Heike Makatsch steht erneut auf der Ruhrfestspielbühne
Die monumentale Koproduktion „Krieg und Frieden“ bricht mit konventionellem Erzähltheater
Mit der Koproduktion „Krieg und Frieden“ präsentieren die diesjährigen Ruhrfestspiele unter dem Motto „IM OSTEN WAS NEUES" von den fernen Tagen des russischen Theaters in die Zukunft“ gemeinsam mit dem Centraltheater Leipzig vom 10. bis 14. Mai 2012 einen Klassiker der Weltliteratur. Nach „Paris, Texas“ bei den Ruhrfestspielen 2011 ist diese Inszenierung von Tolstois Epos die zweite Zusammenarbeit mit dem Centraltheater Leipzig unter der Regie von Sebastian Hartmann.
Neben festen Leipziger Ensemblemitgliedern steht erneut Heike Makatsch auf der Ruhrfestspielbühne.
Heike Makatschs Karriere als Schauspielerin ( vergl. Hörbücher )begann 1996 mit dem Film Männerpension von Detlev Buck.
Für ihre Rolle in diesem Film wurde Makatsch mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Gleichzeitig nahm sie eine Neuinterpretation von Tammy Wynettes Stand by Your Man auf.
Ende Juni 2008 hatten die Dreharbeiten zur Kinoproduktion Hilde begonnen; eine Verfilmung von Hildegard Knefs (Knef) Autobiografie Der geschenkte Gaul, in der Makatsch in der Titelrolle agiert.
Das vierzehnköpfige Schauspielensemble hat sich nun gemeinsam Tolstois monumentalen Stoff erarbeitet. In dieser Inszenierung gibt es weder durchgehend zugeordnete Rollen, noch eine einheitliche, durchgängige Erzählung.
Aufgelöst sind zum Teil auch die Geschlechterzuordnungen, so können Männer wie Frauen vom jeweils anderen Geschlecht dargestellt werden. Auch der Ort ist zunächst abstrakt. Zwei Platten, zwei Pole, zwischen denen alles spielt.
Hartmanns Bühnenfassung verbindet Texte, Bilder, Psychologien der Vorlage zu einer eigenen Version des Textes.
Im Fokus steht die Gedankenwelt von „Krieg und Frieden“. So handelt es sich nicht um eine simple Nacherzählung eines der größten Prosawerke der Weltliteratur,
vielmehr baut die Bühnenfassung immer wieder bestimmte Motive des Romans zu Szenen zusammen und verdichtet sie zu einem eigenen poetischen Zusammenhang.
Dabei werden die zentralen Begriffe des Werks wie Freiheit, Zwang, Verantwortung, Zufall, Schicksal und Freier Wille in den Mittelpunkt gestellt und das Wesen der Geschichte hinterfragt: Passiert Geschichte permanent und sinnvoll oder erschließt sich der Sinn erst in der Retrospektive?
Am Bühnenbild von „Krieg und Frieden“ wirkte der Maler und Videokünstler Tilo Baumgärtel mit, einer der wichtigsten Vertreter der „Neuen Leipziger Schule“. Für den musikalischen Part hat die Produktion Sascha Ring (APPARAT) gewinnen können.