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„Achtsamkeit“ – Wie bitte?



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Das erste Mal, dass ich mit der viel versagenden Bezeichnung „Achtsamkeit“ im Kontext mit Yoga in Berührung kam, war während einer meiner ersten Yin Yoga Ausbildungen, die in englischer Sprache unterrichtet wurde. Dort wurde es mit „mindfullness“ übersetzt.

von René Hug


René Hug Portrait
© www.reneyoga.ch
In dieser Zeit beschäftigte ich mich sehr intensiv mit der Bedeutung und dem tieferen Sinn dieses Ausdrucks und so fand die "Achtsamkeit" Eingang in meinen Unterricht. Er gewann dadurch an mehr Bedeutung und ich konnte auch andere Ansichten zum Thema wie man mit seinen Mitmenschen achtsamer umgehen kann meinen eigenen hinzufügen.

Die Achtsamkeit begann plötzlich einen grossen Einfluss in meinem Leben zu bekommen, nicht nur auf der Matte, auch im täglichen Leben. Dabei wurde ich und meine eigene Person in dieser Zeit so manches Mal ziemlich hinterfragt und zuweilen auch ein bisschen belächelt - ich muss sagen zu recht, denn auch ich bin nur ein Mensch mit seinen Schwächen und Fehlern und bin bei weitem nicht perfekt.

In der heutigen westlichen Gesellschaft fällt mir jedoch auf, dass viele das Wort „Achtsamkeit“ wie einen Slogan verwenden, und das auch noch ziemlich inflationär, d.h. es wird in jeglicher Situation benutzt, ob es gerade passt oder nicht - erinnert mich ein bisschen an das berühmte amerikanische "I love this, I love that, I love you, I love everything...", wenn ich das mit einem Augenzwinkern so sagen darf.
Nur leider verliert das Wort "Achtsamkeit" bei einer solchen Art des Gebrauchs viel an Wert und eigentlicher Bedeutung. Sehr oft habe ich das Gefühl Personen oder auch Unternehmen springen auf den "Achtsamkeits - Hype" auf, nur um damit Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Oder die "Achtsamkeit" wird auf einen fernöstlichen Trend reduziert, der momentan bei uns "in" sein soll, nur weil sie einen grossen Teil in der „ZEN“-Meditation einnimmt.
Jetzt aber mal Hand aufs Herz: Achtsamkeit ist kein exklusives Lebensprinzip aus dem asiatischen Kulturkreis.
Unsere Vorfahren in Europa kannten es sehr wohl und auch viele Menschen in unserer heutigen westlichen Welt kennen dieses Prinzip und bemühen sich, es zu leben. Nur leider sind es viel zu wenige und es ist bei den meisten aus verschiedenen Gründen in den Hintergrund oder gar ganz in Vergessenheit geraten.

René Hug - Achtsamkeit
© www.reneyoga.ch
So mancher geht in eine Meditation, in der Hoffnung, dass dadurch der Geist ruhiger wird und sich ein Gefühl der Glückseligkeit einstellt und ist dann ganz überrascht, dass das nicht so einfach geschieht.

Wir sind es durch unseren heutigen Lebensstil gewohnt, dass wir schnell und möglichst sofort Ergebnisse und Resultate erzielen und kennen den Prozess des "sich entwickeln und reifen lassen" kaum noch.

Ruhig in einer Meditation im "Hier-und-Jetzt" zu sitzen und sich immer wieder nur auf seinen Atem zu konzentrieren ohne mit den Gedanken dabei abzuschweifen und sich die Tiefenentspannung dabei entwickeln zu lassen lässt mittlerweile so manchen verzweifeln.

Selbst in der Yin Yoga Stunde, da es darum geht den Fokus nach innen zu richten und seine eigenen Impulse, Gedanken und Gefühle war zu nehmen, hat so mancher seine Mühe. Viele kämpfen, vielleicht auch angetrieben von falschem Ehrgeiz und Konkurrenzdruck während der Übung oft damit und es fällt ihnen schwer den Fokus zu behalten. Das hat schon bei so einigen meiner Yogateilnehmer zu Frustration geführt.
Und wer es dennoch schafft nicht abzuschweifen, merkt womöglich besonders deutlich, wie unruhig er eigentlich ist und was in seinem Körper und Geist vor sich geht. Plötzlich werden alle Emotionen, Gedanken und Gefühle intensiver und man wird davon überwältigt. Und schon sind wir da angekommen, wo die Achtsamkeit eigentlich beginnen sollte - nämlich bei uns selbst.

