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Jona Jakob - Mich vom eigenen Schmerz emanzipieren



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Schmerz ist neben Trauer und Angst vermutlich eines der grössten Gefühle. Schmerz kann körperlich sein und auch die Seele kann Schmerz empfinden. Dann glaube ich, gibt es schmerzliche Erfahrungen, welche nicht oder kaum wirklich abzulegen und abzustreifen sind.

Heute schreibe ich von einer Beobachtung, die vielleicht nicht jedem Menschen vergönnt sein wird. Es gibt mE keinen Anspruch, weder vor sich selbst noch durch Fremde, meine Beobachtung könnte jedem Menschen zugehen und eine erreichbare Erfahrung sein.

Doch die Beobachtung könnte dennoch etwas zeigen, was vielleicht für jemanden erfassbar wird, so dass man sich erleichternd auf den Weg dahin machen kann. Ich wünsche es allen.

Ich danke an dieser Stelle den Annette Maria Böhm, die mich eingeladen hat, diesen Beitrag zu verfassen.


Einleitend muss ich sagen, dass ich mich als Mann seit zwei Jahren aktiv darum bemühe, Fröhlichkeit und Leichtigkeit zu entwickeln, zwei Eigenschaften, die mE Domänen der Frauen sind bzw. von Männern nicht wirklich 'gekonnt' werden.


Sonnenblume metadog/pixabay 4
© metadog/pixabay

Ich erachte diese beiden Fähigkeiten, unter allen Bedingungen fröhlich und leicht in die Handlung und Aktivität zu kommen, als zwei der wichtigsten Kernstärken im Bereich der Ich-Kompetenz für die komplexe Welt im Miteinander.


Wie leicht, wie fröhlich, wie handlungsfähig vermag ich sein?

Wie tranig, harzig, schwermütig bin ich vielleicht? Und eben - ich erlebe meine Gedanken und Gefühle als Mann.

In den letzten Wochen wurde ich in verschiedenen Situationen in höchste Glücksgefühle und in tiefst zerschmetternden Schmerz geworfen. Es war wirklich extrem. Ich durfte mich freuen und lieben, und ich wurde verletzt und litt Schmerzen am Rande des für mich Erträglichen.

Doch an dieser Stelle gab es eine ganz neue Beobachtung, die mir gut gefällt und die sich nicht wie früher zeigte:


Ich meine, dass ich Glück und Unglück nicht mehr "verbandelt" empfand, wie früher,
sondern als zwei getrennte Stränge!


Jona Jakob Glück Unglück


Ich empfand, dass mir mein Lernen, leicht und fröhlich zu sein, eine ganz neue Möglichkeit schenkt, welche mich das eine vom andern trennen lässt, weil ich das nun 'vermag'.

Als hätte ich 'Reserven', vermochte das Unglück meinem Glück nicht wirklich etwas anhaben und genau da packte ich das Glück vom Glück und der Schmerz ging nicht nur schneller sondern ganz besonders VERZEIHEND (gleich, auf der Stelle verzeihend) vorbei/weg.


Jona Jakob


Jona Jakob:
Für mich hatte ein Motto immer die Wirkung, es möglichst einzuverleiben und es darin aufzulösen, als dass ich es lebe. In diesem Sinn lebe ich mit bald 50 Jahren jede Zeile des Textes von Peter Handke, der zwei Titel trägt: "über die Dörfer" bzw. "Eigenfarben":

Spiele das Spiel.
Gefährde die Arbeit noch mehr.
Sei nicht die Hauptperson.
Such die Gegenüberstellung.
Aber sei absichtslos.
Vermeide die Hintergedanken.
Verschweige nichts.
Sei weich und stark.
Sei schlau, laß dich ein und verachte den Sieg.
Beobachte nicht, prüfe nicht,
sondern bleib geistesgegenwärtig bereit für die Zeichen.
Sei erschütterbar.
Zeig deine Augen,
wink die anderen ins Tiefe,
sorge für den Raum und
betrachte einen jeden in seinem Bild.
Entscheide nur begeistert.
Scheitere ruhig.
Vor allem hab Zeit und nimm Umwege.
Laß dich ablenken.
Mach sozusagen Urlaub.
überhör keinen Baum und kein Wasser.
Vergiß die Angehörigen,
bestärke die Unbekannten,
bück dich nach Nebensachen,
weich aus in die Menschenleere,
pfeif auf das Schicksalsdrama,
mißachte das Unglück,
zerlach den Konflikt.
BEWEG DICH IN DEINEN EIGENFARBEN;
bis du im Recht bist und
das Rauschen der Blätter süß wird.
Geh über die Dörfer.
Ich komme dir nach.

Peter Handke "über die Dörfer"

Jona Jakob:
Eine unmittelbare Handlung im Sinn meiner Worte.

Richtige Liebe ist eine absolut fehlerfrei lenkende Kraft.
Sie hält dich, wo du zu bleiben hast,
auch wenn allein und wartend.
Sie führt dich, wohin du von ihr gerufen wirst.
Sie lässt dich dann Dinge tun, die du sonst liegen lässt.
Sie führt dich aber nicht fehl,
was auch den andern zugutekommt.
Jona Jakob, August 2008

Jona Jakob:
über einen Witz, den mich in seiner Verdrehtheit auffrischte …

Ein altes Ehepaar sitzt wie immer gemeinsam beim Frühstück
auf der Terrasse. Auf einmal holt die alte Frau aus und versetzt
ihrem Gatten einen Haken, dass es ihn rückwärts von seinem Gartenstuhl haut.
Eine Weile ist es still, dann fragt der Alte verwundert:
"Wofür zum Geier war denn das?"
Sie antwortet: "Für 45 Jahre schlechten Sex!"
Er sitzt grübelnd auf seinem Stuhl. Nach einer Weile steht er auf
und haut ihr dermaßen eins auf die Glocke, dass sie samt Stuhl
von der Terrasse fliegt.
"Warum hast Du das getan?", schreit sie ihn an.
Er antwortet: "Woher kennst Du den Unterschied zwischen gutem
und schlechtem Sex ???"
Jona Jakob


Es war, als würde ich ein erstes Mal Schmerz in einer emanzipierten Seinsweise so erleben können, als dass ich von ihm nicht mein Leben abhängig machen müsste.

Möwe himmel kurtnkei/pixabay 24
© kurtnkei/pixabay


Und das, wer mich noch verstehen kann,

ist ein enormes Gefühl, welches mich neu aufleben lässt,

als fielen tausend Stricke, Fesseln und Seile von mir.



Mich also auch vom Schmerz emanzipieren …


Er soll als Schmerz in mir sein und bleiben dürfen, aber was er nicht soll:

a) meine bestehenden Stärken, Glücksgefühle, Liebe, Mut etc viral toxisch schwächen und

b) mir eine Idee machen, Schmerz sei mein Leben, ich sei also davon abhängig, vom
Schmerz


"Nö!"

Er soll als Schmerz in mir sein und bleiben dürfen, aber er soll:

c) ein eigen Ding sein, das ich trage, auch wenn ich lache und mache und

d) mich befreien, hin zu einer weiteren Unabhängigkeit.


Er gehört dazu, bestimmt mich aber nicht.

Das ist ein subjektives Wahrnehmen - vielleicht lässt es sich erfühlen.



Mit besten Grüssen
Jona Jakob, Zürich und Frankfurt

www.consensus-coaching.ch
www.begabt-sensibel.ch
www.begabt-sensibel.blogspot.com
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