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Lilith aus einer etwas anderen Sicht


Die Verweigerung

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von Tina Peel

Das Thema Lilith, der schwarze Mond, ist umstritten, weil ihre Funktion noch ziemlich unklar ist. Es gibt zwei verschiedene, nicht greifbare Phänomene mit der gleichen Bezeichnung. Das eine scheint ein Planet zu sein, der nur als Schatten vor der Sonne sichtbar ist, wenn er dort vorbeizieht. Das andere ist ein berechneter Punkt der Mondumlaufbahn. Abstrakt oder astronomisch vereinfacht ausgedrückt, beschreibt der Mond eine Art Ellipse, in deren einem Brennpunkt die Erde steht, der zweite Brennpunkt ist leer und wird als schwarzer Mond oder Lilith bezeichnet. Diesen sensitiven Punkt behandeln wir hier, da er heute bereits in vielen Astroprogrammen Verwendung findet. Es wird so viel Wirres in Lilith hinein interpretiert, dass es nötig ist, wenn man sie verwenden will, eine klare und einfache Deutung unter Anführung der Symbolik anzubieten, die immer funktioniert. Das Leben ist nicht kompliziert, also muss auch die Symbolik klar und einfach sein.

Wir tun uns schwer mit der Deutung Liliths, weil einerseits Symbole bildhaft sind und dadurch missverständlich, denn jeder interpretiert Bilder aufgrund seines Denkens ganz individuell. Andererseits denken wir polar. Da Lilith in der Mythologie jedoch vor Eva kommt, ist sie vor der Polarisierung zu suchen. Lilith wollte kein Gegenpol Adams sein. Sie sagte, sie seien beide „gleich“, aus dem selben Stoff gemacht. Adam ist zu diesem Zeitpunkt noch kein Mensch, daher geht es sicher nicht um die Gleichstellung von Mann und Frau. Lilith will sich ihre wahre, nicht materielle Natur erhalten, aber weil Unfassbares uns unbegreiflich erscheint, bezeichnen wir sie als „Dämon“. Oder sie wird zum besseren Verständnis vermenschlicht und zur Frau gemacht.

Es heißt, Lilith wollte nicht „unten liegen“, nur bezeichnet „unten“ nicht ihre Stellung beim Beischlaf oder Unterwerfung in der Sexualität, „unten“ steht für das Unbewusste, „oben“ für das Bewusstsein. Da zuerst Adam erschaffen wurde, ist er mit dem freien Willen verknüpft, weil mit diesem die ganze Schöpfung beginnt. Lilith kommt als nächstes, demnach muss ihre Bedeutung mit dem freien Willen zusammenhängen. Mit Eva, die darauf ebenfalls durch den Willen Adams erschaffen wird, beginnt die Bewusstseinsentwicklung in der Materie, das heißt, sie beginnt tatsächlich mit dem Apfel vom Baum der Erkenntnis. Diese Geschichte findet unter anderem ihre Entsprechung in der Pubertät, wo die Schlange sich regt und man sich seiner Sexualität bewusst wird. Vorher gilt man als Neutrum, ein Kind, dann wird man zu Mann oder Frau – und die Suche nach dem anderen Pol beginnt, um mit ihm wieder zu einem Ganzen zu verschmelzen. Diesem Verwandlungsprozess hat Lilith sich verweigert.

Wenn wir einen freien Willen haben, können wir nicht nur zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen, sondern auch „nein!“ sagen. Alles in der Mythologie Liliths spricht für das Prinzip der Verweigerung. Angeblich als Strafe für ihre Weigerung werden unzählige ihrer Kinder getötet, die sie einem Dämon gebärt. Aber der Tod ist keine Strafe, wie wir meinen, weil wir ihn fürchten. Es ist ein Hinweis auf die Geburt, ein für Mutter und Kind nach wie vor kritischer Moment, wo das „Ja“ über Leben und Tod entscheidet. Der Übertritt von einer Welt in die andere ist keine leichte
Sache.

Wo Lilith im Horoskop steht, wird ein Teil von uns geleugnet, übersehen, missachtet. Dieser Teil liegt im Schatten des schwarzen Mondes, beziehungsweise er bezeichnet ihn. Das Sternzeichen, wo Lilith steht, ist unfassbar. Es ist wie ein Potential, auf das man keinen Zugriff hat, jedenfalls nicht mit den fünf Sinnen. Deshalb fürchten wir uns irgendwie davor, es ist uns unheimlich. Da sich dieser Teil außerhalb unseres Lebens befindet, können wir ihn im Spiel des Lebens nicht erproben und mit ihm keine Erfahrungen sammeln.

