlen – auch für sich selbst.

Auch in diesem Interview widmen wir uns der Selbstliebe: Hier erklärt uns der Erfolgsautor wie wir unseren inneren Frieden finden und wieder in Kontakt zu unserer eigenen Mitte kommen. "Fühlen bringt uns zu uns selbst zurück. Durch die Wahrnehmung meiner Gefühle entdecke ich, was mir wirklich Freude macht."

Dr. Manfred Mohr im Interview mit Annette Maria Böhm

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© JESHOOTScom/pixabay

LEBE-LIEBE-LACHE: Worin siehst Du mögliche Ursachen für mangelnde Selbstliebe?

MANFRED MOHR: Da gibt es für mich im Wesentlichen zwei Gründe, die miteinander zusammenhängen. Punkt eins ist fehlende Achtsamkeit. Wenn ich mir das Tempo anschaue, mit dem die meisten Menschen im Moment durch ihr Leben rasen, dann ist es nur normal, wenn wir hektisch werden. Viele kennen dieses Phänomen vom Fahren auf der Autobahn. Es macht einfach viel mehr Stress, wenn ich mit 180 fahre, da ich dann immer auf der Hut und angespannt sein muss, als wenn ich mich gemütlich an die Richtgeschwindigkeit halte. Viele von uns hasten von Termin zu Termin und selbst die Freizeit und der Urlaub werden regelrecht durchgetaktet. Kaum bleibt da noch Freiraum für einen selbst. Wir haben einfach kaum noch Zeit, und leider am wenigsten für uns. Darum ist der erste Schritt zur Selbstliebe: Weil ich mich liebe, achte ich auf mich und meine Bedürfnisse.

Punkt zwei der wichtigsten Ursachen für mangelnde Selbstliebe hat mit dem Fühlen und Empfinden zu tun. Etwas plakativ würde ich sagen, wir denken zu viel und wir fühlen zu wenig. Selbstliebe hat in der ersten Annäherung damit zu tun, mich gut um mich selbst zu kümmern. Das fängt bei den einfachsten Grundbedürfnissen an: Bin ich müde? Habe ich Hunger oder Durst? Um diese einfachsten aller Fragen beantworten zu können, steht jedem von uns eine naheliegende Möglichkeit zur Verfügung: Unser Gefühl. Wir fühlen, wenn wir müde, durstig oder hungrig sind. Umgekehrt betrachtet wird deutlich, wenn wir diese wesentlichen Bedürfnisse übergehen, dann fühlen wir uns zu wenig. Stress entsteht, wenn wir uns nicht mehr spüren. Der nächste Schritt zu mehr Selbstliebe im Alltag lautet darum: Weil ich mich liebe, stehe ich in Verbindung zu meinem Gefühl.


Endlich zu Hause in mir Das 7-Schritte-Programm zur Selbstliebe
Manfred Mohr (Autor)
Endlich zu Hause in mir
Das 7-Schritte-Programm zur Selbstliebe


LEBE-LIEBE-LACHE: Welche Rolle spielt Mitgefühl im Zusammenhang mit Selbstliebe?

MANFRED MOHR: Für mich ist Selbstliebe nicht nur auf mich selbst bezogen. Ab einer gewissen Stufe schwappt sie sozusagen über mich hinaus und kommt auch meiner Umwelt zugute. Meister Eckhard sagt darum so schön: „Alle Liebe dieser Welt ist auf Selbstliebe begründet“. Die Liebe, die wir so gern in unserer Umwelt erleben und bekommen wollen, letztlich entspringt sie, so wie ein Brunnen, aus uns selbst. Menschen mit viel Selbstliebe sind achtsam mit sich und fühlen sich und haben darum einen übervollen, sprudelnden Brunnen in sich, an dem sich auch ihre Umwelt laben kann.

