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Interview mit Dr. Joachim Reinelt - Karma als Chance



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Karma ist ‚in’. Karma geht wie „Schicksal!“ über die Lippen, um gute oder schlechte Nachrichten zu kommentieren. Allein darum geht es aber nicht - und deshalb will uns LEBE-LIEBE-LACHE Autor DR. JOACHIM REINELT in seinem Buch KARMA ALS CHANCE vermitteln, was mit dem Begriff „Karma“ im eigentlichen Sinne gemeint ist, welches Potenzial in richtig verstandenem Karma für die persönliche Entwicklung steckt.

Es geht hierbei im Wesentlichen um die Beantwortung der Frage, was jeder einzelne für beziehungsweise mit seinem Karma tun kann. Dabei wird deutlich, dass das aktive Alltagsleben unsere „Universität“ für spirituelle Entwicklung ist. Indem wir dem natürlichen Fluss folgen, lernen wir, der wahren Bedeutung von Karma nahezukommen: in selbstlosem Handeln als Weg zu höchster Freiheit.

Karma (verbessert)
© www.proyoga.de
Im nachfolgenden Interview mit dem Autor wird ersichtlich, dass nicht äußeres Handeln, sondern innere Haltung beim Handeln im Fokus steht.



Dr. Joachim Reinelt im LEBE-LIEBE-LACHE Interview mit Annette Maria Böhm


LEBE-LIEBE-LACHE: Sind unsere Handlungen vergleichbar mit Ketten, die hinter uns her klirren?

DR. JOACHIM REINELT: Dieses traditionelle Bild aus dem Karma-Yoga von den „Ketten, die hinter uns her klirren“ habe ich in meinem neu erschienen Buch „Karma als Chance“ aufgegriffen, weil es auf anschauliche wie auch eindringliche Weise unsere Bindung an und Verbindung mit unseren Handlungen, zum Ausdruck bringt. Was ich damit meine ist, dass wir unsere Handlungen, und damit untrennbar verknüpft die Folgen unserer Handlungen – beide Aspekte stecken in dem indischen Sanskrit-Begriff Karma – nicht so einfach abschütteln können. Wir müssen mit den Auswirkungen bzw. Konsequenzen unserer Taten leben. Sie haften an uns, wie besagte „Ketten, die hinter uns her klirren“.


LEBE-LIEBE-LACHE: Haben all unsere Handlungen "Folgen" für uns?

DR. JOACHIM REINELT: Im Prinzip ja. Wir kennen dieses Phänomen alle aus dem täglichen Leben: Wirft man z.B. einen Ball an die Wand, dann springt er zu einem zurück. Was geschieht hier? Es handelt sich um das universale Gesetz, das alles Leben in diesem Universum beherrscht, ob bezogen auf die stoffliche oder feinstoffliche Welt – das Ursache-Wirkungs-Gesetz. Auf der Grundlage dieses Gesetzes funktioniert auch das Karma. Unsere Gedanken, unsere Worte und unsere Handlungen sind Energien und diese erzeugen wiederum Energien. Letzt genannte Energien, die Auswirkungen unsere Handelns sind und auf uns zurück fallen, werden – wie bereits erwähnt – ebenfalls Karma genannt. Genau genommen sind sie das, was man landläufig als „Karma“ bezeichnet – der Ball, der auf uns zurück fällt.

Es ist exakt diese feinstoffliche Wirkungs-Energie, die wir bei einer jeden Handlung erzeugen, die unser Schicksal formt. Tun wir etwas Gutes, dann sind auch die Auswirkungen oder Konsequenzen für uns gut. Tun wir etwas Schlechtes, dann sind die Auswirkungen schlecht. Man spricht dann entweder von gutem oder schlechtem Karma. Aber Achtung: alle Handlungen haben Konsequenzen – alle Handlungen binden uns, auf die eine oder andere Weise. Selbst wenn wir Gutes tun, hat das Auswirkungen, die uns in dieser Welt binden.


Karma als Chance Frei werden durch selbstloses Handeln
Dr. Joachim Reinelt (Autor)
Karma als Chance
Frei werden durch selbstloses Handeln

Karma ist "in". Karma geht wie "Schicksal!" über die Lippen, um gute oder schlechte Nachrichten zu kommentieren. Allein darum geht es aber nicht und deshalb will dieses Buch vermitteln, was mit dem Begriff Karma im eigentlichen Sinne gemeint ist, welches Potenzial in richtig verstandenem Karma für die persönliche Entwicklung steckt.