Immer wieder liest man von Liliths Streben nach Autonomie. Natürlich ist sie autonom, sie geht eigene Wege. Also gehen auch wir durch eine Weigerung eigene Wege. Welche Konsequenzen könnte aber die Verweigerung haben? Sicher keine Bestrafung, denn wie sähe die Wahl aus, wenn wir nur wählen könnten zwischen Wille und Verweigerung, wovon letzteres Bestrafung nach sich zieht. Die Konsequenzen sind, wir können diesen Persönlichkeitsanteil nicht ins Leben einbringen und im Alltag nicht verwenden, oder zumindest Teile davon.

Wenn wir zum Beispiel den Widder ausschließen, fehlt es an körperlicher Energie, am Willen, an Durchsetzungskraft etc. . Verweigert haben wir uns dem Thema aufgrund von polarem Denken. Wir haben uns irgendwelche negativen Gedanken gemacht, die dazu geführt haben. Die Angst, ein Egoist zu sein, oder vor einem Zuviel an Energie könnte beispielsweise zur Verweigerung des Widders führen.

Es geht also nach wie vor um die zwölf Anteile, aus denen wir bestehen, und die alle bewusst gemacht werden wollen. Und da wird nun ein weiterer Anteil Liliths aktuell, nämlich der Teil der Verlockung. Sie lockt uns zu dem Zeichen, wo sie steht, dorthin soll ihr unsere Aufmerksamkeit folgen. Auf die Dauer können wir es uns nicht leisten, einen Teil von uns auszuschließen, das geht auf Kosten der Entwicklung. Deshalb wird ja auch mit Bestrafung gedroht. Da es weder gut noch böse gibt, und wir im Grunde nichts falsch machen können, ist es weder gut noch schlecht, sich etwas zu verweigern. Nur widerspricht das unserem Ziel der vollkommenen Bewusstheit, dazu ist dieser Teil notwendig. Wir müssen der Verlockung erliegen und uns mit ihm vereinen. Betrachten wir diesen Teil ohne polare Interpretation, haben wir plötzlich keinen Grund mehr, ihn auszuschließen. Das ist der erste Schritt in Richtung Beendigung der Verweigerung und Zugriff auf bisher unzugängliche Themen.

Kein Wunder, wird Lilith als unberechenbar und ungreifbar dargestellt, ist sie doch ein Wesen, das nicht an Raum und Zeit gebunden ist. Umgekehrt heißt das, unsere verweigerten Themen sind ebenfalls nicht fassbar. Wir können über sie im Leben nicht oder nur beschränkt verfügen, weil sie keine greifbare Form haben. Wollen wir sie integrieren, müssen wir sie aus der Verbannung holen. Das tun wir, indem wir sie als das betrachten, was sie wirklich sind, und wie sie sind, steht in folgendem Buch geschrieben:

Tina Peel, Astrologische Symbolik – Ein Schlüssel zum Leben


Tina Peel über Tina Peel


Tina Peel Horoskope
© www.astro-lebensberatung.ch
Offiziell seit 1989 (inoffiziell um einiges länger) inspiriere ich Leute beruflich auf ihrem Entwicklungsweg in Form von Kursen, Beratungen, Büchern und Artikeln, sei es astrologisch, spirituell, philosophisch oder was auch immer nötig ist, um sie zu mehr Lebensfreude und Freiheit, zur persönlichen Entfaltung, oder auch nur einen Schritt näher zu sich selbst zu bringen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man das Licht manchmal aus den Augen verliert, nicht selten auch das eigene unter den Scheffel stellt und es ein wenig Hilfe zur Selbsthilfe braucht, um es im Dunkeln wiederzufinden. Würden wir es nicht ab und zu aus den Augen verlieren, gäbe es auch keine Entwicklung. Wir hätten keinen Grund, uns auf die Suche nach Lösungen, Auflösung von Leid und Schmerz zu machen.

Da uns Krisen und Probleme glücklicherweise nie ausgehen, finden wir es immer wieder und jedes Mal strahlt es noch ein wenig heller. Je mehr Einblick wir ins Leben erhalten, je bewusster wir werden, umso weniger be- und verurteilen wir, was wir erleben und umso beglückender empfinden wir unser Dasein!

Ich bin Mutter zweier erwachsener Kinder, zum zweiten Mal und mit Vergnügen verheiratet und trotz, oder gerade wegen, der alltäglichen Turbulenzen ständig unterwegs zu neuen Einsichten und Erkenntnissen, Ansichten und Aussichten, was nicht nur mein persönliches Leben bereichert, sondern auch in meine Arbeit als Autorin, Ratgeber-Kolumnistin, Lebensberaterin und Astrologin einfließt.

Mehr von und über Tina Peel finden Sie unter: www.astro-lebensberatung.ch
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