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Elke Heidenreich im Interview: "Die schöne Stille"


Sie glaubt, wie ich, an die heilende Kraft von Literatur und Musik. In ihrem Buch " Die schöne Stille", über Venedig als Stadt der Musik, spürt Elke Heidenreich in Worten, Bildern und Zitaten jenen Klängen nach, die man, wie sie sagt, ohne Pferdekutschen und Autos besser hört, als irgendwo sonst.  Und das seit Jahrhunderten schon und immer noch.

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Elke Heidenreich - Venedig Corso
© www.verlagshausroemerweg.de
Unzählige Hommagen feiern die Schönheit Venedigs, dieser einmaligen Stadt im Meer, feiern sie als Wunder der Architektur und der Malerei, beschreiben Venedig als Sehnsuchtsort.

Was aber ist mit Venedig als Stadt der Musik? Hier steht eines der schönsten Opernhäuser der Welt - und den ganzen Tag erklingt der Ruf »Gondola!« »Gondola!«: auch schon, fast, Musik.

Elke Heidenreich hat es endlich für uns geschrieben, begleitet von Tom Krausz und seiner Kamera.

Das Buch für alle, die Venedig lieben (und wer täte das nicht?) und sich für Musik interessieren und wissen wollen, wie eine ganze Stadt als Klangkörper tönt.

Gespickt mit Zitaten aus Jahrhunderten mäandert sich die Autorin durch die Geschichte der Stadt, die mit Musik so untrennbar verbunden ist.


"Bella Venezia" ist natürlich auch mein persönlicher legendenumwobener Sehnsuchtsort. Vor vielen Jahren, als ich als Tagesgast in der Lagunenstdt, inmitten schwitzender Touristenströme unterwegs war, schwor ich mir, einmal im feuchtkalten Winter, abseits der Trampelpfade, dem Mythos der Stadt nachzuspüren. "Die schöne Stille" erinnert mich jetzt daran, diesen Wunsch auf meiner "Bucket-List" ganz weit nach oben zu setzen.


Elke Heidenreich im LEBE-LIEBE-LACHE Interview mit Annette Maria Böhm


LEBE-LIEBE-LACHE:
1637 entstand in Venedig das erste Opernhaus der Welt. Warum ist für Sie " La Serenissima" auch und vor allem ein Ort des Hörens?

ELKE HEIDENREICH:
Weil eine Stadt ohne Straßen, eine Stadt auf dem Wasser eine Grundstille hat, auf der Töne ganz anders entstehen als an Land. Die Komponisten haben das immer gewusst und haben hier gut arbeiten können.

LEBE-LIEBE-LACHE:
Was offenbart sich dem Besucher wenn er Venedig in den Seitengassen erlebt?



Elke Heidenreich - Venedig Corso 1 029
© www.verlagshausroemerweg.de


ELKE HEIDENREICH: Einmal die Schönheit von Wasser, Himmel, Architektur, aber auch Geräusche sind hier anders als an Land, eine fondameta klingt anders als eine calle oder ein Durchgang. Auch die Brücken haben Klänge, wenn man sie auf- und absteigt. Die Komponisten haben all das in ihrer Musik verarbeitet, vor allem Vivaldi und Albinoni.

LEBE-LIEBE-LACHE:
Wo sollte man übernachten um stilvoll aufgehoben zu sein?

ELKE HEIDENREICH:
Das muss jeder selbst entscheiden nach seinen finanziellen Möglichkeiten. In Venedig gibt es ja von teurer Pracht bis zur billigen Pension alles. Ich wohne am liebsten im Hotel neben der Oper, weil ich da die Musiker beim Üben höre. Und bezahlbar ist es auch.

LEBE-LIEBE-LACHE: Offenbar gibt es zahlreiche musikalische Besonderheiten in Venedig. Mich fasziniert dabei besonders, dass bestimmte Kirchen nach musikalischen Gesichtspunkten erbaut wurden. Mögen Sie ein wenig darüber erzählen?


Elke Heidenreich - Venedig Chiesa Redentore
© www.verlagshausroemerweg.de

ELKE HEIDENREICH: Das ist nicht so einfach. Il Redentore auf der Giudecca und San Francesco della Vigna gegenüber von San Michele wurden nach musikalischen Gesichtspunkten gebaut, das heißt, die architektonische Struktur richtet sich nach den harmonischen Intervallen in der Musik. Die Zahlen, die für ein Ebenmaß der Töne gelten, kann man auch zur Berechnung der Harmonie eines Bauwerks einsetzen. In meinem Buch erkläre ich das genauer.