René Hug - www.reneyoga.ch
© www.reneyoga.ch


Ich würde gerne noch einmal eine kurze Passage aufgreifen, von dem, was ich letzten Monat schon einmal gesagt habe, weil ich denke, dass sie den Kern der ganze Sache ziemlich gut trifft:
"So wie ich mich auf der Yogamatte verhalte, d.h. so wie ich mich selber wahrnehme und mich selbst behandle, so achtsam, wie ich mir selbst gegenüber bin, genau so werde ich mich auch meinen Mitmenschen gegenüber verhalten - jemand hat einmal gesagt "Liebe deinen Nächsten so wie dich selbst". Kannst du dich selbst nicht lieben, dann kannst du deinen Mitmenschen genauso wenig lieben; behandelst du dich selbst schlecht, dann machst du das höchstwahrscheinlich auch mit deinem Mitmenschen so. Aber... um dich selbst gut zu behandeln, musst du dich erst einmal kennen und wissen, was du brauchst und was dir gut tut."

Yin Restorative Yogatherapie Quelle des Daseins
René Hug (Autor)
Yin Restorative Yogatherapie
Quelle des Daseins


Kann es sein, dass es genau diese Achtsamkeit ist, die bei uns verloren gegangen ist? Das es genau das ist, was wir eigentlich in unserem Leben vermissen und das wir den Menschen wieder näher bringen müssen? Bin ich wirklich zu idealistisch, wenn ich die Meinung vertrete, dass Achtsamkeit mir selbst und meinen Mitmenschen gegenüber diese Welt zu einem besseren Ort für uns alle machen würde!?

So stellt sich die Frage, wo ist die „Achtsamkeit“ in unserer paradoxen Zeit geblieben, oder ist sie vorhanden und wir sehen sie nur nicht?

In den Tiefen des Internets habe ich vor nicht all zu langer Zeit folgenden Text gefunden, der das Wesen unserer heutigen Gesellschaft sehr schön zum Ausdruck bringt und den ich zum Abschluss mit euch teilen möchte:

Von George Carlin, einem amerikanischen Schauspieler und Komiker, der die folgenden Zeilen anlässlich des Todes seiner Frau verfasste (Carlin starb im Juni 2008):

Wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude.

Wir haben grössere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.

Wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft.

Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.

Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung, der grossen Männer und der kleinkarierten Seelen, der leichten Profite und der schwierigen Beziehungen.

Es ist die Zeit des grösseren Familieneinkommens und der Scheidungen, der schöneren Häuser und des zerstörten Zuhause.

Es ist die Zeit der Pillen, die alles können: sie erregen uns, sie beruhigen uns, sie töten uns.

Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas im Schaufenster zu haben, statt im Laden, wo moderne Technik einen Text wie diesen in Windeseile in die ganze Welt tragen kann, und wo sie die Wahl haben: das Leben ändern - oder den Text löschen.


René Hug - Mandala
© www.reneyoga.ch


Vergesst nicht, mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt, weil sie nicht immer mit Euch sein werden. Sagt ein gutes Wort denen, die Euch jetzt voll Begeisterung von unten her anschauen, weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden und nicht mehr bei Euch sein werden. Schenkt dem Menschen neben Euch eine innige Umarmung, denn sie ist der einzige Schatz, der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet. Sagt dem geliebten Menschen: „Ich liebe Dich" und meint es auch so. Ein Kuss und eine Umarmung, die von Herzen kommen, können alles Böse wiedergutmachen. Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo Ihr zusammen seid, denn eines Tages wird dieser Mensch nicht mehr neben Euch sein.

Findet Zeit Euch zu lieben, findet Zeit miteinander zu sprechen. Findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt miteinander zu teilen, denn das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge, sondern an der Anzahl der Augenblicke, die uns des Atems berauben.

In diesem Sinne, erkenne dich selbst, sei du selbst mit Herz und Verstand und "achte" auf dich und deine Mitmenschen!

In diesem Sinne:

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu

Wer gerne möchte, kann auf www.suburbyoga.ch ein sehr schönes und einzigartiges Yin-Restorative Yoga Bild kaufen. Darauf werden 12 Haltungen gezeigt, die sich sehr gut dazu eignen eine „Achtsamkeits“-Yogastunde bei sich zu hause zu praktizieren.

Bei Interesse bitte eine kurze Email an: info@suburbyoga.ch
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