LEBE-LIEBE-LACHE: Wie können wir mit "guten" Handlungen negative Energien auflösen?

DR. JOACHIM REINELT: Alle unsere Handlungen – wobei die Bewertungen „gut“ und „schlecht“ nur relative Bedeutung haben können – lösen immer die jeweilige Reaktions-Energie aus. Das, was zurückkommt, entspricht dem, was ausgesendet wurde. Der Volksmund sagt zum Beispiel: „Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es heraus.“ Das auf uns zukommende reaktive Karma, das wir verursacht haben, können wir weder aufhalten, noch können wir ihm aus dem Wege gehen. Auflösen können wir es auch nicht, denn Energien lassen sich nicht auflösen – denken wir an den Energieerhaltungssatz der Physik.

Allerdings ist unsere Lage nicht ganz hoffnungslos. In dem „Lagerhaus“ unseres Karma befinden sich ohnehin die Eindrücke von sowohl vielen guten als auch schlechten Taten. Und es ist unter Umständen möglich, die für uns negativen Folgen von schlechten Handlungen zu verhindern.

Nämlich indem wir den schlechten Handlungen gute Handlungen entgegensetzten und auf diese Weise die Wirkung der schlechten Handlungen neutralisieren. So schrieb der indische Weise Vyasa in seinem Kommentar zu Patanjalis Yoga Sutra 2.13 unter anderem folgendes:
„Das Karma-Lagerhaus mit den Taten, die noch keine Früchte tragen, kann durch Sühne zerstört werden, bevor es wirksam wird. ... Wisse, dass Handlungen von zweifacher Art sind.

Wobei eine Reihe von tugendhaften Taten eine von bösen Taten ungültig macht. Deshalb entschließe dich zu guten Taten. Diese guten Taten müssen in diesem Leben vollbracht werden.“

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© josealbafotos/pixabay

LEBE-LIEBE-LACHE: Was ist denn das beste Mittel, mit dem wir unser Karma vermindern, oder besser noch, verhindern können?

DR. JOACHIM REINELT: Erkennt jemand, dass er in Wirklichkeit nicht als kleines Ich, als Individuum handelt – identifiziert er sich nicht mehr mit ihm – dann verbrennt er oder sie nur noch den Samen der Vergangenheit, das angesammelte Karma (der Yoga-Fachterminus in Sanskrit ist Sanchita, wörtlich: das Angehäufte), aber er verursacht kein weiteres Karma mehr. Warum? Weil es dann – im Sinne des karmischen Gesetzes – niemanden mehr gibt, der handelt, bzw. niemanden mehr, auf den die karmische Energie zurück fallen könnte. In den Worten der Bhagavad Gita (4.20): „Er tut [karmisch betrachtet] nichts, obgleich er sich ständig betätigt“.

Eine solche Person ist der unbeteiligte Zeuge von Ereignissen die durch seinen Körper, seinen Geist und seine Rede geschehen, aber er erfährt sich nicht als handelndes Individuum. Übrigens ein Zustand, den wir alle, wenn auch selten, spontan erfahren haben – insbesondere in unserer Kindheit.

Es geschieht einfach etwas. Und es ist niemand da, der beim Handeln die innere Haltung von „Ich“ und „Mein“ einnimmt. Was getan wird, bezieht sich energetisch auf niemanden mehr. Den auf diese Weise erlangten Zustand des Mitfließens mit dem absoluten Strom des Handelns – und der damit verbundenen absoluten Freiheit – findet man in dem alten Yoga-Werk Ashtavakra Samhita 18. 21 folgendermaßen dargestellt:
"Wer frei von den Eindrücken [aus früheren Leben] unabhängig ist, frei im Willen und frei von Bindung, der bewegt sich wie ein trockenes Blatt, umherbewegt durch den Wind der [verbliebenen] karmischen Eindrücke."


LEBE-LIEBE-LACHE: Wie funktioniert das Prinzip des Karma-Yoga?

