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Fragen zum Jahresrückblick 2017: Nina George



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Wieso, weshalb, warum? Wieder geht ein Jahr zu Ende, in dem wir alle viel erlebt haben. Aber nehmen wir aus unseren Erfahrungen und Erlebnissen auch etwas mit?

Zum Jahresrückblick 2017 haben wir Fragen zusammengestellt, in denen sich unsere LEBE-LIEBE-LACHE Autoren und ausgesuchte InterviewpartnerInnen mit dem vergangenen Jahr auseinandersetzen. Und vielleicht lassen auch Sie sich zu Ihrem ganz persönlichen Rückblick inspirieren!

Sie liebt Katzen, Kaffee, Weißwein, Leben mit Büchern, Schwimmen, Tai-Chi, Zufußgehen, die Farben des Himmels zur blauen Stunde und den Sturm am Ende der Welt... Nina George ist eine mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin. Sie schreibt seit 1992 Romane, Essays, Reportagen, Kurzgeschichten und Kolumnen. Ihr Roman „Das Lavendelzimmer" stand weit über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, wurde in 35 Sprachen übersetzt und eroberte auch international die Bestsellerlisten. 20th Century Fox sicherte sich die Filmrechte an 'The little Paris Bookshop'.
Um Verlust, Vergeblichkeit – und Trost geht es im aktuellen Roman der Autorin. "Das Traumbuch" erzählt eine Geschichte zwischen Leben und Tod. Nina George ist Beirätin des PEN-Präsidiums und Gründerin der Initiative Fairer Buchmarkt.

Nina George - Portrait
© Urban Zintel


1. Gab es während des Jahres 2017 ein erstes Mal in Ihrem Leben? Haben Sie etwas das erste Mal gemacht, waren Sie an einem neuen Ort, …?

Es war das Jahr der Ersten Male. Das erste Mal mit Freunden und Freundinnen zwei Sommerwochen in einem Haus in Südfrankreich verbracht – die Hälfte der Leute kannten sich nicht, es war ein großartiges Erlebnis. Das erste Mal eine USA-Lesereise gemacht (Das Tagebuch findet sich hier). Und das erste Mal jemanden beim Sterben begleitet; meine Mutter. Ich habe sie gestreichelt, viel erzählt, vorgesungen und sie gehalten, als sie ging.


2. Welche Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Kenntnisse haben Sie sich angeeignet, die Sie vor einem Jahr noch nicht hatten?

Ich tanze besser Tango Argentino, spreche besser Französisch und vermag, meine Cholerik mit einem anderen Rezept im Zaum zu halten: „Versuch’s mit Liebe. Wenn das nicht geht, kannst Du immer noch ausrasten.“


3. Welche Erlebnisse im Jahr 2017 zählen zu den drei schönsten?

Meine Schwester zum Traualtar auf einem Felsen über den portugiesischen Atlantikwellen zu führen. Mir das Cover für den neuen Roman „Die Schönheit der Nacht“ auszusuchen. Und jeder einzelne Moment, wenn ich nach einem langen Tag ruhig und sicher in einem Bett liege.


4. Gibt es ein Ereignis, das Ihr Weltbild verändert oder nachhaltig geprägt hat?

Das Wahlergebnis in Deutschland. Die Höhe der AfD-Wähler hat mir bewiesen, dass wir lange in einer guten Zeit lebten, relativ unbeeindruckt von extremen Motiven. Und diese Zeit ist vorbei. Die Zeit der Angst beginnt. Und sie wird wieder vergehen – aber was wird dafür geschehen müssen?


5. Welche Person haben Sie kennengelernt, die Ihr Leben besonders bereichert (hat)?

Meine Freunde und Freundinnen und wie sich verändern, entwickeln und selbst neu entdecken – das zu sehen und zu begleiten und mich von ihnen genauso wahrgenommen und angenommen zu fühlen, ist Bereicherung.

