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Die Flucht ins Paradies


„Ich muss raus hier!“
 
„Ich brauch dringend Urlaub!“
 
„Ich war dieses Jahr erst zwei Mal im Ausland!“
 
„Ich war letztes Wochenende in New York shoppen...“
 
„Das ganze Jahr schuften für zwei Wochen Urlaub!“


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...kommt dir davon was bekannt vor?

 

Ein guter Freund aus meiner Jugend meinte mal:

„Wo leben wir, dass ich das ganze Jahr für drei Wochen Urlaub arbeite und mich darauf freue, wenn der Urlaub eintrifft, dann aber während dessen krank bin oder schlechtes Wetter ist und ich danach wieder monatelang spare, in der Hoffnung, dass es danach besser wird?!“

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© bielmb/unsplash

...wir waren damals 17 Jahre alt und hatten diesen harten Übergang von der Schule ins Berufsleben...

 Hm, woher kommt dieses Urlaubsphänomen und diese Art der Freizeit neben unserer Arbeit als Angestellter oder Selbständiger?“

Sprachgeschichtlich geht der Begriff Urlaub auf das alt- und mittelhochdeutsche Substantiv urloup zurück, das zunächst ganz allgemein „Erlaubnis“ bedeutete. In der höfischen Sprache der mittelhochdeutschen Zeit bezeichnete es dann die Erlaubnis wegzugehen, die ein Höherstehender oder eine Dame dem Ritter erteilen konnte. So baten im Hochmittelalter Ritter ihren Lehnsherren um urloup, also um „Urlaub“. Eine weitere Überlieferung ist die, wenn die Ernte (aus der Land- oder Weinwirtschaft) eingebracht war, konnten die Knechte und Mägde zum Altbauern, dem "Ur" gehen und um Er"laub"nis fragen. Gab dieser die Erlaubnis wurde auch oft zugleich ein "Trinkgeld" zur Vergnügung mit ausbezahlt. (Quelle: Wikipedia Deutschland - http://de.wikipedia.org/wiki/Urlaub)

 
 „Früher waren wir ständig auf den Beinen.“

Der Mensch hat die Veranlagung, problemlos über 30km täglich zu gehen, nur setzen wir das nicht mehr um oder haben die Möglichkeit bzw. einen Grund, sowas zu tun. Vielmehr wurde die Bewegung durch Sitzen ersetzt. Wir sitzen morgens an der Bettkante, dann auf der Toilette (mittlerweile immer mehr Männer), danach am Frühstückstisch, anschließend im Auto, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf dem Fahrrad. Wieder den Arsch breittreten bei der Arbeit, in der Schule und sogar im Fitnessstudio an den Geräten. Dazwischen wiederholt beim Essen und auf dem Klo. Wie viele Stunden kommen da zusammen? Selbst ich sitze hier bei diesem Artikel wieder einige Zeit – ich bin froh, wenn ich mich danach bewegen kann – ICH BRAUCH URLAUB! – hahaha...

Aufgrund des Bewegungsmangels verspüren wir wohl auch den Drang weg zu wollen, aus der gewohnten Monotonie auszubrechen, was Neues zu erleben. Uns fehlt die Bewegung in Geist & Körper, wir möchten uns wieder begeistern und „Leben“. Raus aus dem tristen sesshaften Alltag – rein ins Paradies!


„Wir werden immer denken, wir müssten in die Sonne fliegen, solange wir im Schatten unserer selbst leben!“

 Diesen Satz bekam ich von meiner lieben Frau mit, als wir uns im Vorfeld zu diesem Artikel über das Thema Urlaub unterhielten. Und ich muss ihr zu 100% zustimmen. Sie hat es auf den Punkt gebracht. Sie und ich hatten ebenfalls bis vor ein – zwei Jahren das Bedürfnis, unbedingt weg zu müssen, einfach nur weg – und wenn auch nur für ein Wochenende. Raus aus dem Chaos, die Akkus auftanken, abschalten, ablenken, keine Verpflichtungen usw. .Vor allem in der Selbst-Ständigkeit ein Segen, endlich nix zu tun. Aber danach holte uns alles immer früher ein und man hatte schon ein paar Tage später das Gefühl, gleich nochmals weg zu müssen. Also läuft da doch irgendwas grundlegend schief, oder?
 