DR. JOACHIM REINELT: Die bindenden Folgen, die eine Handlung hat, so die elementare Lehre des Karma-Yoga – nachzulesen in dem bekannten indischen Werk Bhagavad Gita – entstehen nicht durch unsere Taten als solche, sondern durch die innere Haltung aus der heraus wir handeln. Die höchste Form des Handelns hat zur Grundlage, dass wir bei jeder Handlung wach und achtsam sind – der jeweiligen Handlung als auch uns selbst, insbesondere jedoch unseren Handlungsmotiven gegenüber. Das heißt, wir erlangen die höchste und damit für uns günstigste karmische Konstellation, wenn jede noch so kleine Tat nicht um eines bestimmten, selbstbezogenen Ergebnisses willen ausgeführt wird.

Der Zustand der Selbstlosigkeit – „Selbst“ bezieht sich hierbei auf das Ego-Ich – ist daher der im Karma-Yoga angestrebte Idealzustand des Handelns. Alltagstauglich ausgedrückt: Im Einklang mit den Lehren des Karma-Yoga zu handeln bedeutet, ergebnisoffen und selbstlos zu handeln, heißt aus einer höheren Perspektive heraus zu handeln. Wobei diese höhere Perspektive natürlich mit unserem inneren höheren Selbst zu tun hat. Indem wir unsere übliche, begrenzte Perspektive des Handelns gegen eine höhere Handlungsperspektive aufgeben, sind wir in der Lage, zunehmend freier und agiler zu handeln. Wenden wir uns nach innen und handeln aus dem Inneren, aus der inwendigen Wahrheit heraus, dann sind wir in der Lage aus einer erhöhten und erweiterten Perspektive heraus zu handeln. Die höhere Kraft, die uns ein höheres Maß an Entscheidungsfreiheit gibt, ist nicht im Äußeren, sondern im Inneren zu finden.


LEBE-LIEBE-LACHE: Magst du unseren LeserInnen von deinen Beobachtungen mit einer Fliege berichten?

DR. JOACHIM REINELT: Vor einiger Zeit stand ich in einem Zimmer am Fenster und erblickte eine Fliege, die von innen immer wieder an die Fensterscheibe flog. Das Erstaunliche dabei war, dass die Fensterflügel nach innen geöffnet waren. Von der Seite kommend schlug die Fliege jedoch immer wieder gegen das Glas. Doch den Weg nach draußen fand sie nicht. Ich betrachtete kopfschüttelnd das Schauspiel.

Die Fliege hätte lediglich ein wenig ihre Perspektive ändern müssen – indem sie ein wenig zurück in das Innere des Raumes geflogen wäre. Schon hätte sie die Öffnung gesehen und hätte – zwischen den weit geöffneten Fensterflügeln – den Weg nach draußen gefunden.

Was hat das nun mit unserem Thema zu tun? Ganz einfach: Wir handeln oftmals in ähnlicher Weise. Auch wir bleiben beispielsweise immer wieder an den gleichen Problemen unseres Lebens hängen. Wie die Fliege versuchen wir – sehend, doch nicht wirklich erkennend – uns von Hindernissen zu befreien, die bei genauer Betrachtung häufig gar nicht wirklich existieren. Das wahre und eigentlich einzige Problem ist unsere begrenzte Sichtweise. Wie das Beispiel mit der Fliege veranschaulicht, lassen sich Lösungsstrategien oftmals mühelos durch eine innere und damit höhere Position und der damit einhergehenden erweiterten Perspektive finden.

Hätte die Fliege ihrem blinden Drängen nach draußen kurz Einhalt geboten und wäre kurz ins Innere des Raumes geflogen, hätte ihr die sich daraus ergebende, erweiterte Blick-Perspektive die Freiheit schenken können. Auch wir würden oftmals ein höheres Maß an Handlungsfreiheit in unserem alltäglichen Leben erlangen können, wenn wir uns handlungsvorbereitend zunächst nach innen wenden würden, um dann nach außen gehend um so klarer und freier in der Welt zu handeln.


LEBE-LIEBE-LACHE: Gibt es eine "göttliche Fügung" durch das, was wir im Leben als Druck erfahren?

DR. JOACHIM REINELT: Karma ist diese „göttliche Fügung“, die uns mit (Nach-)Druck zur Freiheit drängt und führt. Denn – wenn wir es genau betrachten – was ist der Sinn und Zweck des Karma überhaupt? Oder anders gefragt: Für wen ist denn das karmische Gesetz da? Es dient uns Menschen. Es ist für uns Geschöpfe auf dieser Welt da, um die Begrenztheit dieser Welt hinter sich zu lassen.