LEBE-LIEBE-LACHE:
Ist eigentlich jeder Venezianer auch ein Kunstkenner, ein Kenner Venedigs?

ELKE HEIDENREICH:
Ich kenne keinen einzigen wirklichen Venezianer. Ich glaube aber, Kunstkenner sind auch da nur die, die sich für solche Themen interessieren, genau so wie in Paris oder Wien.

LEBE-LIEBE-LACHE:
Welche Oper fällt Ihnen sofort ein wenn Sie an Venedig denken?

ELKE HEIDENREICH:
Verdis „La Traviata“, die bei der Uraufführung so gnadenlos durchfiel und heute eine der drei meistgespielten Opern der Welt ist.


Elke Heidenreich - Nuovo
© www.verlagshausroemerweg.de


LEBE-LIEBE-LACHE:
Ferdinand von Schirach kann Venedig ja nicht leiden. Deshalb hat er sich dort, um zu schreiben, eine Wohnung gemietet. Geht das für Sie zusammen?

ELKE HEIDENREICH:
Nein. Albern. Hoffährtig.

LEBE-LIEBE-LACHE:
Mögen Sie unseren Leserinnen und Lesern die Stimmung auf dem Friedhof San Michele beschreiben?

ELKE HEIDENREICH:
Die ist wie auf jedem anderen großen Friedhof auch, wie der Zentralfriedhof in Wien oder Melaten in Köln: ein großer, vollkommen ruhiger Park, Blumen, Bäume, Vögel, und auf den Grabsteinen lassen sich Geschichten lesen und erahnen. Friedhöfe sind genau das: Orte des Friedens.



Elke Heidenreich

Elke Heidenreich:
 Scheitern. Immer scheitern.
 Wieder scheitern. Besser scheitern.

Elke Heidenreich:
 Bleibt privat und geheim.

Elke Heidenreich:
 Über den blöden Witz: „Wie heißt Andi
 mit Nachnamen? Antwort: Arbeit.“
Elke Heidenreich


LEBE-LIEBE-LACHE: Was ist "die Durchlauchtigste" nicht?

ELKE HEIDENREICH:
Sie ist nicht in der Lage, diese Touristenmassen und diese unseligen riesigen Kreuzfahrtschiffe mit den Menschenmassen, die sie entladen, noch lange zu ertragen. Die Stadt ist filigran. Sie geht an all dem und an italienischer Korruption kaputt.

LEBE-LIEBE-LACHE:
Ich würde gern einmal das Venedig der Pfützen, der Schirme und leeren Gassen erleben. Einmal die behagliche Wärme in den Cafés spüren. Welche Magie entfaltet die Stadt im November?



Elke Heidenreich - Venedig San Marco
© www.verlagshausroemerweg.de


ELKE HEIDENREICH: Venedig ist im Winter viel schöner als im Sommer. Im Winter liegt leichter Nebel über den Kanälen und die Laternen leuchten melancholisch, man fühlt sich in fernen Jahrhunderten. Die Stadt ist dann leerer und noch stiller. Und die Cafés sind leerer.

LEBE-LIEBE-LACHE:
Ist die Lagunenstadt die "Vorstufe zur Ewigkeit"?

ELKE HEIDENREICH:
Ich glaube an keine Ewigkeit. Sie ist einfach schön. Etwas Einmaliges.



Elke Heidenreich,

hat Theatergeschichte und Germanistik studiert. Sie lebt in Köln, arbeitet dort für die Oper und für den WDR. Musik und Literatur sind ihre Leidenschaften, die sie seit 2009 als Herausgeberin der Reihe Musik in Büchern bei C. Bertelsmann vereint. Sie ist Autorin von Kurzgeschichten und Kinderbüchern. Mit Tom Krausz hat sie schon viele Reisen, Fotoreportagen und Bücher gemacht.

Tom Krausz,

1951 in Hamburg geboren, ist seit 1980 freier Fotograf und Fotomacher, veröffentlichte Reportagen, Bücher und Filmdokumentationen, u.a. Mac Beth/Schlafes Mörder mit Elke Heidenreich; Flieg, Gedanke, flieg … Eine Reise durch das Italien von G. Verdi; Dylan Thomas für ARTE / WDR.



Elke Heidenreich: Die schöne Stille: Venedig, Stadt der Musik
Empfohlen von Lebe-Liebe-Lache.com
Elke Heidenreich (Autor), Tom Krausz (Fotograf)
Die schöne Stille:
Venedig, Stadt der Musik




Preis:24,90 Euro





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