Nun, in meinem Umfeld, sehe ich es immer wieder, dass der Urlaub immer öfter zur erzwungenen Flucht wird, um das eigene Leben zu vergessen. Wobei ich hier noch unterscheide zwischen Urlaub machen und auf Reisen gehen.  WDR 5 – Moderator Jürgen Wiebicke erklärt in einem Interview aus 2012 z.B.: „Wenn ich Urlaub mache, geht es darum, dass ich wieder Kräfte sammle für den Alltag zu Hause. Es geht also ums Abhängen. Und ich kenne die Bedingungen. Beim Reisen habe ich dagegen eine unbekannte Komponente.“ (WDR 5 Moderator Jürgen Wiebicke spricht über das Phänomen des Reisens www.derwesten.de/das-phaenomen-des-reisens)

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© zhenhappy/unsplash

Das Kräfte sammeln allerdings kann zur Sucht werden und der Effekt einer Erholung dahingehend verpuffen. Hotels und Urlaubsorte müssen sich immer mehr einfallen lassen, um die Gäste zu unterhalten. Entweder ins Attraktionsextrem, höher, schneller, weiter oder dem absoluten Gegenteil, einem überteuerten Nichts, wie z.B. eine Schweigewoche im Kloster ohne Smartphone, Internet und sonstiger Elektronik.

Danach bist du wieder zu Hause, erzählst wenn du Glück hast begeistert eine Weile davon, aber Wochen später, planst du schon den nächsten Canyoningsprung durch die größten Wasserfälle der Alpen, oder ein Wellnesshotel mit Schlammpackung auf Neuseeland. Du sparst nach dem letzten Urlaub jetzt schon für das neue Abenteuer. So gesehen leben viele in der Vergangenheit durch die schönen Erinnerungen des letzten Urlaubs und danach gleich in der Zukunft, mit den Vorstellungen des nächsten  „Ich-will-raus-Projekts“. Die Gegenwart wird dir zuuu langweilig, zu vertraut, einfach lästig und Mittel zum Zweck, dir den (selben) Sonnenuntergang am Strand der Malediven teuer zu erkaufen, weil der auf deiner eigenen Terrasse nichts mehr Wert ist.

Im Grunde läufst du vielleicht manchmal vor dir davon – so meine Meinung und bisherige Beobachtung. Du hast oftmals keinerlei Identifikation zu dir selbst oder deiner Heimat. Deine Alltagsthemen, evtl. sogar Probleme unterdrückst du mit der Flucht in die Ferne. Du glaubst vielleicht auch, dass es nur außerhalb deines Alltags ein Wunderland gibt, nur da kann es bunt sein, während dein gewohntes Umfeld immer grauer wird – klar, wir haben ja auch immer schlechtes Wetter, haha.


Tja, vielleicht ist es so, vielleicht aber auch nicht.

Es muss und wird nicht bei jedem zutreffen. Dennoch erkannte ich für mich persönlich folgendes Phänomen – damals bei mir selbst und heute noch immer in meinem Umfeld:

„Du kennst den bekannten Palmengarten auf der bekannten Insel irgendwo im Atlantik, weil ihn jeder kennt. Doch du (er)kennst den eigenen Wald nicht.“

 
Gleichzustellen mit dem Beispiel:

 – nenne mir 10 europäische Automarken inkl. Modellvarianten und dazu 5 große Städte in den USA mit jeweils einer dazugehörigen Sehenswürdigkeit,

oder

- nenne & bestimme mir 10 europäische Baumarten und dazu 5 Wildkräuter, die in deinem Umfeld wachsen und was du damit machen kannst (Erntezeit, Essbarkeit, Heilkraft, Geschichte, Mystik).