Wenn es das karmische Gesetz – das Gesetz von Ursache und Wirkung, von Tat und Tatfolge – nicht gäbe, hätten wir entwicklungsmäßig ein gewaltiges Problem in dieser Welt. Wer würde schon je seinen Hintern vorwärts bewegen, beziehungsweise lernen, sich zu entwickeln – wenn es da nicht diese – nennen wir sie „göttliche“ – Führung, in Form des evolutionären Drucks gäbe.

Verhaltensforscher sagen es uns ohne Umschweife: Im Prinzip will der Mensch nichts weiter, als sich wohl fühlen, glücklich sein. Das ist die treibende Kraft in unserem Leben. Und nur indem wir uns vorwärts bewegen und lernen, beispielsweise angemessen auf die Natur zu reagieren und mit ihr liebevoll umzugehen, indem wir uns zu Höherem und immer Höherem entwickeln, erreichen wir das Glück das wir suchen. Grundlage dieses Evolutionsprozesses, an dessen Ende der Zustand der Selbst-Erkenntnis steht, ist dieses „Tatfolge-Gesetz“, das wir auch als Sprichwort kennen: „Wie man sich bettet, so liegt man“.

Es geht beim Karma und karmischen Gesetz also überhaupt nicht um Bestrafung. Es ging und geht ums Lernen. Es geht um Transformation. Es geht um Mitgefühl und Liebe. Wenn ich durch die karmische Ursache-Wirkungs-Beziehung zum Beispiel lerne, dass meine Handlungsweise bei jemand anderem Leid erzeugt, dann geht das Tor zur höheren Entwicklung weit auf. Wenn ich im nächsten Schritt mein bisheriges Handeln bedauere und aus dem neu gewonnenen Verständnis heraus zu einer anderen, emphatischeren Handlungs- und Umgangsweise finde, dann bin ich in der Lage, durch dieses Tor sogar hindurch zu gehen und zu einem höheren (Mensch-)Sein zu gelangen.


LEBE-LIEBE-LACHE: Warum ist die Welt in der wir leben die beste Karmaschule?

DR. JOACHIM REINELT: Die höchste Freiheit, die wir suchen, ist in uns angelegt. Aber sie steht uns nicht unbedingt gleich zur Verfügung, sondern will von uns entdeckt und entfaltet werden. Was ich damit meine, möchte ich an einem Beispiel aus dem täglichen Leben – der Fähigkeit des Sprechens bei einem Kind – verdeutlichen. Das Potential zu sprechen ist bei den meisten Kindern in vollkommener Weise vorhanden. Dennoch muss dieses Potential erst – im wahrsten Sinne des Wortes – ent--wickelt werden. Und das geschieht, indem das Kind die Worte aus seiner unmittelbar erfahrenen Klangwelt aufnimmt und versucht wiederzugeben. Es ist also die Reaktion, die aktive Auseinandersetzung mit den Reizen und Lernanstößen aus der unmittelbaren Lebenswelt des Kindes, die es in die Lage versetzen, Schritt für Schritt sprechen zu lernen und dadurch ein höheres Maß an Freiheit und Autonomie zu erlangen.

Indem wir versuchen, bei allen unseren täglichen Aktivitäten und Handlungen – am Arbeitsplatz, im Zusammenleben mit unseren Lebenspartnern und Kindern, unseren Freunden, Arbeitskollegen und Nachbarn – die Verbindung zu unserem Inneren aufrecht zu erhalten und im oben genannten Sinne des Karma-Yoga zu handeln, entfalten wir das in uns angelegte Potential – insbesondere unser „Freiheitspotential“. Karma-Yoga, der Weg zu mehr Freiheit und Autonomie, ist also ohne unser alltägliches Leben nicht wirklich zielführend und trägt ohne die aktive und reflektierte Auseinandersetzung mit dem, was uns im Leben begegnet, keine Früchte. Der Weg des Yoga führt nicht durch irgendein „Parallel-Universum“, sondern mitten durch diese unsere Welt, in die wir sinnvollerweise hineingeboren wurden.

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© Alexas_Fotos/pixabay

LEBE-LIEBE-LACHE: Handeln durch Nicht-handeln ...wie geht das ?

