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Grundeinkommen: Warum "Schaffst du was, kriegst du was" heute nicht mehr stimmt


ein Gastbeitrag von Uwe Koch

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Die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen ist aktueller denn je. Es geht bei dieser Frage um die Digitalisierung der Arbeit, um Fragen unserer Sozialversorgung, Gesundheitsvorsorge, Bildung, Frieden und Ökologie.

Und nicht zuletzt sind es die tief im Menschen verwurzelten Sinnfragen, die eine Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen vorantreiben.

In der Wirtschaft hat sich das Modell etabliert, dass Menschen vornehmlich dann einer Arbeit nachgehen, wenn sie dafür entlohnt werden. Bis auf die Momente der Motivationstrainings und Coachings wird eine innere Motivation fast gänzlich ignoriert.
Dieses Denken innerhalb der Unternehmen hat sich vor allem deswegen durchgesetzt, da es schlichter und leichter zu handhaben ist. „Schaffst du was, kriegst du was“; diese Aussage gilt heute als unerschütterliche Wahrheit. Schon ein realistischer Blick auf unser nächstes Umfeld zeigt uns, dass diese Aussage falsch ist.

Happy worklife charles/unsplash 7
© charles/unsplash

Heute besteht fast einhellig der Konsens, dass Menschen produktiv und kreativ sein wollen, dabei den Zweck ihrer Arbeit selbst bestimmen und die Folgen ihres Handelns beobachten wollen. Dies ist heute kaum noch möglich.

Ein Sinn in der Arbeit ist für die Menschen in der Erwerbsarbeit kaum zu erkennen. Dies sehen wir nicht nur in Pflegeberufen oder im Dienstleistungssektor. Auch Menschen, die sich weiterbilden, finden sich aufgrund ihrer höheren Qualifikation plötzlich an Arbeitsplätzen wieder, wo ihnen eine komplexe IT sämtliche Entscheidungen abnimmt. Nicht zuletzt aus diesen Gründen ist die Welt der Erwerbsarbeit so belastend, was sich in einem steigenden Krankenstand widerspiegelt.

Zwar schafft Arbeit Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe, doch ist damit nicht die Erwerbsarbeit gemeint.
Lange Arbeitszeiten verhindern Teilhabe, Stupidität erschöpft und eine Anerkennung , ohne zu wissen, was man eigentlich tut, ist kaum möglich.

Es gibt sehr viele Finanzierungsmodelle für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wie unser friedliches, freiheitliches und soziales Zusammenleben ohne Bedingungsloses GrundEinkommen (BGE) finanziert werden soll, ist da keineswegs klarer. Der Unterschied hier ist, dass die Finanzierung des BGE einen demokratischen Weg geht, während ein „weiter so“ nur bürokratische Maßnahmen zur Folge hat.

Doch Dystopien sind nicht angebracht. Die Wiedervereinigung konnte ebenso finanziert werden, wie der Wiederaufbau finanziert wird. Wir sehen, dass selbst bei allem Murren die Energiewende und die sogenannte Flüchtlingskrise bezahlbar sind. Es geht bei dieser Frage immer um konsensfähige Finanzierungsmodelle und nicht um die Finanzierungsmöglichkeit.


Uwe Koch
© Uwe Koch
Uwe Koch ist Landesvorsitzender bei Bündnis Grundeinkommen
 
www.buendnis-grundeinkommen.de

Wenn Sie Kontakt zum BGE-Bremen-Parteivorstand aufnehmen wollen:

uwe.koch(at)buendnis-grundeinkommen.de
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