Vielleicht auch ein etwas unfaires und einseitiges Beispiel, aber trotzdem einen Gedanken wert.

Im Grunde die Frage, wie viel weißt du über deine Heimat (Kultur, Natur, Geschichte, Besonderheiten), der Identifikation mit dir und erkennst du die Schönheit noch, die dich umgibt. Für was kannst du dich unmittelbar um dich herum begeistern? Und das dauerhaft...?


Eine liebe Freundin von mir praktiziert mit ihren Schülern die sogenannte „Quadratmeditation“ – ich kann sie wärmstens empfehlen.

Damit ist gemeint, dass du z.B. 10-15 Minuten zügig in der unmittelbaren Natur spazieren gehst und dir dann einen Fleck im Park, im Wald oder sogar an einer Haltestelle suchst um dort Platz zu nehmen (auf dem Boden oder auf einer Bank). Und dann beobachte das Stück Boden, Wiese, Wasser vor deinen Füßen, also ca. 1x1 Meter groß. Gehe mit deinem Blick in die Details, schau, was sich dort bewegt, welche Strukturen oder Farben und Materialien du erkennen wirst. In unserer Kindheit konnten wir uns stundenlang mit nur einer Ameise beschäftigen. Genau das soll (wieder) erreicht werden.


Der Biophilia-Effekt Heilung aus dem Wald
Clemens G. Arvay (Autor)
Der Biophilia-Effekt
Heilung aus dem Wald


 "Die Faszination im Detail und in deiner Nähe."

 Ich glaube, wenn wir uns näher mit dem beschäftigen was uns umgibt – unmittelbar – und es mit Begeisterung filtern, dann bekommen wir auch wieder mehr den Zugang zu uns und sind erfüllter.

So eine kleine Meditation z.B. (oder nenne sie einfach Alltagsbeobachtung) bringt dich in einen Zustand, als wäre es ein „Kurzurlaub“ während des Alltags. Der wirklich große Unterschied zum Abschalten davon durch Kino oder Fernsehen ist der, dass du präsent und nicht abgelenkt bleibst. Du bist dir deiner Gegenwart bewusster und reinigst deinen Geist, anstatt ihn zuzumüllen. Du überwindest den Schatten deiner selbst, ohne großartig Geld, Zeit und die Umwelt zu belasten. Ich möchte jetzt nicht darauf eingehen, wie selbstgemacht unsere Umweltprobleme durch allein vieler unnötiger Urlaubsflüge sind – das gibt bestimmt bald eigenen liebevollen Artikel...

MEINE BOTSCHAFT AN DICH, solltest du nun  bis hierher gelesen haben – bleib allgegenwärtig und mach deinen Alltag zum Urlaubsort Nr. 1

Das schließt nicht aus, dass du „gelegentlich“ auf Reisen gehen kannst. Aber du wirst vielleicht sehr bald spüren, merken und auch selbst das Bedürfnis haben, es nicht mehr so sehr nötig zu haben...

DEIN TOM


Tom Kraus
© Tom Kraus
Tom Kraus
, geboren am 28.11.1979 besitzt von klein an die besondere Gabe, Dinge in der Welt und am Menschen zu "sehen bzw. zu erspüren".
Das Talent und zugleich die Leidenschaft eines stillen Beobachters trainierte er anfangs unbewusst - von mal zu mal dann aber gezielt über Aus- & Fortbildungen - um somit der Welt und dem Menschen zu dienen und um damit die (Selbst-)Heilung in verschiedensten Bereichen zu unterstützen.


Seine klare (Lebens-)Aufgabe besteht darin, Unterstützer zu sein und den Menschen daran zu "erinnern“ (soul-reminder) was selbst evtl. unbewusst vergessen oder auch verschüttet wurde.


Er ist absoluter "Förderer der Positivitätseffekte" seiner Kunden, Klienten & Kursteilnehmer
 
Berufliche Themen & Inhalte die in die Arbeit mit einfließen:


Seine Homepage: www.soul-reminder.com
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