Menschen, die sich selbst lieben, kümmern sich gut um sich und entwickeln darum erst so richtig auch Mitgefühl für andere. Dazu habe ich den Satz geprägt: Ich kann nur geben, was mir selbst zur Verfügung steht. Erst, wenn ich gelernt habe, mich zu fühlen, spüre ich so richtig die Menschen um mich herum. Ich entwickle Mitgefühl. Es ist vielleicht nett, dazu eine kleine Geschichte einzuflechten:

Die zwei Nachbarn

Zwei Bauern lebten schon viele Jahre nebeneinander. Der eine war gütig und nett, der andere zornig und schlecht gelaunt. Der grantige Bauer fand immer einen Grund, um noch mehr zu meckern. Einmal lief ein Pferd des netten Bauern auf die Weide des Nachbarn und ließ dort ein paar Pferdeäpfel fallen. Dann trabte es wieder nach Hause. Der grantige Bauer sah den Vorfall, und natürlich nutzte er dies als Vorwand für einen neuen Streit. Also sammelte er den Pferdemist ein und stellte ihn in einem Korb vor die Tür des Pferdebesitzers. Als der nette Bauer die Tür öffnete, wunderte er sich über den Korb, wusste aber sogleich, was zu tun war. Er leerte die Pferdeäpfel auf seinem Misthaufen aus, reinigte ihn gewissenhaft und gab richtige Äpfel hinein, grüne und rote, die er eben erst auf seinen Bäumen geerntet hatte. Dann stellte er den vollen Korb mit Obst vor die Tür des Nachbarn. Der grantige Bauer traute seinen Augen nicht und wusste weder ein noch aus. Was um Himmels willen sollte das nun bedeuten? Widerwillig ging er zu seinem Nachbar hinüber auf den Hof und frage diesen, warum er den Korb voller Äpfel zurückerhalten habe. Der gütige Nachbar antwortete: „Man gibt immer nur das, was man in seinem Herzen trägt.“


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© eyeforebony/unsplash


LEBE-LIEBE-LACHE: Können wir an Selbstliebe gewinnen, wenn wir lernen, mehr Demut und Hingabe zu entwickeln?

MANFRED MOHR: Um etwas exakter zu umschreiben, was denn genau Liebe ist, habe ich ein anderes Wort dafür entdeckt: Akzeptanz. Wenn ich mich liebe, akzeptiere ich mich so, wie ich bin. Und das meint natürlich, die Ganzheit, die ich darstelle, mich als Gesamtkunstwerk. Und das umfasst selbstverständlich auch meine Stärken genauso wie alle meine kleinen und größeren Schwächen. Hier, auf dieser Ebene von Selbstliebe, kommt die Demut ins Spiel. Ich werde achtsamer mit mir und lerne mich mit Hilfe meiner Empfindungen immer besser kennen. Dabei sehe ich auch meinen Fehlern und Mängeln ins Auge, die ich nur zu gern vor mir verstecken möchte. Demut bedeutet an diesem Punkt, ich sehe, wie ich bin, und stehe unumwunden dazu. So bin ich nun einmal, und meine Schwächen gehören untrennbar zu mir. Dann kritisiere ich mich nicht mehr für sie, sondern nehme mich an, ich akzeptiere mich. Niemand ist perfekt, und im Streben danach, fehlerfrei und ohne Mangel zu sein überfordern wir uns gern am allermeisten. Dieser Schritt zur Selbstliebe ist charakterisiert durch den Satz: Wer sich selbst liebt, erkennt demütig die eigenen Schwächen und verzeiht sie sich.

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LEBE-LIEBE-LACHE: Du hast ein 7- Schritte Programm zur Selbstliebe entwickelt, das auch die Basis Deiner erfolgreichen Seminare darstellt. Magst Du unseren LeserInnen darüber etwas verraten?


MANFRED MOHR: In meinem neuen Buch „Endlich zu Hause in mir“ stelle ich erstmals viele Übungen und Erfahrungen vor, die ich in meinen Seminaren dazu in den letzten 10 Jahren sammeln durfte. Die einzelnen Schritte bauen dabei aufeinander auf und bilden einen Prozess, bei dem ich mich mit der Liebe in meinem Herzen immer mehr verbinde. Jeder Mensch hat einen eigenen Zugang zu seinem Herzen und zu seiner Liebe, die nur darauf wartet, von uns entdeckt zu werden.