DR. JOACHIM REINELT: Das Prinzip und Ziel des Karma-Yoga steckt in jener Aussage: „Er tut [karmisch betrachtet] nichts, obgleich er sich ständig betätigt“. Jemand, der laut Bhagavad Gita „nichts tut, obgleich er handelt“, weiß und erlebt sich unmittelbar als ausführendes Organ der kosmischen Kraft bzw. der Energie des allumfassenden Selbst ist. Wahrer Karma-Yoga gipfelt in der völligen Aufgabe der illusorischen Vorstellung von Täterschaft, der Idee oder inneren Haltung des „Ich handle“.

Um zu dieser hohen Erkenntnis zu gelangen, gibt es keinen besseren Weg, als alle Handlungen im alltäglichen Leben dem Höchsten Selbst zu widmen. Indem wir uns bei jeder Handlung – sei sie noch so profan – bewusst werden, wer hier an wem handelt, wer wem dient, kommen wir in den Fluss unserer erweiterten Identität, der Identität mit dem höchsten Selbst. Zunächst mögen wir es uns nicht einmal vorstellen können, dass wir das Selbst sind. Doch indem wir ganz bewusst im Namen des Selbst handeln, kehrt im Laufe der Zeit unsere Erinnerung an unsere wahre Natur zurück. Denn wir müssen sie nicht erzeugen, sie ist bereits da – hier und jetzt. Und dann erfahren wir, dass es, wie der indische Mystiker und Dichter-Heilige Kabir einmal nannte, „keinen Anderen“ – im Sinne von „nichts und niemanden verschieden oder getrennt von uns“ – gibt. Auf diesem Weg kann uns die Praxis – genau genommen ist es lediglich eine innere Haltung – des „alltäglich dienenden Handelns“ von außerordentlicher Hilfe sein.


LEBE-LIEBE-LACHE: Wie kann uns "alltäglich dienendes Handeln" als Weg zur Freiheit dienen?

DR. JOACHIM REINELT: Wenn wir anderen dienen, dann schmilzt das Eis in unserem Inneren, unsere Erstarrung beginnt sich aufzulösen und wir erwachen aus unserem tiefen Dornröschenschlaf der falschen Identifikation mit dem Ego-Ich. Indem wir uns zurücknehmen und nach innen gehen bereiten wir die Grundlage, damit die kosmische Energie aus unserem Inneren mit all ihrer Liebe und Kraft ungehindert durch uns hindurch nach außen fließen kann. Mit dieser Liebe und Kraft dienen wir auf höchst effektive Weise der Welt. Und dadurch gelangen wir wieder zu uns selbst.

Das Wunderbare an dieser Yoga-Praxis des selbstlosen Dienens ist, dass wir sie überall und jederzeit ausführen können. Wir können sie auch im Zusammenleben mit unseren Lebenspartnern und Freunden ausüben, mit unseren Kindern, beim Einkaufen, auf der Straße, in der Nachbarschaft, in dem Haus in dem wir wohnen. Es gibt keinen Lebensbereich, wo das nicht möglich wäre.

Dienen löst langsam aber sicher das kleine Ich, das Ego, auf – eben Dasjenige, was uns das Gefühl gibt, verschieden und getrennt vom Rest der Welt zu sein. Diese illusorische Trennung von Ich und Du, Ich und Welt – dieses perfide Meisterstück des Ego-Ich – löst sich Schritt für Schritt auf. Unser Dienen in der Welt ist also die Grundlage, um unsere Grenzenlosigkeit und Verbundenheit mit allem und jedem zu erfahren.

Und obendrein lässt uns die Haltung des Dienens in der Welt auch wirkungsvoll sein, denn der Ballast des Ego, der alle Handlungen erschwert, ist nun weg. Durch die Haltung des gegenseitigen Dienens helfen wir uns alle gegenseitig, glücklicher zu sein, als es durch egoistisches Handeln je möglich wäre. Zum Thema „Glücklich-Sein durch Dienen“ sagte Albert Schweitzer einmal den denkwürdigen Satz:

„Ich weiß nicht, was Ihre Bestimmung sein wird, aber eines weiß ich: Nur die unter uns werden wirklich glücklich sein, die herausgefunden haben, wie sie dienen können.“

Direkt zur PROYOGA-Website von Dr. Joachim Reinelt: www.proyoga.de
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