Das Traumbuch Roman
Nina George (Autor)
Das Traumbuch
Roman


6. Was hätten Sie nicht geglaubt, wenn Ihnen jemand das vor einem Jahr vorausgesagt hätte?

Dass ein Mann mit einem Toupet und allgemeiner Soziopathie Präsident der USA wird.


7. Gibt es einen besonderen Geruch, ein außergewöhnliches Geräusch oder einen Geschmack, den Sie wahrgenommen haben?

Süße Tomaten, würziger Schafskäse und eingelegter Knoblauch in Sanary-sur-Mer, an einem windigen Tag, wenn violette Hibiskusblüten über weiße Gehsteige wirbeln.


8. Wer oder was war für Sie die größte Überraschung?

Dass meine neue Verlegerin eine alte Freundin wird: Doris Janhsen. Und dass die BücherFrauen mich als BücherFrau des Jahres auszeichnen. Damit habe ich absolut nicht gerechnet.


9. Wer oder was hat Sie herzlich zum Lachen gebracht? Wann haben Sie das letzte Mal so richtig gelacht?

Mein Tangolehrer Nikita Gerdt bringt mich regelmäßig zum Lachen.


10. Was würden Sie so nicht mehr machen?

Nichts. Ich brauche Fehler und Täler, um zu werden, wer ich sein kann.


11. Welches Buch, welche Lektüre, welches Werk hat Sie am meisten beeindruckt?

Das Essay von Linus Giese, der früher Mara hieß, und wie er darin beschreibt, dass er es mochte, ein Mädchen zu sein – nur nicht das, was von Mädchen verlangt würde, um Mädchen zu sein.


12. Was hat sich zum Positiven gewendet?

Ich sprang nicht über jedes politische Stöckchen, das mir hingehalten wurde.


13. Was haben Sie geschafft, auf welche Leistung sind Sie stolz?

Stolz auf mich sein geschieht nur sehr leise, im Alleinsein, im Intimen, ich schäme mich meines Stolzes meist, er gehört nicht zu häufigen Emotionen. Manchmal war ich stolz, dass ich Menschen zusammen bringe, die etwas zusammen schaffen – ob die Arbeit am Runden Tisch zu Frauen und Kultur und Medien bei Frau Grütters, oder das Netzwerk Autorenrechte. Stolz bin ich, wenn ich verlässlich bin, trotz zu wenig Schlaf – und entsprechend beschämt, wenn ich Dinge oder Fragen vergesse. Und ganz manchmal bin ich stolz auf meine Zähigkeit. Ich lasse einfach so ungern locker.


14. Welches ungewöhnliche Kompliment haben Sie erhalten?

„Ihre Retina ist wie die eines junges Mädchens – Sie sehen wie eine Frau mit 24“, von einem charmanten bretonischen Optiker. Anmerkung: ich bin kurzsichtig und brauche dennoch eine Arbeitsbrille.


15. Wofür sind Sie besonders dankbar?

Dass ich meine Mutter in den Tod begleiten konnte.


16. Was ist Ihnen wichtig geworden, das es vor einem Jahr noch nicht war?

Nein zu sagen und das durchzuhalten.


17. Ist Ihnen in diesem Jahr ein "Wunder" begegnet?

Viele. Tausend kleine Wunder im alltäglichen Umgang, im Alltag. Ein schönes Hotelzimmer in der Fremde bekommen, den letzten Zug noch bekommen, ein grünes Kleid kaufen und nicht gewusst zu haben, wie lebendig man sich darin fühlt; das Wunder der Liebe, das Wunder der intimen Begegnung auf Lesungen, das Wunder, rechtzeitig in ein Krankenhaus zu kommen, das Wunder, selbst nicht in eines zu müssen. Das Leben ist ständig voller Geschenke.



Nina George ist seit 2006 mit Jeans Jo Kramer
verheiratet. Sie leben in Berlin oder in der Bretagne. Unter "Jean Bagnol" schreibt das Ehepaar die Commissaire-Mazan-Provence-Krimireihe mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo: Commissaire Mazan, ein Kater, und Lieutenant Matéo, eine algerisch-französische Drogenfahnderin.

www.ninageorge.de
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