Dabei lade ich jeden Leser dazu ein, die Liebe nicht nur theoretisch, sozusagen im Kopf, zu verstehen, sondern vielmehr ganz praktisch im eigenen Herzen zu erleben. Liebe ist zuallererst eine Erfahrung, die jeder ganz für sich erleben kann. Und dazu braucht es meiner Erfahrung nach nur ein wenig Anleitung und ist gar nicht so schwer. Wenn wir uns mit unserer Liebe im Herzen verbinden, kann sie hilfreich und verwandelnd für uns wirksam werden. Sie kann uns dabei von alten Mustern und Verhaltensweisen befreien, die uns schon unser ganzes Leben begleiten.


LEBE-LIEBE-LACHE: Wie können wir lernen, ein klares Standing für unsere Bedürfnisse und Grenzen zu entwickeln?

MANFRED MOHR: Das ist vielleicht einer der schwierigsten Schritte zur Selbstliebe. Wer sich selbst liebt, schützt sich und wahrt seine Grenzen, wenn sie verletzt zu werden drohen. Wer sich selbst liebt, sagt auch manchmal Nein. Denn ganz oft zeigt sich ein Ja zu mir in einem Nein zu dir.

Wenn die ersten beiden Stufen zur Selbstliebe erreicht wurden, dann gehe ich achtsamer mit mir um und stehe in Verbindung zu meinem Gefühl. Ich frage mich dann immer wieder: Wie fühlt sich das an? Und mit ein wenig Übung gelingt es mir dann sogar, dieses Gefühl zu folgen, es ernst zu nehmen und in meine Entscheidungen einfließen zu lassen. Ich folge dann meinem sogenannten Bauchgefühl.

Oft sagen wir zu schnell und oft Ja, einfach weil wir nett sein wollen. Dabei überfordern wir uns dann rasch, denn häufig liegt der tiefere Grund für ein vorschnelles Ja allein darin, dass wir den Mut nicht aufgebracht haben, Nein zu sagen und den anderen damit vielleicht zu enttäuschen. Wenn wir uns selbst mehr lieben, bitten wir uns in solche Fällen mehr Bedenkzeit aus und schlafen vielleicht eine Nacht über eine Zu- oder Absage. Nur so können wir Zeit gewinnen, unser Gefühl zu befragen und ganz bei uns zu sein.


LEBE-LIEBE-LACHE: Welche Rolle spielt das Loslassen in diesem Zusammenhang?

MANFRED MOHR: Eine sofortige Konsequenz, die sich rasch einstellt, wenn ich damit beginne, öfter mal Nein zu sagen, hat mit dem Loslassen zu tun. Die Freunde und Bekannten, die ich um mich herum habe, sind ein bestimmtes Verhalten von mir gewöhnt. Wenn ich häufiger den Mut aufbringe, Nein zu sagen, dann werden einige dieser Menschen damit ihre Probleme haben. Sie werden irritiert reagieren, vielleicht sogar böse werden. „Früher hättest du mir aber geholfen!“, solche Sätze fallen dann leicht. Es wird darum Menschen geben, die mit meinem neuen Verhalten nicht mehr klarkommen und die darum aus meinem Leben verschwinden. Ich vergleiche es mit einer Schlange, die sich häutet. Wenn sie wächst, muss sie ihre alte Haut ebenfalls abstreifen, wenn sie ihr zu klein geworden ist. Es ist eine Art Wachstumsprozess. Und für die Menschen, die ich auf diese Weise loslasse, kommen immer neue dazu, die mit dem neuen Verhalten und einem Nein viel besser zurechtkommen. Nicht von ungefähr sagt das Sprichwort: Nur, wer etwas loslässt, hat beide Hände frei.


Manfred Mohr
© Manfred Mohr
Dr. Manfred Mohr

Manfred Mohr ist promovierter Chemiker und arbeitete lange Zeit in beratender Tätigkeit für Wirtschaftsunternehmen. Heute ist er als Autor und Seminarleiter tätig. "Das Wunder der Selbstliebe" erschien im Jahr 2011 und machte ihn auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Sein Werk umfasst 15 Bücher sowie zahlreiche Kalender und Hörbücher und dreht sich um die Themen Wunscherfüllung, Vergebung und Herzöffnung. Inzwischen wurden weit über eine Viertelmillion Bücher von ihm verkauft.

Direkt zur Homepage von Dr. Manfred Mohr: www.manfredmohr.de



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